{"id":10970,"date":"2023-07-15T19:03:16","date_gmt":"2023-07-15T18:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=10970"},"modified":"2023-07-15T19:13:58","modified_gmt":"2023-07-15T18:13:58","slug":"wie-wir-in-eine-gute-zukunft-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wie-wir-in-eine-gute-zukunft-kommen\/","title":{"rendered":"Wie wir in eine gute Zukunft kommen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-10973\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-300x220.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-150x110.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-768x563.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200-750x550.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-05-24-luxembourg-016_1200.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Vater hat mir mehrmals mitgegeben: Sprich nie pauschal. Wenn ich \u00fcber die Zukunft der Katholischen Aktion und der Gliederungen gefragt werde, muss ich immer einen Absatz davorsetzen, nicht pauschal gemeint, sondern in den jeweiligen Nuancen der Betroffenheiten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Irgendwie sind die Institution Kirche und ihre amtskirchlichen Vertreter ins Abseits unterwegs. Den Relevanzverlust sp\u00fcren und artikulieren die Bisch\u00f6fe selber. Die vielen Austritte zeigen die Erosionen. \u201eKatholisch\u201c ist ein enges Wort geworden und sogar verd\u00e4chtig. Wir kennen die Schl\u00fcsselworte f\u00fcr den Vertrauensverlust: Missbrauch, fehlgeleitete Kleruszentriertheit (\u201eHohe Geistlichkeit\u201c), Selbstbezogenheit, Selbsterhaltung, Frauen d\u00fcrfen nicht gleichwertig mitspielen, das \u201eWhy\u201c (wof\u00fcr, wozu) erscheint schwammig, der Magnetismus eher absto\u00dfend. Manches ist unbeholfen, unprofessionell und in \u201ewie vor 30 Jahren\u201c stecken geblieben. Jede Betonung des Institutionellen an der Kirche schafft mehr Distanz als N\u00e4he.<\/p>\n<h3>Was braucht der Mensch<\/h3>\n<p>Szenenwechsel: Wonach hungert der Mensch? Es sind drei Grundbed\u00fcrfnisse, die jeder Mensch hat. Habe ich schon mehrmals dargestellt. Da ist erstens die Sehnsucht nach ZUGEH\u00d6RIGKEIT und SOLIDARIT\u00c4T. Zweitens sucht jeder Mensch SINNVOLLE T\u00c4TIGKEITEN und lebendige RITUALE. Gibt es drittens ANERKENNUNG und WERTSCH\u00c4TZUNG, dann stellt sich ein feines Grundgef\u00fchl zum Leben ein. Deshalb: Wer f\u00fcr diese Grundbed\u00fcrfnisse \u201ekocht\u201c, diesen \u201eGrundhunger\u201c bekocht, wird f\u00fcr die Menschen n\u00e4hrend und nicht zehrend. Ist die Basis ein sozial-\u00f6kologisch-spirituelles Welt- und Menschenbild mit der klaren Option f\u00fcr die \u201eSchw\u00e4cheren\u201c, dann sind wir sehr nahe dran, was die Jesusbewegung der ersten Jahrzehnte so anziehend gemacht hat. Und genau in diese Spur oder in die N\u00e4he geh\u00f6rt die Katholische Aktion in ihrer gr\u00f6\u00dften gemeinsamen Vielfalt.<\/p>\n<h3>Die drei Felder der KA<\/h3>\n<p>Wenn ich gefragt werde, wof\u00fcr es eine <a href=\"https:\/\/www.kaoe.at\/pages\/kaoe\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katholische Aktion #kaoe<\/a> geben soll, dann sprechen wir immer von drei Feldern: 1. Die Menschen vergemeinschaften. 2. Die Stimme erheben f\u00fcr die Vielen. 3. Avantgarde sein f\u00fcr neue kirchliche Pr\u00e4senzen. Und wie kann das ann\u00e4hernd gelingen?<\/p>\n<p>\u201e<strong>Freir\u00e4ume aufmachen<\/strong>\u201c. Die Pfarrzentren beispielsweise geh\u00f6ren den Kirchenmitgliedern. Bei uns im Bergdorf sind daf\u00fcr 100 Schl\u00fcssel mit Verantwortung ausgegeben. Da ist Platz f\u00fcr Musik, B\u00fchne, Bewegung und Raum f\u00fcr Soziales. Offen und frei sollten die Ressourcen sein und Beteiligung und Engagement auf Augenh\u00f6he erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Rituale und Symole<\/strong>\u201c. Viel \u201eSprachstaub\u201c hat sich da angesammelt. Das liturgische Gehabe gilt es zu reinigen und zu befreien, damit das Leben atmen kann. Jesus war kein Kultpriester. Es geht darum, eine Balance zu finden, wo Volksfr\u00f6mmigkeit geachtet und Neues praktiziert wird. Eine breite Beauftragung von ehrlichen und authentischen Frauen und M\u00e4nner zu den liturgischen Diensten durch die Bisch\u00f6fe ist \u00fcberf\u00e4llig. Menschen sind symbolbed\u00fcrftig. Das braucht sch\u00f6ne, aufbauende und befreiende Darstellungen von Kreuzen und christlich Symbolen, angstfrei und hoffnungsschwanger.