{"id":10909,"date":"2023-04-10T11:12:47","date_gmt":"2023-04-10T10:12:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10909"},"modified":"2023-04-10T11:12:47","modified_gmt":"2023-04-10T10:12:47","slug":"der-dynamik-von-ostern-nachgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-dynamik-von-ostern-nachgehen\/","title":{"rendered":"Der Dynamik von Ostern nachgehen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10911\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-300x189.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-1024x645.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-150x95.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-768x484.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-1536x968.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828-750x473.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Osterkranz_IMG_5828.jpg 1623w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der Fr\u00fchling l\u00e4sst aufbl\u00fchen. Die Karwoche und das Osterfest wird von den Medien zum Gro\u00dfteil gut &#8222;mitgetragen&#8220;, sie erz\u00e4hlen von den Ritualen und Br\u00e4uchen, erkl\u00e4ren und stellen Fragen, die nach Antworten suchen. Vor Ostern wurde ich von den <a href=\"https:\/\/www.sn.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SN<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/kurier.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurier<\/a> zum Interview gebeten. Hier die Fragen und Antworten dazu.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Salzburger Nachrichten (SN) vom 8. April 2023<\/strong>: Sie sind Pr\u00e4sident der Katholischen Aktion und Gro\u00dfvater. Wie w\u00fcrden Sie Ostern ihren Enkeln erkl\u00e4ren?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Es hat eine Person gegeben, die hat Jesus von Nazareth gehei\u00dfen. Er hat den Menschen unglaublich viel geholfen. Zuerst haben sie ihn daf\u00fcr bejubelt, das war am Palmsonntag. Aber er hat nicht allen Leuten gepasst. Jesus hat geahnt, was kommt, und deshalb im Gespr\u00e4ch mit seinen Freunden und Freundinnen ein Testament hinterlassen. Und dann ist es geschehen, dass sie Jesus von Nazareth get\u00f6tet haben. Das Besondere daran ist, dass der gestorbene Jesus nach drei Tagen wieder zum Leben erweckt wurde.<\/p>\n<p><em>SN: Was sagt uns das heute?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Das ist die Dynamik von Ostern: Erst bejubeln sie Jesus, dann wird er kritisiert. Er gibt sein Leben und erm\u00f6glicht damit das, was wir Auferstehung nennen. Deshalb spielt bei den Ritualen zu Ostern auch die Natur so eine Rolle \u2013 etwa die Palmzweige. Beides gibt mir als Christ Hoffnung. Das Sterben ist nicht tragisch, sondern ein Heimgehen. Es ist ein Abschied, aber auch eine Geburt. Wie in der Natur, wo auch manches stirbt, aber dann wieder neu zum Leben erwacht.<\/p>\n<p><em>SN: Ist das der Trost von Ostern?<\/em><\/p>\n<p>Ja. Es beweist, dass nichts umsonst ist. Das zeigt auch die Jesusgeschichte. Kein Einsatz, der in Liebe und Empathie erfolgt, ist umsonst, sondern die Fr\u00fcchte gehen auf. Als Ober\u00f6sterreicher bin ich ein besonderer Bewunderer von Franz und Franziska J\u00e4gerst\u00e4tter. Es war dramatisch, was da passiert ist. Aber die Frucht dessen, was da nach Tod aussieht, ist die bis heute lebendige Erinnerung, dass wir nicht gegen unser Gewissen handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>SN: Bemerken Sie auch, dass im Zusammenhang mit der Kirche sehr wenig \u00fcber den Glauben und sehr viel \u00fcber Kirchenpolitik gesprochen wird?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Es ist nicht hilfreich, dass so viel \u00fcber die K\u00f6rpergestalt der Kirche geredet wird, und dennoch: Wir m\u00fcssen dar\u00fcber diskutieren. Denn die institutionelle Verfasstheit der Kirche bleibt hinter dem zur\u00fcck, was der Anspruch Jesu war. