{"id":5879,"date":"2015-01-04T21:03:46","date_gmt":"2015-01-04T20:03:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5879"},"modified":"2018-01-04T06:29:44","modified_gmt":"2018-01-04T05:29:44","slug":"die-lust-am-oeffi-fahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-lust-am-oeffi-fahren\/","title":{"rendered":"Die Lust am \u00d6ffi-Fahren"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5884\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5884\" class=\"size-thumbnail wp-image-5884\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608-150x112.jpg\" alt=\"Haust\u00fcr\" width=\"150\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5608.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5884\" class=\"wp-caption-text\">Haust\u00fcr<\/p><\/div>\n<p>Der Bus biegt ein. Vier &#8222;Guten Morgen&#8220; haben wir schon an der Haltestelle gewechselt. Es ist 6.10 Uhr. Bergdorf im M\u00fchlviertel. Sagen wir es direkt: Kirchschlag. Wir kennen einander. Die Lust am &#8222;Plauscherl&#8220; ist heute noch etwas eingefroren. Minus 10 Grad. Der Busfahrer \u00f6ffnet und warme Luft str\u00f6mt heraus. Schnell hinein, Ticket und etwas hinten Platz nehmen. Um diese Zeit ist Platz. Abfahrt. Einfach hinausschauen. Die Gegend zieht vorbei. Da unten liegt Linz. Ganz hinten die Alpenkette. Die Sonne deutet sich an. Die Seele erwacht mit.<\/p>\n<p><strong>Mit Chauffeur<\/strong><\/p>\n<p>Ich genie\u00dfe das Fahren mit Chauffeur. Das habe ich mit den &#8222;hohen Herren&#8220; (manchmal Damen) gemeinsam. Sie sind aber alleine. Das ist bei mir anders. Bei jeder Station kommt jemand dazu. Guten Morgen. Ich bin im \u00f6ffentlichen Raum. &#8222;Wer mit dem Auto f\u00e4hrt, bleibt daheim.&#8220; An manchen Tagen entwickelt sich ein Gespr\u00e4ch, an anderen wieder nicht. Aber: Wir fahren gemeinsam. Wer mit \u00d6ffis f\u00e4hrt, ist nicht alleine. Ein, zwei, drei, vier Autos fahren vorbei. Ich schaue heute genau. Vier Autos und vier K\u00f6pfe. Sch\u00f6n getrennt voneinander belegen sie mit gesch\u00e4tzten 4.000 Kilogramm den Asphalt. Sie reihen sich vor uns ein in die z\u00e4h dahinflie\u00dfende Lichterkette. Sie bewegt sich. Noch.\u00a0Seit 2 1\/2 Jahren bin ich ein recht konsequenter \u00d6ffi-Fahrer. Habe eine \u00d6BB-\u00d6sterreichcard. In Wien eine Jahresnetzkarte. In O\u00d6 vermisse ich das f\u00fcr die Busfahrten. In diesen Tagen werde ich mir ein Bus-Jahreskarte leisten. &#8222;Zu teuer&#8220;, h\u00f6re ich in vielen Gespr\u00e4chen immer wieder, wenn ich von meiner Lust am \u00d6ffi-Fahren erz\u00e4hle. Ich darauf: &#8222;Ja, wenn du das Auto auch noch finanzieren musst mit monatlich mindestens 400.- EUR. Dann sind das 5.000.- EUR im Jahr. Ich habe das Auto weggegeben.&#8220; Staunen. Abwehr: Das Auto ist nicht so teuer. Dann rechnen sie und gestehen: &#8222;Da komme ich gar nicht aus im Jahr.&#8220; Ungeschminkt hinschauen. Mit offenen Augen. &#8222;Aber der Bus f\u00e4hrt ja so selten&#8220;, klingt es an mein Ohr. Ich darauf: &#8222;Jedes Stunde und das bis 22.50 Uhr ab Linz.&#8220; &#8222;Gibt es nicht&#8220;, erklingt es ungl\u00e4ubig. Die meisten Menschen wissen \u00fcberhaupt nicht, &#8222;was \u00d6ffis k\u00f6nnen&#8220;. Au\u00dferdem: &#8222;Mit dem \u00d6ffi fahren ist ein neues, anderes Lebensgef\u00fchl verbunden.&#8220; Das meine ich ernst. Es hat viel mit dem Gehen zu tun.<\/p>\n<p><strong>Stau, Anschluss und \u00dcberg\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_5885\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5885\" class=\"size-thumbnail wp-image-5885\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191-150x82.jpg\" alt=\"Im Zug\" width=\"150\" height=\"82\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191-150x82.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191-900x495.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5191.