{"id":11099,"date":"2024-01-01T20:05:43","date_gmt":"2024-01-01T19:05:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=11099"},"modified":"2024-01-01T20:11:10","modified_gmt":"2024-01-01T19:11:10","slug":"mehr-prophetische-gewaltfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/mehr-prophetische-gewaltfreiheit\/","title":{"rendered":"Mehr prophetische Gewaltfreiheit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11101\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-300x195.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-150x97.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-768x499.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-1536x998.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-2048x1331.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2023-12-12-adv_wei_ott-007_hass-750x487.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Je l\u00e4nger Kriege dauern, desto hilfloser schauen Menschen weg. Ich selber bin genauso gef\u00e4hrdet. Bilder von verst\u00fcmmelten Menschen und zertr\u00fcmmerten H\u00e4usern, von hochtechnisierten Waffen und Wolkengebilden nach Detonationen machen uns nicht nur stumm, sondern auch taub und blind. War \u00fcber Monate die Ukraine in unseren Wohnzimmern, auf unseren Smartphones, so stehen wir gerade mitten in Pal\u00e4stina und Israel. Und immer wieder umschwirren uns Aufforderungen, sich parteiisch festzulegen. Auf welcher Seite stehst du? Eine kriegerische Frage in sich. Unbestritten ist, dass der kriegerische \u00dcberfall auf die Ukraine und das Massaker der Hamas auf israelische Juden auf das sch\u00e4rfste zu verurteilen ist, ebenso der aufkeimende Antisemitismus und die latente Islamfeindlichkeit.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In mir regt sich allerdings ein tiefes Unbehagen angesichts dieser Entwicklungen. Als Christ kann ich nicht einfach einen Punkt, ein Geschehnis alleine zur Bewertung heranziehen. Das verbietet mir die Grundregel des gewaltfreien Dialogs. Kurz nach dem 7. Okt 2023, dem Massaker der Hamas, habe ich einen Abend mit der pal\u00e4stinensischen Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser in Linz moderiert. Sie hat \u00fcber ihre jahrzehntelangen Erfahrungen berichtet, speziell \u00fcber das Leben in den siebzehn Jahren Kriegsrecht, das Israel \u00fcber die Pal\u00e4stinenser verh\u00e4ngt hat, die versiegelten Brunnen in den D\u00f6rfern, die verschiedenen \u00dcbertrittsp\u00e4sse und Identit\u00e4ten je nach Mauer und \u00dcberg\u00e4nge und die Zunahme der Gewaltbereitschaft der aktuellen Regierung Benjamin Netanjahu mit den Ultrakonservativen in der israelischen Regierung. Sie hat ebenso die Fehler der pal\u00e4stinensischen Politik nicht unerw\u00e4hnt gelassen. Und immer wieder hat sie von den Versuchen erz\u00e4hlt, israelische und pal\u00e4stinensische Frauen und M\u00e4nner, Kinder und Jugendliche zu verb\u00fcnden. Das hat meine friedenspolitisch gewaltfreie Seele wirklich anger\u00fchrt. Ich wurde auch als KA-Pr\u00e4sident direkt gewarnt, dass ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser antisemitisch ausgelegt werden k\u00f6nnte. Ich meine allerdings: Alles ist zu verurteilen, was Gewalt und Krieg hervorbringt. Es gibt keinen besseren und schlechteren Krieg. Alles steht in einer l\u00e4ngeren Entwicklung.<\/p>\n<h3>Es gibt keine intelligente Waffe<\/h3>\n<p>Seit Jahren versucht die R\u00fcstungslobby uns einzureden, dass der Einsatz von \u201aintelligenten\u2018 Waffen, die \u201anur\u2018 Infrastruktur und nicht Menschen angreifen, eine \u201asaubere\u2018 Kriegsf\u00fchrung erm\u00f6glichen und menschliches Leid im Krieg vermindern w\u00fcrden. Ein Blick in den Krieg Russlands gegen die Ukraine oder auf andere aktuelle Kriegsschaupl\u00e4tze wie im Gazastreifen gen\u00fcgt, um das als kolossale L\u00fcge zu entlarven. Der massive Einsatz von Drohnen etwa richtet sich nicht nur gegen Menschen und Material an der Front, sondern vorwiegend gegen Ziele hinter der Front, und der Tod jedes einzelnen Menschen, ob Soldat oder Zivilist, durch Krieg sollte einer Menschheit, die das Wort Zivilisation im Mund f\u00fchrt, unertr\u00e4glich sein. Abgesehen davon sind auch die Folgen der Zerst\u00f6rung von Infrastruktur f\u00fcr viele Menschen lebensbedrohlich. Dazu kommen die Unsummen an Geld, die f\u00fcr heutige \u201aintelligente\u2018 Waffensysteme ausgeben werden, und der enorme Ressourcenverbrauch. Diese Mittel stattdessen f\u00fcr Entwicklung, die F\u00f6rderung nachhaltiger Lebensweisen und in Ma\u00dfnahmen gegen die Erderw\u00e4rmung zu verwenden, das allein w\u00e4re intelligent.