Jetzt ist es soweit. Alles ist abgeklärt. Assisi, wir kommen. Schon über längere Zeit wurde ich immer wieder „gedrängt“, doch den Assisiweg (Franzsikusweg) mit einer Gruppe von Weltanschauen zu gehen. Jetzt freue ich mich schon darauf, dass es von 27. Sept bis 7. Okt 2018 soweit ist.

Das Franziskusfest am 4. Okt

Für mich selber wird es, obwohl ich doch schon einige Male in Assisi war, auch eine Premiere geben. Wir werden zu Fuß von Valfabbrica kommend genau am Franziskustag in Assisi ankommen. Das wird wahrscheinlich ein Getümmel sein, aber nach dem Gehen werden wir das nicht nur gut aushalten, sondern offen sein für die Freude, die in der Luft liegen wird. Dann wird noch genügend Zeit sein, diese Friedensstadt der hl. Klara und des hl. Franziskus genauer unter die Füsse zu nehmen. Ich mache es kurz: Hier ist das genaue Programm mit allen Details. Weil heute schon wer aus Regensburg angerufen hat, hier auch die Seite über das Rucksack-Packen.
You are welcome!

PS: Am DO 11. Jänner 2018 um 18 Uhr werde ich in Wien im Quo Vadis meinen Vortrag mit Bildern über meine Lebensweisheiten aus dem Weitgehen und Pilgern halten: „Pilgern befreit“.

„Wir leben heute im neoliberalen System, das zeitstabile Strukturen abbaut, die Lebenszeit fragmentarisiert und das Bindende, das Verbindliche zerfallen lässt, um die Produktivität zu erhöhen. Das erzeugt Angst und Unsicherheit. Die Vereinzelung, die mit Entsolidarisierung und totaler Konkurrenz einhergeht, bringt diese Angst hervor. Die perfide Logik des Neoliberalismus lautet: Angst erhöht Produktivität.“

Verbindend und vertiefend

Am Rande der Tagung „ReThinking Europe“ im Herbst 2017 in Rom  habe ich das wertvolle Buch „Die Austreibung des Anderen“ von Byung-Chul Han gelesen. Es ging bei der Tagung mit Delegationen aus allen 28 EU-Staaten darum, die Zukunft Europas auszuloten und ganz besonders den „verbindenden und vertiefenden Beitrag der ChristInnen“ in den Fokus zu nehmen. Papst Franziskus hielt dabei seine fünfte „Europarede“. Und diese Rede finde ich nachlesenswert.

Ansammlung von Egoisten

Zurück zum Buch. Han vermittelt darin auf 100 Seiten einen ungeschminkten Blick darauf, was hinter der Bühne heute europaweit und weltweit „abgeht“. Auf Seite 35 recht treffend: „Das heutige Leistungssubjekt – gemeint ist der Mensch – kennt nur zwei Zustände: Funktionieren oder Versagen. Darin ähnelt der Mensch der Maschine. Auch Maschinen kennen keinen Konflikt. Entweder funktionieren sie einwandfrei oder sie sind kaputt.“ Da schlägt Papst Franziskus in #LaudatoSi einen ganz anderen Ton an. Nicht entweder-oder sondern und-und.

Zeit für Utopien

Am 12. Dezember 2017 durfte ich bei einer Vorführung der Rohfassung des Filmes „Zeit für Utopien“ von Kurt Langbein dabei sein. 94 Minuten die Suche nach Alternativen zum Turbo-Kapitalismus. Und Langbein ist mit seinem Team in Europa, Afrika und Asien fündig geworden. Der Mensch ist von Natur aus auf „Kooperation“ aus. Erst die Angst macht ihn zum Egoisten wie oben beschrieben. Gier und Ausbeutung ohne Rücksicht auf ökologische Verluste lässt ihn handeln. Langbein’s Film wird ab April 2018 in den Kinos sein. Er spürt Beispiele auf, wo Kooperation, genossenschaftliches Handeln praktiziert wird. Überzeugend das Beispiel der 1,5 Millionen Konsumenten in Korea, die über die gemeinsame Genossenschaft mit ihren Bauern direkt verbunden sind und so eine ökologisch-partnerschaftliche Produktion ihrer hochwertigen Lebensmittel ermöglichen.
Beim Hinausgehen steigt immer wieder der Gedanke in mir auf: Warum haben sich die Bauern, die Konsumenten bei uns in den letzten Jahrzehnten ihre Genossenschaften „wegnehmen“ lassen und an kapitalistische, auf Profit ausgerichtete und über Gier und „Noch-Mehr“ gesteuerte Konzerne „übergeben“. „ReThinking“ fällt mir da wieder ein. Eine Besinnung auf das Gemeinsame, das uns verbindet und trägt. Es gibt unglaublich viel zwischen „Funktionieren und Kaputt“. Es wird Zeit, dass diese Utopien Platz nehmen.

