{"id":5373,"date":"2014-05-07T20:26:19","date_gmt":"2014-05-07T19:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5373"},"modified":"2018-01-04T06:35:00","modified_gmt":"2018-01-04T05:35:00","slug":"fuer-eine-kultur-der-genuegsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/fuer-eine-kultur-der-genuegsamkeit\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine Kultur der Gen\u00fcgsamkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5376\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190-150x112.jpg\" alt=\"_IMG_0190\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0190.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ich bin thematisch fokussiert. In meiner Aufmerksamkeit, meiner Wahrnehmung und in den Beziehungen. Heute begegnet mit <a href=\"http:\/\/www.jesuitenwien1.at\/index.php?id=303&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1183&amp;cHash=1ed2cdc89b0094355362e22eb92036df\" target=\"_blank\">P. Alois Riedlsperger<\/a> im <a href=\"http:\/\/www.kardinal-koenig-haus.at\/\" target=\"_blank\">Kardinal K\u00f6nig Haus<\/a> in Wien am Rande meiner Workshops &#8222;Medien und Berufung&#8220;. Wir kennen einander seit 1978 und ich verdanke ihm viel, wenn es um Sozialethik, Wirtschaft und Politik geht. Der damalige Drei-Monats-Kurs der <a href=\"http:\/\/www.ksoe.at\/ksoe\/index.php\" target=\"_blank\">KS\u00d6 <\/a>hat mich zutiefst und nachhaltig gepr\u00e4gt. Methodisch, thematisch und ganz lebenspraktisch. P. Riedlsperger geh\u00f6rt zu denen, die ihre Antenne tief in die Gesellschaft hineingerichtet haben. Dadurch h\u00f6ren, sehen solche Leute auch die Themen der Zukunft. Und sie sprechen dar\u00fcber, sei es gelegen oder ungelegen. Gestern hat er als Jesuit bei den <a href=\"http:\/\/www.jesuitenwien1.at\/\" target=\"_blank\">Jesuiten<\/a> das Thema &#8222;Gen\u00fcgsamkeit&#8220; in den Raum gestellt. Sein &#8222;Punkte-Manuskript&#8220; hat er mir gegeben. Manche Dinge will ich einfach nicht f\u00fcr mich behalten. Sharing ist das neue Tun. Die Headlines, die Zug\u00e4nge zur Gen\u00fcgsamkeit m\u00f6chte und darf ich hier zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p><strong>Die Problemlage<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Riedlsperger_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5379\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Riedlsperger_01-121x150.jpg\" alt=\"Riedlsperger_01\" width=\"121\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Riedlsperger_01-121x150.jpg 121w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Riedlsperger_01.jpg 175w\" sizes=\"auto, (max-width: 121px) 100vw, 121px\" \/><\/a>&#8222;Die t\u00e4gliche Erfahrung von immer mehr, immer schneller, immer raffinierter tr\u00e4gt nicht mehr.&#8220; Das spielt sich auf zwei Ebenen ab: &#8222;Gesellschaftlich: Die Fortsetzung der herrschenden Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft zeigt sich als ruin\u00f6s.\u00a0Pers\u00f6nlich: Die dramatisch hohe Zahl von Burnout-F\u00e4llen zeigt, dass es vielen einfach zu viel wird.&#8220;<br \/>\nIch merke an: Die Gesellschaft selber, als Ganze ist &#8222;ersch\u00f6pft, im Burnout&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Eine grundlegende Umorientierung<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Da Einzelma\u00dfnahmen keinen Ausweg aus der herrschenden Wirtschafts- und Lebensweise schaffen werden, geht es um eine grundlegende Umorientierung.\u00a0Das Programmwort einer solchen Umorientierung ist: Gen\u00fcgsamkeit.&#8220; Das braucht &#8222;ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Genug: entgegen einem immer mehr, immer schneller und immer raffinierter gilt es, ein Gesp\u00fcr zu entwickeln, was wann und f\u00fcr wen genug ist.&#8220; Wer kann diese Sehnsucht nach dem &#8222;Immer-Mehr&#8220; stillen? Riedlsperger sieht ein Kriterium f\u00fcr Genug: &#8222;Kriterium ist, was den einzelnen, was einer Gemeinschaft wichtig ist f\u00fcr ein gutes Leben \u2013 im Sinne von Qualit\u00e4t des Lebens.\u00a0Es geht um die F\u00e4higkeit, Grenzen wahrzunehmen oder zu setzen, damit das Leben wieder zu sich findet.&#8220;<br \/>\nEs stimmt: Das Leben sucht sich gerade. Irgendwie macht es dabei einen etwas hilflosen Einsatz.<\/p>\n<p><strong>Gen\u00fcgsamkeit \u2013 eine Frage der Kultur<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5377\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196-150x105.jpg\" alt=\"_IMG_0196\" width=\"150\" height=\"105\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196-150x105.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196-900x634.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_0196.jpg 1125w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>&#8222;Es geht um die Frage einer Kultur, um die Entwicklung von sinnvollen und gemeinschaftlich geteilten Lebensweisen. Entscheidend ist daf\u00fcr die Reflexion von Erfahrungen und ihr Austausch mit anderen: Was macht Freude, was ist k\u00f6stlich, fein, herausfordernd, erf\u00fcllend? So k\u00f6nnen neue Lebensweisen entstehen, Ausdrucksformen f\u00fcr ein gutes Leben.