{"id":1685,"date":"2011-10-27T01:07:31","date_gmt":"2011-10-27T00:07:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=1685"},"modified":"2018-01-04T06:57:45","modified_gmt":"2018-01-04T05:57:45","slug":"whould-jesus-occupy-wall-street-cnn-asks-today","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/whould-jesus-occupy-wall-street-cnn-asks-today\/","title":{"rendered":"Whould Jesus occupy Wall Street? &#8211; CNN asks today"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc053211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1690\" title=\"Flug\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc053211.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a>Mein erstes Fr\u00fchst\u00fcck in den USA. In guter amerikanischer Manier l\u00e4uft der Fernseher. Fast alles Plastik. Es stimmt: In der Fremde darf das Fremde ruhig etwas fremd sein. Darauf habe ich mich eingestellt. Schon seit etwa 15 Minuten wird aus den verschiedenen &#8222;Occupy Stations&#8220; auf CNN berichtet &#8211; auch aus Europa. Gegen Ende stellt der Reporter die Frage des Tages: &#8222;H\u00e4tte Jesus auch die Wallstreet besetzt?&#8220; Dahinter l\u00e4uft das Bild vom Papst, der die Antwort geben soll. Erstaunlich, dass Occupy so viel Platz hat und dass die Antwort von Jesus vom Papst gegeben werden soll. Irgendwie befremdlich &#8211; f\u00fcr mich.<\/p>\n<p><strong>Engel auf meinem Weg<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05339.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1691\" title=\"lake bridge\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05339.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a>Erstmals betrete ich amerikanischen Boden. Der amerikanische Way of Life war nie wirklich anziehend f\u00fcr mich. Zu viel l\u00e4uft aus meiner Einsch\u00e4tzung &#8222;schief&#8220;. Jetzt aber ist es New Orleans &#8211; etwas ganz Besonderes. Das ist meine Erwartung f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Wochen. Der Flug \u00fcber den Atlantik nach Charlotte dauerte \u00fcber 9 Stunden. Ein junger Inder war mein Sitznachbar und er war schon 8 Stunden von Bombay nach M\u00fcnchen unterwegs. Er ist Programmierer und wird in den USA arbeiten. Er schl\u00e4ft die meiste Zeit und ich vertreibe mir die Zeit mit dem Buch von David Bosshart &#8222;Age of Less&#8220;. Es war spannend und so verging die Zeit wie im Flug. Zum Umsteigen in Charlotte habe ich 1 Stunde 25 Minuten. Das ist knapp, sagen alle, die Erfahrung haben. Wir stehen Schlange vor der Einreise. Nach 45 Minuten bin ich dran. Fingerabdr\u00fccke, Foto, konkrete Fragen zu meinem Aufenthalt, Durchwinken, Koffer holen, Zoll, Koffer wieder aufgeben, Laufen, neu einchecken auf der \u00dcberholspur &#8222;first class&#8220;, Laptop nicht ausgepackt, kurze Nachkontrolle, Gate C12, Sprint, hinein in den Flieger, alle sitzen, Platz suchen, setzen, durchatmen, der Flieger bewegt sich. Zwei Stunden Flug, die ich einfach genie\u00dfe, weil ich mit an Board bin. Den Namen des Vorarlbergers, der f\u00fcr die Firma <a href=\"http:\/\/www.blum.com\/de\/de\/index.php\" target=\"_blank\">Blum-Beschl\u00e4ge<\/a> in der Schlange neben mir stand, habe ich nicht mehr erfragt. Wir haben einander viel erz\u00e4hlt und nun wei\u00df ich nicht einmal, wie er hei\u00dft. Ich wurde Gott sei Dank schnell durchgelassen. Am Flughafen in <a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05372.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1695\" title=\"Lake\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05372.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a>New Orleans fragte mich ein \u00e4lterer Herr mit Rucksack, ob ich Hilfe brauche. Yes. Er hat mir den Bus in die Stadt hinein (ca. 14 km) bezahlt und mir allerhand erz\u00e4hlt. Mein Englisch hat doch im letzten Jahr zugelegt. Er war in den Rocky Mountains wandern. Ein \u00e4ltere Frau habe ich &#8211; es ist schon finster &#8211; auf der Strasse gefragt und sie hat mir nach 21 Stunden (inkl. 7 Stunden Zeitverschiebung) geholfen, ein Hotel zu finden. Ich bin dankbar, weil so viele Engel am Weg sind.<\/p>\n<p><strong>Unglaubliche Vielfalt<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05373.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1693\" title=\"denkmal\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05373.