{"id":4620,"date":"2013-10-21T21:02:14","date_gmt":"2013-10-21T20:02:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=4620"},"modified":"2018-01-04T06:40:58","modified_gmt":"2018-01-04T05:40:58","slug":"pilgern-im-wir-von-waldsassen-nach-volkenroda-auf-der-via-porta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/pilgern-im-wir-von-waldsassen-nach-volkenroda-auf-der-via-porta\/","title":{"rendered":"Pilgern im Wir von Waldsassen nach Volkenroda auf der Via Porta"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4628\" alt=\"1_IMG_5014\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/1_IMG_5014.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>23 Personen brechen auf. Wir kennen einander nicht, nur zwei Ehepaare sind jeweils einander vertraut. <a href=\"http:\/\/www.welt-der-frau.at\" target=\"_blank\">Welt der Frau<\/a> hat eingeladen und das <a href=\"http:\/\/www.weltanschauen.at\" target=\"_blank\">Reiseb\u00fcro Weltanschauen<\/a> war mit der Vorbereitung der Reise betraut. Die Chefredakteurin Christine Haiden erh\u00f6hte die Zahl f\u00fcr drei Tage auf 24. Ich durfte als Weg- und Pilgerbegleiter &#8222;mitgehen&#8220;. Meine Erfahrungen vom M\u00e4rz und April 2012 (24 Tage) flossen als eine der internationalen Routen in das <a href=\"http:\/\/www.welt-der-frau.at\/index.htm?http:\/\/www.welt-der-frau.at\/shoping.asp\" target=\"_blank\">Buch &#8222;Neue Wege&#8220; <\/a>\u00a0ein. Die erste &#8222;Reise&#8220; sollte ins Kloster Volkenroda f\u00fchren. Insgesamt standen 9 Tage zur Verf\u00fcgung. An acht Tagen sind wir insgesamt mehr als 150 Kilometer gegangen, bei jedem Wetter. \u00a0Die &#8222;vorgenommen und geplanten&#8220; Strecken auf der Via Porta sind wir gepilgert. Alle sind am Ziel zu Fu\u00df angekommen. Das war bewegend, nicht nur f\u00fcr mich.<\/p>\n<p><strong>Gehen f\u00fchrt Menschen zusammen^^<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4629\" alt=\"2_IMG_5076\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2_IMG_5076.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Die erste Fu\u00df-Strecke von Mitterteich hat nach einer 4,5 st\u00fcndigen Busfahrt alle in Bewegung gebracht. Nicht wenige waren dabei, die noch nie mit Rucksack mehrere Tage unterwegs waren. Zwei waren schon alleine wochenlang als Pilger am Jakobsweg unterwegs. Unterschiedlichste Voraussetzungen f\u00fcr unsere gemeinsamen Tage. Die Erfahrung lehrt, dass sich in den ersten drei Stunden eigentlich alle &#8222;Begrenzungen&#8220; (Blasenandeutungen, R\u00fcckenbeschwerden, Rucksackgewicht) zeigen. Jetzt hei\u00dft es, sie gut und positiv in der Gruppe auf den Weg hin zu transformieren. In der <a href=\"http:\/\/www.abtei-waldsassen.de\/abteineu\/\" target=\"_blank\">Abtei Waldsassen<\/a> kommen alle an. Wir sind in Bewegung und bekommen eine wunderbare Bleibe. Sr. Sophia zeigt uns des n\u00e4chstens die wunderbare Bibliothek und somit war die Welt rein \u00e4u\u00dferlich wieder in Ordnung. Es zeigt sich: Es geht f\u00fcr und mit allen.<br \/>\n<em>[Mitterteich &#8211; Abtei Waldsassen]<\/em><\/p>\n<p><strong>Weites Gehen ist heilsam<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4630\" alt=\"3_IMG_5132\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/3_IMG_5132.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Von Waldsassen brechen wir etwas gespannt auf nach Hohenberg an der tschechischen Grenze. Erstmals begegnen wir dem &#8222;gr\u00fcnen Band&#8220; und der unglaublichen Naturvielfalt bei unserem Gehen und Pilgern im weitl\u00e4ufigen Gel\u00e4nde. Das Wetter ist uns gn\u00e4dig und l\u00e4sst uns im Trockenen gehen. Beim Gespr\u00e4ch mit der Leiterin des internationalen Jugendbildungszentrum stellt sich heraus, dass gerade diese Ecke Bayerns durch die Pleite der Keramik und Glasindustrie (&#8222;Man bekommt ja heute alles billigst aus China.