{"id":10093,"date":"2021-05-06T19:24:11","date_gmt":"2021-05-06T18:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10093"},"modified":"2021-05-06T20:36:01","modified_gmt":"2021-05-06T19:36:01","slug":"jesus-hat-rebelliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/jesus-hat-rebelliert\/","title":{"rendered":"Jesus  hat rebelliert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10094\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-300x225.jpg\" alt=\"Investieren und vergr\u00f6\u00dfern\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2021-04-16-mittelland1-028-1-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wir sind nur Gast auf Erden. Es gibt keine dreieinhalb Planeten. Die Technisierung ist in den Herzen angekommen. Tiere sind Lebewesen und keine Produktionsmaschienen. Die gl\u00fcckliche Gen\u00fcgsamkeit neu entdecken. &#8211; Aussagen, die wir kennen. F\u00fcr die<a href=\"https:\/\/www.ig-milch.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> IG-Milch Post<\/a> habe ich einen jesuanischen Blick auf die Entwicklungen in der Landwirtschaft versucht. Hier der Text: Jesus hat rebelliert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da gab es eine Zeit, in der vieles auseinanderfiel. F\u00fcr Bauern gab es kein Weiterkommen. Jeder alleine in seiner Situation, der Natur mit ihren Naturgewalten, Krankheiten, Seuchen und Katastrophen ausgeliefert. \u201eWas dem einzelnen nicht m\u00f6glich ist, das verm\u00f6gen viele.\u201c Friedrich W. Raiffeisen f\u00fchrte die Bauern im urspr\u00fcnglichen christlichen Sinne in Genossenschaften zusammen. Lokal verb\u00fcndet. Der bewusste Blick auf das Christentum und seine tiefe Idee von der unteilbaren Menschenw\u00fcrde, der Fokus auf die jesuanischen Werte, die Kraft von lebendigen Ritualen und einer solidarischen Zugeh\u00f6rigkeit, Zusammengeh\u00f6rigkeit half dabei, war vielleicht Ausl\u00f6ser. In der Apostelgeschichte steht: \u201eUnd sie hatten alles gemeinsam.\u201c Die vor mehr als einhundert Jahren gegr\u00fcndeten Raiffeisen- und Verb\u00e4ndegenossenschaften blickten gemeinsam genau in diese Richtung, gingen den Weg der Subsidiarit\u00e4t, der gegenseitigen Hilfestellung und der Solidarit\u00e4t f\u00fcr und mit allen, in W\u00fcrde, in Fairness, in Richtung Gerechtigkeit, Lastenausgleich und Ertragsteilung. Dieses \u201eZusammen-gehen auf Augenh\u00f6he\u201c f\u00fchrte sie heraus aus der Isolation, aus Depression, aus Abh\u00e4ngigkeiten \u2013 oft auch aus Not und Elend. Intelligenter Weise verkn\u00fcpften sie sich mit Handwerkern, Arbeitern und Gewerbetreibenden. Diese Vielfalt machte sie st\u00e4rker und die Grundidee \u201eHilfe durch Selbsthilfe\u201c konnte wachsen.<\/p>\n<h3>Christliche Werte zuoberst?