{"id":10104,"date":"2021-05-10T20:00:41","date_gmt":"2021-05-10T19:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10104"},"modified":"2021-05-10T20:02:45","modified_gmt":"2021-05-10T19:02:45","slug":"dsunbeng","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/dsunbeng\/","title":{"rendered":"d&#8217;Sunbeng"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10107\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-300x225.jpg\" alt=\"Braunkohle Tagbau\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2021-05-08-ungenach1-028-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wir stehen mit einem Kaffeeh\u00e4ferl in der Hand, die Sonne oben, ein feines warmes L\u00fcfterl, am Fusse des &#8222;Pettenfirst&#8220;. Ungenach war unser Ausgangsdorf. Die eint\u00e4gige Geh-Klausur des <a href=\"https:\/\/www.dioezese-linz.at\/pfarre\/4434\/pfarrinfo\/pfarrgemeinderat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pfarrgemeinderates<\/a> darf ich begleiten. Der erste warme Tag, die Bl\u00fcten explodieren, die Wiesen vielf\u00e4ltig gr\u00fcn und immer wieder vor uns die wei\u00dfen Berge der Alpenkette. Wir machen dort Rast, wo der Kohleabbau beendet wurde, aber sehr sichtbar geblieben ist (siehe Foto). Die Kohle liegt an dieser Stelle offen am Tageslicht. Wir sind im Gespr\u00e4ch \u00fcber die Zeit hier, damals und \u00fcber die Zeit heute. &#8222;d&#8217;Sunbeng ist ganz verschwunden&#8220;, meinte Peter.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Mensch lebt nach Werten, nach seinen und gemeinsamen &#8222;Priorit\u00e4ten&#8220;. Der Mensch braucht Rituale, Zeiten und Handlungen, die ihn aus dem &#8222;Produktions-Modus&#8220; herausnehmen. Der Mensch braucht vor allem Zugeh\u00f6rigkeit, ein verbundenes Dabei-Sein, Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen zu sein. Rund um den Bergbau hat sich das alles entwickelt, wurde gemeinschaftlich angelegt. Jede und jeder einzelne war wichtig in der gr\u00f6\u00dferen Gemeinschaft der Bergarbeiter und allem, was dazugeh\u00f6rte, getragen von einer Solidarit\u00e4t, die alle meinte und vor allem die Schw\u00e4chsten mitnahm. Rituale, Lebenskultur wurden gepflegt und haben die Menschen &#8222;zusammengebracht&#8220;. Alles hatte seine Zeit und vor allem das &#8222;Gemeinsame&#8220; einen vorrangigen Platz. &#8222;Nicht zuerst ich, sondern wir&#8220;,\u00a0 war die innere Molodie. Eine Gemeinschaft ohne viel Kommunkation war sp\u00fcrbar, erlebbar, hat getragen. Eine schier \u00fcberbordende digitale Kommunikation erleben wir heute ohne wirklich tragende Gemeinschaft. Der einzelne Mensch kreist trotz &#8222;vielf\u00e4ltigster Kommunikatiosmittel&#8220; um sich selbst, l\u00e4sst sich nur vom Ger\u00e4t dauernd st\u00f6ren, schafft sich damit seine &#8222;abgeschlossene Privatheit&#8220;. Wir sprechen \u00fcber die neuen Einfamilienh\u00e4user, die schon so geplant werden, dass sie sich in sich abschlie\u00dfen. Die Stra\u00dfe ist kaum mehr ein Platz f\u00fcr Menschen, sondern fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr Autos. Zumindest am Land. Aber defacto mit r\u00fchmlichen Ausnahmen auch in der Stadt. Und wer mit dem Auto f\u00e4hrt, bleibt daheim, kreist wieder nur um sich.