&#8220;) mit groben Problemen zu k\u00e4mpfen hat. Die fr\u00fchere Jugendf\u00fcrsorgerin wei\u00df genau bescheid \u00fcber den Drogen-Umschlagplatz in dieser Gegend. Wir sp\u00fcren: Unser Pilgern ist ein &#8222;Welt anschauen&#8220;. Das stundenlange Gehen hat m\u00fcde und hungrig zugleich gemacht. Das gewohnte Mittagessen wurde individuell \u00fcberbr\u00fcckt. Eine abendliche Runde im Sinne von &#8222;Zeit f\u00fcr Jetzt&#8220; war sehr pers\u00f6nlich und jede und jeder schilderte die Motivation f\u00fcr das Mitgehen und woher er oder sie kommt. Tief ber\u00fchrt und bereichert gehen wir fr\u00fch schlafen. Ein gro\u00dfer Schritt zum Wir, zum \u00a0Zusammenwachsen zu einer Pilgergruppe ist geschehen. Es wird schon gesungen.<br \/>\n<em>[Waldsassen &#8211; Hohenberg]<\/em><\/p>\n<p><strong>Weite Wald- und Feldwege und Improvisation<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4631\" alt=\"4_IMG_5274\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/4_IMG_5274.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Geh-Motor ist bei allen angesprungen. Schmerzhafte Begleiter in Form von Blasen oder leichten R\u00fcckenschmerzen sind mit dabei. Aus Erfahrung sage ich: Das ist normal in einer so gro\u00dfen Gruppe. Mit Erfahrungen und Material wird einander das Gehen leichter gemacht. Mein Impulse f\u00fchren auch dorthin, das ganze Leben zu sehen. Ich selber sp\u00fcre die kleine Zehe. Wohlgemerkt: Sp\u00fcre und sie schmerzt nicht. Die erste Geh-Etappe beschlie\u00dfen wir in Marktleuthen. Der Bus bringt uns nach Lehesten am Rennsteig in Th\u00fcringen direkt in den Schieferpark. Der ehemalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer gibt uns einen sehr pers\u00f6nlichen Einblick in die Zeit des Schieferabbaues, des R\u00fcckganges und schlie\u00dflich der Schlie\u00dfung und Flutung der Grube. Wir sp\u00fcren seine inneren Schmerzen. Wehmut liegt im kalten Raum. Wir schauen wieder ein St\u00fcck Welt ganz authentisch und erlebbar.<br \/>\n<em>[Hohenberg &#8211; Marktleuthen]<\/em><\/p>\n<p><strong>Es muss auch geregnet haben<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4632\" alt=\"Hier stand der Stacheldraht\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/5_IMG_5315.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Wer nur bei Sonne unterwegs ist, hat das halbe Pilgerleben vers\u00e4umt. Deshalb hat es am vierten Tag in aller Fr\u00fche stark geregnet. Wir haben uns alle regenfest gemacht. Wir gehen trotz starkem Regen. Eine eigene Erfahrung. Noch dazu an dem Tag, wo wir mehrmals die Todesgrenze und das ehemalige Sperrgebiet durchpilgern. Zeit, ein weniger stiller zu sein und die Gespr\u00e4che auf diese dunklen Jahre der Grenzziehung zu lenken. Ein Mahnmal f\u00fcr die umgekommen Fl\u00fcchtenden l\u00e4sst uns ruhig werden. In Spechtsbrunn \u00fcbernachten einige, andere in Lichte. Sie ist jener Teil unserer Gruppe, &#8222;der im Lichte war&#8220;. Der Wirt l\u00e4sst uns wissen, wie voll die Gaststube fr\u00fcher war und wie wenige heute in diese Grenzregion kommen. &#8222;Fr\u00fcher war nicht alles schlechter&#8220;, erg\u00e4nzt er unverbittert unser &#8222;Wissen&#8220;. Es hat auch nicht den ganzen Tag geregnet, auch wenn es der Regentag war.<br \/>\n<em>[Lehesten &#8211; Spechtsbrunn]<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Wald als Schutzmantel<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4633\" alt=\"6_IMG_5393\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/6_IMG_5393.