{"id":4126,"date":"2013-03-10T20:46:34","date_gmt":"2013-03-10T19:46:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=4126"},"modified":"2018-01-04T06:46:02","modified_gmt":"2018-01-04T05:46:02","slug":"ein-ganz-normaler-sonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ein-ganz-normaler-sonntag\/","title":{"rendered":"Ein ganz normaler Sonntag"},"content":{"rendered":"<p>Meinen Sonntag halte ich offen, damit ich offen bleibe. Nat\u00fcrlich begegnen einem in dieser Offenheit ganz verschiedene &#8222;Themen&#8220;. Das ist der Sinn meiner Offenheit. Das beginnt damit, dass mich das Ausschlafen weckt und nicht der Wecker. Dessen verl\u00e4sslicher Job ist morgen Montag wieder ganz fr\u00fch dran. Es ist trotzdem fr\u00fch. Die Sonntagszeit hat aber eine andere Qualit\u00e4t. Das hat damit zu tun, dass ich normalerweise keine &#8222;Sonntagsverpflichtungen&#8220; mehr habe. Das tut gut. Ja, sage es ganz offen. Es tut gut und \u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong>Die Predigt der Zeitung<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4136\" alt=\"Dom\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_8706-150x113.jpg\" width=\"150\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_8706-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_8706-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_8706.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Gut, dass auch am Sonntag eine <a title=\"Die Presse am Sonntag\" href=\"http:\/\/diepresse.com\" target=\"_blank\">Zeitung<\/a> bis zur Haust\u00fcre kommt. Ich genie\u00dfe die auf Papier gepressten Gedanken. Konklave mag ich heute nicht mehr &#8222;h\u00f6ren&#8220;, weil ich in den letzten Tagen wieder einmal aus erster Hand einiges \u00fcber das &#8222;Kardinalsleben&#8220; erfahren habe. Wieder einmal kommt die Aussage des Pfarrprovisors hoch: Je weiter du oben in die Hierarchie hineinsiehst, umso mehr wird dein Glaube gepr\u00fcft. Ob die Kardin\u00e4le den Presse-Artikel &#8222;H\u00e4tte ich doch besser&#8230;&#8220; gelesen haben? Nein, denn sonst w\u00fcssten sie gleich am Morgen, dass es im Leben (so sagen Sterbende) um etwas ganz anderes als Macht und Arbeit geht. Und Freundschaft d\u00fcrfte unter Kardin\u00e4len einen \u00e4hnlichen Beigeschmack haben wie auf Facebook. In jedem Fall dort wie da: Tiefe Freundschaft ist nicht gemeint. Der Pressesprecher Michael Pr\u00fcller schildert heute angesichts der Abschottung der Kardin\u00e4le beim Gebet seine Schlussfolgerung: <a title=\"Nimbus\" href=\"http:\/\/http:\/\/diepresse.com\/home\/meinung\/cultureclash\/1354146\/Richtungswahl?_vl_backlink=\/home\/meinung\/cultureclash\/index.do\" target=\"_blank\">Weniger Nimbus und mehr Christus<\/a>. Ich meine: Mehr Jesus t\u00e4te dem Konklave gut. Das bringt Jon Sobrino im Interview in der <a title=\"Jon Sobrino\" href=\"http:\/\/tvthek.orf.at\/programs\/1366-Orientierung\/episodes\/5547907-Orientierung\/5558645-Befreiungstheologe-Jon-Sobrino-im-Gespraech\" target=\"_blank\">Orientierung <\/a>am Punkt. Der neue Papst muss die Option Gottes f\u00fcr die Armen klar und unmissverst\u00e4ndlich leben. Das spricht einer aus der Spur Jesu. Christus ist ja in keinster Weise falsch, aber hat ein &#8222;Abheben&#8220;, eine &#8222;\u00dcberh\u00f6hung&#8220; an sich. Und \u00fcberh\u00f6ht ist schon zu viel im Vatikan.<\/p>\n<p><strong>Und wo ist die Mutter?