{"id":11240,"date":"2024-07-23T09:24:15","date_gmt":"2024-07-23T08:24:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=11240"},"modified":"2024-07-23T09:39:47","modified_gmt":"2024-07-23T08:39:47","slug":"weltpilgertag-begegnungen-beim-pilgern-essentiell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/weltpilgertag-begegnungen-beim-pilgern-essentiell\/","title":{"rendered":"Weltpilgertag: Begegnungen beim Pilgern essentiell"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11255\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015-750x563.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2024-07-08-wrw24-015.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Weltpilgertag immer am 25. Juli markiert eine Erinnerung, die eine besondere Resonanz in mir wachr\u00fcttelt. Gehen. Pilgern. Wandern. Natur. Menschen. F\u00fcr die Impulsmappe &#8222;Pilger der Hoffnung&#8220; &#8211; auch Pilgerin &#8211; im Burgenland habe ich diesen folgenden Beitrag verfasst. &gt;&gt;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Was h\u00e4lt uns lebendig?<\/strong> \u2013 fragt die Sozial- und Erziehungswissenschafterin Marianne Gronemeyer in einem Artikel \u00fcber die zwei Kulturen von menschengemachter Sicherheit: \u201eDie conviviale Sicherheit entsteht aus dem Vertrauen auf das Gegebene, auf die in der jeweiligen Lebenswelt vorgefundenen M\u00f6glichkeiten, die zu immer neuen Formen der wechselseitigen Entfaltung dr\u00e4ngen: zu diesen Gegebenheiten geh\u00f6ren die Gaben der Natur ebenso wie die Begabungen der Menschen; ihre F\u00e4higkeit, einander zu begegnen und sich zu verst\u00e4ndigen, die Geschicklichkeit ihrer H\u00e4nde, ihre Erfahrungen, Phantasien und Tr\u00e4ume, ihre Lust am Lernen und T\u00e4tigsein \u2013 und ihre Bereitschaft, es sogar unter widrigen Umst\u00e4nden, leidlich miteinander auszuhalten. Diese M\u00f6glichkeit, sich hinreichend sicher zu f\u00fchlen, tragen wir also am eigenen Leibe, denn wir Menschen sind an sich sehr gut geeignet, unser Leben convivial, d. h. in gedeihlichem Miteinander zu meistern und die Natur ist an sich in der Lage, es mit uns auszuhalten. Alles in allem beruht diese Sicherheit darauf, dass wir uns den Unw\u00e4gbarkeiten des Lebens als daseinsm\u00e4chtige Wesen gewachsen f\u00fchlen in dem Bewusstsein, dass wir nun einmal sterblich sind und dem Tod sein Daseinsrecht inmitten des Lebens einr\u00e4umen.\u201c Ein langer Satz, der einl\u00e4dt, immer wieder gelesen und bedacht zu werden. \u201eConvivium\u201c hei\u00dfen die Pfarrh\u00e4user in Osttirol. Es sind jene Geb\u00e4ude, wo zusammengelebt wurde, um die verschiedenen Dienste am Menschen gut erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen: Bildung, Seelsorge, N\u00e4chstenhilfe. Dort sollte sich das Leben entlang der verb\u00fcndenden Werte, von Ritualen und Symbolen in tiefer Solidarit\u00e4t entfalten. Convivial hei\u00dft mit allen Sinnen und vor allem haptisch (angreifbar) gemeinsam Leben gestalten, einander wirklich zu begegnen, weil Beziehung heilt.<\/p>\n<h4>Das befreit wirklich<\/h4>\n<p>Hochgehalten wird derzeit allerdings ein anderes Lebensmodell. Gronemeyer nennt es \u201etechnogen\u201c. Papst Franziskus spricht in #LaudatoSi vom technologisch-technokratischen Welt- und Menschenbild. Der Mensch und die Welt wird als Maschine oder zumindest maschinen\u00e4hnlich gedacht. Fabian Scheidler hat das Buch \u201eDie Megamaschine\u201c vor ein paar Jahren in die Welt geworfen und genau diese m\u00e4chtige, allgegenw\u00e4rtige Techno-Logik herausgesch\u00e4lt. Gronemeyer schreibt \u00fcber diese technogene Sicherheit, in der wir uns gerade befinden und die wir immer weiter ausbauen: \u201eNicht das Zusammenspiel der in einer Gemeinschaft vorhandenen Kr\u00e4fte und Talente, sondern die Spitzenleistungen der Besten, die sich in anstachelnder Konkurrenz zu immer gr\u00f6\u00dferen Anstrengungen anfeuern, lassen ein Mehr an Sicherheit erhoffen. Sicherheit ist dann nicht im Spiel mit den Gegebenheiten zu suchen und zu finden, sondern in der Herstellung eines wissenschaftlich-technischen Milieus. Immer neue Gefahrenquellen werden von den zust\u00e4ndigen Thinktanks aufgesp\u00fcrt, immer neue Risiken entdeckt und durch technische Pr\u00e4vention unsch\u00e4dlich gemacht. Nicht mehr einzelne Personen und Gemeinschaften entscheiden, welches Ma\u00df an Sicherheit ihnen gen\u00fcgen soll, damit die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit gewahrt wird, sondern die Sicherheitsstandards, die nach Ma\u00dfgabe des technischen Fortschritts st\u00e4ndig neu justiert werden.