{"id":5090,"date":"2014-04-03T14:51:39","date_gmt":"2014-04-03T13:51:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5090"},"modified":"2018-01-04T06:36:47","modified_gmt":"2018-01-04T05:36:47","slug":"sie-sind-gnadenlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/sie-sind-gnadenlos\/","title":{"rendered":"Sie sind gnadenlos"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/neuwirth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5092\" alt=\"neuwirth\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/neuwirth-137x150.jpg\" width=\"137\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/neuwirth-137x150.jpg 137w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/neuwirth.jpg 257w\" sizes=\"auto, (max-width: 137px) 100vw, 137px\" \/><\/a>Die \u00e4u\u00dferste engagierte und bestens vernetzte Pr\u00e4sidentin des\u00a0<a href=\"www.kath-publizisten.at\" target=\"_blank\">Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten \u00d6sterreichs<\/a>\u00a0Gabriele Neuwirth h\u00e4lt ihre Eindr\u00fccke von den\u00a0\u00d6sterreichischen Journalismustagen im Museumsquartier f\u00fcr die Mitglieder fest. Sie schreibt das in pointierter und kurzer Form und so kann ich mir, obwohl ich nicht dabei sein kann, ein Bild machen. Ihre Anmerkungen nach der Keynote von Armin Wolf zum Thema &#8222;Machen die Medien die Politik kaputt?&#8220; gingen mir irgendwie unter die Haut. Ich habe den Eindruck, dass hier sehr fundamental das &#8222;h\u00f6llische Karussell Medien und Politik&#8220; einmal von Betroffenen hinterfragt und angeschaut wird. Jede tiefe Ver\u00e4nderung, Revolution beginnt mit dem ungeschminkten Blick auf die Realit\u00e4t. Armin Wolf sagt, &#8222;dass Politik irgendwie kaputt ist.&#8220; 5 % haben noch Vertrauen dorthin. Es ist eine tiefe Reflexion notwendig.<\/p>\n<p><strong>Der Handlungsspielraum wird kleiner<\/strong><\/p>\n<p>Gabriele Neuwirth schreibt in ihrer Zusammenfassung f\u00fcr die Mitglieder folgende Zeilen, wenn sie Armin Wolf zuh\u00f6rt: &#8222;Wir m\u00fcssen Erbarmen mit den Politikern haben. F\u00fcrs Geld lohnt sich Politik nicht. Der Handlungsspielraum wird kleiner, W\u00e4hler verlangen dennoch weiter eichende Entscheidungen. Wir sollten mehr Respekt mit Menschen haben, die sich das antun.&#8220;\u00a0Wolf zitiert David Zane Mairowitz, 1992: Gro\u00dfe F\u00fchrungsfiguren brauchen Charisma und Aura, das entsteht nur durch Mystifikation, das ist in einer modernen Mediengesellschaft nicht mehr m\u00f6glich. &#8222;Wir wissen zu viel \u00fcber Politiker, sie werden auf das Niveau eines Durchschnittsmenschen herabgezogen. Die neuen Medien verlangen nach einem professionellen Auftritt und entlarven das gleichzeitig als Schmierenkom\u00f6die.&#8220; Medien\u00a0w\u00fcnschen Authentizit\u00e4t und machen sie gleichzeitig l\u00e4cherlich. &#8222;Sie sind gnadenlos. Wir Journalisten und wir W\u00e4hler.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Grausam wird in Social Media mit Politikern umgegangen<\/strong><\/p>\n<p>Armin Wolf, dem auf Twitter 107.000 Follower nachfolgen, sieht in den Social Media nicht gerade die Ausgeburt von Respekt und Niveau. Neuiwrth hat das so geh\u00f6rt: &#8222;Grausame ist der Umgang mit Politikern in Sozialen Medien. Digitaler Pranger, digitale Lynchnotiz. Aber:\u00a0Politiker besch\u00e4digen durch ihren Umgang mit Worten selbst die Politik. Strukturelles Nulldefizit. Oder bei der Hypo: Einmaleffekt.\u00a0Politiker meinen: B\u00f6se Fragen von Journalisten besch\u00e4digen Politik und b\u00f6se Fragen seien nicht verantwortungsvoll. In TV-Sendungen, wo die M\u00f6glichkeit der Autorisierung nicht besteht, antworten Politiker gar nicht mehr. Motto: Was ich nicht sage, kann nicht gegen mich verwendet werden. Oder sie lassen sich nicht befragen.\u00a0Niemand ist gnadenloser, h\u00e4mischer oder primitiver gegen Politiker als Politiker selbst.<\/p>\n<p><strong>Ein immens ehrenwerter und schwieriger Beruf<\/strong><\/p>\n<p>Armin Wolf: &#8222;Politiker zu sein ist ein immens ehrenwerter und schwieriger Beruf. Wir Medienleute machen es den Politikern nicht einfacher, unser Job ist es, sie zu beobachten und zu kommentieren. Wer damit ein Problem hat, hat ein Problem mit demokratischer Politik.&#8220; Der Fehler der JournalistInnen liegt wahrscheinlich darin, oft nicht das Wichtigste zu behandeln und es fehlt auch oft die Sachkenntnis. &#8222;Wir lassen Politikern oft zu wenig Zeit. Es ist auch nicht jede Debatte ein Streit, nicht jeder Ausrutscher eine Aff\u00e4re, wir sind oft zu hysterisch. Medien sind nicht fehlerlos. Wir arbeiten durch Social Media unter permanenter Beobachtung, das ist gut, macht aber auch Druck. Fehler passieren auch in Qualit\u00e4tsmedien, weil wir auch gedr\u00e4ngt werden, unter Zeitdruck arbeiten.&#8220; Jetzt verstehe ich viel besser, dass ein Pressefotograf wieder die analoge Fotografie herausholt. Warum? &#8222;Es wird alles viel langsamer und der Moment, der Augenblick des Bildes bekommt eine eigene Qualit\u00e4t.&#8220; Er hat recht: Wir drohen in der digitalen Flut zu ertrinken. Herr Wolf, bitte helfen sie hier auch in der ZIB2 mit. Setzen sie neue Standards. Um der Medien und der Politik willen. Es geht um uns alle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00e4u\u00dferste engagierte und bestens vernetzte Pr\u00e4sidentin des\u00a0Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten \u00d6sterreichs\u00a0Gabriele Neuwirth h\u00e4lt ihre Eindr\u00fccke von den\u00a0\u00d6sterreichischen Journalismustagen im Museumsquartier f\u00fcr die Mitglieder fest. 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