<\/p>\n<h3>Den gewaltfreien Dialog wieder entdecken<\/h3>\n<p>Die gegenw\u00e4rtigen Kriege und Konflikte verlagern sich weiters zunehmend in den virtuellen Bereich, in das Internet mit all seinen Facetten und M\u00f6glichkeiten. Cyberattacken auf Stromnetze, Wasserversorgung oder Datennetze, das Sch\u00fcren von Hass, Angst und Vorurteilen durch Fake-News, die gezielte Beeinflussung von Wahlen durch Desinformationskampagnen, die nicht erkennbare Lenkung von Information durch Algorithmen, mangelnder Datenschutz sind ernsthafte Bedrohungen von parlamentarischer Demokratie, Frieden und Menschenw\u00fcrde. Das zeigt auch Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2024 sehr deutlich auf. \u201eAn unsere Regierung appellieren wir, sich international \u00fcberzeugt und \u00fcberzeugend f\u00fcr gewaltfreie Konfliktl\u00f6sungen einzusetzen. Als Katholische Aktion sind wir fest davon \u00fcberzeugt, dass nachhaltiger Friede nur mit friedlichen Mitteln gebaut werden kann. Gewaltfreiheit und Dialog m\u00fcssen immer wieder entdeckt, gelernt und praktiziert werden. Der Teufelskreis der Gewalt kann im Endeffekt nur so nachhaltig durchbrochen werden.&#8220; Das sagt die Katholische Aktion \u00d6sterreich (KA\u00d6) zum Weltfriedenstag 2024.<\/p>\n<h3>Die Kraft aus der Feindesliebe<\/h3>\n<p>Die KA\u00d6 hat f\u00fcnf Dossiers erarbeitet, eines davon \u201eDer Weg zum Frieden\u201c. Dort hei\u00dft es gleich zu Beginn: \u201eVom christlichen Glauben her sind alle Menschen aufgerufen, unerm\u00fcdlich nach dem Frieden zu suchen, Vorleistungen f\u00fcr den Frieden zu erbringen, Feindschaft und Hass zu \u00fcberwinden, selbstkritisch nach eigener Mitschuld f\u00fcr Unrecht zu forschen, Vorurteile und Egoismen zu \u00fcberwinden. Nicht nur im Glauben an die Ewigkeit siegt das Gute und der Friede, sondern wir sollen \u2013 dem Beispiel Jesu folgend \u2013 in unserer jetzigen Welt die Vision eines friedlichen Miteinanders aufrecht halten und zu ihr beitragen.\u201c Im Dossier wird zu folgenden Themen Basis und Richtung angegeben: Zeugen der Gewaltfreiheit; Kraft aus der Feindesliebe; Friedenswille und Gewalt in und durch Religionen; Sicherheit, Verteidigung, Waffen, Aufr\u00fcstung \u2013 und die Alternativen; Pr\u00e4ventive Sicherheitspolitik durch Gerechtigkeit, Respekt, Dialog, Gewaltlosigkeit und Abr\u00fcstung und Solidarit\u00e4t mit Opfern, nicht Hass und Feindschaft.<\/p>\n<h3>Tatkr\u00e4ftige Gewaltfreiheit<\/h3>\n<p>Friedensarbeit muss professionell aufgebaut und aktive zivile Vers\u00f6hnungspolitik gest\u00e4rkt werden. Ziel muss sein, russische und ukrainische, israelische und pal\u00e4stinensische Menschen als Br\u00fcder und Schwestern zu betrachten, ihr Leid zu lindern und ihnen eine wirtschaftlich gute Nachbarschaft und eine gemeinsame friedliche Zukunft anzubieten. In Israel wird das die Zwei-Staaten-L\u00f6sung sein (m\u00fcssen). Es braucht daher Dialog und Verzicht auf Gewalt sofort statt neuer Pr\u00e4zisionswaffen und das Ziel, Menschengruppen auszul\u00f6schen. Der Vorrang gewaltfreier L\u00f6sungen mag angesichts der Kriege weltweit geradezu t\u00f6richt scheinen, ist aber als Ziel umso wichtiger. F\u00fcr Kriegstreiber und M\u00f6rder gilt der Einsatz f\u00fcr den Frieden nichts. Hier muss wirklich der Wille aller da sein, diese Gruppen klein zu halten. Daf\u00fcr braucht es die Gemeinschaft von starken Partnern wie befreundeten Regierungen und lokalen Initiativen, dazu friedliche Wirtschaftsmacht. Kurzum: Prophetische und tatkr\u00e4ftige Gewaltfreiheit ist notwendig. Und genau da sind wir als Christinnen und Christen gefordert.<\/p>\n<p><strong>Pace e bene.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je l\u00e4nger Kriege dauern, desto hilfloser schauen Menschen weg. Ich selber bin genauso gef\u00e4hrdet. Bilder von verst\u00fcmmelten Menschen und zertr\u00fcmmerten H\u00e4usern, von hochtechnisierten Waffen und Wolkengebilden nach Detonationen machen uns nicht nur stumm, sondern auch taub und blind. 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