Alljährlicher Christkönigssonntag als Finale des Kirchenjahres. Dort, wo es in den Pfarren eine Jugend gibt, dort sind sie spätestens heute gefragt, präsent. Auch bei uns im Bergdorf heute mit dem Jugendchor, der Gestaltung des Gottesdienstes inklusive der Predigt. Das Evanglium Mt 25,31-46 nicht gerade einfache Kost. Da wird uns vor Augen geführt, was ihm Leben tatsächlich zählt, wenn wir als „Jesuaner“ leben, nachfolgen wollen. Die Werke der Barmherzigkeit sind mehr denn je gefragt. Unsere jungen Menschen machen sich Gedanken, wie sie ihr Christ-Sein finden und zeigen können. Rosenkranz, Tätowierungen, äußere Zeichen, Bibellesen wurden angesprochen. Hilfsmittel, um sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Fix ist da für sie gar nichts. Aber: Es hilft, sich Gedanken zu machen. Und das haben sie als Kernbotschaft heute hinterlassen: Sich Gedanken machen. Da ist schon sehr viel gewonnen.

Der Bischof kann öffnen

Dieser Tage waren wir einen Abend lang mit dem neuen Bischof von Innsbruck Hermann Glettler zusammen. Ein weltoffener, weit denkender und handelnder Mensch. Es tut gut, wenn vor einem Bischof  zuerst das „geöffnet“ kommt. Offen für die Menschen, die Zeit, die Herausforderungen, die Situationen, die verelendeten Gebiete dieser Welt, drinnen in den Seelen genauso wie draußen. Und man sieht im die Unerschrockenheit und den Mut an. Gerade die Bischofsweihe in der Olympiahalle zeigt das Hinausgehen, den neuen Kontext und ermöglicht eine breite Involvierung. Da werden wir andeutungsweise etwas von den amerikanischen Großkirchen erleben. Dort war er immer wieder einmal.  In jedem Fall will er raus zu den Menschen und er weiß, dass er als Bischof ein ganz großes Tor aufsperren kann (und muss).

Das Vorzeichen

Das Suchen des „christlichen Kerns anhand von Ritualen und Symbolen“ in Familien wird ganz entscheidend werden, wenn in Zukunft eine christliche Inspiration hinein in die Gesellschaft wehen soll. Immer wieder taucht die Frage auf: Woran erkenne ich eine christliche Familie? Meine Antwort geht immer dorthin: an der gelebten Liebe und Offenheit gerade auch für Menschen in Not. Man weiß von einer Studie in Deutschland, dass christlich geprägte Menschen mehr als doppelt so viel spenden. „Da wird geholfen, die helfen zusammen, da wird keiner im Stich gelassen, sie singen miteinander, essen und beten, suchen Gott, rechnen mit ihr, vertrauen ihm, lachen.“ So irgendwie könnte das Vorzeichen vor dem Leben eines Christen, einer Christin lauten. Wir wissen: Der heutige Mensch ist „produktorientiert“. Alles Marketing und Wirtschaften geht auf ein Produkt hin. So wird auch Religion nicht umhin kommen, sich in „Produkten“, Ritualen und Symbolen zugänglich zu machen. Das habe ich mit Bischof Glettler im kleinen Kreis angesprochen. Und er hat viel Verständnis dafür, weil er die Menschen heute „kennt“.

