{"id":5326,"date":"2014-04-25T18:59:23","date_gmt":"2014-04-25T17:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5326"},"modified":"2018-01-04T06:35:31","modified_gmt":"2018-01-04T05:35:31","slug":"die-seele-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-seele-geht\/","title":{"rendered":"Die Seele geht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/sg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5329\" alt=\"sg\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/sg-150x92.jpg\" width=\"150\" height=\"92\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/sg-150x92.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/sg-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/sg.jpg 507w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>&#8222;Wer weit geht oder sich auf eine Pilgerwanderung begibt, fordert nicht nur seinen K\u00f6rper. Das Gehen hat auch eine mentale und spirituelle Dimension.&#8220; Das ist meine Erfahrung, die ich in der aktuellen Ausgabe der <a href=\"http:\/\/www.steyler.eu\/svd\/at\/medien-at\/stadt-gottes-at.php\" target=\"_blank\">Stadt Gottes <\/a>beschreibe. Diese wirklich gut gemachte Zeitschrift geht an etwa 70.000 Leserinnen und Leser. Sie wird von den <a href=\"http:\/\/www.steyler.eu\/\" target=\"_blank\">Steyler Missionaren<\/a> herausgegeben. Ein engagiertes Redaktionsteam hat immer einen coolen Themenfokus. In dieser Ausgabe: Gehen und Pilgern. Also ganz Meines.<\/p>\n<p><strong>Das ist keine Leistung, das ist ein Geschenk<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich mein Weitgehen 2004 von Bregenz nach Rust \u00fcber 28 Tage, 2009 von Kirchschlag bei Linz nach Assisi \u00fcber 52 Tage und 2012 von Kirchschlag aus nach Norden in das Kloster Volkenroda in Th\u00fcringen \u00fcber 24 Tage Revue passieren lasse und in einem Satz zusammenfassen m\u00fcsste, dann w\u00fcrde ich sagen: Das Leben kommt mir entgegen. Als ich 2009 in Assisi angekommen bin, habe ich viele SMS an Freunde und Bekannte verschickt: \u201eIn Assisi angekommen. Ich bin da.\u201c Drei haben zur\u00fcckgeschrieben: \u201eGratuliere zu deiner Leistung.\u201c Diesen drei Personen habe ich sofort geantwortet: \u201eDas ist keine Leistung, das ist ein Geschenk.\u201c Die tiefe Haltung der Dankbarkeit ist eine Folge des Weitgehens.<\/p>\n<p><strong>Drei Dimensionen<\/strong><\/p>\n<p>Gehen und Pilgern hat aus meiner Erfahrung drei Dimensionen: k\u00f6rperlich, mental und spirituell. Das Gehen ist die Bestimmung des K\u00f6rpers. Rucksack und mich selber habe ich nie gewogen. Ich z\u00e4hle auch keine Kilometer oder H\u00f6henmeter. Ich habe aber jedes Mal gesp\u00fcrt, dass der K\u00f6rper im Gehen in seinen Rhythmus und in die Kraft hineinw\u00e4chst. \u201eWie lange hast du hintrainiert?\u201c, war eine h\u00e4ufige Frage. Meine Erfahrung: Wer nicht ganz bewegungsunf\u00e4hig ist, wird die k\u00f6rperlichen Herausforderungen bestehen. Das Essen wird weniger, M\u00fcdigkeit wandelt sich nach etwa zehn Tagen in Lust an der Bewegung, kleinere k\u00f6rperliche Gebrechen werden \u201everschmerzt\u201c. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommt die Phase, wo der K\u00f6rper mit dir geht. Von dort kommt der Ausspruch: Pilgern ist Beten mit den F\u00fc\u00dfen. Die F\u00fc\u00dfe waren sehr brave Beterinnen. Ich habe abgenommen.<\/p>\n<p><strong>Das Ziel imaginieren<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWie h\u00e4lt man so weit gehen aus?