{"id":10838,"date":"2022-12-20T20:50:43","date_gmt":"2022-12-20T19:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10838"},"modified":"2022-12-20T20:51:09","modified_gmt":"2022-12-20T19:51:09","slug":"leben-im-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/leben-im-weniger\/","title":{"rendered":"Leben im Weniger"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10839\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/2022-05-06-kj_buko-010-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Weihnachten steht vor der T\u00fcr. Als Katholische Aktion &#8211; und das tun wir es als Pr\u00e4sident:innen-Team &#8211; wollen wir die Menschen im eigenen vielf\u00e4ltigen KA-Netzwerk und dar\u00fcber hinaus ermutigen, das Weihnachtsfest zum Anlass zu nehmen, um dem Weniger entlang der Route zum Wesentlichen nachzugehen und, wo es zu viel \u201ezu wenig\u201c gibt, dorthin den Ausgleich zu legen. Die Krippe im Stall von Bethlehem als Ort der Gottgegenw\u00e4rtigkeit erinnert uns daran.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht weitermachen wie bisher. Es sind radikale Schritte n\u00f6tig, um beispielsweise die \u00f6kologische Umkehr, einen Wandel hin zu einer sozial-\u00f6kologischen Politik und Wirtschaftsordnung einzuleiten. Das schreiben wir in unserem Dossier zur Mitweltgerechtigkeit gleich zu Beginn. Wenn wir ungeschminkt hinschauen auf diesen Planeten, die ausgepr\u00e4gten aufw\u00e4ndigen Lebensstile, den Ressourcenverbrauch in den sogenannten \u201eentwickelten\u201c L\u00e4ndern sehen, dann ist die Menschheit gerade dabei, ihr eigenes Zuhause abzufackeln. Der Kapitalismus in seiner neoliberalen Auspr\u00e4gung ist zutiefst infrage zu stellen. Er erzeugt nicht nur Wachstum, sondern ben\u00f6tigt dieses Wachstum, um einigerma\u00dfen stabil zu sein und nicht in schwere Krisen zu geraten. In einer endlichen Welt kann man allerdings nicht unendlich wachsen. Noch leben viele in dieser Art von \u00dcberflussgesellschaft, wo ein genereller Mangel kaum vorstellbar ist und die Idee fremd wirkt, dass gemeinwohlorientierte Planung und Rationierung n\u00f6tig sein k\u00f6nnten. Denken wir an das Wasser oder an Energieformen, die begrenzt vorhanden sind, dann wird klar, dass der Markt hier nicht weiterhilft, weil sich dann nur die Reichen, die Wenigen damit eindecken k\u00f6nnten. Deshalb wird es notwendig sein, eine neue Art von Subsistenz-Wirtschaft oder \u201e\u00dcberlebenswirtschaft\u201c zu etablieren. Wer heute die Gedanken und Pl\u00e4ne dorthin lenkt, wird den gr\u00f6\u00dften Grad an Resilienzf\u00e4higkeit und -k\u00f6nnen entwickeln. Es braucht den Gedanken der fairen Gen\u00fcgsamkeit, die sich am Wesentlichen und am Einfachen entfaltet.<\/p>\n<h3>Warum diese Gedanken zum Weihnachtsfest?<\/h3>\n<p>Als Katholische Aktion und ihre Gliederungen wollen wir mithelfen, den Wandel und die Transformation in eine gute Zukunft f\u00fcr alle Menschen \u2013 im Gegensatz zu Gesellschaftsmodellen der gl\u00fccklichen und erfolgreichen Wenigen \u2013 zu unterst\u00fctzen und mitzugestalten. Dieses \u201eLeben im Weniger\u201c wurde uns gerade im Setting der Ankunft Gottes unter uns Menschen als Vor-Bild hingestellt. Jesus kam nicht im Hotel, nicht in einer anderen Komfortzone zur Welt, sondern \u201edrau\u00dfen bei den Hirten und Schafen\u201c, bei denen, die ganz im Weniger gelebt haben und auch leben mussten. Gottes Ankunft in dieser Welt, die wir zu Weihnachten feiern, ist so ein besonderer Solidarakt Gottes mit den Menschen im Weniger. Was das