{"id":541,"date":"2010-05-02T16:00:48","date_gmt":"2010-05-02T15:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=541"},"modified":"2018-01-04T07:06:34","modified_gmt":"2018-01-04T06:06:34","slug":"einstimmungen-auf-den-pgr-kongress-in-mariazell-von-13-bis-15-mai-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/einstimmungen-auf-den-pgr-kongress-in-mariazell-von-13-bis-15-mai-2010\/","title":{"rendered":"&#8222;Einstimmungen&#8220; auf den PGR-Kongress in Mariazell von 13. bis 15. Mai 2010"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 500 Pfarrgemeinder\u00e4te aus ganz \u00d6sterreich treffen sich zusammen mit den Bisch\u00f6fen und Verantwortlichen der r\u00f6misch-katholischen Kirche in Mariazell von 13. bis 15. Mai &#8211; zum Kongress und zur Wallfahrt. Im Vorfeld gibt es bereits &#8222;Anmerkungen&#8220; und konkrete \u00dcberlegungen zur Weiterentwicklung der Pfarren. Ich selber werde am 12. Mai um 9 Uhr zu Fuss von Ybbsitz nach Mariazell zum Kongress aufbrechen. Gehen hei\u00dft: Beten mit den F\u00fcssen.\u00a0 Auf meinem Blog m\u00f6chte ich Dokumente, Erfahrungen und \u00dcberlegungen zur Verf\u00fcgung stellen und ins &#8222;Gespr\u00e4ch&#8220; bringen. Es geht um viel.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/05\/001dsc09318001029.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-546\" title=\"Volk Gottes bergauf unterwegs\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/05\/001dsc09318001029.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Gabriel Feiner, Vorsitzender PGR M\u00fcrzzuschlag: Kirche braucht Neuausrichtung<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die katholische Kirche braucht dringend Umkehr und Neuausrichtung &#8211; Neuausrichtung in Richtung Jesus Christus. Die Kirche &#8222;funktioniert&#8220; in ihren kleinen Einheiten, den Pfarren oft noch recht gut. Heute haben aber immer mehr Menschen Glauben &#8211; Hoffnung und Liebe zur r\u00f6misch katholischen Kirche verloren.<br \/>\n<strong>Glaube: <\/strong>Der Kirche kann man nix glauben. Jesus ist f\u00fcr Vergebung, die Kirche vergibt den Wiederverheirateten nicht. Jesus sagt, es sollen ALLE zu ihm kommen, die Kirche stellt Bedingungen. Jesus nimmt in einer patriarchalischen Gesellschaft die Frauen ernst und wichtig. Die Kirche wagt es heute noch Frauen aus dem gesamten Klerus auszuschlie\u00dfen, Frauen das Recht der Berufung abzusprechen, und verst\u00f6\u00dft gegen das Menschenrecht der Gleichbehandlung der Geschlechter. Die Kirche spricht sich Gegen Sex und Lust aus. Beinahe alle Katholiken sehen aber Sexualit\u00e4t und Lust vor und in der Ehe als g\u00f6ttliches Geschenk. Der katholischen Kirche k\u00f6nnen wir nicht mehr so einfach Glauben, dazu fehlen Authentizit\u00e4t, das Vertrauen und die Ehrlichkeit.<br \/>\n<strong>Hoffnung:<\/strong> Es gibt fast keine Hoffnung auf Besserung. Die Kirche verweigert oft den Dialog, und wo sie Dialog zul\u00e4sst, ist es meist kein echter Dialog, denn echter Dialog setzt eine eigene Ver\u00e4nderbarkeit, eigene Beeinflussbarkeit voraus. Dass es mit dem Zweiten Vatikanum gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen gegeben hat, wei\u00df heute fast keiner mehr. Die Kirche tritt als eckiger Stein in Erscheinung, der sich auch beim gr\u00f6\u00dften Erdbeben keinen Millimeter bewegen will. Alle Hoffnung scheint verloren.