<\/strong><\/p>\n<p>Der Gottesdienst im Linzer Dom wird musikalisch von vier M\u00e4nnern unter der Leitung von Tobias Chizzali gestaltet: mannOmann nennen sie sich. Der Regens des Priesterseminars f\u00fchrt in seiner Predigt &#8222;in das Wesen Gottes ein&#8220;. Das Gleichnis vom barmherzigen Vater legt er einf\u00fchlsam dar. Ich sitze in der Bank und genie\u00dfe die Sch\u00f6nheit der Liturgie, der Gedanken und der Musik. Und dann dreht sich langsam ein gro\u00dfes Fragezeichen hoch: Der Vater, zwei S\u00f6hne und hier treffen wir auf das Wesen Gottes. Wo ist die Mutter der S\u00f6hne? Wo die Frau des Vaters? W\u00e4re sch\u00f6n, wenn sie im Gleichnis einen Platz gefunden h\u00e4tte, wo wir wissen, dass den Frauen eine ganz gro\u00dfe Rolle bei der Grundlegung des Lebens und Glaubens zukommt. Auch das Fest, dass der Vater ausruft, wird wahrscheinlich von der Mutter mitgefeiert. Ich verlasse den Dom gen\u00e4hrt und trage eben dieses Fragezeichen: Geht es \u00fcberhaupt, das Wesen Gottes anzudeuten, ohne die Mutter zu erw\u00e4hnen?<\/p>\n<p><strong>Sie sollen heiraten<\/strong><\/p>\n<p>Die Wirtin am Wildberghang hat Schaf auf dem Programm. Das soll am Laetare den Mittagshunger bearbeiten. Das Schaf hat nicht nur den Hunger bearbeitet, sondern Genuss gestiftet. Am Tisch daneben war wie in diesen Tagen \u00fcberall &#8222;die Kirche und der Papst&#8220; das Thema. Lautstark haben die sechs \u00e4lteren Frauen und M\u00e4nner darin \u00fcbereingestimmt: &#8222;Der neue Papst soll sie doch heiraten lassen, die Pfarrer.&#8220; \u00a0Dabei schauen sie auf unseren Tisch her\u00fcber, weil wir uns kennen. Ich bleibe beim Schaf und genie\u00dfe es und kann es nicht glauben, dass der neue Papst da etwas machen &#8222;darf&#8220;. Ihre Einsch\u00e4tzung wird nicht geh\u00f6rt werden. Oder es geschieht ein Wunder. Da wurde zu lange und zu intensiv betoniert. Der lange Aufstieg zu Fu\u00df aus dem Haselgraben &#8222;himmelw\u00e4rts&#8220; nach Kirchschlag hat die Gedanken frei gemacht. Vorfreude kommt auf. Am Samstag geht es wieder einmal nach Assisi f\u00fcr ein paar Tage. Da wird der neue Papst in Rom sein. Wir freuen uns schon darauf. Seit langem hole ich die &#8222;Assisi&#8220;-Schachtel hervor und lasse die Zeit vor und nach meinem Gehen nach Assisi 2009 zur\u00fcckkommen. Aus heutiger Sicht eine unglaubliche Zeit. Bei &#8222;Nachschauen der Orientierung&#8220; kommen mir noch die <a title=\"Morgengedanken\" href=\"http:\/\/religion.orf.at\/stories\/2574849\/\" target=\"_blank\">Morgengedanken von Bischof K\u00fcng <\/a>entgegen: &#8222;Gott wei\u00df l\u00e4ngst, wer kommen wird.&#8220; Am Dienstag werden 115 Kardin\u00e4le versuchen, die Entscheidung Gottes zu &#8222;treffen&#8220;. Ihre Entscheidung ist dann Gottes Entscheidung. Logisch.<br \/>\nWer wei\u00df, ob Gott nicht einen Wutanfall bekommen wird, wenn der wei\u00dfe Rauch aufsteigt? So offen sollte uns der Sonntag machen. Oder?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinen Sonntag halte ich offen, damit ich offen bleibe. Nat\u00fcrlich begegnen einem in dieser Offenheit ganz verschiedene &#8222;Themen&#8220;. Das ist der Sinn meiner Offenheit. Das beginnt damit, dass mich das Ausschlafen weckt und nicht der Wecker. Dessen verl\u00e4sslicher Job ist morgen Montag wieder ganz fr\u00fch dran. Es ist trotzdem fr\u00fch. Die Sonntagszeit hat aber eine &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/ein-ganz-normaler-sonntag\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,10,1],"tags":[],"class_list":["post-4126","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokal-detektive","category-philosophie-theologie","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4126"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4134,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4126\/revisions\/4134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}