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Fr\u00fch am Morgen brechen wir auf. Der Nebel begegnet der Sonne \u00fcber Spechtsbrunn. Das weite Land wird mit Wattebauschen ber\u00fchrt. Eine zarte Stimmung liegt in der Luft. Unser Morgenimpuls geht \u00fcber und mit diesem Land, das so lange eine Trennlinie war. Ab jetzt bleiben wir am Rennsteig in Th\u00fcringen. Die Wege sind nass und doch so wunderbar. Der Wind l\u00e4sst die B\u00e4ume \u00fcber uns wanken, nicht aber unser F\u00fcsse und unsere mentale Kraft. Ein sch\u00f6nes und starkes spirituelles Band h\u00e4lt unsere Gruppe zusammen, ein &#8222;mentales Gummiringerl&#8220;. Der Aussichtsturm steht da. Im Nebel. Wer hinaufgeht, kann den Nebel noch viel deutlicher Sehen. Das tut unserer positiven Stimmung keinen Abbruch. Der Wald sch\u00fctzt uns heute. Der Nebel hat seine Reize und in Limbach glauben wir am Ziel zu sein. Nein. Das Gasthaus Thomas M\u00fcntzer ist 2 km in Richtung Tal. Ein Neuaufbruch ist auch f\u00fcr 2 km gar nicht so leicht. Daf\u00fcr erleben wir einen gespr\u00e4chigen und taffen Wirt, der als ehmaliger Heimleiter des Hauses privat investiert hat und eine tolle Arbeit macht.<br \/>\n<em>[Spechtsbrunn &#8211; Limbach Gasthaus M\u00fcntzer]<\/em><\/p>\n<p><strong>Wehmut am Fenster<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4634\" alt=\"7_IMG_5457\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/7_IMG_5457.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Tipp des Wirtes erm\u00f6glicht uns einen wunderbar gleichm\u00e4\u00dfigen Aufstieg zur\u00fcck zum Rennsteig. Es muss ein alter Weg hinunter in die M\u00fchle gewesen sein. Kaolin wurde hier abgebaut und in der alten M\u00fchle im Tal gemalen und so wieder zur\u00fcck zur Verarbeitung gebracht. Auf der Friedrichsh\u00f6he, der kleinsten eigenst\u00e4ndigen Gemeinde mit ca. 30 Einwohnern, kehren wir ein im Gasthaus &#8222;Zum Rennsteig&#8220;. Eine allgegenw\u00e4rtige Bezeichnung. Nach unserer Rast warten wir vor der T\u00fcr zusammen und einige beginnen zu singen. In Sekundenschnelle war eine Mehrstimmigkeit da. Die alte Wirtin steht am Fenster und h\u00f6rt sichtbar wehm\u00fctig zu. Genau das muss fr\u00fcher oft der Fall gewesen sein am ber\u00fchmtesten Weitwanderweg Deutschlands, &#8222;Am Rennsteig&#8220;. In Masserberg angekommen, kommt uns der Bus schon entgegen, der uns nach Behringen \u00fcberstellt.<br \/>\n<em>[Limbach &#8211; Masserberg]<\/em><\/p>\n<p><strong>Gott vergessen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4635\" alt=\"8_IMG_5596\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8_IMG_5596.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Das Schlosshotel Behringen nimmt uns auf. Wir besuchen den evangelischen Pfarrer der Gemeinde. Das offene und ehrliche Gespr\u00e4ch l\u00e4sst uns die Welt wieder neu schauen. &#8222;Die Menschen haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben.&#8220; Das trifft. Sonntagsgottesdienste werden nicht mehr regelm\u00e4\u00dfig gefeiert, weil keine Mitfeiernden kommen. \u00a0Leere Riten finden keine Menschen. Er selber ist ein bunter Vogel. Er kann gut mit der Jugend. In der Baude am Weg nach Weberstedt erz\u00e4hlt uns der H\u00fcttenwirt, &#8222;dass der Uwe sehr viel bewegt, vor allem bei der Jugend.&#8220; F\u00fcr mich ist fast unertr\u00e4glich, die Sonntagsgemeinschaft zu verlieren. Der \u00dcbergang durch den Nationalpark &#8222;Hainich&#8220; ist n\u00e4chsten Tag unglauchlich n\u00e4hrend. So viele Farben ist der Herbstsonne im gr\u00f6\u00dften Laubwald Deutschlands vergoldet auch die eigene Seele. Den Abend in der Herberge verbringen wir singend und fast ein wenig &#8222;ausgelassen&#8220;. Wir sp\u00fcren, dass wir schon nahe am Ziel sind.<br \/>\n<em>[Behringen &#8211; Weberstedt]<\/em><\/p>\n<p><strong>Ankommen und ganz tief durchatmen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4636\" alt=\"9_IMG_5814\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814-150x73.jpg\" width=\"150\" height=\"73\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814-150x73.