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a>Nach dem &#8222;kontinentalen Fr\u00fchst\u00fcck in Plastik&#8220; (siehe oben) mache ich mich auf den Weg, die Stadt zu erleben, wahrzunehmen mit Achtsamkeit und eine einfache und billigere Unterkunft zu finden. Halloween, Allerheiligen und die Woodoo-Tage ziehen enorm viele Leute an. Das wird nicht einfach. Zuerst schlendere ich durch die Stadt und treffe &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; den Bus 55 zur UNO (University of New Orleans). Ich steige ein und suche dort das Austria Center. Eine T\u00fcr mit A-Pickerl zeigt mir: hier bin ich richtig. Frau Griessner und ihre Kollegin empfangen mich freundlich. Am Tisch liegt das Buch &#8222;Resilience and Opportunity&#8220;. Das ist mein Thema. Sie gibt mir den Kontakt zu einem Studenten, der dazu die Diplomarbeit schreibt. Meine gesuchten &#8222;Commons&#8220; sieht sie nicht wirklich, h\u00f6chstens im &#8222;Housing Project&#8220;. Das ist doch etwas. Sie weist mich auf das &#8222;department for urban studies&#8220; hin und wei\u00df von einem Ausbildungstool auf der Uni im &#8222;Desaster Mangement&#8220;. \u00a0Mit diesen &#8222;Links&#8220; fahre ich mit dem Bus wieder zur\u00fcck in die City. Die UNO liegt n\u00e4mlich auf der anderen Seite der Stadt am &#8222;Lake&#8220;, \u00fcber den eine unendlich lange Br\u00fccke f\u00fchrt, die ich vom Flieger aus gesehen habe. Mir wird bei der Fahrt mit dem Bus klar: Die Stadt ist gepr\u00e4gt von Einfamilienh\u00e4usern &#8211; zum Gro\u00dfteil billig gebaut. Es steht noch viele H\u00e4user leer, andere wurden abgerissen. Davon zeugen die leeren Parzellen. Mir wird wieder bewusst: Ich habe noch keine Unterkunft. Zur\u00fcck in der City in der Canal-Street komme ich mit einer jungen Frau in einem Gesch\u00e4ft zu sprechen. Sie klemmt sich sofort hinter das Telefon und sucht f\u00fcr mich. Es gelingt nicht sofort. W\u00e4hrend sie schaut, gehe ich zum Missisippi. Ich sehe mit Achtung diesen breiten Fluss, der seinen Wasserspiegel h\u00f6her als die Stadt f\u00fchrt.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05420.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1700\" title=\"Zimmer gefunden\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05420.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Das Haus weggesp\u00fclt &#8211; nach 3 Wochen Frau tot gefunden<\/strong><\/p>\n<p>In einem Cafe beginne ich mit einem Mann ein Gespr\u00e4ch. In dieser Stadt ist das nicht schwierig, wie ich sehr bald sehe. Ich erz\u00e4hle ihm, was ich vor habe. Er erz\u00e4hlt mir, dass er auch erst seit ein paar Tagen wieder zur\u00fcck ist in New Orleans ist. Er hat bei Katrina 2005 seine Frau und die Eltern der Frau verloren. Sein Haus wurde weggesp\u00fclt und nach 3 Wochen hat er seine Frau tot gefunden. Am kommenden Dienstag beginnt er wieder eine Arbeit als &#8222;Constructor&#8220;. <a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05415.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1694\" title=\"vielfalt\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2011\/10\/dsc05415.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a>Er hat nasse Augen &#8211; ich auch. &#8222;If you want, I can show you the place&#8220;, meint er. Wir treffen uns morgen um 10 Uhr. Sprachlos und etwas betroffen kehre ich zu jener Frau zur\u00fcck, die f\u00fcr mich auf Zimmersuche ist. &#8222;Es ist sehr schwer in diesen Tagen&#8220;, meint sie: &#8222;aber ich habe etwas f\u00fcr sie gefunden.&#8220; Ich fahre mit dem Bus zum St. Vincent Guesthouse und dort beziehe ich im Dorm 2 ein Bett. Das Haus wurde 1861 als Waisenhaus errichtet. Hier werde ich f\u00fcr eine Woche meine Schlafst\u00e4tte haben &#8211; und das WLAN nutzen. Schon der erste Tag hat gezeigt: diese Stadt ist von einer unglaublichen Vielfalt gepr\u00e4gt. Dem nachzusp\u00fcren wird mein Hier-Sein pr\u00e4gen. Neugierige Empathie kommt auf. Und eines bin ich mir sicher: Jesus w\u00fcrde gegen die s\u00e4kularisierten Pharis\u00e4er und M\u00e4chtigen auf die Stra\u00dfe gehen. Da bin ich mir sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein erstes Fr\u00fchst\u00fcck in den USA. In guter amerikanischer Manier l\u00e4uft der Fernseher. Fast alles Plastik. 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