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Frauen nicht die gleichen Zugangsm\u00f6glichkeiten zu liturgischen und anderen Leitungsaufgaben haben wie M\u00e4nner. Oder am Umgang mit Menschen mit anderer sexueller Orientierung. Dar\u00fcber sollten wir sprechen. Aber es sollte das andere \u2013 den Glauben \u2013 nicht \u00fcberlagern. Die eine Frage, die \u00fcber allem steht und wonach sich die Menschen sehnen, lautet doch: Wie kommt mehr Liebe in die Welt?<\/p>\n<p><em>SN: Daf\u00fcr wird in der Kirche aber recht viel gestritten &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Es wird diskutiert, und es sollte sogar mehr und vor allem \u00f6ffentlich diskutiert werden. Man muss wegkommen vom Station\u00e4ren, Sesshaften, Kristallinen. Die Kirche muss sinnbildlich ins Gehen kommen. Jesus ist viel herumgegangen, weil er im Gehen die Dinge und Probleme gesehen und ins Lot gebracht. Weil er im Gehen die Leute getroffen und geheilt hat. Die Sternsingerkinder heute bleiben auch nicht daheim. Sie kennen die D\u00f6rfer und die Menschen sicher besser als jemand, der nur am Schreibtisch sitzt.<\/p>\n<p><em>SN: Ist Papst Franziskus Ihrer Meinung nach ein Gehender?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Gedanklich ganz sicher. Ich erlebe ihn als eine sehr treibende Kraft daf\u00fcr, dass nicht in den Pal\u00e4sten regiert wird, sondern dass wir als Kirche herumgehen. Ich glaube, das macht ihm das Leben im Vatikan nicht gerade leicht, denn dort ist mehr die Sesshaftigkeit daheim. Aber Franziskus greift die Grundidee des zweiten Vaticanums \u2013 das Volk Gottes unterwegs \u2013 sehr sch\u00f6n und glaubhaft auf.<\/p>\n<p><em>SN: Was sollte Ihrer Ansicht nach das erste Ziel des Unterwegsseins sein?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Vor allem die Geschlechtergerechtigkeit. F\u00fcr die junge Generation ist das wahrscheinlich der entscheidende Grund f\u00fcr das Hinterfragen der Institution Kirche. Und man darf nie vergessen: Die Kirche ist nicht der Bischof. Kirche sind alle Getauften. Ich war in Ober\u00f6sterreich zehn Jahre lang f\u00fcr eine Pfarre verantwortlich, da hatten hundert Leute einen Schl\u00fcssel zum Pfarrzentrum, nicht nur einer, bei dem alle anl\u00e4uten mussten.<\/p>\n<p><em>SN: Gibt es eigentlich den typischen Gl\u00e4ubigen?<\/em><\/p>\n<p>Kaineder: Nein. Die Kirche ist ein unglaublich vielf\u00e4ltiges Feld. Da ist zun\u00e4chst die Hierarchie-, also die Bischofskirche. Die ist am meisten bekannt. Daneben gibt es die Ordenskirche, die im Inneren ganz anders tickt. Die Entscheidungen fallen dort in der Gemeinschaft, nicht weil der Bischof etwas will. Synodalit\u00e4t pur! Und dann gibt es so etwas wie die Sozialkirche: Menschen, die sich sozial engagieren und helfen. Dazu z\u00e4hlt auch die Katholische Aktion.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Die Kathpress schreibt \u00fcber den Bericht im Kurier vom 8. April 2023:<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr mehr Vertrauen in die kirchliche Basis<\/strong> und eine st\u00e4rkere Beauftragung von Laien mit gottesdienstlichem Wirken in den Pfarren hat der Pr\u00e4sident der Katholischen Aktion \u00d6sterreich, (KA\u00d6), Ferdinand Kaineder, pl\u00e4diert. Im Gespr\u00e4ch mit der Tageszeitung \u201eKurier\u201c (Karsamstagausgabe) sagte Kaineder, \u201ezu Ostern sehen wir immer, welch Ritualbed\u00fcrfnis die Menschen haben\u201c. Diese Rituale seien f\u00fcr die Menschen \u201eein unglaublicher Schatz\u201c. Der st\u00e4rkere Gottesdienstbesuch zu den Hochfesten k\u00f6nne aber nicht \u00fcber Probleme hinwegt\u00e4uschen: \u201eAn den Sonntagen tun wir uns da schon schwerer, da erodiert das Ganze schon gewaltig.