<\/h3>\n<p>Dabei institutionalisierte sich alles, auch die Macht. Genau dort \u201ebricht\u201c die Grundidee und kehrt sich um. \u201eInstitute\u201c sprossen aus dem Boden, \u201eVerb\u00e4nde\u201c wurden geschaffen, \u201eMarketing-Plattformen\u201c und \u201eZertifizierungsmechanismen\u201c zogen ins Land. Nach au\u00dfen \u201egeh\u00f6rte alles den Bauern\u201c, wurde alles zum Wohle der Bauern dargestellt. Nach innen wurde eine \u201escharfe Hierarchie aufgebaut\u201c, die die Gro\u00dfen immer gr\u00f6\u00dfer machte, die Technokraten mit Landwirtschaftstechnik \u00fcber die Natur herrschen lie\u00df, die B\u00fcrokraten \u00fcber das naturverbundene Leben stellt und Landwirte zu Rohstofflieferanten degradiert. Dabei sollten sie sich dem ungebremsten Optimierungswahn unterwerfen. Wer die Natur am effizientesten auspresst, Tiere zu H\u00f6chstleistungen auff\u00fcttert und \u201eMassen\u201c produziert, ist ganz vorne dabei. Wenn der Rahm abgesch\u00f6pft, die Buttermilch entnommen und die Spitzengeh\u00e4lter ausbezahlt sind, die Funktion\u00e4re ihren Aufwand entsch\u00e4digt bekommen haben, bleibt f\u00fcr die kleinen und naturverbundenen Bauern, die die Eigent\u00fcmer \u201eihrer Genossenschaft\u201c sind oder w\u00e4ren, ein Butterbrot \u00fcbrig. Butter ungewiss. Die genossenschaftlichen Besitzer wurden die Letzten in der Reihe, m\u00fcde, ausgeliefert, oft verschuldet, zum Aufgeben gezwungen, manchmal den Suizid-Gedanken abwehrend. Der Kehrvers der Verantwortlichen ganz oben: \u201eBei uns stehen christliche Werte zuoberst.\u201c<\/p>\n<h3>Aussto\u00dfen und dem\u00fctigen geht nicht<\/h3>\n<p>Christlich geht allerdings anders. Werfen wir einen ungeschminkten und ungesch\u00f6nten Blick auf diesen Jesus von Nazareth. Gut, zweitausend Jahre her. Und doch die \u201eAnkerperson\u201c, wenn es um christlich geht. Gesch\u00e4ftemacher hat er aus dem Tempel hinausgeworfen. Der Tempel war damals nicht nur Kultst\u00e4tte, sondern der Begegnungsort von Menschen im Angesichte Gottes. Auch damals haben die Etablierten das gesamte Menschsein dem Mammon, dem Gesch\u00e4ftemachen untergeordnet und haben sich selbst im Nehmen gefallen. Jesus war mit Blick auf seinen Gott ein Rebell: \u201eEr vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten. Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er st\u00fcrzt die M\u00e4chtigen vom Thron und erh\u00f6ht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und l\u00e4sst die Reichen leer ausgehen.\u201c Jesus geht hinaus in die W\u00fcste, in die Natur, auf den Berg, lebt sich ungebremst hinein in seine Mitwelt, um ein tiefes Nachdenken und Aufstehen anzuregen. Daraus erw\u00e4chst seine unglaubliche Achtsamkeit, Empathie und Compassion den \u201eKleinen\u201c gegen\u00fcber. Er richtet auf und holt herein. Aussto\u00dfen oder dem\u00fctigen geht f\u00fcr ihn gar nicht. Jesus rebelliert gegen die uneingeschr\u00e4nkt M\u00e4chtigen. Das tut er mit seinem blo\u00dfen Leben, das sie ans Kreuz nageln. Sein Erl\u00f6sungswerk ist im Grunde die Erkenntnis, dass wir nicht weiter S\u00fcndenb\u00f6cke, die Anderen als Schuldige brauchen. Zusammenhalt entsteht im Sinne Jesu aus einem Geist vielf\u00e4ltigen, geschwisterlichen Miteinanders. Das ist Pfingsten, die Geburtsstunde der Kirche. Dauerndes Vergleichen, st\u00e4ndige Rankings und die allgegenw\u00e4rtige Zahlenmagie f\u00fchren uns auseinander, spalten in Bessere und Schlechtere, Schnellere und Langsame, T\u00fcchtige und \u201eeh selber schuld\u201c.