{"id":353,"date":"2010-02-26T19:59:10","date_gmt":"2010-02-26T18:59:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=353"},"modified":"2018-01-04T07:08:38","modified_gmt":"2018-01-04T06:08:38","slug":"der-angriff-von-innen-und-aus-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-angriff-von-innen-und-aus-der-vergangenheit\/","title":{"rendered":"Der Angriff von Innen und aus der Vergangenheit oder wann lernt die Kirche die K\u00f6rpersprache der Barmherzigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Da meinen manche,\u00a0es sei Gras dar\u00fcber gewachsen.\u00a0 Selbst Josef Ratzinger soll in den sp\u00e4ten 90-er Jahren den Bisch\u00f6fen Anweisung gegeben haben, das Gras ungehindert wachsen zu lassen \u00fcber die F\u00e4lle von Missbrauch und Gewalt, die in den 60-er und 70-er Jahren passiert sind. Das damalige allgemeine p\u00e4dagogische Konzept mit quasimilit\u00e4rischem Trill in den Knabenseminaren schien nach au\u00dfen erfolgreich &#8211; wenn man die Schattenseiten ausblendete. Es ist damals sehr viel Gutes passiert. Dieses Milieu hat aber auch missbrauchsanf\u00e4llige Einzelpersonen angezogen. Die \u00f6sterreichischen Bisch\u00f6fe haben\u00a0vor einigen Jahren\u00a0ernsthaft \u00fcberlegt, die &#8222;kleinen Seminare&#8220; wieder zu beleben zur F\u00f6rderung der Priesterberufungen.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/02\/bergwandern-stubaital-08_2004-0571.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-357\" title=\"das kreuz sind wir\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/02\/bergwandern-stubaital-08_2004-0571.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Das Kreuz wird von innen besch\u00e4digt<\/strong><\/p>\n<p>Ali Grasb\u00f6ck hat in seinem Kommentar in den\u00a0O\u00d6N vom 26. Feber 2010\u00a0diese Zusammenh\u00e4nge so zusammengefasst:<\/p>\n<p><em>&#8222;Das Kreuz ist nicht nur Zeichen des Glaubens, es steht auch f\u00fcr die Kultur des christlichen Abendlandes. Es ist Angriffen ausgesetzt, man erinnere sich an die Diskussionen \u00fcber Kreuze in Schulklassen. Manchmal wird es auch im Wahlkampf missbraucht, weil man damit Stimmen und Macht gewinnen will (\u201eAbendland in Christenhand\u201c). Der gr\u00f6\u00dfte Schaden droht dem Kreuz jedoch aus den Reihen derer, die es im Namen Christi tragen. Die ersch\u00fctternde Vielzahl an Verbrechen durch so genannte Gottesm\u00e4nner birgt die Gefahr, dass das Kreuz in vielen K\u00f6pfen eine zus\u00e4tzliche Bedeutung bekommt: als Symbol f\u00fcr sexuellen Missbrauch. Die Schamlosigkeit ist atemberaubend. Man darf annehmen, dass es vorwiegend gl\u00e4ubige Christen sind, die ihren Kindern Gutes tun wollen, indem sie sie der Kirche n\u00e4herbringen. Und ausgerechnet dort, wo man sein Kind in besten H\u00e4nden glaubt und wo so viel von Seelenheil gesprochen wird, werden Kinderseelen durch Missbrauch zerst\u00f6rt. Widerlicher kann ein Vertrauensbruch nicht ausfallen. Noch absto\u00dfender wird das Bild bei der Vorstellung, dass es auch Serient\u00e4ter im Priesterkleid gibt. Und dass diese M\u00e4nner vielleicht nur deshalb immer wieder zuschlagen konnten, weil Verdachtsmomente unter den Teppich gekehrt wurden. Der Papst muss sich vorhalten lassen, in seiner fr\u00fcheren Funktion als Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation im Jahr 2001 alle Bisch\u00f6fe dazu vergattert zu haben, bei P\u00e4dophilie absolute Geheimhaltung zu wahren. Die Kirche braucht keine Ratschl\u00e4ge von au\u00dfen, und es ist ihre Angelegenheit, wie sie es mit der Sexualit\u00e4t h\u00e4lt. Aber wenn ihre Vertreter kriminell handeln, haben weltliche Ma\u00dfst\u00e4be zu gelten. Das ungute Licht, das auf das Kreuz f\u00e4llt, trifft leider auch die vielen Priester mit reinem Gewissen. Sie werden damit leben m\u00fcssen. Denn es ist nur nat\u00fcrlich, dass Eltern zunehmend vorsichtig werden, wenn es um Kind und Kirche geht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die so beschriebene Stimmung ist jene, die mir in Gespr\u00e4chen heute entgegenschl\u00e4gt. Sprachlos stehe ich da und sehe, wie das Kreuz Jesu von innen demontiert wird. Es muss gelingen, dass Menschen unterscheiden lernen zwischen der Kirche des\u00a0Volkes Gottes\u00a0(Volkskirche) und der Kirche der Hierarchie.\u00a0Der offene und uneingeschr\u00e4nkte Blick auf die eigene Schuld und die Fehler der Kirche selber wird Befreiung bringen. Mich wundert immer, dass sich mit dem Eingest\u00e4ndnis der Schuld die Hierarchie so schwer tut. Entschuldigen muss sich die Kirche aber weniger mit Worten, sondern mit der offenen und vertrauensvollen Erneuerung auf allen Ebenen &#8211;\u00a0mit einer ver\u00e4nderten K\u00f6rpersprache.\u00a0 Auch wenn jetzt noch so viele Worte kommen, der Mensch von heute\u00a0schaut auf den ganzen Organismus. Und wie damals h\u00f6re ich jetzt vom &#8222;harten Durchgreifen&#8220;. Das ist die Folge der Hartherzigkeit. Angst wird ges\u00e4t und das Rad dreht sich unbarmherzig weiter- in gewisser Weise auch den Opfern gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Barmherzigkeit sollten wir ausstrahlen. Das verlangt eine Tiefe Demut. Ein Herabsteigen. Ein Hinwenden. Ein unverbogenes Schauen und H\u00f6ren. Ein still werden, damit die Barmherzigkeit Gottes Platz nehmen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da meinen manche,\u00a0es sei Gras dar\u00fcber gewachsen.\u00a0 Selbst Josef Ratzinger soll in den sp\u00e4ten 90-er Jahren den Bisch\u00f6fen Anweisung gegeben haben, das Gras ungehindert wachsen zu lassen \u00fcber die F\u00e4lle von Missbrauch und Gewalt, die in den 60-er und 70-er Jahren passiert sind. Das damalige allgemeine p\u00e4dagogische Konzept mit quasimilit\u00e4rischem Trill in den Knabenseminaren schien &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-angriff-von-innen-und-aus-der-vergangenheit\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,10,1],"tags":[],"class_list":["post-353","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gemeinschaften-konnektive","category-philosophie-theologie","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=353"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7965,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/353\/revisions\/7965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}