Fokus auf drei Ritual- und Symbolfelder

Drei wichtige Symbole und Rituale schlage ich für christliche Familien vor, auf die wir unser inneres Wachstum und unsere Erkennbarkeit bauen können. Es ist nicht der Weg selber, sondern es sind Wegzeichen, Hinweise. Beim Gehen orientiere ich mich an den Schildern und gehe nicht auf ihnen. So sind diese drei „Wichtigkeiten“ zu verstehen:

  1. „Jesus in unserer Mitte“. Diese Tatsache drücken wir durch ein Bild, ein Kreuz, ein Symbol aus und hängen, stellen es in unsere Mitte. Der frühere Herrgottswinkel war das, ist das. Diese Symbole sind nicht alt, sondern heutig in unserer Mitte in der „Geschmacksrichtung“ der heutigen Menschen. Nicht, weil es immer so war, sondern weil es für uns wichtig ist, ist das Kriterium.
  2. „Gemeinsam essen mit einem Tischgebet“. Ich weiß von vielen Familien, dass sie es nicht mehr schaffen, gemeinsam rund um den Tisch zu sitzen. Der Konsumismus will ja, dass wir uns individuell füttern direkt am Kühlschrank direkt aus dem Supermarkt gefüllt. Da brauche ich niemanden mehr. Nein doch: Der Fernseher darf mit mir essen. Eine christlich geprägte Familie schaut, so oft es geht, gemeinsam rund um den Tisch zu sitzen (Tisch gehört in unseren Kulturkreis) und das Essen mit einem Innehalten, dem bewussten Aus- und Einatmen und einem Gebet aus Dankbarkeit zu beginnen. Das Tischgebet – und sei es noch so kurz – gehört dazu. Eine schöne Geschichte habe ich immer wieder verwendet. Ein Bauer betet vor dem Essen im Restaurant. Der Kellner: Bei ihnen am Bauernhof beten wohl alle vor dem Essen? Nein, sagt der Bauer: Nicht alle. Die Schweine nicht, die Hühner nicht, die Kühe nicht.
  3. „Das Weihwasser aus dem Weihbrunn am Übergang erinnert mich an die Taufe“. „Weihbrunn“ ist kein neues, sondern ein altes Wort, das ich aus der Kindheit kenne. Ein kleiner Behälter mit Weihwasser bei der Haus- oder Wohnungstür macht es mir möglich, beim Verlassen des Hauses mich ganz bewusst unter den Segen Gottes zu stellen in Erinnerung an meine Taufe, mein Christ-Sein.  Das gibt mir Kraft und Orientierung, mich als Christ in der Welt zu bewähren. Wenn Kinder das sehr bald „lernen“, dann kann ihnen der Weihbrunn ein „Orientierungsbrunnen“ für das ganze Leben sein.

Nichts Neues sagen jetzt hoffentlich viele. Stimmt. Es ist damit ja auch die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Orientierung, nach Gemeinschaft und dem Gesegnet-Sein angesprochen. Die Frage ist ja nur, ob die Kirche diese Sehnsucht mit Ritualen und Symbolen füllt, oder die Ritual- und Symbolmaschinen der neoliberal geprägten Wirtschaftswelt. Dort geht es nämlich schlicht und einfach um die „Austreibung des Anderen„. Und genau das steht konträr zu Mt 25, 31ff. Und Danke der Jugend, dass sie sich Gedanken macht.

Eigentlich sollte ich viel mehr zu Fuß unterwegs sein. Aber es geht sich dann doch nicht so einfach aus, weite Wege zu gehen. Beruf und Aufgabe brauchen mich und will da sein. Heute haben wir #AufbruchBewegt präsentiert.

Froh bin ich, dass ich in meinem Leben schon öfter weite Strecken gegangen bin. Das heißt konkret: länger als 21 Tage am Stück. Daraus ziehe ich meine Erkenntnisse. Mit Christine Dittelbacher durfte ich mich über unsere Erfahrungen unterhalten, reden, austauschen, ergänzen und meine Kollegin Magdalena Schauer hat uns mit der Video-Kamera „verfolgt“. Hier unsere Erfahrungen und Erkenntnisse.

 

Meine Reformationsreise nach Eisleben, Wittenberg, Leipzig, Erfurt, Eisenach, Mühlhausen und ins Kloster Volkenroda sind schon wieder fast eine Monat her. Die Zeit relativiert die Er-Fahrungen (es war ein Reisen mit dem Bus) und Blick zurück ragen die stärksten Eindrücke, Einsichten, Erfahrungen aus dem Dunst des Alltags heraus.

