{"id":1491,"date":"2011-07-22T08:36:41","date_gmt":"2011-07-22T07:36:41","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=1491"},"modified":"2018-01-04T06:58:59","modified_gmt":"2018-01-04T05:58:59","slug":"its-allways-competition-no","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/its-allways-competition-no\/","title":{"rendered":"It\u2019s always competition: No!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/07\/001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1494\" title=\"001\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/07\/001.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a>Mit gro\u00dfem Gewinn habe ich in den letzten Tagen das Buch von Frans de Waal \u201eDas Prinzip Empathie\u201c gelesen. Schon der Untertitel \u201eWas wir von der Natur f\u00fcr eine bessere Gesellschaft lernen k\u00f6nnen\u201c besagt, dass in gro\u00dfem Ma\u00dfe das Verhalten von Tieren f\u00fcr den Menschen Ansporn sein kann, seine angeborene F\u00e4higkeit und Kraft zur Empathie, zum gegenseitigen Mitgef\u00fchl wieder mehr zu entdecken. Nicht der dauernde Wettbewerb wird uns retten, sondern das tiefe Empfinden und Einstehen f\u00fcreinander. Was Tiere k\u00f6nnen, ist der Mensch dabei, au\u00dfer Acht zu lassen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberall Wettbewerb<\/strong><\/p>\n<p>Janne Teller und andere Experten haben beim Symposium in Gmunden darauf hingewiesen, \u201edass der Mensch heute sich in einem dauernden Wettbewerb befindet.\u201c \u00a0Das sch\u00e4tzen sie als ungesund ein. \u00dcberall geht es darum, besser und schneller als der andere zu sein. Marketing-Experten sprechen sogar von einem Art \u201eSpermien-Verhalten\u201c: Schnell, schnell, damit man der erste ist bei der Eizelle. Auch in der Wissenschaftswelt wird das zum Gro\u00dfteil immer wieder behauptet: Wir stehen in einem dauernden Wettbewerb der Besseren. Die Wirtschaftspolitik hat sich in letzter Zeit ja auch darauf konzentriert, Regionen und Wirtschaftsr\u00e4ume mittels \u201eStudien\u201c zu vergleichen. Ziel: Lernen von den Goldmedaillengewinnern. \u201eOber\u00f6sterreich liegt nur auf Platz 7\u201c \u2013 klingt es dann\u00a0 aus dem Radio und ich kann nicht genau sagen, welcher Wettbewerb gerade gelaufen ist. Die Antwort lautet in jedem Fall: Wir m\u00fcssen unter die ersten 3 kommen. \u00a0Es geht also immer um Platz 1. Das ist das Paradigma.<\/p>\n<p><strong>Empathie bei den Tieren<\/strong><\/p>\n<p>Frans de Waal weist nach, dass unter Tieren (Affen, V\u00f6gel, Elefanten,\u2026) viel mehr Kooperationsverhalten und gegenseitige Hilfestellung da ist, als wir gemeinhin glauben. Gerade das falsch dargestellte Darwin\u2018sche Prinzip\u00a0 &#8211; der St\u00e4rkere setzt sich durch &#8211; verdirbt in dieser Richtung unser Wahrnehmung. De Wall schildert Elefanten, die gemeinsam auf erstaunliche Weise ein Junges aus einem Schlammloch retten oder einen Sterbenden noch unbedingt f\u00fcttern wollen. Eine Katze geht durch das Altersheim und legt sich zu jenem Bewohner, der als n\u00e4chstes sterben wird. 25 Personen hat so dieser Kater beim Sterben begleitet. Unz\u00e4hlige Beispiele von Empathie\u00a0 sind erz\u00e4hlt. Oft werden diese Beobachtungen als &#8222;Anekdoten&#8220; abgetan. \u00a0Pers\u00f6nlich finde ich es spannend, dass dieses Verhalten unter Tieren durch Vorbild und Imitation gelernt wird. Dazu braucht es immer K\u00f6rperkontakt und unmittelbare N\u00e4he.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6rperliche N\u00e4he ist entscheidend f\u00fcr Empathiebildung<\/strong><\/p>\n<p>Heute sehen wir, dass Menschen zwar unendlich viel kommunizieren, sich aber immer weiter voneinander entfernen. Nachahmung (hin zu Empathie) verlangt eine Identifikation mit einem K\u00f6rper aus Fleisch und Blut. Unser Gehirn ist nicht wie ein kleiner Computer, der den K\u00f6rper herumkommandiert, vielmehr ist die K\u00f6rper-Gehirn-Beziehung eine Zweibahnstra\u00dfe. Der K\u00f6rper ruft innere Empfindungen hervor und kommunziert mit anderen K\u00f6rpern: Auf diese Weise erarbeiten wir soziale Bindungen und eine Einsch\u00e4tzung der uns umgebenden Wirklichkeit.\u00a0 Das Forschungsfeld der verk\u00f6rperten Kognition steckt noch in den Kinderschuhen, ist aber von weitreichender Bedeutung f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis menschlicher Beziehung.\u00a0 Da sind wir allerdings in der Realit\u00e4t ganz woanders. Menschen kommunizieren digital und dabei \u2013 so scheint es \u2013 spielt die k\u00f6rperliche N\u00e4he keine Rolle. Wahrscheinlich ist die (immer gr\u00f6\u00dfer werdenden) k\u00f6rperliche Distanz unter den Menschen ein wesentlicher Grund, warum das Empathie-Verhalten nicht mehr voll entfaltet wird. Wo k\u00f6rperliche N\u00e4he, dort ist die Chance zur Empathie und dem wettbewerbslosen Dasein am gr\u00f6\u00dften.<\/p>\n<p><strong>Den K\u00f6rper aufw\u00e4rmen<\/strong><\/p>\n<p>Bei unseren Chorproben gibt es zu Beginn das &#8222;Aufw\u00e4rmen&#8220; oder &#8222;Einsingen&#8220;. Das bedeutet, dass wir einander massieren und den R\u00fccken abklopfen. K\u00f6rperliche N\u00e4he, die nicht jeder w\u00fcnscht. Und doch empfinde ich es als eine Wohltat, dass wir uns zuerst k\u00f6rperlich n\u00e4her kommen, bevor wir unsere Stimmen zusammenlegen zu einem Lied. Es besteht die Chance, dass selbst unser Gesang ein empathisches, strahlendes und leuchtendes Miteinander wird und nicht nur eine Auff\u00fchrung oder Darbietung. Es geht gerade hier um keinen Wettbewerb, sondern um das gemeinsame Hineinf\u00fchlen in die Noten und Texte, die durch uns zum Ausdruck kommen. Es bleibt dann doch die Frage, ob wir uns aufw\u00e4rmen f\u00fcr den Wettbewerb oder f\u00fcr die gemeinsame Empathie, ein tragendes Mitgef\u00fchl f\u00fcreinander. \u00a0In der Politik sehe ich, dass alles Aufw\u00e4rmen dem Macht-Wettbewerb gilt. Eigentlich schade. Im Menschen steckt mehr drinnen, als nur der Erste sein zu wollen oder zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfem Gewinn habe ich in den letzten Tagen das Buch von Frans de Waal \u201eDas Prinzip Empathie\u201c gelesen. 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