{"id":11443,"date":"2025-07-25T20:11:58","date_gmt":"2025-07-25T19:11:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=11443"},"modified":"2025-07-25T20:35:45","modified_gmt":"2025-07-25T19:35:45","slug":"pilgern-schaerft-die-ungeschminkte-wahrnehmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/pilgern-schaerft-die-ungeschminkte-wahrnehmung\/","title":{"rendered":"Pilgern sch\u00e4rft die ungeschminkte Wahrnehmung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11449\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-05-01-kaoe-009-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Weltpilgertag am 25. Juli jeden Jahres verleitet mich, meine Pilgererfahrungen in den Kontext der <span style=\"color: #808080;\"><a style=\"color: #808080;\" href=\"https:\/\/www.kaoe.at\/pages\/kaoe\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #ff9900;\"><span style=\"color: #ff6600;\">Katholischen Aktion<\/span><\/span><\/a><\/span> zu stellen. In unserem Selbstverst\u00e4ndnis, unserer inneren Dynamik und Identit\u00e4t verstehen wir uns als &#8222;Pilgerinnen und Pilger im Jetzt&#8220;.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Pilgern im Jetzt hei\u00dft f\u00fcr uns, sich der gehenden Pr\u00e4senz in dieser Welt auszusetzen. Wir denken uns in Bewegung und sind in Bewegung, sind eine Bewegung. Das hei\u00dft, Gewohntes und Starres zu relativieren, immer neu in Beziehung zu bringen und sich auf das Wesentliche als Reisegep\u00e4ck mit Blick in die Zukunft zu konzentrieren. Ebenso hei\u00dft es, sich einer fluiden und ungeschminkten Form der Wahrnehmung hinzugeben, damit daraus die jeweilige Lebenssituation breit bewertet werden kann und daraus wieder die n\u00e4chsten konkreten Schritte gesetzt werden k\u00f6nnen. Das gehende Pilgern gibt dem KA-Prinzip (sehen-urteilen-handeln) eine neue Erfahrungsbasis, einen neuen Denk- und Erfahrungsraum und ergibt eine neue Handlungsdynamik, n\u00e4mlich konkret, Schritt f\u00fcr Schritt. Wesentlich ist die Richtung.<\/p>\n<h3>Gastfreundschaft als Ausdruck convivialer Lebenshaltung<\/h3>\n<p>Pilgern im Jetzt hei\u00dft nicht nur, die Sinne zu \u00f6ffnen, sondern damit verbunden auch die Herzen, die Mentalit\u00e4ten und Gedankeng\u00e4nge. Pilgern \u00f6ffnet Schritt fr Schritt, dass Fremdes bereichert und nicht bedroht, dass Vielfalt st\u00e4rkt und Diversit\u00e4t eine besondere Resilienz hervorbringt, dass Beziehung und Begegnung heilt und vor allem haptische Gemeinschaft h\u00e4lt. Das Grundbild des Pilgerns ist die offene Gastfreundschaft und weniger der technogene Algorithmus. Gastfreundliche Herzen sind das Spiegelbild Gottes auf Erden. Wer ehrlichen Herzens pilgert, wird keine Fremdenfeindlichkeit aufbauen, keinen Neid aufkommen lassen oder gar einer irdischen Gier Platz geben. Vielmehr stellt sich die Einsicht ein, dass Loslassen befreit. Leben teilen wird gen\u00e4hrt. Das erinnert an die Jesusgeschichten und die Jesusbewegung in der Geschichte, die nie Z\u00e4une errichtet, sondern Tische verl\u00e4ngert hat, wenn sie mehr hatte als sie brauchte. Der egoistisch gepr\u00e4gte Lebensstil wird aufgebrochen und eine neue conviviale Lebenshaltung macht sich breit. Ein Leben in Gemeinschaftlichkeit und Solidarit\u00e4t schafft die angstfreie Lebensbasis.<\/p>\n<h3>Distanz zum Gewohnten und Liebe zum Fremden<\/h3>\n<p>Auf Pilgerwegen werden immer besondere Eindr\u00fccke, Begegnungen, Erfahrungen gesammelt. Diese n\u00e4hren eine innere Neugierde, die beim Pilgern im Geh-Modus ihre Resonanzr\u00e4ume bekommt. Offenheit erleichtert alles, das Entgegenkommen wird selbstverst\u00e4ndlich und eine befreiende Distanz zum Allt\u00e4glichen, oft auch dem gebrochenen Leben nimmt Platz. Das ungeschminkte Wahrnehmen braucht vor allem die Distanz zum Gewohnten, sucht das Fremde, freut sich am Perspektivenwechsel. Die sich mit jedem Schritt neu ergebende Umgebung und Sichtweise sch\u00e4rft einen altruistischen Blick. Wo ist jemand, wo ist der andere? Diese Situationen sind genau jene lebensf\u00f6rderlichen und n\u00e4hrenden Lebensrealit\u00e4ten, die