Drei bleibende Erinnerungen

In Wittenberg hatten wir mit Katja Köhler eine hervorragende Stadtführerin. Sie vermittelte mir – ich spreche nur für mich – damals als „neu“, dass die Lutheraner erst in diesem Reformationsjahr ihre Ursprungsstätten selber „entdecken“. Und Wittenberg selber ist ein kraftvoller Ort, an dem diese damaligen Zeit vor 500 Jahren gut  nachzuspüren ist. Gerade auch das Panorama lässt mich eintauchen in diese bewegte Zeit, wo der Mensch genauso wie heute in Geschäftsmodellen an Bilder festgebunden wurde und wird.

In Scherbda im Hainich (Nationalpark) hat uns der amtierende Bürgermeister der 400 Einwohnergemeinde die Kirche gezeigt. Aus meiner Sicht ein Juwel, das schon zu DDR-Zeiten von den Menschen vor dem Verfall gerettet haben. Der Bürgermeister in Arbeitskluft: „Wir haben gesehen, wie die da oben versagen und deshalb haben wir schon vor der Wende selber Hand angelegt und im Geheimen an der Rettung gearbeitet.“ Solchen Menschen mit Zivilcourage und Anpack-Qualitäten höre ich einfach gerne zu. Das sind jene Ermutigungen, die ich mir immer mitnehme, einpacke und davon nehme, wenn ich Mutlosigkeit oder Resignation am Horizont auftauchen sehe.

Und dann war da dieser wunderbare Ort „Wilhelmsglücksbrunn„.  Ehemaliges Stiftsgut. Auch schon ganz verfallen in DDR-Zeiten. Junge evangelische Christinnen und Christen haben sich gemeinschaftlich ans Werk gemacht und diesen Ort wieder aufgebaut. Herr und Frau Karsten, von der ersten Stunde an dabei und heute Geschäftsführer dieses „Inklusionsbetriebes“, haben uns im Rahmen einer Schaf-Käseverkostung die Geschichte und ihr Engagement still und bescheiden geschildert. Heute arbeiten dort 12 Menschen, 6 davon mit Beeinträchtigung. Biohotel, Slow Food Restaurant, Milchschafe, Rinder, Wasserbüffel, Hühner, Bioladen, Eis-Manufaktur und eine wunderbare Gegend. Beeindruckend. Und immer wieder muss ich ans Kloster Volkenroda denken, das wir auch besucht haben. Auch diese Dynamik in Zeiten des Umbruchs. Die Chancen gesehen und getan. Nicht nur gesprochen davon. Dort haben sich Menschen bewegt. Und diese Bewegung hat zur Reformation geführt. Zu einer neuen Gestalt von Gemeinschaft, getragen von Spiritualität, von Zusammenhalt und Anpacken. Und so wie den Evangelische Kirche gerade die Ursprungsorte „entdeckt“, so entdeckt sie auch diese neuen „Impulsorte“ der konkreten Verwirklichung „evangeliumsgemäßen Lebens“. Da bin ich dann sehr schnell bei unseren Orden, die im Grunde auch dieser DNA von „einfachem, gemeinschaftlich gestaltetem und hellwachem Leben“ geprägt sind.Und auch Papst Franziskus ist in diesem Sinne in heutigen Tagen ein großer Reformator. Bewegung reformiert.

Danke Gerold Lehner für dieses Zitat von Byung-Chul Han, Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute. 2016.

