{"id":10886,"date":"2023-02-27T11:42:47","date_gmt":"2023-02-27T10:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10886"},"modified":"2023-02-27T11:45:19","modified_gmt":"2023-02-27T10:45:19","slug":"gut-leben-entlang-einer-fairen-und-gluecklichen-genuegsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/gut-leben-entlang-einer-fairen-und-gluecklichen-genuegsamkeit\/","title":{"rendered":"Gut leben entlang einer fairen und gl\u00fccklichen Gen\u00fcgsamkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10889\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-150x104.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-768x532.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026-750x519.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/baum_natur12-026.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eWas wir heute Wachstum nennen, ist in Wirklichkeit ein karzinomat\u00f6ses, zielloses Wuchern. Wir erleben gegenw\u00e4rtig einen Produktions- und Wachstumsrausch, der wie ein Todesrausch anmutet. Er t\u00e4uscht eine Lebendigkeit vor, die das Nahen einer t\u00f6dlichen Katastrophe verdeckt. Die Produktion gleicht immer mehr einer Destruktion. Die Selbstentfremdung der Menschheit hat wom\u00f6glich jenen Grad erreicht, der sie ihre eigene Vernichtung als \u00e4sthetischen Genuss erleben l\u00e4sst.\u201c Diese Zeilen schreibt Byung-Chul Han in seinem Buch \u201eKapitalismus und Todestrieb\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Schon seit Jahren treibt mich die entscheidende Zukunftsfrage um: Wie geht das Weniger? Wie geht Reduktion? Wollen wir ein gutes Leben mit allen Menschen gestalten, braucht es den sozial-\u00f6kologisch-spirituellen Zugang zur Mitwelt, den Papst Franziskus 2015 in der Enzyklika Laudato si gelegt hat. \u201eWir k\u00f6nnen nicht weitermachen wie bisher. Es sind radikale Schritte n\u00f6tig, um beispielsweise die \u00f6kologische Umkehr, einen Wandel hin zu einer sozial-\u00f6kologischen Politik und Wirtschaftsordnung einzuleiten.\u201c Das schreiben wir als Katholische Aktion \u00d6sterreich, deren gew\u00e4hlter und ehrenamtlicher Pr\u00e4sident ich seit 2021 bin, in unserem Dossier \u201e\u00d6kologische Umkehr und Mitweltgerechtigkeit\u201c gleich als ersten Satz (https:\/\/www.kaoe.at\/dossiers). Wenn wir ungeschminkt hinschauen auf unseren Planeten, die ausgepr\u00e4gten aufw\u00e4ndigen Lebensstile, den Ressourcenverbrauch in den sogenannten \u201eentwickelten\u201c L\u00e4ndern sehen, dann ist die Menschheit gerade dabei, ihr eigenes Zuhause abzufackeln. Der Kapitalismus in seiner neoliberalen Auspr\u00e4gung ist zutiefst infrage zu stellen. In einer endlichen Welt kann man nicht unendlich wachsen. Wenn am K\u00f6rper etwas immer nur w\u00e4chst, sprechen wir von Krebs. Dieser bedroht den ganzen K\u00f6rper.<\/p>\n<h3>\u00dcberlebenswirtschaft etablieren<\/h3>\n<p>Deshalb wird es notwendig sein, eine neue Art von Subsistenz-Wirtschaft oder \u201e\u00dcberlebenswirtschaft\u201c zu etablieren. Es braucht den Gedanken der fairen und gl\u00fccklichen Gen\u00fcgsamkeit, die sich am Wesentlichen und am Einfachen entfaltet. Als Katholische Aktion wollen wir beispielsweise mithelfen, den Wandel und die Transformation in eine gute Zukunft f\u00fcr alle Menschen zu unterst\u00fctzen und mitzugestalten. Da stellen wir uns auch bewusst gegen Gesellschaftsmodelle, die Zukunft nur f\u00fcr Wenige offen l\u00e4sst. Dieses \u201eLeben im Weniger entlang einer fairen Gen\u00fcgsamkeit\u201c wurde von den Prophet:innen vor Jesus und Heiligen nachher gelebt. Jesus selbst ist uns darin Vor-Bild. Sein Leben war nicht in der Komfortzone daheim. Drau\u00dfen bei den Hirten und Schafen hat es im Weniger begonnen und zu Ostern m\u00fcndet das Leben Jesu praktisch im Nichts, im Tod. \u201eDas letzte Hemd hat keine Taschen\u201c wird heute nicht mehr bedacht bei der Anh\u00e4ufung von G\u00fctern und Reichtum. Aus dem Nichts, den Tod, dem absoluten Weniger erw\u00e4chst das auferstandene Leben. \u201eMensch bedenke, du bist aus Staub und wirst wieder zu Staub.\u201c Dieser Satz braucht ein langes und tiefes Ein- und Ausatmen, um zu ersp\u00fcren, wie ein gutes Leben im Weniger, befreit vom Konsum-Schrott und \u201eaufgezirbelten (Sehn)S\u00fcchten\u201c ausschauen kann. Praktisch alle Religionen, so sie nicht der Profit-, Markt- und Machtlogik der Welt erlegen sind, kennen diese Weisheit: &#8222;Wenn du einen Menschen gl\u00fccklich machen willst, dann f\u00fcge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen W\u00fcnschen.&#8220; Alles klar.<\/p>\n<p><em>(ver\u00f6ffentlicht im <a href=\"https:\/\/www.dioezese-linz.at\/linz-stkonrad\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pfarrblatt St. Konrad Linz<\/a>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas wir heute Wachstum nennen, ist in Wirklichkeit ein karzinomat\u00f6ses, zielloses Wuchern. Wir erleben gegenw\u00e4rtig einen Produktions- und Wachstumsrausch, der wie ein Todesrausch anmutet. Er t\u00e4uscht eine Lebendigkeit vor, die das Nahen einer t\u00f6dlichen Katastrophe verdeckt. Die Produktion gleicht immer mehr einer Destruktion. 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