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814-300x147.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814-1024x504.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/9_IMG_5814.jpg 1568w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Die letzen 23 km waren freudig und &#8222;zach&#8220; zugleich. Die erste H\u00e4lfte war \u00a0auf Gehwegen zwischen den Ortschaften bis nach Altengottern. Dort haben wir in einem Gemeindezentrum etwas zu trinken bekommen. Es war kalt und der Bodennebel hat sich in die Kleidung und das Gem\u00fct eingeschlichen. Die letzten 11 km gingen entlang von riesigen Feldern. V\u00f6gel und Insekten haben hier keinen Raum. Wir stellen uns alle Natur vielf\u00e4ltiger vor. Auch die landwirtschaftliche Nutzung sollte das ber\u00fccksichtigen. Die letzten 2 km geht es bergan zum Kloster Volkenroda. Zwetschkenb\u00e4ume halten uns auf. Die Natur will uns noch n\u00e4hren, bevor wir &#8222;freudig m\u00fcde und and\u00e4chtig&#8220; die fast unscheinbare Klosteranlage betreten. Wir gehen in die die \u00e4lteste erhaltene Zisterzienser-Kirche, die heute das Zentrum der \u00f6kumenischen Kommunit\u00e4t ist. Wir setzen uns einfach nieder und atmen durch. Wir sind da. Einige haben Tr\u00e4nen in den Augen, weil sie es geschafft haben. &#8222;Dankbarkeit&#8220; ist das Wort, das uns erfasst und weniger &#8222;Leistung&#8220;. Wir beten das Vater unser und singen mehrere Lieder. Wir sind <a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4642\" alt=\"91_IMG_5834\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/91_IMG_58341.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>zusammen gegangen, gewachsen. Im mehrstimmigen Singen sp\u00fcren wir das &#8222;Wir&#8220;, das sich entwickelt hat. Sr. Johanna zeigt uns die Pilger-Unterkunft, den Christus-Pavillon und das Kloster. Lothar l\u00e4dt uns ein, an der &#8222;Sonntagsbegr\u00fc\u00dfung&#8220; teilzunehmen. Ein tiefes Ritual in Anlehnung an das Judentum. Singen, beten, Kerze anz\u00fcnden und Agape bei Brot und Wein. Am Sonntag feiern wir noch den Gospel-Gottesdienst mit. Ein wunderbare Stimmung und ein ganz kr\u00e4ftiger Ort im vereinten Europa. Frau Ulrike K\u00f6hler, die Initiatorin des Wiederaufbaues und Mitglied der Kommunit\u00e4t von Ledigen und Verheirateten sitzt vorne mit ihrem Mann und zwei der sechs Enkelkinder.<br \/>\n<em>[Weberstedt &#8211; Volkenroda]<\/em><\/p>\n<p>Bitte um Verst\u00e4ndnis bei den MitpilgerInnen: Es l\u00e4sst sich nicht alles in Worte fassen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kloster-volkenroda.de\" target=\"_blank\"><br \/>\nKloster Volkenroda<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viaporta.de\" target=\"_blank\">Via Porta<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abtei-waldsassen.de\" target=\"_blank\">Abtei Waldsassen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23 Personen brechen auf. Wir kennen einander nicht, nur zwei Ehepaare sind jeweils einander vertraut. Welt der Frau hat eingeladen und das Reiseb\u00fcro Weltanschauen war mit der Vorbereitung der Reise betraut. Die Chefredakteurin Christine Haiden erh\u00f6hte die Zahl f\u00fcr drei Tage auf 24. Ich durfte als Weg- und Pilgerbegleiter &#8222;mitgehen&#8220;. Meine Erfahrungen vom M\u00e4rz und &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/pilgern-im-wir-von-waldsassen-nach-volkenroda-auf-der-via-porta\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,16,1],"tags":[],"class_list":["post-4620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gehen-pilgern","category-lokal-detektive","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4620"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4646,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4620\/revisions\/4646"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}