{"id":6150,"date":"2015-05-02T12:52:32","date_gmt":"2015-05-02T11:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=6150"},"modified":"2018-01-04T06:26:38","modified_gmt":"2018-01-04T05:26:38","slug":"widerstand-leben-und-alternativen-zeigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/widerstand-leben-und-alternativen-zeigen\/","title":{"rendered":"Widerstand leben und Alternativen zeigen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/eu_info.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6151\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/eu_info-150x43.jpg\" alt=\"eu_info\" width=\"150\" height=\"43\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/eu_info-150x43.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/eu_info-300x85.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/eu_info.jpg 637w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>&#8222;Wir freuen uns, Ihnen die Mai Ausgabe Nr. 182 von Europeinfos zukommen zu lassen. Sie k\u00f6nnen die gesamte Ausgabe als <a href=\"http:\/\/www.europe-infos.eu\/europeinfos\/de\/home\" target=\"_blank\">PDF HIER <\/a>herunterladen.&#8220;\u00a0Ich wurde eingeladen, f\u00fcr diese Nummer einen Artikel zur Zukunft der Orden zu verfassen. Dieser Newsletter geht an alle Entscheidungstr\u00e4gerInnen in der EU und wird vom Br\u00fcsseler B\u00fcro der Bischofskonferenz erstellt. Ich m\u00f6chte euch meine \u00dcberlegungen nicht &#8222;vorenthalten&#8220;:<\/p>\n<p><strong>Widerstand und Alternativen leben und zeigen<\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6152\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956-150x100.jpg\" alt=\"999_IMG_7956\" width=\"150\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956-900x599.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/999_IMG_7956.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ordensleute leben ein Modell, das in Europa unglaublich gesellschaftsrelevant und zukunftssichernd ist. <\/em><\/p>\n<p>\u201eWo sind die Schmerzpunkte der heutigen Gesellschaft?\u201c Diese Frage treibt die Pr\u00e4sidentin der Vereinigung von Frauenorden in \u00d6sterreich, Sr. Dr. Beatrix Mayrhofer, in Vorbereitung auf das 50-Jahr-Jubil\u00e4um der Vereinigung im Jahr 2016 um. Dahinter steht die \u00dcberzeugung, dass Orden immer einen konkreten Auftrag in der heutigen Gesellschaft erf\u00fcllen. Die Gr\u00fcndungen waren zum Gro\u00dfteil mutige und unkonventionelle Zug\u00e4nge zur Not, zur Schieflage der jeweiligen Zeit. Und wie ist das heute? Hier in Europa? \u00abViel mehr wesentlich weniger\u00bb hei\u00dft eine Gespr\u00e4chsreihe von Ordensleuten mit unkonventionellen Meinungsbildnern in \u00d6sterreich. Da ist der Schuhproduzent und Finanzrebell Heini Staudinger genauso dabei wie der Schriftsteller Alfred Komarek, der Musiker Toni Knittel aus dem Lechtal in Vorarlberg, die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner, die Psychotherapeutin Rotraud Perner oder die Salzburger Landes-Politikerin Astrid R\u00f6ssler. Die auf Video aufgezeichnete Gespr\u00e4chsreihe (http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/wesentlich ) sp\u00fcrt einzig und alleine der Frage nach: \u00abWo ist der Platz der Ordensfrauen und Ordensm\u00e4nner in der heutigen Gesellschaft?\u00bb Die Titel der jeweiligen Gespr\u00e4che sind eine Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Befindlichkeit und als Alternative formuliert. Da geht es um \u00abMut zum Widerstand\u00bb, \u00abWeniger ist wesentlich mehr\u00bb, \u00abmehr lokal\u00bb, den \u00abkanalisierten Menschen\u00bb, den \u00abStatus aus dem Weniger\u00bb und \u00abmehr die eigene Berufung leben\u00bb. Oder anders gewendet geht es um die Frage: was brauchen wir, auch in Europa, um authentisch und verantwortungsvoll zu leben? Der Vorsitzende der M\u00e4nnerorden in \u00d6sterreich, Abtpr\u00e4ses Christian Haidinger OSB, hat das benediktinische Ma\u00dfhalten vor Augen: \u00abEs braucht ein neues Ausbalancieren von Mehr und Weniger, orientiert am Wesentlichen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Das Jahr der Orden 2015 ist ein Gl\u00fccksfall, ein Kairos<\/strong><\/p>\n<p>In den Zielsetzung der \u00f6sterreichischen Orden hei\u00dft es im Masterplan zum Schwerpunktjahr: \u00abOrden nehmen Verantwortung in Hinblick auf gesellschaftliche Themen wie Bildung, Gesundheit, Kultur und bei offensichtlichen Schieflagen im Bereichen wie Soziales, Spiritualit\u00e4t, Internationales wahr und stellen diese \u201ains \u00f6ffentliche Licht\u2019. Einzelne Neuaufbr\u00fcche und Transformationsprozesse werden pointiert ins Gespr\u00e4ch gebracht. Die Dynamik von Bew\u00e4hrtem und Neuem wird ausgelotet.