\u201c, fragten auch viele. Die Jerusalempilger sind ein halbes Jahr gegangen. Ich ja nur \u201erelativ kurz\u201c. Mental hat mir sehr geholfen, dass ich mir das Ziel immer wieder vor Augen gef\u00fchrt habe. In Bregenz habe ich die Zehe in den See gehalten und mir immer wieder vorgestellt, dass ich dieselbe Zehe in den Neusiedlersee halte. Auf der Stolzalpe habe ich mich so hingesetzt, dass ich nach Assisi \u201egeschaut\u201c habe. Wer ein Haus gebaut hat, wei\u00df den Unterschied, ob ich den Schotterhaufen als solchen sehe oder mir bei der Arbeit vorstelle, wie ich mit der Familie beim Essen sitze. Der Haufen wird gleich leichter. So ist es mit den vielen Schritten, die auf ein Ziel hin leichter gehen. Viel mentale St\u00e4rke sch\u00f6pfe ich immer aus der unmittelbaren Begegnung mit den Menschen am Weg. Ich empfinde es als n\u00e4hrend, von den Lebensumst\u00e4nden der Menschen am Weg zu erfahren, \u201esich n\u00e4hren zu lassen\u201c. Zehrende Situationen und Begegnungen meide ich. Aber: So wie du denkst, bist du. So wie du bist, strahlst du aus. Und was du ausstrahlst, bekommst du zur\u00fcck.\u00a0In meinem Tagebuch nach Assisi ist vorne ein kleiner Zettel eingeklebt gewesen, der mir sehr wichtig war. Darauf stand: \u201eFolgende Tageskoordinaten nehme ich mit: Jeden Tag gehe ich ca. sieben Stunden. Jesus lehrt uns beten \u2013 Vater unser. Einen Brief pro Tag schreiben. Kein Alkohol bis Assisi. Das Johannesevangelium ist mein Begleiter. Das Tagebuch f\u00fchren.\u201c Es geht im Endeffekt darum, leer werden zu k\u00f6nnen, offen f\u00fcr Menschen und f\u00fcr Gott. Wer angef\u00fcllt in die Fremde geht, wird keine Fremde entdecken. Und Gottes hervorragendster Ort, unter die Menschen zu gehen, ist \u201ein der Fremde und als Fremder\u201c. Deshalb sind Gastfreundschaft und Offenheit das spirituelle Fundament. Es braucht nicht viel, sondern Wesentliches. Das Vaterunser an den verschiedenen Orten zu beten, hat mich spirituell unglaublich bereichert. So ging es mir auch mit den anderen Koordinaten. Briefe haben mir konkrete Menschen nahe gebracht. Keinen Alkohol zu trinken, hat mich klar in die Wahrnehmung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Drei Wochen sieben Stunden<\/strong><\/p>\n<p>Meine \u00fcber 80-j\u00e4hrige Mutter hat zu mir 2004 sorgenvoll gemeint: \u201eDu wirst dich noch umbringen mit deinem Gehen.\u201c Als ich sie nach 30 Tagen in die Arme schloss, hat sie mich angesehen und gemeint: \u201eDu schaust ja j\u00fcnger aus.\u201c Weitgehen n\u00e4hrt, ist heilsam. So rate ich Menschen oft, zumindest drei Wochen lang sieben Stunden am Tag in einem St\u00fcck zu gehen. Eine Kur dauert auch drei Wochen und fr\u00fcher hat man drei Wochen Urlaub gemacht. Das war aus meiner Erfahrung sehr klug. In diesen drei Wochen wirst du ein neuer Mensch, k\u00f6rperlich, mental und spirituell. Meine Erfahrung: Die Seele geht.<\/p>\n<p>Hier geht es zur <a href=\"http:\/\/www.steyler.eu\/svd\/at\/medien-at\/stadt-gottes-at.php\" target=\"_blank\">Bestellung des Heftes<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wer weit geht oder sich auf eine Pilgerwanderung begibt, fordert nicht nur seinen K\u00f6rper. Das Gehen hat auch eine mentale und spirituelle Dimension.&#8220; Das ist meine Erfahrung, die ich in der aktuellen Ausgabe der Stadt Gottes beschreibe. Diese wirklich gut gemachte Zeitschrift geht an etwa 70.000 Leserinnen und Leser. 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