Leben dieser Menschen auszeichnet, ist ein besonderes Gef\u00fchl der Verbundenheit, der Zusammengeh\u00f6rigkeit, der Sehnsuchtspflege, der gemeinsamen Lebensbew\u00e4ltigung und das Feiern. Die Hirten kamen, sangen und spielten, brachten das Wenige mit. Genau deshalb sehen wir es als besondere Aufgabe der Katholischen Aktion, Menschen zu verbinden, zu verb\u00fcnden, sie zusammenzubringen, damit sie Lebensgemeinschaften in Gruppen wie bei der Jungschar, der Jugend, den Frauen und M\u00e4nnern, den Arbeiter:innen und den Akademiker:innen leben k\u00f6nnen. Und genau hier ist uns wichtig, dass es keine Barrieren gibt und jede und jeder Zugang findet, auch die, die sich gerade als Fremde f\u00fchlen. Hat der Fremde oder das Fremde nicht mehr Platz, ist eine Gruppe eigentlich der Selbstgen\u00fcgsamkeit und l\u00e4ngerfristig dem Ende ausgeliefert. Als Katholische Aktion wollen wir deshalb immer wieder die Stimme erheben, damit alle eine lebensw\u00fcrdige Basis finden und sich einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Existentiell und nicht sentimental<\/h3>\n<p>Die Weihnachtsgeschichte ruft uns das immer wieder in Erinnerung. Wer diese Geschichte existentiell (und nicht nur sentimental) h\u00f6rt, sieht und sp\u00fcrt, wird garantiert keine T\u00fcren zuschlagen und keine Mauern errichten. Wer sich einschlie\u00dft, wird Gott, der immer im Fremden und drau\u00dfen kommt, nicht mehr sp\u00fcren und wahrnehmen k\u00f6nnen. Deshalb reden und handeln wir f\u00fcr eine weite \u00d6ffnung aller gesellschaftlichen Felder. Wenn die Sternsinger nach Weihnachten das von T\u00fcr zu T\u00fcr tragen und singen, dann bitten sie darum, sich selbst n\u00e4her ans Weniger zu setzen und das Leben mit anderen L\u00e4ndern, den Projekten dort zu teilen. Unser Weniger l\u00e4sst woanders Menschen aufgerichteter leben. Mit dem Weihnachtsfest verbinden wir einen ganz tiefen Impuls in Richtung Politik, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass wir nicht auf kurze Sicht unser eigenes Haus abfackeln im Immer-mehr und im Paradigma des Wachstums. Niemandem soll die Mauer gezeigt werden, und das Wohlergehen aller Menschen auf dieser Erdkruste soll im Blick bleiben. Das hei\u00dft, alles nur Erdenkliche zu tun, damit die Kriege und Unterdr\u00fcckungen auf dieser Welt einem Ende entgegengehen.<\/p>\n<h3>Weihnachten ist ein Beziehungsfest<\/h3>\n<p>Die Herausforderung, ein Leben im Weniger zu riskieren, geht vor allem an die Komfortzonen und an die Wohlhabenden; sie sind aufgerufen, dem Zuviel an Armut, an Einsamkeit, dem Straucheln entlang der Armutsgef\u00e4hrdung ein Weniger im eigenen Lebensstil und von Grund auf gerechte Strukturen entgegenzusetzen. Das gilt genauso f\u00fcr die Kirche und ihre Lebenswirklichkeiten. Weihnachten ist ein Beziehungsfest. Beziehung heilt und Gemeinschaft h\u00e4lt. Gottesbegegnungen im &#8222;Drau\u00dfen und Br\u00fcchigen&#8220; werden gerade jetzt in vielen gemeinschaftlichen Rorate-Gottesdiensten gesucht.<\/p>\n<h3>Und wie ist das konkret gemeint?<\/h3>\n<p>Weniger Handy, mehr Gespr\u00e4ch.<br \/>\nWeniger Geschenke, mehr Zeit.<br \/>\nWeniger einsam, mehr gemeinsam.<br \/>\nWeniger fahren, mehr gehen.<br \/>\nWeniger (besser \u00fcberhaupt nicht) fliegen, mehr in die N\u00e4he reisen.<br \/>\nWeniger TamTam, mehr Stille.<br \/>\nWeniger Technik, mehr Natur.<br \/>\nWeniger Mammon, mehr Gott.<\/p>\n<p>Usw.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten steht vor der T\u00fcr. 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