<br \/>\n<strong>Liebe:<\/strong> Jesus stellt mit seinem wichtigsten Gebot der Gottes- und N\u00e4chstenliebe die Priorit\u00e4ten eindeutig und klar. Die kath. Kirche stellt pharis\u00e4erhaft widersinnige Gesetze auf und verursacht mit dem Verh\u00fctungsmittelverbot tausendfachen Tod. Wenn Sie als Bisch\u00f6fe gegen Abtreibung sind, m\u00fcssen Sie sich \u00f6ffentlich f\u00fcr Kondom und Pille aussprechen. Liebe und schnackseln geh\u00f6ren zu einer festen, guten Partnerschaft auch au\u00dferhalb der Ehe, die katholische Kirche darf diese Tatsache nicht &#8222;verteufeln&#8220;, denn wenn die Kirche diesen gro\u00dfen Teil der Liebe unseres Menschseins nicht ernst nimmt, k\u00f6nnen wir auch die Kirche nicht ernst nehmen. Kirche hat hier jeden moralischen Anspruch verloren.<br \/>\nWas ist zu tun?<br \/>\nSie als Bisch\u00f6fe sind nicht demokratisch gew\u00e4hlt, umso mehr sind Sie verpflichtet Ihr Kirchenvolk ernst zu nehmen und zu vertreten. Meist haben Sie ja keinen realistischen Blick mehr f\u00fcr das Kirchenvolk, meist sagt man Ihnen das, was man meint, dass Sie h\u00f6ren wollen, meist werden Sie von selbsternannten Glaubensh\u00fctern mit Briefen und Telefonaten sehr beeinflusst, w\u00e4hrend normale Katholiken ihre Hoffnungen und W\u00fcnsche nicht bis zu Ihnen tragen.Liebe Bisch\u00f6fe, vertreten Sie uns, wir wollen, dass die Priesterberufung nicht mehr an das Z\u00f6libat gebunden ist. Wir wollen Gleichbehandlung und gleiche Rechte der Frauen in der Kirche. Wir wollen eine Neuorientierung der Kirche zum Thema Sexualit\u00e4t. Wir wollen, dass Homosexualit\u00e4t in der Kirche als sexuelle Orientierung und nicht als Krankheit anerkannt wird. Wir wollen wieder unserer Kirche glauben k\u00f6nnen, wir wollen wieder auf Verbesserungen hoffen k\u00f6nnen, wir wollen wieder die Liebe leben und verk\u00fcnden k\u00f6nnen. Dazu ist es notwendig, dass es zu einem neuen Konzil kommt. Liebe \u00f6sterreichischen Bisch\u00f6fe in Ihrer Verantwortung Ihrem Kirchenvolk gegen\u00fcber setzen Sie Ihre Kraft f\u00fcr ein &#8222;Erstes Konzil von Assisi&#8220; mit Beteiligung der sogenannten Laien ein, und ver\u00e4ndern Sie unsere Kirche, machen Sie unsere Kirche wieder zu einer Kirche im Sinne Jesu! Gabriel Feiner, Schmiedemeister&#8220;<\/p>\n<p><strong>Pfarrer Gidi Au\u00dferhofer: Sehr geehrter Herr Bischof Kapellari!<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich stimme Ihnen gerne zu, dass die Erneuerung der Kirche nicht die \u201eGefahr einer Spaltung\u201c mit sich bringen d\u00fcrfe. Aber in Wahrheit spaltet die \u00c4ngstlichkeit und das Nichtstun unserer Kirchenleitung bereits unsere Glaubensgemeinschaft \u2013 siehe Austrittszahlen! Deshalb ist Ihrem \u201eWiderstand\u201c gegen vorgeschlagene Wege der Erneuerung auch Widerstand entgegen zu setzen. Ihre Aussagen konterkarieren \u00fcbrigens das Kirchenrecht, in dem es hei\u00dft, dass \u201edie Gl\u00e4ubigen das Recht und bisweilen die Pflicht haben, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, kundzutun\u201c (Can. 212 \u00a7 3) Als Seelsorger erfahren wir es \u00fcbrigens als sehr leidvoll, wenn durch die Pfarrverb\u00e4nde in einseitiger Weise die L\u00f6sung der Personalprobleme das Heil der Zukunft gesehen wird und damit die \u2013 auch von Ihnen angesprochene &#8211; Ausd\u00fcnnung \u201eder missionarischen und