{"id":3669,"date":"2012-09-22T14:53:21","date_gmt":"2012-09-22T13:53:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=3669"},"modified":"2018-01-04T06:49:26","modified_gmt":"2018-01-04T05:49:26","slug":"ich-liebe-dich-so-wie-du-wirst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ich-liebe-dich-so-wie-du-wirst\/","title":{"rendered":"Ich liebe dich so wie du wirst&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>Nachdem ich auf die Hochzeitspredigt f\u00fcr Astrid und Alexander oftmals angesprochen wurde, m\u00f6chte ich sie sp\u00e4t aber doch auf diesem Wege zur Verf\u00fcgung stellen:<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><span style=\"color: #000000;\">Liebe Astrid und Alexander,<br \/>\nliebe Hochzeitsgemeinschaft!<\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ich-liebe-dich-so-wie-du-wirst\/k1024_dsc00903\/\" rel=\"attachment wp-att-3672\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-3672\" title=\"A+A\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00903-150x112.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00903-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00903-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00903.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ich hatte im Gymnasium einen recht strengen und konsequenten Physikprofessor, der auch in der Sprache sehr genau war. Er hat uns damals neben den Physikversuchen auch Lebensweisheiten beigebracht. Es hei\u00dft nicht: \u201eSie lieben sich.\u201c Sondern: \u201eSie lieben einander. Sonst liebt sich jeder nur selbst.\u201c<\/p>\n<p>\u00d6fters habe ich selber schon geh\u00f6rt, wenn wir auseinandergegangen sind und jemand eine gewisse Wertsch\u00e4tzung zum Ausdruck bringen wollte, dass der oder sie sagte: \u201eBleib so wie du bist.\u201c<\/p>\n<p>Wenn man diese Aussage allerdings recht genau nimmt, ist das eine feine Drohung. Bitte, bleib so wie du bist und ver\u00e4ndere dich nicht mehr.<\/p>\n<p>Beide gut gemeinten Ausspr\u00fcche \u2013 Sie lieben sich und Bleib so wie du bist \u2013 signalisieren f\u00fcr mich etwas Abgeschlossenes, in sich Gekehrtes und etwas Stehendes.<\/p>\n<p>Euer Spruch auf der Einladung denkt da in eine ganz andere Richtung. Der Spruch steht auch als Deutung des Sakraments der Ehe am Pilgerpfad auf der Hirschalm. \u201eIch liebe dich so wie du wirst!\u201c<\/p>\n<p>Da steckt Offenheit drinnen, Platz f\u00fcr \u00dcberraschendes. Da schwingt aber auch viel Verbundenheit und Treue mit durch all die Tage des Lebens. So wie ihr es auch einander versprechen werdet. Ihr baut auf diese Offenheit und diesen Magnetismus zueinander.<\/p>\n<p>Ihr habt uns ja erz\u00e4hlt, wie ihr die Einladung gebracht habt, wie ihr \u201ezusammengekommen\u201c seid. Ihr habt die \u201eZuf\u00e4lle\u201c benannt. Es ist euch zugefallen, dass ihr euch nie aus den Augen verloren habt. Ihr habt geschildert, wie ihr euch den Freundschaftsring geschenkt habt. Es ist sch\u00f6n und wir freuen uns alle, dass ihr heute beim Ehering angelangt seid.<\/p>\n<p>So habt ihr Schritt f\u00fcr Schritt zu eurer Einstellung und zum Vertrauen zueinander gefunden: Ich liebe dich. Und ich liebe dich so, wie du wirst.<\/p>\n<p>Mit eurer Geschichte zur Lesung deutet ihr auch an: Das Gl\u00fcck, das Leben liegt nicht irgendwo anders, sondern bei und in euch selber, dort wo ihr steht, wo eure Familie ist, wo ihr arbeitet, euch mit Freunden trefft, wo eure F\u00fc\u00dfe den Boden ber\u00fchren, hier und jetzt. Da liegt das Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Mit der Stelle aus der Heiligen Schrift, wo Jesus eine Anfrage der Schriftgelehrten, der damaligen gesellschaftlichen Elite, \u00a0nach dem wichtigsten Gebot unmissverst\u00e4ndlich mit dem Kern seiner Botschaft beantwortet. Liebe Gott und deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.