{"id":5857,"date":"2014-12-28T22:31:02","date_gmt":"2014-12-28T21:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5857"},"modified":"2018-01-04T06:29:56","modified_gmt":"2018-01-04T05:29:56","slug":"wider-den-gehorsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wider-den-gehorsam\/","title":{"rendered":"Wider den Gehorsam"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5863\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430-150x112.jpg\" alt=\"999_IMG_5430\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/999_IMG_5430.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Winter ist so richtig eingezogen. 12\u00b0 Minus st\u00e4rkt das Selbstbewusstsein des Kachelofens. B\u00fccher, die schon l\u00e4ngst gelesen werden wollen, bekommen ihre Chance. Da liegt Dorothee S\u00f6lle und dort Martin Werlen. Daneben das B\u00fcchlein, das wieder einmal eine Relekt\u00fcre verdient. Beim letzten Mal war die Aufmerksamkeit ohnehin schmal. Heute, nach einem weiten Winter-Gehen ist die &#8222;aufmerksame Muse&#8220; da. Die gr\u00fcne F\u00fcllfeder soll heute auch &#8222;markieren und unterstreichen&#8220;. Gehorsam ist doch im kirchlichen Kontext ein &#8222;rotes Wort&#8220;. Da stecken viele Emotionen drinnen. Eines der Gel\u00fcbde der Ordensleute steht &#8222;am Spiel&#8220;. Umso aufmerksamer lese ich, entstehen beim Lesen &#8222;Kontexte, Konnotationen und Erfahrungen&#8220;. Konkrete Personen und ihr &#8222;Habitus&#8220; im Umgang mit Medien oder \u00f6ffentlichen Auftritten ziehen wie im Film vorbei.<\/p>\n<p><strong>W\u00f6rtlich zitiert<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5864\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433-113x150.jpg\" alt=\"IMG_5433\" width=\"113\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433-113x150.jpg 113w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433-900x1200.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/IMG_5433.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 113px) 100vw, 113px\" \/><\/a>Eine Passage Seite 21f finde ich immer wieder lesenswert: &#8222;Der Literaturnobelpreistr\u00e4ger John M. Coetzee fragt in seinem Roman <em>Warten auf die Barbaren<\/em>: &#8218;Wieso ist es f\u00fcr uns unm\u00f6glich geworden, in der Zeit zu leben wie die Fische im Wasser, die V\u00f6gel in der Luft, wie die Kinder?&#8216; Damit deutet er an, dass authentisches Erleben in einer Kultur wie der unsrigen nicht m\u00f6glich ist, denn sie verherrlicht den Verstand und macht ihn zum Problem, indem sie von Geburt an unser Gef\u00fchlsleben verk\u00fcmmern l\u00e4sst.&#8220; Innehalten. In die eigene Kindheit hineinsp\u00fcren. Dann zustimmen. Ja, das &#8222;Gef\u00fchlsleben ausleben&#8220; war nicht unbedingt oberstes &#8222;Erziehungsprinzip&#8220;. Jahrgang 1957.<\/p>\n<p><strong>Ich lese weiter<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wir verdammen uns dazu, in unserer Geschichte zu leben, schmieden jedoch ein Komplott gegen diese Geschichte, indem wir durch die subtile Art des Gehorsams dazu gebracht werden, von Gedanken beherrscht zu werden, um im Wettbewerb nicht unterzugehen. Wir befinden uns deshalb in einem st\u00e4ndigen \u00dcberlebenskampf, dessen Ziel es ist, nicht abgewertet zu werden und vor allem nicht zu versagen. Was authentisches Erleben sein sollte, wird so irrational, weil die Angst unterzugehen oder zu versagen, Menschen die M\u00f6glichkeit raubt, mit den urspr\u00fcnglichen Lebenskr\u00e4ften ganz unmittelbar in Kontakt zu treten und diesen Kontakt auch aufrechtzuerhalten. Alles wird zum Ausdruck eines \u00dcberlebenskampfes, dessen Ziel es ist, nicht abgewertet zu werden und vor allem nicht zu versagen. Leben als Ausdruck von Liebe, von empathischen Wahrnehmungen und menschlichem Mitgef\u00fchl, geht verloren. An seine Stelle tritt die stets lauernde Angst vor der Ohnmacht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Wege aus dem Gehorsam<\/strong><\/p>\n<p>Ab Seite 65 weist Arno Gruen Wege aus dem Gehorsam. Alle &#8222;Hochkulturen&#8220; haben diese &#8222;psychologischen Mechanismen&#8220;, um das Verhalten des Menschen zu bestimmen. Seine jahrelangen Arbeiten f\u00fchren ihn zu dieser \u00dcberzeugung: &#8222;Die Basis unserer &#8218;Hochkultur&#8216; ist das Bestreben, die Welt im Griff zu haben, sie zu besitzen, zu beherrschen und gleichzeitig f\u00fcr Mechanismen zu sorgen, die eine Verleugnung und Verschleierung dieser Motivation bewirken. Und diese Verschleierung basiert auf dem Motto: Wir verf\u00fcgen \u00fcber dich, weil es zu deinem Besten ist.&#8220; Und Seite 72 bringt Gruen &#8222;unser Dilemma&#8220; heute auf den Punkt: &#8222;Die Ohnmacht, die aus dem Verlust der eigenen Wurzeln entsteht, weil man dem Gehorsam unterworfen wurde, weckt im Menschen einen inneren Zwang, Macht und Besitz \u00fcber alles zu stellen. Das aber f\u00fchrt dazu, dass sich der Mensch von sich selbst entfremdet.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Winter ist so richtig eingezogen. 12\u00b0 Minus st\u00e4rkt das Selbstbewusstsein des Kachelofens. 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