{"id":5433,"date":"2014-06-06T09:01:33","date_gmt":"2014-06-06T08:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5433"},"modified":"2018-01-04T06:34:12","modified_gmt":"2018-01-04T05:34:12","slug":"weckt-die-welt-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/weckt-die-welt-auf\/","title":{"rendered":"Weckt die Welt &#8211; und Kirche auf"},"content":{"rendered":"<p>Pfingsten steht vor der T\u00fcr. Wer kirchlich sozialisiert ist, h\u00f6rt das Brausen des Windes, sp\u00fcrt die\u00a0Ersch\u00fctterungen, steht vor dem Durcheinander der Sprachen, merkt das nicht Verstehen k\u00f6nnen. Wehen und Schmerzen plagen den Menschen und die Welt. Es wird etwas geboren, Neues bahnt sich an, sucht den Weg. Es ist die Geburtsstunde des Neuen, &#8222;der Kirche&#8220;. \u00a0Das neue geistvolle, hinh\u00f6rende, geschwisterliche und empathische Miteinander auf Augenh\u00f6he bricht an. Zu Pfingsten. Toll. \u00dcberraschend f\u00fcr viele. Unvorstellbar in dieser heutigen Welt. &#8222;Mit dieser faden, alten und moralinsauren Kirche in unseren Breiten wird das nie gehen&#8220;, h\u00f6re ich das g\u00e4ngige Klischee sagen.<\/p>\n<p><strong>Eine Ordensfrau begeistert Italien<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/sr.christina_rai.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5436\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/sr.christina_rai-150x96.jpg\" alt=\"sr.christina_rai\" width=\"150\" height=\"96\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/sr.christina_rai-150x96.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/sr.christina_rai-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/sr.christina_rai.jpg 680w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Eine 25 Jahre alte katholische Ordensfrau aus Sizilien ist die &#8222;Stimme Italiens&#8220;. Cristina Scuccia gewann Freitagnacht das Finale der Talenteshow &#8222;The Voice of Italy&#8220; im staatlichen italienischen Fernsehen. Nach der Bekanntgabe ihres Sieges stimmte die Ursulinen-Schwester, deren erster Auftritt im M\u00e4rz mittlerweile auf dem Videoportal &#8222;Youtube&#8220; mehr als 50 Millionen Mal aufgerufen wurde, zur Verbl\u00fcffung des Moderators auf der B\u00fchne ein Vaterunser an und lud das Publikum ein, mitzubeten.\u00a0Im Finale setzte sich die stimmgewaltige S\u00e4ngerin in schwarzer Ordenstracht nach mehr als drei Stunden und f\u00fcnf Gesangseinlagen gegen drei Mitbewerber durch. Zuletzt bot sie mit dem Hit &#8222;What a Feeling&#8220; eine Show, die selbst Whoopi Goldberg, das filmische Urbild der rockenden Nonne aus &#8222;Sister Act&#8220;, alt aussehen lie\u00df. Die Ordensfrau sang bis ins Finale Lieder, die die Themen der heutigen Menschen sind. Die Kathpress schreibt in ihrer Aussendung den Satz: &#8222;Auch auf ihrem Weg ins Finale sang Scuccia meist von Dingen, die im Leben einer Ordensfrau keine Rolle spielen sollten.&#8220; \u00a0Sollten? Klischee bedient. Dabei ist es genau umgekehrt: Diese Ordensfrau geht ganz selbstverst\u00e4ndlich mit den Themen der Menschen heute um, weil sie ihren Weg gefunden und in ihrer Gemeinschaft R\u00fcckhalt hat. Gerade Ordensfrauen wissen \u00fcber die Themen der heutigen Menschen sehr gut bescheid, von Krankheiten bis hin zur Prostitution. Aber: Das Klischee von der moralinsauren und faden Kirche schl\u00e4gt wieder zu. Da geh\u00f6rt dann auch der Verweis auf den Gehorsam in der Kathpress-Meldung. Alles &#8222;in Ordnung&#8220;. Diese Sr. Cristina stellt sich in einen Kontext, der vielen Menschen und Medien heute wichtig ist. Mit Freude und Begeisterung singt sie. Der kirchliche Zeigefinger bleibt bei ihr unten. Wahrnehmen und da sein. Das ist es.