\u201c Die allj\u00e4hrlichen Kirchenstatistiken seien das Abbild dieser Entwicklung.<\/p>\n<p>Die Kirche sei zum einen \u201eeine Institution, die in einer amtskirchlichen Darstellung den Leuten pr\u00e4sent ist. Die erleidet gerade einen massiven Relevanz- und Glaubw\u00fcrdigkeitsverlust. Viele Menschen, nicht nur junge, gehen emotional auf Distanz.\u201c Die Ursachen daf\u00fcr w\u00fcrden vom Missbrauch in der Kirche bis hin zur Geschlechtergerechtigkeit reichen. \u201eDa ist momentan fast nichts zu gewinnen\u201c, so der KA\u00d6-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Mehr sei an der Basis m\u00f6glich. Die Laien bildeten die Basis in den Pfarren, ohne die ein lebendiges kirchliches Leben nicht m\u00f6glich w\u00e4re. \u201eWo etwas geht, ist dort, wo Menschen das leben, was f\u00fcr uns durch die Bibel z\u00e4hlt. In erster Linie ist das einmal das Helfen. Das ist entscheidend. Das wird an der Basis mehr gelebt, als wir glauben\u201c, stellte Kaineder fest.<\/p>\n<p>Erleichternd w\u00e4re, wenn die Bisch\u00f6fe die Laien auch beauftragen w\u00fcrden, Taufen, Begr\u00e4bnisse und andere Wortgottesdienste zu \u00fcbernehmen. In Ober\u00f6sterreich etwa passiere das bereits. Es gebe auch in den D\u00f6rfern die Erfordernis, dass der Bischof \u201edie Beauftragung f\u00fcr Laien \u2013 Frauen oder M\u00e4nner \u2013 ausspricht, damit dort auch Rituale lebendig gefeiert werden k\u00f6nnen\u201c. Die KA werde versuchen, den Blick der Bisch\u00f6fe verst\u00e4rkt in diese Richtung zu lenken. Wo diese Beauftragung funktioniert, habe man es mit sehr lebendigen Gemeinden zu tun. Eine weitere Hilfe k\u00f6nnten Gemeinschaftsgeb\u00e4ude wie Pfarrzentren sein, die f\u00fcr viele Menschen zug\u00e4nglich sind. Dort passiere \u201eallt\u00e4gliche Lebendigkeit\u201c.<\/p>\n<p>Den von Papst Franziskus initiierten weltweiten Synodalen Prozess sieht Kaineder als gro\u00dfe Chance, wenn er in ein neues Kirchenrecht und eine neue Kirchenverfassung m\u00fcndet. Andernfalls w\u00fcrden sich viele Menschen frustriert von der Kirche abwenden. Die Bisch\u00f6fe sollten sich daher entsprechend f\u00fcr die Anliegen, die in diesen Beratungen zutage getreten sind, von mehr Beteiligung und Mitverantwortung bis zur Geschlechtergerechtigkeit, einsetzen, so der Wunsch des KA\u00d6-Pr\u00e4sidenten: \u201eIch habe den Eindruck, dass sich die Bisch\u00f6fe in Deutschland mit den Anliegen des synodalen Weges verkn\u00fcpfen. In \u00d6sterreich habe ich hingegen den Eindruck, die Bisch\u00f6fe haben die Themen wahrgenommen, aber es reicht ihnen, dass sie diese nach Rom getragen haben.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fr\u00fchling l\u00e4sst aufbl\u00fchen. Die Karwoche und das Osterfest wird von den Medien zum Gro\u00dfteil gut &#8222;mitgetragen&#8220;, sie erz\u00e4hlen von den Ritualen und Br\u00e4uchen, erkl\u00e4ren und stellen Fragen, die nach Antworten suchen. Vor Ostern wurde ich von den SN und dem Kurier zum Interview gebeten. Hier die Fragen und Antworten dazu.<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-dynamik-von-ostern-nachgehen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,12,11,36,14,1,333],"tags":[],"class_list":["post-10909","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokal-detektive","category-social-media","category-kommunikation-lotsen","category-orden-kirchen","category-gemeinschaften-konnektive","category-allgemein","category-katholische-aktion","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10909"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10909\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10912,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10909\/revisions\/10912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}