{"id":1252,"date":"2011-03-11T08:07:50","date_gmt":"2011-03-11T07:07:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=1252"},"modified":"2018-01-04T07:00:50","modified_gmt":"2018-01-04T06:00:50","slug":"wir-haben-systeme-geschaffen-die-uns-jetzt-gefangen-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wir-haben-systeme-geschaffen-die-uns-jetzt-gefangen-halten\/","title":{"rendered":"Wir haben Systeme geschaffen, die uns jetzt gefangen halten"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Es m\u00fcsste ein Ruck durch das Land gehen&#8220;, w\u00fcnscht sich heute Kardinal Christoph Sch\u00f6nborn gegen\u00fcber den Bundesl\u00e4nderzeitungen in den O\u00d6N. Eine repr\u00e4sentative Umfrage f\u00f6rdert ebenfalls zutage, dass sich 80 % der Bev\u00f6lkerung Reformen w\u00fcnschen. Es sollen also\u00a0von\u00a0heute\u00a0zehn zusammenstehenden Personen\u00a0acht\u00a0sagen: Es muss, es soll sich etwas \u00e4ndern! Ob sie das Risiko ihres Gedankens und Wunsches mitbedenken? Es wird sich bei dir konkret auch etwas \u00e4ndern (m\u00fcssen). Das erinnert mich im ausgehenden Winter wieder an alle jene Mitb\u00fcrger, die ihren ihren eigenen Schnee den anderen in den Garten schaufeln, weil sie selber daf\u00fcr am eigenen Grundst\u00fcck keinen Platz finden wollen. Der Preis f\u00fcr die Ver\u00e4nderung liegt bei den anderen. Das vermute ich auch beim Kardinal, der sich eine Ruck in der Gesellschaft w\u00fcnscht und den Ruck in der Kirche verhindert.<\/p>\n<p><strong>Woher kommt die Sehnsucht: Es muss\u00a0sich etwas \u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn\u00a0den vielen Gespr\u00e4chen aus den verschiedensten Bereichen etwas nachgehe, dann tragen viele das Grf\u00fchl und die Erfahrung mit sich herum: Die von uns im Laufe der Jahre geschaffenen Systeme halten uns jetzt gefangen. Es gibt keinen Gestaltungsspielraum und schon gar keine Ressourcen, etwas Neues auszuprobieren. Ob auf der Bank (laut heutigem Standard hat ja die Bankenwelt aus dem Crash nichts gelernt), in der Schule, an der Uni, im Betrieb, auf der Stra\u00dfe, im LKW, im Krankenhaus, in der Pflege, beim Antragstellen f\u00fcr EU-F\u00f6rderungen, in der Verwaltung, \u00fcberall laufen dahinterliegende Systeme, die nicht zu \u00fcberspringen sind. Nicht nur das. Sie werden t\u00e4glich weiter perfektioniert. Immer ist es ein Bildschirm, der sich fast jede Minute in das Leben dr\u00e4ngt und &#8222;ausgef\u00fcllt werden m\u00f6chte&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Die Maschinen in uns<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/03\/img_01161.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1263\" title=\"IMG_0116[1]\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/03\/img_01161-e1299863088354.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a>Gerade auch bei der gestrigen Ausstellungser\u00f6ffnung im AEC (&#8222;Robotinity &amp; Wovon Maschinen tr\u00e4umen&#8220;) wird das Zusammenwachsen von Mensch und Maschine ganz deutlich und intensiv erlebbar thematisiert. Wenn dort die Weltmaschine von Franz Gsellmann (Steiermark) gezeigt wird, dann hat er in den 70-er und 80-er Jahren eine &#8222;zwecklose Maschine&#8220; mit seiner ganzen Lebenskraft realisiert ( <a href=\"http:\/\/www.weltmaschine.at\/\">http:\/\/www.weltmaschine.at\/<\/a>\u00a0). Das ist noch eine \u00e4u\u00dfere Maschine. Heute w\u00e4schst dieses &#8222;komplizierte Ding&#8220; in den Organismus des Menschen hinein. Das erzeugt das Gef\u00fchl, dass ich von einer Maschine beherrscht werde (Implantate, &#8230;). L\u00e4ngere Zeit habe ich mich unterhalten mit Christian Karnutsch, der mit Hilfe von Nanotechnlolgie ein &#8222;Einmilimeterteil&#8220; durch die Adern schicken m\u00f6chte, um den K\u00f6rper des Menschen zu untersuchen, Krebszellen aufzup\u00fcren. Das erscheint im ersten Moment hilfreich, im zweiten Hinschauen f\u00fchle ich mich &#8222;von innen her bewachbar&#8220;.\u00a0Kinderg\u00e4rten wollten vor Jahren\u00a0alle einen Laptop. Heute wollen sie in einer Waldgruppe der Natur begegnen. Das ist die Gegenbewegung.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffnet die Systeme &#8211; jeder von uns<\/strong><\/p>\n<p>Nr. 49 der &#8222;Rules of Thumb&#8220; von Alan Webber lautet: &#8222;If you want to grow as a leader, you have to disarm your border guards.&#8220; Wenn heute Politiker und Gesellschaftsgestalter punkten wollen, dann m\u00fcssen sie vor allem die &#8222;modernen Grenzwachen&#8220; entwaffnen. Ob Lehrer l\u00e4nger in der Schule sein sollen, ist nicht die erste Frage. Die erste Frage ist, ob das System, in dem alle drinnen stecken, nicht durch zu viele &#8222;verwalterische Grenzwachen&#8220; in Schach gehalten werden. Wenn wir von Bildungsreform reden, dann verbinde ich in erster Linie die Erm\u00f6glichung von Freiheit, Pers\u00f6nlichkeit und Selbtverantwortung und nicht noch diffiziliere Vorgaben. Im Gesundheitswesen ist es nicht anders und es w\u00e4re ein Wunder, wenn es in der Verwaltung anders &#8222;laufen&#8220; sollte. Daher meine Hoffnung und mein Arbeiten f\u00fcr eine \u00d6ffnung der Systeme und den Abbau der Macht von &#8222;border guards&#8220;. Den Menschen nicht in Hierarchien dr\u00e4ngen, sondern ihnen die Verantwortung geben, ganz und gar. Die Frage bleibt am Ende, ob das wirklich\u00a0so\u00a0zehn von acht tats\u00e4chlich wollen &#8211; den Kopf hinhalten und Verantwortung f\u00fcr das eigene Leben \u00fcbernehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Es m\u00fcsste ein Ruck durch das Land gehen&#8220;, w\u00fcnscht sich heute Kardinal Christoph Sch\u00f6nborn gegen\u00fcber den Bundesl\u00e4nderzeitungen in den O\u00d6N. Eine repr\u00e4sentative Umfrage f\u00f6rdert ebenfalls zutage, dass sich 80 % der Bev\u00f6lkerung Reformen w\u00fcnschen. 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