sakramentalen Dimension\u201c der Kirche voranschreitet. Da Sie \u2013 laut Sonntagsblatt \u2013 \u201eallen KatholikInnen und Katholiken, die sich jetzt verantwortungsvoll Sorgen um unsere Kirche machen, dankbar sind\u201c, erstaunt es umso mehr, dass Sie Vorstellungen solcher engagierter Christinnen und Christen in den verschiedenen Reformbewegungen sehr br\u00fcsk ablehnen. Wer sich in den Pfarrgemeinden umh\u00f6rt, der erf\u00e4hrt, dass es \u201eeinige Sekunden (nicht Minuten!!!) vor 12\u201c ist, um Reformen zumindest einmal offiziell auch anzudenken. Nur das wird uns auch helfen Schritte aus der Vergangenheit in die Zukunft auch glaubhaft gehen zu k\u00f6nnen. Nur wenn die Kirchenleitung (Papst und Bisch\u00f6fe) glaubw\u00fcrdig neue Wege in der Verk\u00fcndigung (lebensbejahende Ehepastoral in allen zusammenh\u00e4ngenden Lebensfeldern) und in den Strukturen (Frauenfrage, Freistellung der priesterlichen Lebensform\u2026) angeht, wird es \u201enoch einmal\u201c m\u00f6glich sein, \u201edass m\u00f6glichst alle engagierten Katholiken im Boot bleiben\u201c, wie Sie im Sonntagsblatt hoffen. Sie als Bisch\u00f6fe tragen diese Verantwortung und es liegt an Ihnen, ob Sie endlich auch die aus ihrem Gewissen heraus handeln wollenden Frauen und M\u00e4nner des Ihnen anvertrauten Kirchenvolkes ernstnehmen und in Rom auch vertreten. Sie bef\u00fcrchten, dass im Boot \u201egegeneinander gerudert\u201c wird. Leider erlebt vielmehr ein gr\u00f6\u00dferer Teil des Kirchenvolkes, dass die Bisch\u00f6fe immer weiter \u201ezur\u00fcckrudern\u201c, sodass die Zielrichtung des gemeinsamen Ruderns nicht mehr klar ist und Spannungen erzeugt. Leider zeigt sich dies auch im Nichtanr\u00fchren der sogenannten \u201eHei\u00dfen Eisen\u201c durch die Bisch\u00f6fe: deswegen bleiben sie auch st\u00e4ndig \u201eauf dem Tisch\u201c. Dies f\u00fchrt zu vielfacher Entt\u00e4uschung und Resignation und die Kirche wird so im \u201eSprung nicht nur gehemmt\u201c, sondern sogar gel\u00e4hmt.Ich danke den Bisch\u00f6fen f\u00fcr das couragierte Eintreten f\u00fcr die Missbrauchsopfer. Bei diesem Engagement allein aber darf es nicht bleiben, damit die Qualit\u00e4t der Seelsorge nicht noch mehr leidet und unsere Pfarrgemeinden auch weiterhin Orte der Hoffnung und der Glaubensfreude sein \u2013 oder vielmehr noch werden &#8211; k\u00f6nnen. Dazu bedarf es aber sichtbarer und sp\u00fcrbarer Reformen in der Kirche, damit die Schuhe des Kircheseins nicht weiterhin dr\u00fccken!<br \/>\nIn dr\u00e4ngender Sorge, dass die befreiende Botschaft des Evangeliums durch die Kirche in geisterf\u00fcllter Weise weitergegeben wird, verbleibt mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Gidi Au\u00dferhofer, Pfarrer in Oberalm und Puch (Erzdi\u00f6zese Salzburg)&#8220;<\/p>\n<p>Beitrag auf\u00a0ORF Religion: \u00a0<a href=\"http:\/\/bit.ly\/a8IZ6G\">http:\/\/bit.ly\/a8IZ6G<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 500 Pfarrgemeinder\u00e4te aus ganz \u00d6sterreich treffen sich zusammen mit den Bisch\u00f6fen und Verantwortlichen der r\u00f6misch-katholischen Kirche in Mariazell von 13. bis 15. Mai &#8211; zum Kongress und zur Wallfahrt. Im Vorfeld gibt es bereits &#8222;Anmerkungen&#8220; und konkrete \u00dcberlegungen zur Weiterentwicklung der Pfarren. Ich selber werde am 12. 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