{"id":5918,"date":"2015-01-21T15:43:59","date_gmt":"2015-01-21T14:43:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=5918"},"modified":"2018-01-04T06:29:10","modified_gmt":"2018-01-04T05:29:10","slug":"die-champions-league-und-die-leeren-schipisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-champions-league-und-die-leeren-schipisten\/","title":{"rendered":"Die Champions League und die leeren Schipisten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-5922\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925-150x86.jpg\" alt=\"999_IMG_5925\" width=\"150\" height=\"86\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925-150x86.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925-900x517.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/999_IMG_5925.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>&#8222;Wir wollen zu den besten geh\u00f6ren&#8220;, h\u00f6re ich seit Jahresbeginn immer intensiver in der O\u00d6 Politik von ganz oben. Damit will der ganz oben unseren Ehrgeiz anstacheln. Er trifft damit auch die ober\u00f6sterreichische Seele, die immer auch nach oben sucht. Aber bei weitem nicht nur. Es hei\u00dft aber litaneiartig: Wir m\u00fcssen die besten K\u00f6pfe nach O\u00d6 holen. Koste es, was es wolle.<\/p>\n<p><strong>Aber was bedeutet Champions League f\u00fcr jede\/n\u00a0?<\/strong><\/p>\n<p>Bei \u00a0Champions League denke ich an Fu\u00dfball, volle Stadien, Millionen an Ums\u00e4tzen und Fernsehzuschauer (ich verzichte auf das Binnen-I) und elf aktiven Fu\u00dfballern (auch hier kein I). Sie laufen, sie trippeln, sie unterhalten uns mit der runden Kugel 90 Minuten lang. Mehr oder weniger. \u00dcber die Preise unserer allt\u00e4glichen Produkte (Auto, Bier, Netzbetreiber, Marken) bezahlen wir diese &#8222;Milliarden-Maschinerie&#8220;. Elf laufen und Millionen sitzen. Nein: Springen auch manchmal auf. Und konsumieren. Elf kassieren und wir Millionen zahlen die Champions, inklusive Hinterm\u00e4nner und Agenturen. Dort wollen wir hin, hei\u00dft es im schwarzen Umfeld seit ein paar Jahren. Die besten, die teuersten, die international renommiertesten Pers\u00f6nlichkeiten holen wir. Damit steigen wir ein in das Gesch\u00e4ft der Champions League. Viel Geld f\u00fcr wenige, Unterhaltung f\u00fcr alle. Bewegung bei wenigen. Passiv-Sport bei vielen. Soweit das Paradigma.<\/p>\n<p><strong>Die SchifahrerInnen sind schon in der Champions Leagu<\/strong>e<\/p>\n<p>Schauen wir woanders hin, auf den &#8222;Schizirkus&#8220;, wie er sich selber nennen l\u00e4sst. \u00d6sterreich ist Weltspitze. Ganz oben. Dort fahren einige f\u00fcr uns um Gold bis Bronze. Alles andere ist uninteressant in der &#8222;Stangen-Champions-League&#8220;. SchifahrerInnen werden in der Werbebranche als &#8222;Markengesichter&#8220; vorgef\u00fchrt. Da geht es um viel Geld, das \u00fcber unseren Warenkorb finanziert wird. Beim Schifahren sind wir dort, wo O\u00d6 hin will. Ganz oben. Und mit welchen Folgen?<\/p>\n<p><strong>Die Schipisten sind leer<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Tage hat ein befreundeter Familienvater ein Foto von der Schipiste in Hinterstoder auf FB gepostet: &#8222;@Hinterstoder: Leere und tolle Pisten!&#8220; Was bedeutet das? Wir sind beim Schifahren in der Champions League und die Leute fahren nicht mehr Schi. Wir haben es ganz nach oben geschafft und das dahinter liegende &#8222;Aktivit\u00e4tsmodell Schifahren&#8220; stirbt gerade. Freilich: Schr\u00f6cksnadel hat in den letzten 25 Jahren alle kleinen Lift mit rechtlicher Akribie und der Sichtweise &#8222;Schischaukel&#8220; umgebracht. Je gr\u00f6\u00dfer, desto cooler. Alle sollten an den Champions-Pisten wedeln, Lust am Carven entwickeln, sich als toll erleben.\u00a0Wir gewinnen heute zwar Goldmedaillen, die Pisten bleiben leer.<\/p>\n<p><strong>Die Lust am Leben<\/strong><\/p>\n<p>Ganz ehrlich: Wir sollten nicht nach oben streben, sondern die Freude am Kicken in den Parks und Hinterh\u00f6fen &#8222;just for fun&#8220; anwerfen. Nicht die Streif bringt uns alle weiter, sondern der schneebedeckte H\u00fcgel oder die Gstetten in der N\u00e4he. Da wird die Lust am Schnee, an der Bewegung an der Basis sp\u00fcrbar und nicht an die Champions League, an die Streif delegiert. Die Gesellschafts-Elite braucht &#8222;die Streif&#8220;. Der Geld-, Medien- und Wirtschaftsadel inszeniert sich und macht den Anschein des &#8222;Millionengesch\u00e4ftes&#8220; f\u00fcr \u00d6sterreich. Durchatmen. Gedanke: Gestalten wir Wirtschaft mehr nach dem Commons-Prinzip (auch weltweit) und weniger nach dem Ranking-Prinzip. Geben wir der &#8222;intrinsischen Lust am Arbeiten&#8220; mehr Platz als der &#8222;extrinsischen Weltrangliste&#8220;. Lokale Klein- und Mittelbetriebe werden links liegen gelassen. Die vielen lokalen Vereine und Initiativen wollen und k\u00f6nnen nicht in die Weltrangliste. Einzelne Primarii machen Image, die 423 Knieoperationen m\u00fcssen oft schlecht bezahlte \u00c4rzte machen. Gemeinden organisieren Fahrkarten f\u00fcr das Musiktheater und haben keine Ressource mehr f\u00fcr die lokalen Kulturinitiativen. Es geht nicht um die Goldmedaille, sondern um die Lust am Arbeiten, an der Bewegung, am Leben. Ich m\u00f6chte PolitikerInnen ermutigen, das mehr zu sehen. <a href=\"http:\/\/youtu.be\/SNqtV-bLv7s\" target=\"_blank\">So wie hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir wollen zu den besten geh\u00f6ren&#8220;, h\u00f6re ich seit Jahresbeginn immer intensiver in der O\u00d6 Politik von ganz oben. Damit will der ganz oben unseren Ehrgeiz anstacheln. 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