„Die Zeit, in der es den Anderen gab, ist vorbei. Der Andere als Geheimnis, der Andere als Verführung, der Andere als Eros, der Andere als Begehren, der Andere als Hölle, der Andere als Schmerz verschwindet.
Die Negativität des Anderen weicht heute der Positivität des Gleichen. Die Wucherung des Gleichen macht die pathologischen Veränderungen aus, die den Sozialkörper befallen. Nicht Entzug und Verbot, sondern Überkommunikation und Überkonsumtion, nicht Verdrängung und Negation, sondern Permissivität und Affirmation machen ihn krank. Nicht Repression, sondern Depression ist das pathologische Zeitzeichen von heute. Die destruktive Pression kommt nicht vom Anderen, sondern aus dem Inneren. (…)
Die Austreibung des Anderen setzt einen ganz anderen Zerstörungsprozess in Gang, nämlich die Selbstzerstörung. Allgemein gilt die Dialektik der Gewalt: Ein System, das die Negativität es Anderen ablehnt, entwickelt autodestruktive Züge.
Die Gewalt des Gleichen ist aufgrund ihrer Positivität unsichtbar. Die Wucherung des Gleichen gibt sich als Wachstum. Ab einem bestimmten Punkt ist aber die Produktion nicht mehr produktiv, sondern destruktiv, die Information nicht mehr informativ, sondern deformativ, die Kommunikation nichtmehr kommunikativ, sondern bloß kumulativ. (…)
Verantwortlich für den Infekt ist die Negativität des Anderen, der ins Selbe eindringt und zur Bildung von Antikörpern führt. Der Infarkt geht dagegen auf das Zuviel des Gleichen, auf die Fettleibigkeit des Systems zurück. Er ist nicht infektiös, sondern adipös. Gegen Fett bilden sich keine Antikörper. (…)
Dem Gleichen fehlt dagegen der dialektische Gegenpart, der es begrenzen und formen würde. So wuchert es zur formlosen Masse. Das Selbe hat eine Form, eine innere Sammlung, eine Innerlichkeit, die es dem Unterschied zum Anderen verdankt. Das Gleiche ist dagegen formlos. Da ihm die dialektische Spannung fehlt, entsteht ein gleichgültiges nebeneinander, eine wuchernde Masse des Ununterscheidbaren. (…)
Man akkumuliert Friends und Follower, ohne je einem Anderen zu begegnen. Soziale Medien stellen eine absolute Schwundstufe des Sozialen dar. Die digitale Totalvernetzung und Totalkommunikation erleichtert nicht die Begegnung mit dem Anderen. Sie dient vielmehr dazu, an den Fremden und Anderen vorbei Gleiche und Gleichgesinnte zu finden, und sorgt dafür, dass unser Erfahrungshorizont immer enger wird.“

Heute erzähle ich kurz von meiner Arbeit. Das heißt: Ich lasse erzählen. Die Kathpress hat heute einen Bericht gebracht, in dem ich auch zur Sprache kam. Er gibt ein wenig wieder, „was wir uns so einfallen lassen“, Diesen Bericht möchte ich einfach wiedergeben:

„Wie sieht die junge Generation von Ordensleuten in Österreich aus und was treibt sie an? – Zu diesen Fragen haben die heimischen Ordensgemeinschaften vor wenigen Tagen eine neue Video-Serie gestartet. Vier junge Ordensleute geben in kurzen Statements Auskunft über ihren Alltag, ihre Berufung, ihre Arbeit und vieles mehr. „Sie geben einfach authentisch Einblick in ihre Lebenswelt, sie öffnen ihre Welt“, so Ferdinand Kaineder, Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften, im „Kathpress“-Interview.“

Die Neugier wird größer

„Die Neugier vieler Menschen am Ordensleben ist groß“, begründet Kaineder die Motivation zur Video-Serie. „Die Leute sind darin interessiert, was junge Menschen heute dazu bringt, in einen Orden zu gehen, und sie wollen wissen, wie es dann so ist, das auch zu leben.“ Mehr als 10.000 Interessierte habe man mit den Filmen bereits erreicht, so Kaineder. „Der Zuspruch ist enorm hoch.“

Vier authentische Ordensleute kommen zu Wort

Sr. Maria Ida Vorel (Franziskanerin aus Vöcklabruck), Fr. Alois Köberl (Benediktiner aus dem Stift Melk), Sr. Nathanaela Gmoser (Benediktinerin der Anbetung) und P. Alphonse Fahin (Steyler Missionar) berichten täglich in kurzen Videos u.a. darüber, weshalb sie ins Kloster eintraten, wie man sich fühlt, wenn man zum ersten Mal die Ordenskleidung überzieht, wie man schon in der Pubertät mit dem Klischee umgeht, dass Glaube „uncool“ ist, und warum auch Ordensleute nicht davor gefeit sind, sich zu verlieben. Die jungen Ordensleute in den Videos würden mit Klischees aufräumen, moderne Glaubenszugänge öffnen und sie würden beweisen, „dass Glaube nicht zeitgemäß sein muss, weil er zeitlos ist“, so Kaineder unter Verwendung eines Zitats von Sr. Vorel.

