{"id":4922,"date":"2014-01-26T17:26:36","date_gmt":"2014-01-26T16:26:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=4922"},"modified":"2018-01-04T06:38:27","modified_gmt":"2018-01-04T05:38:27","slug":"vorgetragene-resignation-und-gesprochene-erneuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/vorgetragene-resignation-und-gesprochene-erneuerung\/","title":{"rendered":"Vorgetragene Resignation und gesprochene Erneuerung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/adl_bisch\u00f6fe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4927\" alt=\"Bisch\u00f6fe\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/adl_bisch\u00f6fe-150x102.jpg\" width=\"150\" height=\"102\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/adl_bisch\u00f6fe-150x102.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/adl_bisch\u00f6fe-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/adl_bisch\u00f6fe.jpg 795w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der <a href=\"http:\/\/religion.orf.at\/stories\/2626450\/\" target=\"_blank\">Ad-limina-Besuch<\/a> hat begonnen. Kardinal Sch\u00f6nborn hat in Rom dem <a href=\"http:\/\/de.radiovaticana.va\/\" target=\"_blank\">Radio Vatikan <\/a>ein Interview gegeben, das von der <a href=\"http:\/\/www.kathweb.at\/site\/nachrichten\/database\/60203.html\" target=\"_blank\">Kathpress <\/a>zusammengefasst wurde. Wer das Interview aufmerksam liest und nicht in den Details h\u00e4ngen bleibt, wird einen resignativen Unterton merken. Alles ist anders und kleiner geworden. Das liest sich dann so. &#8222;Diese Kirche wandle &#8222;sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche&#8220;, so der Vorsitzende der \u00d6sterreichischen Bischofskonferenz: &#8222;Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal ver\u00e4ndert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.&#8220; H\u00e4tte sie nicht werden m\u00fcssen, wenn die Bisch\u00f6fe Wandlungsprozesse gef\u00f6rdert und nicht verhindert h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Die Pfarrgemeinschaften wollen leben<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4929\" alt=\"Creative\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000-150x88.jpg\" width=\"150\" height=\"88\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000-150x88.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000-300x176.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000-1024x603.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000-900x530.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Creative_1000.jpg 1149w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Pers\u00f6nlich macht mich eine solche Betrachtungsweise traurig, wo die Bisch\u00f6fe selber durch Reformverweigerung die alte Form der Pfarre aufrecht erhalten wollten. Es wurde nicht ber\u00fccksichtigt, dass Pfarren einen Dienst am Gemeinwesen erf\u00fcllen und nicht einfach ein klerikal gef\u00fchrtes Ritualgebilde ist. Ganz ehrlich: Dort, wo sich die Pfarrgemeinschaft die Grundfrage &#8211; Wollen alle miteinander, dass in 50 Jahren hier bei uns im Dorf oder Stadtteil der christliche Glaube eine Rolle spielt? &#8211; \u00a0gestellt hat und postiv beantwortet hat,\u00a0\u00a0dort sind lebendige Pfarrgemeinschaften gewachsen. Die Haltung der Menschen in diesem D\u00f6rfern und Stadtteilen ist nicht, ob uns die Di\u00f6zese einen Priester schickt oder nicht oder welchen, sondern sie nehmen das Pfarrgemeinschaft selber in die Hand. Das Modell Pfarrleitung durch Seelsorgeteams in Ober\u00f6sterreich ist ein gut geeigneter Weg dabei. Auch der Pfarrgemeinderat kann zum Tr\u00e4ger des Pfarrlebens werden. Daf\u00fcr habe ich in meiner Heimatpfarre im M\u00fchlviertel gerne meine Zeit, mein Wissen und meine Energie ehrenamtlich mit vielen anderen eingebracht. Die klerikale Sichtweise der Bisch\u00f6fe (Erste Frage immer: Was d\u00fcrfen die Laien und was nicht?) und die alleinige Verwaltungsperspektive (Pfarrzusammenlegung, Pfarrverb\u00e4nde) hat den betroffenen ehrenamtlich motivierten Engagierten den Nerv gezogen. Motivation verliert sich im Un\u00fcbersichtlichen. Heutige Engagierte sind keine Helfer des Pfarrers. Oft m\u00f6chte ich ganz laut hinausrufen: &#8222;Lasst den Glauben und die Pfarrgemeinschaften in und rund um die Dorf- oder Stadtpfarrkirche ungehindert wachsen .