{"id":2509,"date":"2012-01-13T16:57:04","date_gmt":"2012-01-13T15:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=2509"},"modified":"2018-01-04T06:54:32","modified_gmt":"2018-01-04T05:54:32","slug":"ruckzug-ins-ghetto-oder-empathischer-aufbruch-zu-den-konkreten-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ruckzug-ins-ghetto-oder-empathischer-aufbruch-zu-den-konkreten-menschen\/","title":{"rendered":"R\u00fcckzug ins Ghetto oder empathischer Aufbruch zu und mit den konkreten Menschen?"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Dreh zum ORF-Report haben wir heute am Rande auch \u00fcber die Wichtigkeit und Notwendigkeit gesprochen, &#8222;dass Kirche nicht in irgend einer skurilen gesellschaftlichen Ecke verschwinden darf.&#8220; Immer wieder erz\u00e4hle ich von meinen verschiedenen Begegnungen, die im Grunde alle die Wichtigkeit der Kirche (gemeint ist eine Kirche des Volkes) in drei Richtungen herausstreichen: 1. Wer steht f\u00fcr Werte? 2. Wer lebt mit den Menschen Alltagsrituale? 3. Wer schafft Solidarit\u00e4t?. Also: <a title=\"B\" href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=1467\" target=\"_blank\">Werte &#8211; Alltagsrituale &#8211; Solidarit\u00e4t<\/a>.<\/p>\n<p>So lese ich heute auf der <a title=\"Niewiadomski\" href=\"http:\/\/www.dioezese-innsbruck.at\/index.php?id=5993&amp;portal=1&amp;isMeldung=1\" target=\"_blank\">Website der Di\u00f6zese Innsbruck<\/a>\u00a0von Jozef Niewiadomski eine Zusammenfassung eines Interviews, das genau in diese Richtung geht:<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ruckzug-ins-ghetto-oder-empathischer-aufbruch-zu-den-konkreten-menschen\/niwi_2012\/\" rel=\"attachment wp-att-2514\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-2514\" title=\"Niewiadomski\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Niwi_2012-134x150.jpg\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Niwi_2012-134x150.jpg 134w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Niwi_2012-268x300.jpg 268w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Niwi_2012.jpg 563w\" sizes=\"auto, (max-width: 134px) 100vw, 134px\" \/><\/a>Vor einem &#8222;R\u00fcckzug ins kirchliche Ghetto&#8220; als m\u00f6gliche Reaktion auf die am Dienstag ver\u00f6ffentlichte Kirchenstatistik warnt der Innsbrucker Theologe Jozef Niewiadomski in einem Gespr\u00e4ch mit &#8222;Kathpress&#8220;. Die Zahlen, die einen R\u00fcckgang der Katholikenzahl anzeigen, w\u00fcrden zum einen die &#8222;Diskussion \u00fcber Reformen einer Gro\u00dfinstitution&#8220; weiter anheizen. Zum anderen gelte es aber, &#8222;oft reflexartig ansetzenden&#8220; Forderungen nach &#8222;Konzentration auf Wesentliches&#8220; &#8211; etwa auf Liturgie und Pastoral &#8211; entgegenzutreten, so Niewiadomski.<\/em><\/p>\n<p><em>Wesentlich zur Kirche geh\u00f6rt, wie Niewiadomksi hervorhebt, auch die Caritas. Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck hielte daher eine &#8222;Entweltlichungsdebatte&#8220;, wie sie Papst Benedikt XVI. in Deutschland ausgel\u00f6st hatte, f\u00fcr missverst\u00e4ndlich und kontraproduktiv. Wo eine solche Debatte als Reaktion auf ein weiteres Abschmelzen institutioneller kirchlicher Bindungen gef\u00fchrt werde und dabei etwa &#8222;Caritas und Liturgie gegeneinander ausgespielt&#8220; w\u00fcrden, laufe etwas falsch. Wenn Caritas nur als Anh\u00e4ngsel von Kirche begriffen werde, verfehle man die grundlegende Erfahrung und das Geheimnis des Erfolgs der &#8222;Alten Kirche&#8220;: &#8222;In der oft feindlichen Umwelt lebend, fiel die christliche Minderheit gerade durch Caritas auf&#8220; &#8211; d.h. durch &#8222;Solidarit\u00e4t nach innen und Zuwendung zu den Armen und Ausgegrenzten nach au\u00dfen&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><em>Zugleich warnte Niewiadomski davor, die in der Kirche institutionell umgesetzten Formen konkreter Solidarit\u00e4t zu untersch\u00e4tzen. Es gebe gerade in der Kirche noch &#8222;sehr viel an uneigenn\u00fctzig gelebter Solidarit\u00e4t&#8220; &#8211; aber die Gesellschaft neige dazu, zu vergessen, &#8222;was die Quellen dieser Solidarit\u00e4t sind&#8220;: Diese haben n\u00e4mlich laut Niewiadomski &#8222;fundamental etwas mit Gottesglauben und einem bestimmten Gottesbild zu tun: Jenem Gott, der auf die Stimme des Armen h\u00f6rt und sich die Sorgen der Entrechteten zu eigen macht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Bei aller Wertsch\u00e4tzung einer &#8222;frei flottierenden Religiosit\u00e4t&#8220; m\u00fcsse man doch dieses Kriterium immer wieder in Erinnerung rufen: die Zuwendung zu jenen Menschen, &#8222;von denen in einem marktf\u00f6rmigen Denken nichts mehr zu erwarten ist&#8220;. Dies sei weiterhin die St\u00e4rke der Kirchen &#8211; &#8222;und das hat wohl etwas mit ihrem Glauben zu tun&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus diesem Grund sei es auch h\u00f6chste Zeit, auf die umfassende gesellschaftliche Perspektive des Problems der Erosion traditioneller Kirchlichkeit aufmerksam zu machen, so Niewiadomski: &#8222;All die Kr\u00e4fte, denen die Gestaltung der Zivilgesellschaft ein echtes Anliegen ist, m\u00fcssten \u00fcber den Prozess der Erosion kirchlicher Gemeinschaften l\u00e4ngst besorgt sein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Aber auch die mediale \u00d6ffentlichkeit m\u00fcsse sich die Frage gefallen lassen, ob sie nicht zu vorschnell und selbstverst\u00e4ndlich die christlichen Kirchen mit dem Thema Austritt bzw. Austrittsbereitschaft verkn\u00fcpft. Dies schaffe auf lange Sicht ein Klima, in dem die &#8222;Aufl\u00f6sung von religi\u00f6sen Identit\u00e4ten&#8220; zur Normalit\u00e4t stilisiert werde.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a title=\"N\" href=\"http:\/\/www.dioezese-innsbruck.at\/index.php?id=5993&amp;portal=1&amp;isMeldung=1\">Di\u00f6zese Innsbruck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Dreh zum ORF-Report haben wir heute am Rande auch \u00fcber die Wichtigkeit und Notwendigkeit gesprochen, &#8222;dass Kirche nicht in irgend einer skurilen gesellschaftlichen Ecke verschwinden darf.&#8220; Immer wieder erz\u00e4hle ich von meinen verschiedenen Begegnungen, die im Grunde alle die Wichtigkeit der Kirche (gemeint ist eine Kirche des Volkes) in drei Richtungen herausstreichen: &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ruckzug-ins-ghetto-oder-empathischer-aufbruch-zu-den-konkreten-menschen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,1],"tags":[],"class_list":["post-2509","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-theologie","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2509","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2509"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2509\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7934,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2509\/revisions\/7934"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}