{"id":11544,"date":"2026-02-17T14:17:22","date_gmt":"2026-02-17T13:17:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=11544"},"modified":"2026-02-17T14:18:00","modified_gmt":"2026-02-17T13:18:00","slug":"fastenzeit-ist-genusszeit-am-wesentlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/fastenzeit-ist-genusszeit-am-wesentlichen\/","title":{"rendered":"Fastenzeit ist Genusszeit am Wesentlichen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_11546\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11546\" class=\"size-medium wp-image-11546\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512-750x563.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5512.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11546\" class=\"wp-caption-text\">fasten ist genuss des wesentlichen im weniger<\/p><\/div>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Missverst\u00e4ndnis der Askese ist der Verzicht. Es geht nicht um das Verzichten, sondern darum zu erkennen, wie wenig ich brauche. Richtig verstanden geht es in der Fastenzeit um die Konzentration auf das Wesentliche im Weniger. Diese reduzierte Lebensform ist nicht genussfeindlich, sondern konsumkritisch. Sie konzentriert sich auf den Genuss des Wesentlichen im Weniger.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gerade die kommende Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag ist f\u00fcr Christinnen und Christen eine besondere Zeit, \u201ewo wir der Frage \u2013 wie lebe ich richtig \u2013 breiten Raum geben wollen. Diese Grundfrage des Lebens ist auf das Engste verbunden mit der Frage, was gen\u00fcgt. Was kann ich weglassen, um intensiver zu werden. Die Grundrichtung der Fastenzeit ist mit dem Weniger-Werden, dem Wesentlich-Werden verbunden. Und genau dieses Weniger-Werden verliert seinen Schrecken, wenn es zum Wesentlichen f\u00fchrt, das in einer neuen Genussfreundlichkeit ausgekostet wird.\u201c<\/p>\n<p>\u201eViele von uns stellen fest, dass wir in Abh\u00e4ngigkeiten und Gewohnheiten festh\u00e4ngen. Ein sozial-\u00f6kologisch-spiritueller Blick er\u00f6ffnet ein bewusstes Loslassen und eine neue Einsicht darin, dass wir eigentlich sehr wenig zum Leben brauchen. Die kommende Zeit ist eine Einladung an jede und jeden einzelnen, an Gruppen und die Gesellschaft insgesamt, diesen neuen Genuss des Wesentlichen im Weniger zu entdecken und dem langsamen, intensiven und stillen Genuss in allem nachzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Diese besondere Art von Selbstreflexion, das bewusste Innehalten wird ans Licht bringen, dass wir Abh\u00e4ngigkeiten und lebensfeindliche Gewohnheiten schmelzen lassen k\u00f6nnen. Wer beispielsweise statt mit dem Auto zu Fu\u00df geht oder zusammen mit anderen die \u00d6ffis nutzt, wird ganz neue Lebensfacetten an sich, zusammen mit anderen, entdecken. Das Autofasten beispielsweise erm\u00f6glicht ein Hineinwachsen in den gesunden \u201eZu-Fu\u00df-Geh-Modus\u201c. Gerade das Gehen entfaltet seine heilsame Wirkung, von der wir eigentlich seit Menschengedenken wissen, wenn es hei\u00dft: Es wird im Gehen gel\u00f6st. Das kann auch hei\u00dfen, dass wir gerade im digitalen Bereich regelm\u00e4\u00dfig die Stopp-Taste dr\u00fccken und wieder mehr eintauchen in die pers\u00f6nlichen haptischen Erlebnisse, Begegnungen und Gespr\u00e4che. Viele Menschen diese Zeit bewusst zum Ausmisten, zur Reduktion der sich um uns und von uns angesammelten Dinge. Andere nehmen bewusst Zeit, um ins Gebet, in die Stille, in das Staunen und in die Dankbarkeit zu gehen, einzeln oder gemeinsam. Andere achten bewusst auf ihr Essen und genie\u00dfen das selbst Gekochte. Das Schnelle weicht dem Langsamen.<\/p>\n<p>Gesellschaftlich f\u00f6rdern wir damit bewusst eine soziale Gerechtigkeit, die nicht im Anh\u00e4ufen von Geld und Macht den Lebenssinn sieht, sondern im Dienst am Gemeinwesen, das alle Menschen mitnimmt, zuerst eine w\u00fcrdige Lebensbasis f\u00fcr alle erm\u00f6glicht und schafft. Wer viel hat, wird daher selbstverst\u00e4ndlich davon abgeben, weil das Teilen so zum gemeinsamen Genuss werden kann. Die schnell wachsende gesellschaftliche Ungleichheit und Verm\u00f6genskonzentration auf Wenige muss entlarvt werden als Gegenentwurf zum gemeinsamen guten Leben im Wesentlichen. Wer das Wesentliche im Weniger als Anker f\u00fcr das Leben entdeckt, wird ebenso die unermessliche Maltr\u00e4tierung der Erdkruste im Dienst des fossilen Wachstums, die ungenierten Ausbeutung vieler Menschen in prek\u00e4ren Arbeitsprozessen und alle Kriege anprangern.<\/p>\n<p>Schon in der Bibel steht: \u201eWenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht, sondern salbt das Haar und wachst das Gesicht.\u201c Das deutet darauf hin, dass wir nicht dem Missverst\u00e4ndnis \u201eVerzicht mit bitterer Miene\u201c nachgehen sollten, sondern dem Genuss des Wesentlichen im Weniger, in tiefer solidarischer Verbundenheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gr\u00f6\u00dfte Missverst\u00e4ndnis der Askese ist der Verzicht. Es geht nicht um das Verzichten, sondern darum zu erkennen, wie wenig ich brauche. Richtig verstanden geht es in der Fastenzeit um die Konzentration auf das Wesentliche im Weniger. Diese reduzierte Lebensform ist nicht genussfeindlich, sondern konsumkritisch. Sie konzentriert sich auf den Genuss des Wesentlichen im Weniger.<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/fastenzeit-ist-genusszeit-am-wesentlichen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,15,36,14,10,1,333],"tags":[],"class_list":["post-11544","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokal-detektive","category-zukunfstbilder","category-orden-kirchen","category-gemeinschaften-konnektive","category-philosophie-theologie","category-allgemein","category-katholische-aktion","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11544"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11547,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11544\/revisions\/11547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}