auch eine Kirche als pilgerndes Volk Gottes realer macht, Schrift f\u00fcr Schritt. Wir wissen: \u00dcberraschungen werden kommen. Das Neue und oft ganz andere nimmt Gestalt an und schafft eine neue Art von kirchlicher Pr\u00e4senz in der Gesellschaft. Ungewohnt, aber wirkm\u00e4chtig. Jetzt ist die Zeit der Gerechtigkeit und Fairness, insbesondere der Geschlechtergerechtigkeit durch alle Lebensdimensionen hindurch, Zeit des Friedens, Zeit der Teilhabe auf Augenh\u00f6he, Zeit der sozial-\u00f6kologisch-spirituellen Transformation und einer menschenrechtsbasierten liberalen Demokratie als Gesellschaftsgestaltung. Jetzt ist die Zeit zum Gehen und nicht zu warten, bis andere gehen.<\/p>\n<h3>Das Wesentliche im Rucksack<\/h3>\n<p>Jedem tats\u00e4chlichen Aufbruch ist eine tiefe Sehnsucht nach einem gelingenden und ganzheitlichen Leben grundgelegt. Die tiefste Sehnsucht beim Pilgern ist, dass mir Menschen, die Welt und Gott auf Augenh\u00f6he entgegenkommen. Es geht dabei nicht um ein Perfekt-werden, sondern um ein Hineinfinden in die eigene Berufung. Gott beruft n\u00e4mlich nicht die Perfekten, sondern er qualifiziert die Berufenen. Das Pilgern ist ein \u201eQualifizierungsvorgang\u201c entlang der eigenen F\u00e4higkeiten. Dort, wo meine F\u00e4higkeit, mein Charisma auf die Not der Zeit trifft, liegt wahrscheinlich meine Berufung. F\u00fcr die Kirche hei\u00dft das, dass sie dem Qualifizierungsinteresse Gottes nicht im Weg steht. Das Pilgern n\u00e4hrt und schafft Offenheit daf\u00fcr. Das wird und soll alle amtskirchlich-hierarchischen Gegenden von Kirche \u00fcberraschen. Manches Liebgewonnene hat im Rucksack nicht mehr Platz und bleibt hinten, um dem Wesentlichen Platz zu geben: Liebe und Barmherzigkeit, Trost und Heilung. Dieses Auffinden des Wesentlichen ist aus der g\u00e4ngigen Betrachtung oft mit Um- und Irrwegen verbunden. Gerade aus einem tiefen Verst\u00e4ndnis der Kirche als \u201esynodales Lebewesen\u201c wissen wir, dass der gemeinsame Weg eine gemeinsame Suche und ein gemeinsames Weg-Finden bedeutet. Das bedeutet auch in Erinnerung an die vielen Heiligengeschichten, dass diese Suche mit Geduld, mit Ausdauer und oft (aus der Mainstream-Denke als Irrwege gesehen) begangen werden m\u00fcssen. Gerade als KA pl\u00e4dieren wir hier f\u00fcr eine weite Denkweise, wenn wir von Kirche sprechen, und erinnern daran, dass prophetischen Personen und Gruppen das Leben zu oft schwer gemacht wurde. Das muss und darf sich nicht wiederholen.<\/p>\n<h3>Ein Life-Life-Balance integriert und balanciert alle Lebensbereiche<\/h3>\n<p>Viele Menschen suchen heute Ruhe und Stille. Es machen sich immer mehr Menschen auf den Weg, die mit h\u00e4ngender Zunge im Dauerproduktionsmodus das Gl\u00fcck suchen, in einer oft ungesunden Geschwindigkeit und digitalen Omnipr\u00e4senz. Andere missen die Tiefe einer spirituellen Gemeinschaft, die nicht dauernd quasselt und nicht immer etwas will. Menschen suchen wieder einen regenerativen Lebensrhythmus und eine neue Jetzt-Pr\u00e4senz. Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich schlafe, dann schlafe ich, wenn ich bete, dann bete ich und wenn ich arbeite, dann ist das in diesen Rhythmus eingebettet. Sie suchen eine \u201eLife-Life-Balance\u201c, die alle Lebensbereiche integriert und nicht gegeneinander ausspielt. Die Sehnsucht nach einem lebensf\u00f6rderlichen Rhythmus hat auch innerhalb des breiten Netzes der Katholischen Aktion ihren Platz. Die KA will ein guter Platz f\u00fcr sinnerf\u00fcllendes Engagement sein und mithelfen, dass Menschen ihren Rhythmus des Lebens in dieser Zeit finden. Im Pilgern ge\u00f6ffnete Herzen sind daf\u00fcr eine gute Voraussetzung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff6600;\"><a style=\"color: #ff6600;\" href=\"https:\/\/on.orf.at\/video\/7583333\/7583334\/Wie-ist-das-mit-dem-Pilgern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ORF-Beitrag zum Pilgern 2013: Was ich glaub<\/a>e?<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltpilgertag am 25. 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