{"id":5819,"date":"2014-12-14T18:17:11","date_gmt":"2014-12-14T17:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5819"},"modified":"2018-01-04T06:30:24","modified_gmt":"2018-01-04T05:30:24","slug":"der-aussen-geleitete-charakter-des-radarmenschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-aussen-geleitete-charakter-des-radarmenschen\/","title":{"rendered":"Der au\u00dfen geleitete Charakter des Radarmenschen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5822\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260-150x60.jpg\" alt=\"3_PuppingIMG_5260\" width=\"150\" height=\"60\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260-150x60.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260-300x121.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260-900x363.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/3_PuppingIMG_5260.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Sonntag ist Unterbrechung. Wohltuend. In Wien wollen Kaufleute von diesem menschlichen Grundbed\u00fcrfnis wieder einmal nichts wissen. Aufsperren. Tempo rein. Geldb\u00f6rse raus. Konsum steigern. Weiterhecheln nach den wichtigen au\u00dfen liegenden Produkten. Ja nicht unterbrechen, ja nicht bremsen. Oder gar nachdenken, durchatmen. Nicht nur individuell, sondern als Gemeinwesen, als ganzer gesellschaftlicher K\u00f6rper. Der Sonntag ist f\u00fcr den Menschen da, nicht umgekehrt.<\/p>\n<p><strong>Tausende Spieglungen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5823\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260-150x84.jpg\" alt=\"2_PuppingIMG_5260\" width=\"150\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260-900x504.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2_PuppingIMG_5260.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Sonntag hat bei mir auch ein ganz anderes mediales Verhalten. Ein gro\u00dfe Hilfe ist mir dabei die <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/unternehmen\/produkte\/print\/473212\/Die-Presse-am-Sonntag\" target=\"_blank\">Presse am Sonntag<\/a>. Sie kommt als Zeitung. Jeden Sonntag. Danke dem Austr\u00e4ger oder Austr\u00e4gerin an dieser Stelle. Ich sehe ihn oder sie nie, weil der Sonntag sp\u00e4ter anspringt als die anderen Tage. Heut auf der letzten Seite das <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/leben\/mensch\/4618681\/Heinz-Bude_Wir-konnen-nicht-mehr-lachen\" target=\"_blank\">Interview mit dem Soziologen Heinz Bude.<\/a> Er schreibt, dass der Mensch heute (das Ich) sich aus tausenden Spiegelung von au\u00dfen gewinnen muss. Da ist immer der Blick auf den anderen. Er verweist auf den amerikanischen Soziologen Riesmann, der vom &#8222;au\u00dfen geleiteten Charakter&#8220; spricht. Bude: &#8222;Man kann das auch den Radarmenschen nennen. Der steuert sein Leben von den Erwartungen und den Erwartungserwartungen der anderen her. Alle sind wahnsinnig empathisch begabt. Alle gucken: Welche Reaktionen folgen und wie kann ich notfalls gleich wieder weg.&#8220; Das erinnert mich an <a href=\"http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/1635-david-bosshart-es-braucht-eine-froemmigkeit-des-fragens\" target=\"_blank\">David Bosshart bei unserem Ordenstag 2015<\/a> in Wien. Meine Zusammenfassung habe ich f\u00fcr die ON Ordensnachrichten getitelt: &#8222;Der Mensch und sein Ger\u00e4t&#8220;. Wir haben gelernt und dieses Lernen nimmt kein Ende sondern den Turbo, von au\u00dfen her zu leben. Werbung, Medien, Ger\u00e4te, Fernsehen wollen uns das Leben &#8222;beibringen&#8220;, uns sagen, was gerade cool ist und was mein Leben gerade braucht. Wir haben gelernt, auf dieses &#8222;Au\u00dfen&#8220; zu reagieren. Und Advent? Wohin geht die Erwartung? Nach Au\u00dfen?<\/p>\n<p><strong>In dir<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5824\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260-150x94.jpg\" alt=\"1_PuppingIMG_5260\" width=\"150\" height=\"94\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260-150x94.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260-900x565.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/1_PuppingIMG_5260.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Heute hatte ich die Gelegenheit, im S<a href=\"http:\/\/kloester.franziskaner.at\/index.php?haus=22\" target=\"_blank\">halom-Kloster der Franziskaner in Pupping<\/a> Gaudete zu feiern. Die Kirche war voll und nachher war die Klosterpforte offen. &#8222;Fritz ist in der K\u00fcche. Gehe einfach rein.&#8220; So h\u00f6re ich es von einem franziskanischen Mitbruder vor der Kirche, der sich angeregt mit den Menschen unterh\u00e4lt. Ich suche Br. Fritz. Sieben Frauen und M\u00e4nner sitzen bei Kaffee und Brot am Tisch und unterhalten sich. &#8222;Komm, setz dich her.&#8220; Auf ihrem Folder habe ich au\u00dfen gelesen: &#8222;Komm und sieh&#8220;. Sehr kongruent. In diesem Kloster leben Br\u00fcder, Schwestern und Laien unter einem Dach. In der n\u00e4chsten Woche werden noch Fl\u00fcchtlinge dazukommen. Bruder Fritz: &#8222;Wir werden sehen, wie wir zurecht kommen. Unser Kloster ist offen. Auch andere G\u00e4ste haben sich f\u00fcr Weihnachten angesagt.&#8220; Ich habe das Gef\u00fchl, dass hier eine andere Richtung gelebt wird: Von innen her. Ruhig. Gelassen. Getragen.<\/p>\n<p><strong>Humor von innen<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt heute war froh, freudig &#8211; eben gaudete. Der Mitbruder hat alle in der Kirche sich gegenseitig zul\u00e4cheln lassen. &#8222;Probiert es einfach einmal.&#8220; Und die Menschen haben mitgemacht. Es war kein Lachen, aber ein L\u00e4cheln. So werden innen drinnen im Menschen Schwingungen ausgel\u00f6st, die frei machen. <a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gibmir.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5821\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gibmir-150x58.jpg\" alt=\"gibmir\" width=\"150\" height=\"58\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gibmir-150x58.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gibmir-300x117.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gibmir.jpg 621w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ich h\u00f6re in mir meinen zentralen Satz f\u00fcr meinen Advent 2014 aus dem Gebet des hl. Franziskus, das mir auf meinem <a href=\"http:\/\/www.geschichte-heimat.at\/?buch=89\" target=\"_blank\">Weg nach Assisi <\/a>begegnet ist. Der letzte Satz des Gebetes lautet: &#8222;Gib mir Herr das Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen Auftrag erf\u00fclle, den du mir in Wahrheit gegeben.&#8220; Also: Radar ausfahren nach innen und daraus den pers\u00f6nlichen Charakter, das pers\u00f6nliche Leben entwickeln lernen. Das vertreibt die Angst vor dem Au\u00dfen. Das erm\u00f6glicht Humor. Bude meint \u00fcber unsere Zeit im Interview: &#8222;Das einzige Mittel gegen die existentielle Angst ist das gemeinsame Lachen.&#8220; Er schreibt aber weiter, dass wir nicht mehr lachen k\u00f6nnen: &#8222;Selbst das Lachen ist kontrollierte geworden. Wir leben in einer Welt des L\u00e4chelns, nicht des Lachens.&#8220; David Bosshart auch mit dem Satz geschlossen: &#8222;Es braucht Humor.&#8220; Befreiendes Lachen kommt von innen heraus. Der Spiegel liegt n\u00e4mlich innen. Nicht au\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sonntag ist Unterbrechung. Wohltuend. 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