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Gezieltes Hinausgehen in die Fremde<\/strong>\u201c. Priester, Mitarbeiter:innen und Verantwortliche sollten im Laufe von Jahren die Haust\u00fcren, die Wohnungst\u00fcren, die Arbeits- und Freizeitpl\u00e4tze im Normalbetrieb kennen, vor allem von den Menschen, die es schwer haben. Weniger Schreibtischarbeit (B\u00fcrokratie) und mehr Gespr\u00e4chszeit, gezielt auch entlang der Hausnummern an den Stra\u00dfen. Gott ist drau\u00dfen, in der Fremde, bei den Fremden. Das Fremde stellt die sch\u00f6nsten Fragen. Begegnung n\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Eine neue Jesus-Sprachf\u00e4higkeit nimmt Platz<\/strong>\u201c. Eine solche Sprache erz\u00e4hlt von Jesus und urteilt nicht, beschreibt das Leben und moralisiert nicht, sucht eine Beurteilung und handelt. Die Jesusgeschichten sind heute nicht vorauszusetzen. Jesus ist den Menschen fremd geworden. Jesus war nie von oben herab, sondern hat F\u00fc\u00dfe gewaschen, zugeh\u00f6rt, Lebenskr\u00e4fte geweckt und geheilt, den Himmel ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Kirche ist ein soziales Lebewesen<\/strong>\u201c. Die Idee Jesu, einander das Leben leichter und froher zu machen, bildet den Klangraum f\u00fcr ein \u201egemeinsames Singen des Lebens.\u201c Es braucht uns als KA als eine \u201everb\u00fcndete Prophetie\u201c, als Prophetinnen und Propheten. Als KA \u00f6ffnen wir bewusst \u201eprophetische Resonanzr\u00e4ume\u201c, gerade in gesellschaftspolitischer Hinsicht. Deshalb bin ich so happy, dass wir so profilierte Personen unter uns haben in leitenden Funktionen. Unsere <a href=\"https:\/\/www.kaoe.at\/dossiers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KA-Dossiers<\/a> geben Orientierung. Und am Ende bleibt bei allem die entscheidende Frage: Kommt durch uns mehr Liebe, Compassion, Empathie, Fairness in die Welt? Das verleitet mich zu einem meiner Lieblingsausspr\u00fcche: Gib alles au\u00dfer auf.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Das Digitale hat Religionscharakter angenommen<\/strong>\u201c. Das sollten wir bedenken. Werte und Wertsch\u00e4tzung werden heute im digitalen Raum verhandelt, kurzatmige und fl\u00fcchtige Rituale betrieben und durch ein Dauervibrieren das Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit insinuiert. Byung-Chul Han konstatiert: Fr\u00fcher gab es Gemeinschaft ohne Kommunikation, heute haben wir Kommunikation ohne Gemeinschaft. Die haptische Vernetzung der Getauften und weit dar\u00fcber hinaus kann \u201eKirche\u201c als Andersort erlebbar machen. Technogene Menschen finden in den convivialen und sozial-\u00f6kologisch-spirituell gepr\u00e4gten R\u00e4umen in die Tiefen des Staunens, Schweigens und der Dankbarkeit. Ein Seinsmodus macht sich breit. Eine neue Solidarit\u00e4t bricht auf. Haptisches Gemeinschaftserleben bleibt ein Leben lang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Vater hat mir mehrmals mitgegeben: Sprich nie pauschal. Wenn ich \u00fcber die Zukunft der Katholischen Aktion und der Gliederungen gefragt werde, muss ich immer einen Absatz davorsetzen, nicht pauschal gemeint, sondern in den jeweiligen Nuancen der Betroffenheiten.<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wie-wir-in-eine-gute-zukunft-kommen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,11,36,14,333],"tags":[],"class_list":["post-10970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zukunfstbilder","category-kommunikation-lotsen","category-orden-kirchen","category-gemeinschaften-konnektive","category-katholische-aktion","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10970"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10976,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10970\/revisions\/10976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}