{"id":4201,"date":"2013-04-07T19:44:23","date_gmt":"2013-04-07T18:44:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=4201"},"modified":"2018-01-04T06:45:37","modified_gmt":"2018-01-04T05:45:37","slug":"der-brennpunkt-zweifel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-brennpunkt-zweifel\/","title":{"rendered":"Der Brennpunkt Zweifel"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wenn das so einfach w\u00e4re, mit dem Glauben&#8220;, h\u00f6rte ich heute mehrmals in der Predigt von P. Gottfried in der Franziskanerkirche in Wien. Es war keinerlei &#8222;frustrierter Unterton&#8220; dabei, sondern ein recht klarer Blick auf viele Vorg\u00e4nge in unserer Gesellschaft und manche Situation in der Kirche. Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die \u00dcberlegungen war das Evangelium vom &#8222;ungl\u00e4ubigen Thomas&#8220;. Die Bezeichnung ungl\u00e4ubig irritiert mich schon lange. Er hat seinen Zweifel ge\u00e4u\u00dfert: &#8222;Wenn ich nicht mit eigenen Augen sehen und mit meinen H\u00e4nden nicht begreifen kann, dann ist es mir unm\u00f6glich zu glauben.&#8220; Er will sich selber ein Urteil bilden davon, woran er sein Herz h\u00e4ngen m\u00f6chte nach den irdischen Erfahrungen mit Jesus. Er will keiner Einbildung aufsitzen und das f\u00fcr Wahr-und-wichtig-halten der Aussagen seiner Freunde Apostelkollegen war ihm nicht m\u00f6glich. So wurde er der &#8222;ungl\u00e4ubige&#8220;. In der Katechese bekam diese &#8222;Zuschreibung&#8220; eine besondere &#8222;moralische F\u00e4rbung&#8220;. Es kommen Erinnerungen an den eigenen Religionsunterricht: Thomas ist Zweifel ist schlecht. H\u00e4tte Thomas aber keinen Zweifel ge\u00e4u\u00dfert, w\u00e4re das zweite Testament nicht nur eine Geschichte \u00e4rmer, sondern Jesus h\u00e4tte sich als Auferstandener nicht in der Intensit\u00e4t dem Zweifler zugewandt.<\/p>\n<p><strong>Die Ellipse von Glaube und Zweifel<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4205\" alt=\"Die Furche\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294-150x75.jpg\" width=\"150\" height=\"75\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294-150x75.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294-1024x513.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/IMG_9294.jpg 1325w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ich muss gestehen, dass ich w\u00e4hrend der Predigt mit meinem Gedanken der Ellipse nebenbei besch\u00e4ftigt war. Das Bild von der Ellipse, den beiden Brennpunkten, den Konstruktionsschritten, der h\u00e4ndischen Fertigstellung der Kurve dient mir schon \u00fcber Jahre als Grundparadigma zum Lebensverst\u00e4ndnis. Es ist nicht ein Punkt, um den sich das Leben entfaltet, konstruiert. Es sind immer zwei Brennpunkte: Frau &#8211; Mann, Eltern &#8211; Kind, rechter Fu\u00df &#8211; linker Fu\u00df, Vergangenheit &#8211; Zukunft, Gott &#8211; Mensch, einatmen &#8211; ausatmen, stehen &#8211; gehen. Das kann ich fast unendlich fortf\u00fchren bis hin zum Glauben &#8211; Zweifel. Je fester du im Glauben wirst, umso mehr meldet sich nat\u00fcrlicher Weise der Zweifel. Viele Heilige geben davon bis zu ihrem Lebensende ein glaubw\u00fcrdiges Zeugnis. Je mehr dich der Zweifel erfasst, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Sehnsucht, die Zirkelspitze zum Brennpunkt Glauben zu f\u00fchren. In der Predigt wurde doch etwas pauschal die Wissenschaft als &#8222;gottlos&#8220; dargestellt. Es stimmt auch, dass viele Wissenschaftler die Wissenschaft als geschlossenes System sehen und betreiben. Im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit Anton Zeilinger durfte ich einmal l\u00e4nger \u00fcber die Quantenphysik und den Glauben reden. Seine Sicht, die er oft auch medial darstellt, ist doch auch, dass die wissenschaftlichen Annahmen, die Zuf\u00e4lle nahe legen, von Glauben zu reden. Auch dort bewegt sich die Welt auf der Brennpunktlinie Zweifel und Glaube. Ich bin froh, dass Thomas den Zweifel so stark und intensiv &#8222;herausgelassen&#8220; hat, weil er so in der unmittelbaren Jesus-Begegnung mit dem Glauben beschenkt wurde. Ein anderer hat einmal gesagt: Glauben und Zweifel sind Geschwister. Oder wie zwei Brennpunkte. Konstruiere.<\/p>\n<p>Der Schl\u00e4gler Jakob Eckerstorfer OPr\u00e4m sieht das am Wei\u00dfen Sonntag als Lebenstrott (aus Facebook):<\/p>\n<p>EINSicht<br \/>\nZWEIfel<br \/>\nEINSicht<br \/>\nZWEIfel<br \/>\nEINSicht<br \/>\nZWEIfel<br \/>\n&#8230;<br \/>\ndoch pl\u00f6tzlich Begegnung:<br \/>\nDREIfaltiger!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wenn das so einfach w\u00e4re, mit dem Glauben&#8220;, h\u00f6rte ich heute mehrmals in der Predigt von P. Gottfried in der Franziskanerkirche in Wien. Es war keinerlei &#8222;frustrierter Unterton&#8220; dabei, sondern ein recht klarer Blick auf viele Vorg\u00e4nge in unserer Gesellschaft und manche Situation in der Kirche. 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