\u00bb Wenn 78% der 3.800 Ordensfrauen \u00fcber 65 Jahre sind und sich mehr als die H\u00e4lfte der 1.950 Ordensm\u00e4nner l\u00e4ngst im Pensionsalter befindet, braucht es Mut und Kraft, sich neu mit einem \u201aOut-of-the-Box-Denken\u2019 der Zukunft zu widmen. Das von Papst Franziskus ausgerufene Schwerpunktjahr entwickelt durch diese neue anregende Aufmerksamkeit zwei Richtungen: Den Blick nach innen, in die Verfasstheit und die Zukunftsf\u00e4higkeit der Gemeinschaften selber sowie ihre Kooperationsf\u00e4higkeit, ihre \u00abSynapsenf\u00e4higkeit im Netz der vielf\u00e4ltigen Gemeinschaften\u00bb. Die Gesellschaft und vor allem die Medien entwickeln eine neue Aufmerksamkeit, ein Interesse am Ordensleben. Ordensfrauen, die Prostituierten bedingungslos einen Weg aus der Prostitution \u00f6ffnen, vernetzen sich selbst bedingungslos. Die kontemplative Lebensweise des Einsiedlers von Saalfelden lockt Menschen an, die ihr Sein neu sehen wollen. Das Gebet in und f\u00fcr die Menschen wird neu zug\u00e4nglich. Das Tun und Dasein der Ordensleute wird interessant, wahrgenommen, neu wertgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong>Eine Alternative zeigen und vorzuleben versuchen<\/strong><\/p>\n<p>Wir leben heute in einer total \u00f6konomisierten Gesellschaftsordnung. Alles wird am Mammon, am Geld ausgerichtet. Von den Ordensleuten wird immer sehns\u00fcchtiger \u00abWiderstand und Alternative\u00bb erwartet. Ein Beispiel: Der Privatbesitz spielt bei den Ordensleuten keine Rolle in einer Zeit, wo alle dem Besitz im individuellen Verst\u00e4ndnis nachjagen. Das Ordensleben ist demgegen\u00fcber vom Community-Gedanken der Bibel gepr\u00e4gt. \u00abSie hatten alles gemeinsam.\u00bb Dieser Text aus der Apostelgeschichte ist heute vielleicht f\u00fcr viele unverst\u00e4ndlich und doch sp\u00fcren alle, dass Sharing, Co-housing und Gemeinwohl\u00f6konomie Schl\u00fcsselbegriffe der jungen Generation sind. Da k\u00f6nnen Ordensleute viel Wissen und Erfahrung zur Verf\u00fcgung stellen und zug\u00e4nglich machen: Leben nach klaren Werten, eingebettet in den Rhythmus der Rituale und auf Gemeinschaft und Solidarit\u00e4t ausgerichtet. Auch wenn sie eine nur eine vergleichsweise kleine Gruppe sind: Ordensleute leben ein Modell, das in Europa unglaublich gesellschaftsrelevant und zukunftssichernd ist. Das Lebensmodell nach den evangelischen R\u00e4ten hei\u00dft wahrscheinlich heute: \u00abeinfach-ehelos-h\u00f6ren\u00bb. Die Einfachheit der Armut, die Ganz-Verf\u00fcgbarkeit von Gott her f\u00fcr die Menschen, und der Gehorsam gegen\u00fcber der gemeinsamen Aufgabe und dem Auftrag sind beispielhaft:, Sie sind ein Leuchtturm in einer Gesellschaft, die von Einsamkeit, Karrieredenken, Konkurrenz, Schnelligkeit und dauernden Rankings gepr\u00e4gt ist. Darum sagt auch der Musiker und Poet Konstantin Wecker in einem Gespr\u00e4ch im Stift St. Florian: \u00abGeht in die Gesellschaft ohne Besitz.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Freiraum f\u00fcr Gott und den Menschen \u00f6ffnen<\/strong><\/p>\n<p>Wecker erhofft sich einen Anstoss: \u00abWie kann heute jemand f\u00fcr die spirituelle Welt ge\u00f6ffnet werden, dem jeder Zugang zum Nicht-Rationalen versperrt ist? Wahrscheinlich nicht, indem man Heiligenbilder verteilt. Es muss einen anderen Weg geben.\u00bb So wird nicht gesehen, wie viele Menschen sich sozial engagieren. Empathie existiert, aber sie findet sich nicht wieder in der Hierarchie der gesellschaftlichen Werte. Wecker sieht in den Orden einen Ort, der vielem Raum gibt \u2013 auch der Nutzlosigkeit: \u00abIm Tun mit Hingabe und im Gebet verlassen wir die Zeit. Das Korsett unseres Zeitempfindens braucht eine \u00d6ffnung.\u00bb Weckers Wunsch an die Orden: \u00abDer Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Aus der Empathie heraus das Liebevolle leben. Das t\u00e4tige Mitgef\u00fchl.\u00bb Ordensleute entdecken selbst diesen Wert und Anspruch und nehmen die Zivilgesellschaft mit auf die \u00abEntdeckungsreise\u00bb. Das braucht Europa \u2013 mit den Ordensleuten.<\/p>\n<p><em>Ferdinand Kaineder, Theologe, Kommunikationslotse und Leiter des Medienb\u00fcros der Ordensgemeinschaften \u00d6sterreich www.ordensgemeinschaften.at<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir freuen uns, Ihnen die Mai Ausgabe Nr. 182 von Europeinfos zukommen zu lassen. 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