&#8220; Das ist nicht nur &#8222;sch\u00f6n&#8220; gesagt, sondern l\u00e4sst die feinen Schwingungen eines neuen Lebens erahnen, ersp\u00fcren. Das ist nach Riedlsperger aber nicht ohne ein &#8222;statt&#8220; zu haben: &#8222;Souver\u00e4nit\u00e4t statt Fernsteuerung: Weniger ist oft ein Mehr bei der Menge konsumierter G\u00fcter, genutzter Medien, wahrgenommener Termine.&#8220; Und: &#8222;Solidarit\u00e4t statt Eigennutzendominanz: Gen\u00fcgsamkeit schafft Freiheit zum Teilen und das Interesse f\u00fcr gemeinsame L\u00f6sungsans\u00e4tze.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gen\u00fcgsamkeit \u2013 eine Frage der Rationalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Angesichts der herrschenden Rationalit\u00e4t des \u201eNie genug\u201c des Gewinn orientierten Sektors der \u00d6konomie bedarf eine gro\u00dfe Transformation eine \u00c4nderung der vorherrschenden Rationalit\u00e4t, die die \u00f6kologischen wie sozialen Grenzen permanent missachtet.&#8220; Ist nicht &#8222;grenzenlos&#8220; ein Schl\u00fcsselwort heute? Eliten kennen keine Grenzen und daher auch keine Missachtung. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Eliten nicht Grenzen und Regelungen missachten, sondern dass sie das Bewusstsein haben, f\u00fcr sie gibt es keine Grenzen und Regelungen. Es fehlt jegliches Bewusstsein f\u00fcr Missachtung. Zur\u00fcck zur Gen\u00fcgsamkeit von Riedlsperger, der eine &#8222;Orientierung am \u201eHaushaltssektor\u201ceinfordert: Hier gilt eine Rationalit\u00e4t des \u201eGenug\u201c: Genug gekocht! Genug gepflegt! Genug gereinigt! Was jemand erh\u00e4lt, h\u00e4ngt nicht von Einkommen und Kaufkraft ab, im Blick steht, was f\u00fcr ein gutes Leben ben\u00f6tigt wird.&#8220; Dann folgt daraus die &#8222;Orientierung an einer \u201esolidarischen \u00d6konomie\u201c: In der Bewegung der Solidarischen \u00d6konomie werden Wirtschaftsweisen neu erprobt, die die Bed\u00fcrfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen \u2013 im Sinne eines \u201eGenug f\u00fcr alle\u201c.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gen\u00fcgsamkeit \u2013 eine \u00dcberlebensfrage<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Angesichts der \u00dcbernutzung des Planeten durch eine Minderheit der Weltbev\u00f6lkerung und der bedrohlichen Folgen des Klimawandels wird bereits jetzt die Frage der Gen\u00fcgsamkeit zur Schicksalsfrage f\u00fcr Menschheit und Sch\u00f6pfung.&#8220; Wir brauchen &#8222;Prozesse der Verst\u00e4ndigung: Die Entwicklung einer weltweiten Kultur bedarf Prozesse der Verst\u00e4ndigung \u00fcber entsprechende L\u00f6sungsans\u00e4tze.&#8220; Und: &#8222;Initiativen f\u00fcr den Wandel: Die Entwicklung zukunftsf\u00e4higer Lebensweisen braucht konkrete praktische Versuche.&#8220;<br \/>\nPrototypen sind gefragt, Gr\u00fcndermentalit\u00e4t f\u00fcr das neue solidarische Leben. Ordensgemeinschaften alt und neu sind gefragt.<\/p>\n<p><strong>Das Modell \u201eSonntag\u201c als Nagelprobe<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Eine Kultur der Gen\u00fcgsamkeit, eine \u00d6konomie des \u201eGenug f\u00fcr alle\u201c l\u00e4sst sich f\u00fcr ChristInnen vom Sonntag her denken. Woche f\u00fcr Woche erfolgt eine gesellschaftliche Unterbrechung, die anzeigt: Genug gearbeitet! Genug gewirtschaftet! Eine solche Gen\u00fcgsamkeit schafft eine neue Freiheit. Als innere Freiheit macht sie frei von Angst, unn\u00f6tigem Besitz und \u201ehaben wollen\u201c und als\u00a0\u00e4u\u00dfere Freiheit er\u00f6ffnet sie einen Gestaltungsraum in sozialer Gerechtigkeit.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin thematisch fokussiert. In meiner Aufmerksamkeit, meiner Wahrnehmung und in den Beziehungen. Heute begegnet mit P. Alois Riedlsperger im Kardinal K\u00f6nig Haus in Wien am Rande meiner Workshops &#8222;Medien und Berufung&#8220;. Wir kennen einander seit 1978 und ich verdanke ihm viel, wenn es um Sozialethik, Wirtschaft und Politik geht. Der damalige Drei-Monats-Kurs der KS\u00d6 &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/fuer-eine-kultur-der-genuegsamkeit\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,15,36,10,1],"tags":[],"class_list":["post-5373","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokal-detektive","category-zukunfstbilder","category-orden-kirchen","category-philosophie-theologie","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5373"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5373\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5384,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5373\/revisions\/5384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}