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5885\" class=\"wp-caption-text\">Im Zug<\/p><\/div>\n<p>Wir im Bus &#8211; das sind heute kurz vor Linz etwa 20 Personen &#8211; kommen zum Stillstand. Stau. Wir stauen mit. Aber ich denke: Ich muss mich nicht k\u00fcmmern. Ich fahre mit Chauffeur und er schaut, dass wir vorw\u00e4rts kommen. Die Autofahrer m\u00fcssen &#8222;sich selber fahren&#8220;. Anspannung. Wir sind gleich schnell. Wenn ich genau bedenke, sitzen im Bus etwa 15 Autos. Da sollten wir Vorfahrt bekommen in einer Busspur. Am Bahnhof angekommen, ist der Fu\u00dfweg 5 Minuten. Der RJ (f\u00fcr NichtbahnfahrerInnen: der RailJet) kommt aus Salzburg. Am Bahnsteig fallen auch ein paar &#8222;Guten Morgen&#8220;. Man kennt sich schon, ohne den Zwang zur Kommunikation. Einfahrt. Zu 95 % p\u00fcnktlich. Platz nehmen. Laptop auf. Zeitung heraus. Das Buch weiterlesen. Oder einfach die Gegend vorbeiziehen lassen. Nach 1 Stunde 15 Minuten Wien Westbahnhof. Der Weg in die U-Bahn geht mit der Zeit von selbst. Alle 4 Minuten kommt eine U-Bahn. Es ist etwa 8.35 Uhr und um diese Zeit haben mehrere Menschen den Gedanken, in die Arbeit zu fahren. Der Platz ist eng bemessen. 4 Stationen. Ein Fu\u00dfweg von etwa 5 Minuten hin\u00fcber in die Freyung. Wenn ich nicht getr\u00f6delt habe, dann sitze ich um 8.50 Uhr &#8222;auf meinem Platz&#8220;. Keine Parkplatzsorgen. Keine M\u00fcdigkeit vom Autobahn-Fahren. Konzentriert und meist schon alle Emails abgearbeitet. Ich genie\u00dfe es, mit Chauffeur zu fahren.<\/p>\n<p><strong>Haltung der Gelassenheit<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_5891\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5891\" class=\"size-thumbnail wp-image-5891\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441-150x103.jpg\" alt=\"RJ\" width=\"150\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441-150x103.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441-900x621.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_56441.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5891\" class=\"wp-caption-text\">RJ<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Ich halte das \u00a0nicht aus, auf den Bus zu warten&#8220;, hat dieser Tage ein passionierter Autofahrer gemeint, der sich damit &#8222;abstresst&#8220;, in der N\u00e4he seines Arbeitsplatzes (Bahnhofsn\u00e4he Linz) einen Parkplatz zu finde. Ich habe ihn ermutigt, die Such-Energie in Warte-Energie umzuwandeln. Au\u00dferdem lerne ich, das Leben &#8222;einzutackten&#8220; nach dem Bus. Die \u00d6BB-Scotty-App ist da eine wunderbare Hilfe. Alle \u00d6ffis werden darin angezeigt. Auch die Busse. Das wissen viele nicht. Es ist gut, wenn man viel im Kopf hat, aber bei meinen unterschiedlichsten Fahrbed\u00fcrfnissen aus verschiedenen Richtungen und zu verschiedenen Zeiten ist mein Fahrplan-Navi am Smartphone. Ganz einfach. \u00dcberhaupt ist die grunds\u00e4tzliche Sichtweise zum Leben &#8211; &#8222;Das Leben kommt mir entgegen&#8220; &#8211; unglaublich hilfreich. Ich laufe keiner U-Bahn nach. In 5 Minuten kommt die n\u00e4chste. Das &#8222;\u00d6ffi&#8220; kommt dir entgegen. Das hat meine Haltung gegen\u00fcber dem Leben mitgepr\u00e4gt wie das Gehen. Au\u00dferdem: Ich bin viel gelassener geworden. Jene, die das auch schon \u00fcber l\u00e4ngere Zeit tun, best\u00e4tigen mich.<br \/>\nNochmals: Danke meinen Chauffeuren und manchmal Chauffeurinnen.<br \/>\nManchmal nehme ich &#8222;Ohrst\u00f6psel&#8220;. Ganz selten eigentlich. Dann h\u00f6re sehr gerne die Nummer von <a href=\"http:\/\/youtu.be\/gahBloN4hPc?list=PLQNTxn44H2T3A77GbWqTBe0Dc2XUZhEQ0\" target=\"_blank\">Ich+Ich, Gute Reise, Danke<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bus biegt ein. Vier &#8222;Guten Morgen&#8220; haben wir schon an der Haltestelle gewechselt. Es ist 6.10 Uhr. Bergdorf im M\u00fchlviertel. Sagen wir es direkt: Kirchschlag. Wir kennen einander. Die Lust am &#8222;Plauscherl&#8220; ist heute noch etwas eingefroren. Minus 10 Grad. Der Busfahrer \u00f6ffnet und warme Luft str\u00f6mt heraus. 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