&#8220; Weil man den konkreten Menschen im Endeffekt nicht traut, verbreitet man &#8222;Klein-Denken&#8220; und R\u00fcckzug in die &#8222;Entscheidungskirche&#8220;. Klingt gut. Aber: Wie hat es im Vatikanum II gehei\u00dfen: &#8222;Wanderndes Volk Gottes&#8220;. In Rom wird leider die resignative Form vorgetragen: &#8222;\u00dcberschaubare Entschiedenen-Gruppe&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Die Kraft und Motivation ist da, wo Gemeinschaft um den Kirchturm gebildet wird<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4931\" alt=\"Sehnsucht_1\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1-150x112.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Sehnsucht_1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Gestern habe ich bei meinem Vortrag in Seggau in mehrheitlich zuversichtliche und engagierte Gesichter geschaut. Auf der Zugfahrt nach Linz ist mir \u00f6fter durch den Kopf und Herz gegangen: Lasst euch nicht bremsen. Denkt gro\u00df und handelt. Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke. Habt Mut. Engagiert euch in eurer konkreten Pfarrgemeinschaft und lasst euch nicht verheizen und erm\u00fcden durch di\u00f6zesan gefinkelt eingef\u00e4delte &#8222;Verwaltungsgebilde&#8220;. Worum geht es? Es geht um das Soziale im Ort, um Erz\u00e4hlungen von unserem Glauben, um Gottesdienst und um Community, Gemeinschaft, Zusammengeh\u00f6rigkeit. Die Feuerwehr, der Musikverein, der Sportverein oder die Kulturinitiative wartet auch nicht, ob ihnen von oben jemand geschickt wird. Sie tun und gestalten ihrem Dienst im Gemeinwesen. Eine Pfarre muss sich im 21. Jahrhundert auch so begreifen &#8211; als wertvoller Beitrag zum Gemeinwesen. Politiker erkennen das oft mehr als die Bisch\u00f6fe. Eine Teilnehmerin des Vortrages schreibt mir heute ein Email und meint: &#8222;Wir sind ein bisschen\u00a0festgefahren in den bekannten Strukturen einer Pfarre, viele von uns\u00a0m\u00fcssen erst lernen,\u00a0sich beim Gehen andere Schuhe anzuziehen&#8230;&#8220;. Sie m\u00f6chte, dass ich in ihre (sie ist PGR-Obfrau) Pfarre komme und &#8222;diesen unverzagten und auf Zukunft orientierten Geist bringe&#8220;. Ich habe es versprochen und werde kommen.<\/p>\n<p><strong>Nicht im Wort, sondern in der Tat<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Friedenstauben_Rom.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4932\" alt=\"Friedenstauben_Rom\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Friedenstauben_Rom-150x101.jpg\" width=\"150\" height=\"101\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Friedenstauben_Rom-150x101.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Friedenstauben_Rom-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Friedenstauben_Rom.jpg 301w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Dieser Tage war ich im Stephansdom bei einem Festgottesdienst und h\u00f6rte in der Predigt und bei Ansprachen von den &#8222;neuen Wegen&#8220;, von den &#8222;Aufbr\u00fcchen heute&#8220; und den &#8222;Chancen, neue Wege zu beschreiten&#8220;. Ganz ehrlich: Das Presbyterium war ausschlie\u00dflich mit M\u00e4nnern besetzt und der Gottesdienst in der Form &#8222;wirklich alt-ehrw\u00fcrdig&#8220;. Ich erlebte dort die &#8222;gesprochene Erneuerung&#8220; und nicht Erneuerung. Wie hat Johann B. Metzt gesagt: &#8222;Sie glauben an den Glauben. Sie glauben an die Hoffnung. Sie glauben an die Liebe. Sie glauben an Christus. Worum geht es aber: Ich glaube, hoffe, liebe und folge Jesus nach.&#8220; Sie glauben an die Erneuerung. Es geht aber um Erneuerung selbst. Wenn der Ad-limina-Besuch zu Ende ist, dann hoffe ich, dass die Bisch\u00f6fe vom Papst die &#8222;tats\u00e4chliche Erneuerung&#8220; mitbringen. In der Tat. Und weniger im Wort. Denn: Wenn du predigen gehst, dann ist das Gehen die Predigt. Und: Die K\u00f6rpersprache ist viel lauter als dein Mund. Eigentlich m\u00f6chte ich kein Wort mehr von &#8222;Erneuerung&#8220; h\u00f6ren, sondern sie erleben, sp\u00fcren und frohen Herzens mitmachen.<\/p>\n<p><em>(Leicht ver\u00e4ndert ist der Beitrag als <a href=\"http:\/\/kurier.at\/meinung\/kommentare\/gastkommentare\/vorgetragene-resignation-gesprochene-erneuerung\/51.766.001\" target=\"_blank\">Gastkommentar im Kurier<\/a> erschienen)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ad-limina-Besuch hat begonnen. Kardinal Sch\u00f6nborn hat in Rom dem Radio Vatikan ein Interview gegeben, das von der Kathpress zusammengefasst wurde. Wer das Interview aufmerksam liest und nicht in den Details h\u00e4ngen bleibt, wird einen resignativen Unterton merken. Alles ist anders und kleiner geworden. 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