<\/p>\n<h3>Mehr \u201eWe are\u201c statt \u201eI am\u201c<\/h3>\n<p>Mit Blick auf das wirtschaftliche Treiben heute (gerade auch der b\u00e4uerlichen Genossenschaften) sehen wir allerdings \u00dcberreichtum einerseits und Dem\u00fctigungen in Abh\u00e4ngigkeiten andererseits. Das und der Gro\u00dfe wird gr\u00f6\u00dfer. Die gr\u00f6\u00dfere Milchliefermenge wird besser bezahlt. Achtung: Der Kleine ist gro\u00df bei Gott. Genau wie am Anfang der Genossenschaften. Bedingungslose Solidarit\u00e4t, offene Gastfreundschaft, eine gl\u00fcckliche Gen\u00fcgsamkeit, die Grenzen der Natur anerkennen, im Zusammenhalt aus der Not herausf\u00fchren ist das Programm Jesu \u2013 und der Selbsthilfeverb\u00e4nde. Mit der Enzyklika \u201eLaudato si\u201c erinnert Papst Franziskus 2015 an dieses gemeinsame Anliegen. Mehr \u201eWe are\u201c und weniger \u201eI am\u201c. Das entspricht der christlichen Grundstimmung. Der Papst fordert alle auf, den Wechsel vom technisch-technokratische Lebensmodell in ein sozial-\u00f6kologisch-spirituelles Welt- und Menschenverst\u00e4ndnis zu begehen.<\/p>\n<h3>Es braucht rebellische Kr\u00e4fte Richtung fairem Wandel<\/h3>\n<p>Bei genauem Hinschauen sp\u00fcren wir, dass das Gro\u00dfe gerade \u201eirgendwie in die Knie geht\u201c, moralisch und ethisch gemeint. Mit Luftschl\u00f6ssern werden Medien beliefert, damit die Menschen den Blick nicht auf die Realit\u00e4t senken. Die Gro\u00dfen wirtschaften gerade so, dass wir 3,5 Erden br\u00e4uchten. Ihre Lebensideen sind gepr\u00e4gt von Algorithmen, vom Denken entlang der Megamaschine, Wachstum ist ihr Credo Tag und Nacht, Distanziertheit zu allem Lebendigen zeichnet sie aus und alles Leben wird in Excel-Listen \u201eauf das Immer-Gleiche hin nivelliert\u201c. In mittlerweile allen Lebensbereichen. Byung-Chul Han hat ein wunderbares und entlarvendes Buch geschrieben: \u201eDie Austreibung des Anderen\u201c. Die christlichen Werte, christliche Rituale und christliche Solidarit\u00e4t holen \u201edas Andere\u201c herein und wir merken: \u201eFremdes bereichert, Vielfalt st\u00e4rkt und Gemeinschaft h\u00e4lt\u201c. Ein gutes Leben f\u00fcr alle ist die christliche Ansage. Wer Christentum als \u201eLebensversch\u00f6nerungsgehabe\u201c missversteht, wird hochtrabende Worte hervorholen, Weihrauchf\u00e4sser anwerfen und den immer gerade M\u00e4chtigen als Ministrant zur Verf\u00fcgung stehen. Es braucht hellwache Kirchenverantwortliche (Bisch\u00f6fe), die sich nicht l\u00e4nger daf\u00fcr benutzen lassen, diesem kr\u00e4nkelnden Status quo die Stange zu halten. Wenn es \u201efair\u201c werden soll auf dieser Welt, braucht es rebellische Kr\u00e4fte f\u00fcr einen tiefgehenden und fairen Wandel. Wer sein oder ihr Christentum jesuanisch anlegt, wird aktiv bleiben oder jetzt werden. Jesus hat rebelliert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind nur Gast auf Erden. Es gibt keine dreieinhalb Planeten. Die Technisierung ist in den Herzen angekommen. Tiere sind Lebewesen und keine Produktionsmaschienen. Die gl\u00fcckliche Gen\u00fcgsamkeit neu entdecken. &#8211; Aussagen, die wir kennen. F\u00fcr die IG-Milch Post habe ich einen jesuanischen Blick auf die Entwicklungen in der Landwirtschaft versucht. 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