\u201c Sicherheit wird in der ausgefeilten Technik gesehen und L\u00f6sungen heutiger Probleme in der Erfindung neuer technischer Tools. Das uners\u00e4ttliche Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit ist der perfekte Motor der Wachstumsgesellschaft, die auf Versorgungsl\u00fccken nur mit der Vermehrung der Vorr\u00e4te reagiert, niemals mit der M\u00e4\u00dfigung des Begehrens. Eine \u201eGl\u00fcckliche Gen\u00fcgsamkeit\u201c oder das \u201eeinfache Weniger\u201c werden als destruktiv betrachtet. Nach wie vor bin ich \u00fcberzeugt, dass ein einfaches, ein waches und ein gemeinsames Leben die L\u00f6sungslinie andeutet. Die tief drinnen liegende Dynamik eines technogenen Lebens ist: gr\u00f6\u00dfer, schneller, mehr. Das conviviale Leben kennt die \u201efreiwillige Selbstbegrenzung\u201c und den \u201eheiteren Verzicht\u201c (Ivan Illich). Askese ist nicht lebensfeindlich, sondern der Genuss des Wesentlichen im Weniger. Jetzt sind wir beim Pilgern angelangt. Das Leben hat im Rucksack Platz und die L\u00f6sungen kommen dir am Weg entgegen, in den Begegnungen, Gespr\u00e4chen, Hilfsangeboten. Pilgern hei\u00dft f\u00fcr mich: Ge\u00f6ffnet sein f\u00fcr das, was uns entgegenkommt, neugierig zu sein auf die, die uns von ihrem Leben erz\u00e4hlen wollen. Die tiefste Sicherheit liegt in den H\u00e4nden der anderen, liegt f\u00fcr uns Glaubende in der Hand Gottes. Das befreit wirklich.<\/p>\n<h4>Der Laib Brot und der Krug Wein<\/h4>\n<p>Das Urbild der Konvivialit\u00e4t ist der gastliche Tisch, um den sich die Tischgenossinnen und Tischgenossen zum gemeinsamen Mahl und zur freien Unterredung versammeln. Auf dem Tisch liegt ein Laib Brot, der gebrochen und miteinander geteilt wird, ein Krug Wein, der ausgeschenkt wird, und eine Kerze, die f\u00fcr den oder diejenige steht, die vielleicht an die T\u00fcr klopfen und Einlass begehren. Eine Tischgesellschaft darf nie geschlossen sein. Die Tischgemeinschaft lebt davon, dass die Menschen leibhaftig beieinander sind, dass sie sich von Angesicht zu Angesicht gegen\u00fcbersitzen und einander vertrauen, gerade weil sie einander das offene, ungesch\u00fctzte Antlitz zeigen. Kein Platz f\u00fcr Maske und Show, Heucheln und messendes Vergleichen.<\/p>\n<h4>Die Brennpunkte der Ellipse<\/h4>\n<p>F\u00fcr mich habe ich vor allem beim Gehen und Pilgern das elliptische Denken entdeckt. Das Leben hat immer zwei Brennpunkte wie bei einer Ellipse. Rechter Fuss, linker Fuss, Vergangenheit, Zukunft, Mann, Frau, Eltern, Kinder, Mensch, Gott, woher, wohin. Es geht nicht um das Eine oder das Andere. Das UND ist entscheidend. Ist ein Brennpunkt gefunden, kreist er nicht um sich selber, sondern sucht den Anderen, gerade auch im Fremden. Offene Augen, offene Ohren, ganz im Jetzt gehe ich meine Pilgerpfade. Ich spreche wildfremde Personen am Weg bewusst an, um ihre Lebenswelt kennenzulernen. 98 % erz\u00e4hlen mir, zum Teil richtig spannende Geschichten aus ihrem Leben. Das sind dann die \u201eHoffnungst\u00f6pfe\u201c, aus denen ich selber durch Erinnerung im Alltag sch\u00f6pfe.<\/p>\n<h4>Wohin schaue ich?<\/h4>\n<p>Der technogene Lebensstil f\u00fchrt mittlerweile dazu, dass drei Menschen an der Koppentraun im Salzkammergut neben der H\u00fctte stehend im Handy herumsuchen, welche Speisen die H\u00fctte anbietet und welches Bier. Der H\u00fcttenwirt und ich beobachten sie von 20 Meter Entfernung. \u201eHallstatt ist in der N\u00e4he und da schauen die Leute lieber am Handy, bevor sie sich von der Realit\u00e4t irritieren lassen\u201c, meint der Wirt etwas s\u00fcffisant. Es beginnt zu regnen. Wir sitzen unter dem Vordach und erz\u00e4hlen einander Erlebtes. Die Drei gehen ohne Regenschutz weiter. Sie sind ziemlich nass geworden, haben wir sp\u00e4ter gesehen. Das Aufschauen und die Begegnung h\u00e4tte sie trocken gehalten. Aber vielleicht halten sie es mit Bob Marley: \u201eSome people feel the rain, others just get wet (Die einen sp\u00fcren den Regen, die anderen werden nass)\u201c. Wer am Weg Begegnungen sucht, wird das Leben eher treffen.<\/p>\n<h4>Tipps:<\/h4>\n<ul>\n<li>Beginnen sie ein Gespr\u00e4ch mit Fremden mit einer Beobachtung, die die jeweilige Person \u201eehrt\u201c (So viele sch\u00f6nen Blumen an den H\u00e4usern. Die Dorfkapelle ist sch\u00f6n gerichtet. Was machen die Menschen hier vorwiegend beruflich? \u2026).<\/li>\n<li>Lassen sie sich einladen und nehmen sie die offene Gastfreundschaft behutsam an.<\/li>\n<li>Reservieren sie bis drei Personen keine Unterk\u00fcnfte, sondern lassen sie sich vor Ort \u201ehelfen\u201c. In meinem Leben gab es immer einen Kopfpolster.<\/li>\n<li>Fragen sie Menschen und nicht das Smartphone.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltpilgertag immer am 25. Juli markiert eine Erinnerung, die eine besondere Resonanz in mir wachr\u00fcttelt. Gehen. Pilgern. Wandern. Natur. Menschen. 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