{"id":10587,"date":"2022-04-14T15:58:15","date_gmt":"2022-04-14T14:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10587"},"modified":"2022-04-16T17:42:45","modified_gmt":"2022-04-16T16:42:45","slug":"die-tage-des-inneren-wachstums-und-aufstehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-tage-des-inneren-wachstums-und-aufstehens\/","title":{"rendered":"Die Tage des inneren Wachstums und Aufstehens"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10588\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/2022-04-14-div_fam-006-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>An der Kunstuni in Linz habe ich dieser Tage einen Schriftzug fotografiert. Er geht so: &#8222;Gegen den Strom treiben.&#8220; Das hat in mir eine Melodie in Gang gesetzt, die ich schon lange nicht mehr in mir so geh\u00f6rt habe: &#8222;Nur die toten Fische schwimmen immer mit dem Strom, lassen sich mit allen andern treiben, haben weder Kraft noch Mut, was anderes zu tun, wollen in der grossen Masse bleiben. Habe doch den Mut, auch einmal anders zu sein.&#8220; Das ist erst die Zwischenstrophe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Sei ein lebendger Fisch, schwimme doch gegen den Strom, auf und wag es frisch: Freude und Sieg ist dein Lohn.&#8220; So ging der Refrain, dem wir in Jugendjahren gemeinsam unsere Stimmen gegeben haben. Da war Feuer, so etwas wie Begeisterung, da war zu vielen Dingen, die damals gelaufen sind, auch tatkr\u00e4ftiger Widerstand. Ich denke an die Friedensausstellung, die wir im Bergdorf neben die Waffenausstellung hingesetzt haben. Ein Beispiel. Es war ein gemeinsames Tun, f\u00fcr den Frieden, f\u00fcr Gerechtigkeit, f\u00fcr Fairness, f\u00fcr Achtsamkeit der Natur gegen\u00fcber, f\u00fcr ein anderes Leben, das nicht auf den Schultern anderer stehen muss, unsere Mitwelt nicht ausknetet wie ein Zitrone. Es war damals eine Welt wie heute. Krieg, Ausbeutung, Eigenvorteil, Gewalt, Ausgrenzung, Lieblosigkeit und alles medial hochgejazt. Damals wie heute. Und ich sehe wie damals heute junge Menschen, die wieder in den Widerstand gehen und uns \u00c4ltere damit ermutigen, es ihnen gleich zu tun.<\/p>\n<h3>Geht nicht<\/h3>\n<p>Stutzig macht mich beim Anschauen das &#8222;treiben, gegen den Strom treiben&#8220;. Jetzt wei\u00df ich vom Raften (das ist mit einem Schlauchboot beispielsweise auf der Salza hinunterfahren), dass es kein einfach nach oben Treiben gibt. Der Strom, das Wasser nimmt dich mit hinunter. Da kommt es eher darauf an, intellegent und gut gemeinsam am Boot mit den Str\u00f6mungen umzugehen. Und Fische sind wir keine, die auch aktiv nach oben, gegen den Strom schwimmen, um beispielsweise ihre Eier f\u00fcr die Fortpflanzung abzulegen. Beim mehrmaligen Hinschauen wird diese &#8222;innere Kr\u00e4tsche&#8220; nicht kleiner, der Widerspruch eher gr\u00f6\u00dfer. Es geht nicht, sich gegen den Strom treiben zu lassen. Oder wei\u00df da wer etwas besser, eine L\u00f6sung?<\/p>\n<h3>Gef\u00fchl der Wertlosigkeit<\/h3>\n<p>Diese Tage wie Gr\u00fcnddonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostern haben eine lebensbedrohliche Dynamik in sich. Da lassen sich Menschen beim Abendmahl bis in die tiefe Erinnerung hinein zusammenschwei\u00dfen. F\u00fcsse werden gewaschen, nicht K\u00f6pfe. Brot und Wein werden zum Ged\u00e4chtnis: Tut dies. Brot brechen und Freude teilen. Wir sp\u00fcren den Ernst der Lage. Genauso heute. Das \u00e4ltere Enkelkind hat mich heute gel\u00f6chert: Opa, wie haben sie Jesus umgebracht? Es war grauslich, so wie es heute auf der Weltkugel gruselig zugeht. Um das Ende von Krieg und Gewalt an 30 verschiedenen Orten auf der Weltkugel haben wir bei den Sozialtagen in Bratislava gebetet. Alle Medienbilder kommen derzeit aus der Ukraine. Da gibt es 29 weitere Karfreitage, sinnloses Sterben durch die Gewalt von Menschen \u00fcber Menschen. Wenn ein Mensch gestorben ist, breitet sich fassungslose Stille aus, wutgetr\u00e4nkte Schreie gehen in den Himmel und das Gef\u00fchl der Wertlosigkeit menschlichen Lebens macht fassungslos, l\u00e4sst uns &#8222;dahintreiben&#8220; und nimmt uns jegliche Hoffnung.<\/p>\n<h3>T\u00e4glich zum Aufstehen aufgerufen<\/h3>\n<p>F\u00fcr mich ist Ostern eigentlich &#8222;am Weg nach Emmaus&#8220; ganz manifest sichtbar geworden. Da gehen zwei ihren Weg zur\u00fcck, frustriert, down, hoffnunglos, &#8222;ge- und ent-t\u00e4uscht&#8220;, aber ge\u00f6ffnet f\u00fcr den Fremden, der sich dazugesellt. Lange Gespr\u00e4che, einkehren, Platz nehmen, Brot und Wein am Tisch, ein Erinnerungsgebet und die Schuppen fallen von den Augen. Da fuhr es in sie:\u00a0 Sei ein lebendiger Fisch und schwimme gegen den Frustrationsstrom, damals wie heute. Stefan Robbrecht-Roller kenne ich nicht pers\u00f6nlich, aber aus seiner <a href=\"http:\/\/www.kaboe.at\/site\/oesterreich\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KAB-Arbeit<\/a> heraus hat er diese Zeilen geschrieben, die mir Mut machen f\u00fcr dieses heurige Ostern: &#8222;Egal wie viel Vernichtung im Raum steht und wie viel Wertvolles gerade verloren geht, wir Menschen sind erm\u00e4chtigt, aus den Tr\u00fcmmern aufzustehen und unser Bestes f\u00fcr einen Neuanfang zu geben \u2013 gemeinsam, in seinem Auftrag, in seiner Nachfolge. Den Stein vom Grab, die Angst und Trauer vom eigenen Herzen wegw\u00e4lzen \u2013 wir sind tagt\u00e4glich dazu aufgerufen!&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Kunstuni in Linz habe ich dieser Tage einen Schriftzug fotografiert. 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