<\/p>\n<p>Ich sehe diese \u201eTrinit\u00e4t der Liebe\u201c \u2013 die Gottesliebe, N\u00e4chstenliebe, Selbstliebe \u2013 als Basis f\u00fcr alles. Wer die Offenheit in diese drei Dimensionen beh\u00e4lt, lebt!<\/p>\n<p>Wenn Ehe gelingen will, dann braucht es diese dreifache Offenheit: Auf Gott hin, von dem uns alles Leben entgegenkommt. Auf den konkreten Mitmenschen hin, wo Leben gemeinsam wachsen kann, \u00a0und auf sich selbst hin.<\/p>\n<p>Wenn diese Trinit\u00e4t der Liebe das Vorzeichen in unserem Leben ist, dann versteht man auch den Ausspruch des Hl. Augustinus: Liebe und dann tu was du willst. Deshalb er\u00f6ffnet die Ehe, diese tiefe Entscheidung f\u00fcreinander, erst den Raum f\u00fcr wirkliche Freiheit.<\/p>\n<p>Deshalb ist es auch falsch, wenn wir sagen: Sie haben die Ehe geschlossen. Es muss hei\u00dfen: Ihr er\u00f6ffnet heute die Ehe und wir freuen uns mit euch und sind deshalb da. Nicht, weil etwas geschlossen wird, sondern weil etwas er\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p>Der eine oder andere wird vielleicht schon fragen: Das sind aber hohe Gedanken. Das mag sein. Aber so wie wir die Dinge denken, so werden sie. Und deshalb ist es wichtig, gro\u00df und weit zu denken. Das hat auch Jesus gemacht. Er hat den Menschen mit seinen Geschichten und mit seinen Ideen das Leben geweitet, ge\u00f6ffnet. Er hat sie geheilt, heil gemacht. Die Beziehung zu ihm als Christen speist unser Urvertrauen dem Leben und Menschen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Der Alltag braucht deshalb Zeichen, damit die Trinit\u00e4t der Liebe nicht verloren geht. Die Eheringe, die Hochzeitskerze, Bilder von der Hochzeitsfeier, ein Ritus der Erinnerung an diese gro\u00dfe Option, Zeiten des Gebetes, des gemeinsamen Essens, echte Freunde, die einem helfen beim Weiterwachsen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ich-liebe-dich-so-wie-du-wirst\/k1024_dsc00902\/\" rel=\"attachment wp-att-3673\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-3673\" title=\"Birke\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00902-150x112.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00902-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00902-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_DSC00902.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ihr habt auf eurer Einladung dieses Bild vom Herzen auf der Birke. Das Herz ist ganz, der Baum w\u00e4chst weiter. Es wird, nicht es ist. Es wird umgeformt, weil Wachstum hinter unserem Leben stattfindet. Das ist die Idee Gottes, dass wir mit ihn mitwachsen \u2013 in der Liebe.<\/p>\n<p>Deshalb taugt mir euer Spruch, der im Endeffekt auch hei\u00dft: \u201eWachsen wir mit hinein in das, was wir gemeinsam werden.\u201c<\/p>\n<p>Ich schenke euch dieses Taschenmesser und ermutige euch, an dem einen oder anderen Baum Zeichen eurer Liebe einzuritzen. Nicht deshalb, dass etwas eingeritzt ist, sondern dass ihr immer wieder einmal schauen k\u00f6nnt, was daraus geworden ist. So erinnern euch diese \u201eRitzereien\u201c an die Dynamik der Liebe und eures Werdens. Das Wachstum des Baumes wird vielleicht die eine oder andere Ritzerei auch zerrei\u00dfen. Das erinnert euch wieder an das anders werden.<\/p>\n<p>In allem, was wird, entsteht, w\u00e4chst oder vergeht, d\u00fcrft ihr immer glauben, ja wissen:<br \/>\nGott geht eure Wege mit. Amen.<\/p>\n<p><em>[Kirchschlag, 8. September 2012]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich auf die Hochzeitspredigt f\u00fcr Astrid und Alexander oftmals angesprochen wurde, m\u00f6chte ich sie sp\u00e4t aber doch auf diesem Wege zur Verf\u00fcgung stellen: Liebe Astrid und Alexander, liebe Hochzeitsgemeinschaft! Ich hatte im Gymnasium einen recht strengen und konsequenten Physikprofessor, der auch in der Sprache sehr genau war. 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