Die Vernetzung wird neu

Eine weitere Entwicklung, die Kaineder beobachtet: Die jungen Ordensleute vernetzen sich viele mehr als früher über ihre eigenen Gemeinschaften hinaus; nicht nur aber vor allem natürlich auch über Social Media. Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften wolle die jungen Ordensleute auch dabei mit seinen Initiativen unterstützen. Darüber hinaus gibt es beispielsweise seit einigen Jahren regelmäßige österreichweite „Jung-Ordensleute-Treffen“. Zuletzt kamen am vergangenen Wochenende 26 junge Ordensfrauen und -männer aus ganz Österreich im Stift Göttweig zusammen. Bei der traditionellen Herbsttagung der heimischen Ordensgemeinschaften in Wien- Lainz (27.-30. November) wird heuer erstmals auch ein „Ordenstag Young“ (27. November) abgehalten, speziell für Ordensfrauen und Ordensmänner in den ersten zehn Professjahren und in Ausbildung.“

Dass Ordens-Gemeinschaften besondere Orte sind, darf ich immer wieder erleben. Besondere Menschen – wie auch anderswo – verdienen diese Aufmerksamkeit.

FakeNews gehört mittlerweile zum Normalwortschatz. Dirty Campaigning trifft nicht in erster Linie die Getroffenen, sondern das Medium, die einschlägigen SocialMedia-Kanäle selber. Die Demokratie und das ehrliche Bemühen nach persönlichem Austausch und Ringen nach Lösungen tritt in den Hintergrund. Mittlerweile wissen wir alle, dass der  jeweilige Algorithmus die Sprech- und Hörmöglichkeit bestimmt. Zu viele Menschen glauben immer noch, dass sich  ihre Timeline so „ganz natürlich“ generiert. Dieser Tage hat mir eine Zugmitfahrerin allen ernstes erklärt: „Ich poste so wenig, dass sich der Algorithmus bei mir nicht einmischt.“ Das kommt mir vor, wie wenn jemand sagt, das kleine Boot, in dem ich fahre, berührt das Wasser nicht. Diese ganze digitale Welt rechnet heute mit der Unwissenheit der meisten Menschen, mit der Lust auf Unterhaltung und der Bequemlichkeit des „Wischens“.

Aufklärung

Was ich bei mir selber immer öfter wahrnehme: Ernüchterung. Auch Ermüdung. Persönlich erlebe auf FB, Twitter, Instagram, usw einen oft inspirierenden Nutzen. Seit Beginn bin ich dabei. 2008. 2009. Auf fast „allen“ relevanten Kanälen habe ich einen Account. Manche ruhen seit Jahren, „weil es sich gar nicht ausgeht“. Wäre nicht „Medien und Kommunikation“ meine Profession, würde ich sicherlich um vieles leiser treten. Manchmal sehne ich mich nach dem leiser, wenn ich diesen Tumult und die Aufgeregtheit sehe, erlebe. Ich mache da nicht mit. Meine dreiwöchige Offline-Zeit im Vorjahr hat mich „zurückgeführt“. Mir ist das „fein gesponnene Leben“ ein Anliegen und mit der oft „grobklötzigen Selbstdarstellung“ kann ich wenig anfangen.  Ganz am Beginn des Auftauchens der SocialMedia habe ich immer vom „digitalen Gasthaus“ gesprochen. Manche sehen das als naiv oder zu vereinfacht. Aber jetzt wird erlebbar und sichtbar: Die am lautesten schreien terrorisieren eine menschliche und hinhörende Gasthausatmosphäre, nach der wir uns alle sehnen. Mittlerweile muss ich mich fragen, wer aus eigenem Antrieb da sitzt oder wer bezahlt (gesponsert) wurde, damit er oder sie hier Platz genommen hat. Das „normale von Herz zu Herz Kommunizieren“ ist entschwunden. Werbeschreier und Freibiertrinker bestimmen die Themen in diesem „veröffentlichten Raum“. Manchmal wünsche ich mir sogar, dass es noch schlimmer wird, damit die „Erkenntnis“ über Fake und Campaigning schneller kommt. Die SocialMedia-Kanäle müssen sich reinigen und gereinigt werden. Aufklärung und Hintergründe, Funktionsweise und Nutzung genau reflektieren. Geschieht das nicht, wird Vertrauen und Glaubwürdigkeit verschwunden sein und Demokratie, Zusammenhalt leise und sehr schnell entschwinden. Ich bin aber überzeugt: Der Mensch wird das rechte Maß der Nutzung und Anwendung finden und jede missbräuchliche Anwendung ahnden. Kein Medium ist neutral.

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