<\/p>\n<h3>Unproduktiv und gereizt<\/h3>\n<p>Das war allerdings einmal anders, auch bei uns. Wir erz\u00e4hlen einander von anderen L\u00e4ndern, wo &#8222;d&#8217;Sunbeng&#8220; (eine &#8222;Bank in der Sonne&#8220; auf der Stra\u00dfenseite der H\u00e4user, zumindest auf der Au\u00dfenseite, dorthin, wo die anderen Menschen unterwegs waren, wo man sich nach Feierabend oder zwischendurch getroffen, erz\u00e4hlt, gescherzt und manchmal auch gesungen hat) eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben spielt. Selber gesehen habe ich das in <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/rumaenien-ist-einfach-und-schoen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rum\u00e4nien am Marienweg<\/a>. Abends haben die Menschen dort Platz genommen, die Kinder im Umfeld. Auch aus Afrika oder S\u00fcdamerika wurde erz\u00e4hlt. &#8222;Gib einem Menschen ein Handy in die Hand und er oder sie ist geschlossen. Woanders. Nicht hier.&#8220; Man liegt am Pool und schaut in diese Ger\u00e4te hinein, in die vermeintlich weite Welt hinaus. Die n\u00e4chste Mitwelt entschwindet von innen gesehen hinter dem Gartenzaun. Wenn ich diese Zeilen schreibe, sitze ich am Bankerl vor dem Haus. Daneben Schule und Kindergarten, am Spielplatz quietscht die Schaukel, Autos holen die letzten Kinder. Ich genie\u00dfe es beispielswese, ein &#8222;Guten Morgen&#8220; Richtung Stra\u00dfe zu schicken. Immer kommt eine Antwort, ein L\u00e4cheln, eine Reaktion. Manchmal plaudern wir auch. Mit vielen geht das nicht, weil sie im Auto sitzen. In der Liturgie sprechen wir vom &#8222;darstellenden Handeln&#8220; im Gegensatz zum &#8222;herstellenden&#8220;.<\/p>\n<h3>Da wird sich wieder etwas entwickeln<\/h3>\n<p>Der gesellschaftlich-aufgedr\u00e4ngte Produktionsmodus treibt an, beschleunigt, l\u00e4sst beil\u00e4ufige Gespr\u00e4che als unproduktiv erscheinen, versetzt Menschen in eine Gereiztheit, hetzt sie wie ein Hund ein Reh, nicht im Jetzt zu sein. &#8222;d&#8217;Sunbeng&#8220; ist das Sakrament des Jetzt und Hier, im Ein- und Ausatmen, der Ge\u00f6ffnetheit auf das Du und das Verbindende, das Vorbeikommende, die Vorbeikommenden. Im Gespr\u00e4ch bei unserer Geh-Klausur sind wir uns nicht sicher, ob diese B\u00e4nke in der einfach w\u00e4rmenden Sonne und der verbindenden Gemeinschaft wieder eine Chance bekommen k\u00f6nnten. Dort und da blitzen sie im \u00f6ffentlichen Raum wieder auf. Aber noch viel \u00f6fter bleiben sie in den D\u00f6rfern alleine, diese B\u00e4nke. Eine sehr laute Grundmelodie wird heute den Menschen eindringlich &#8222;vom Wir zum Ich&#8220; vorgesungen. Und genau jetzt vor Pfingsten denke ich: Pfingsten geht genau anders rum, <a href=\"https:\/\/online-kongress.wandel-mit-spirit.vision\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vom Ich zum Wir<\/a>. Das Kaffeeh\u00e4ferl ist leer, der wunderbare Kuchen gegessen, wir gehen weiter, tauschen uns aus und sehen, dass es dort und da noch B\u00e4nke gibt, die an den Wegen der Menschen stehen. Da kann sich, da soll sich, da wird sich wieder etwas entwickeln, meinen wir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dioezese-linz.at\/pfarre\/4434\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pfarre Ungenach<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir stehen mit einem Kaffeeh\u00e4ferl in der Hand, die Sonne oben, ein feines warmes L\u00fcfterl, am Fusse des &#8222;Pettenfirst&#8220;. Ungenach war unser Ausgangsdorf. Die eint\u00e4gige Geh-Klausur des Pfarrgemeinderates darf ich begleiten. 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