<\/p>\n<p><strong>Dumpfe M\u00f6nche harren im Gebet<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5437\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/wecker_900-150x112.jpg\" alt=\"wecker_900\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/wecker_900-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/wecker_900-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/wecker_900-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/wecker_900.jpg 964w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Wer das Buch &#8222;M\u00f6nch und Krieger&#8220; von Konstantin Wecker zur Hand nimmt, dort Seite 42 aufschl\u00e4gt, wird Provokantes lesen, das auch in die Zeit vor Pfingsten geh\u00f6rt. Also vor Pfingsten, um die Geburt des Neuen voranzutreiben. Wecker sucht seinen pers\u00f6nlichen Weg zwischen M\u00f6nch und Krieger. Unglaublich Tiefsinniges und auch viel (Kirchen)Kritisches begegnet uns in den Liedern dieses Liedermachers und Poeten. Hier steht: &#8222;Es gibt in meinen fr\u00fcheren Liedern eine Menge religion<br \/>\nskritischer Aussagen. Einige dieser Zeilen handeln sogar von M\u00f6nchen: &#8218;Dumpfe M\u00f6nche harren im Gebet, sei totzufahren w\u00fcrde sich nicht lohnen.&#8216; Damit meinte ich aber nicht den M\u00f6nch im guten Sinn, den aufrechten Sucher, der sich durch Verzicht dem Wesentlichen ann\u00e4hert. Die &#8218;M\u00f6nche&#8216; in meinem Gedicht sind eher dumpfe Mitl\u00e4ufer in einem katholsichen System. An einer anderen Stelle schrieb ich: &#8218;Die Herren G\u00f6tter danken ab, jetzt muss es gottlos weitergehen.&#8216; Es ging mir dabei aber immer nur um die G\u00f6tzen, um jene, die Macht \u00fcber uns aus\u00fcben wollen, indem sie uns zu einem falschen, kritiklosen Respekt n\u00f6tigen. Heute w\u00e4ren diese &#8222;Herren G\u00f6tter&#8220; vielleicht Spekulanten oder Banker.&#8220; Soweit Wecker.<\/p>\n<p><strong>Pfingsten als Erwachen<\/strong><\/p>\n<p>Pfingsten ist ein Erwachen. Wenn ich drei Worte an Pfingsten vergeben d\u00fcrfte, w\u00fcrde ich sagen: hellwach &#8211; aufrecht &#8211; verbunden. Das ist die tiefe Sehnsucht der Menschen heute. H\u00f6rt auf mit dem &#8222;Zubr\u00fcllen&#8220; meiner Sinne. Schafft diese dem\u00fctigenden &#8222;Zwischendecken und Membranen&#8220; weg. Lasst uns doch vorbehaltlos und absichtslos begegnen. Das Leben ist doch kein Gesch\u00e4ftsmodell. &#8222;<a href=\"http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/1289-ordensfrauen-und-maenner-sind-heute-per-se-transzendenz-wegweiser\" target=\"_blank\">Ordensfrauen und -m\u00e4nner sind heute per se Transzendenz-Wegweiser <\/a>&#8220; habe ich dieser Tage einen Artikel auf <a href=\"http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/\" target=\"_blank\">ordensgemeinschaften.at<\/a> getitelt. Sr. Cristina ist zu so einer Transzendenz-Wegweiserin geworden. Sie hat das freudig, leidenschaftlich und selbstbewusst auf die B\u00fchne gebracht, was so viele Menschen sehns\u00fcchtig erwarten. Weckt nicht nur die Welt, sondern auch &#8222;die Kirche&#8220; auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingsten steht vor der T\u00fcr. Wer kirchlich sozialisiert ist, h\u00f6rt das Brausen des Windes, sp\u00fcrt die\u00a0Ersch\u00fctterungen, steht vor dem Durcheinander der Sprachen, merkt das nicht Verstehen k\u00f6nnen. Wehen und Schmerzen plagen den Menschen und die Welt. Es wird etwas geboren, Neues bahnt sich an, sucht den Weg. Es ist die Geburtsstunde des Neuen, &#8222;der Kirche&#8220;. &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/weckt-die-welt-auf\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,15,11,36,10,9],"tags":[],"class_list":["post-5433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lokal-detektive","category-zukunfstbilder","category-kommunikation-lotsen","category-orden-kirchen","category-philosophie-theologie","category-uncategorized","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5433"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5441,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5433\/revisions\/5441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}