{"id":626,"date":"2010-06-01T19:20:34","date_gmt":"2010-06-01T18:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=626"},"modified":"2018-01-04T07:05:51","modified_gmt":"2018-01-04T06:05:51","slug":"jesuanische-kirche-im-sozialraum-nahe-hat-die-groste-kraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/jesuanische-kirche-im-sozialraum-nahe-hat-die-groste-kraft\/","title":{"rendered":"Jesuanische Kirche im Sozialraum. N\u00e4he hat die gr\u00f6\u00dfte Kraft"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. und 2. Juni tagt die Di\u00f6zesanleitung zum &#8222;Zukunftsprozess&#8220;. Wie geht die Di\u00f6zese Linz in ihre Zukunft? Welche Ziele und Ma\u00dfnahmen stehen an, um dem Auftrag Jesu gerecht zu werden. Ich selber durfte heute 1. Juni ein Seminar\u00a0mit dem Titel: &#8222;Vom Fall zum Feld. Soziale R\u00e4ume statt Verwaltungsbezirke&#8220; moderieren. Prof. Werner Springer von der Uni Duisburg-Essen war der Impulsgeber.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc07668.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-630\" title=\"springer, bildmitte\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc07668.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Auf der Suche nach Sinn, Gl\u00fcck, Entlastung und Erleichterung des Alltags<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Springer er\u00f6rterte\u00a0 &#8222;Basics&#8220; zum sozialr\u00e4umlichen Denken und Arbeiten.\u00a0Der Mensch ist\u00a0&#8222;auf der Suche nach Sinn, Gl\u00fcck, Entlastung und Erleichterung des Alltags&#8220;. Darum geht es. Wie k\u00f6nnen zur Erf\u00fcllung dieses Wunsches vorhandene Resourcen zusammengebunden werden. Es geht darum, &#8222;Partizipation zu organisieren&#8220;. Voraussetzungen daf\u00fcr sind &#8222;Akzeptanz, Empathie und Authentizit\u00e4t&#8220;. Das sind keine Zugaben, sondern grundlegende Haltungen. Sozialr\u00e4umlich arbeiten hei\u00dft, Impuse zu setzen, damit\u00a0BewohnerInnen im Sozialraum &#8222;das Heft des Handelns wieder in die Hand\u00a0nehmen k\u00f6nnen.&#8220; Jede und jeder will &#8222;das Eigene in die Welt bringen&#8220; und nicht Objekt sein.<\/p>\n<p><strong>Wo sich Handeln an der Lebenswelt orientiert<\/strong><\/p>\n<p>Was ist nun wirklich ein Sozialraum? &#8211; fragt nach geraumer Zeit eine Teilnehmerin.\u00a0Organisatorisch definierte R\u00e4ume sind Verwaltungsr\u00e4ume. Der Sozialraum nimmt alles in den Blick, &#8222;wo sich Menschen im Alltag bewegen (Stra\u00dfe, Pl\u00e4tze, Wege, Funktionstr\u00e4ger, Institutionen, Familien, Gruppen,&#8230;), wo ihre Lebenswelt sich individuell ausdehnt.&#8220; Jeder Mensch hat seinen und ihren Lebensraum.\u00a0Dieser ist nicht territorial eingeschr\u00e4nkt. Die Frage ist: &#8222;Was k\u00f6nnen wir tun, damit Menschen sich in ihrem Lebensraum daheim f\u00fchlen?&#8220;. Welche Ressourcen sind da, welche k\u00f6nnen neu in Gang gesetzt\u00a0und vernetzt werden, &#8222;damit der Lebensraum bewohnbar wird und bleibt&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfere Pfarreinheiten sind kontraproduktiv<\/strong><\/p>\n<p>Springer spricht ganz ungeschminkt den Trend in den deutschen Di\u00f6zesen an, wo Pfarren in gr\u00f6\u00dfere Verb\u00e4nde zusammengelegt werden mit dem Argument, &#8222;dass heute ohnehin alle viel mobiler sind&#8220;. Dem widerspricht er aufs sch\u00e4rfste. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil der Gesellschaft ist nicht mobil. Alte, Kranke, Kinder, Armutsgef\u00e4hrdete, Kleinverdiener,&#8230;k\u00f6nnen sich die Mobilit\u00e4t nicht leisten und deshalb ist es wichtig, &#8222;dass zumindest die Kirche vor Ort bleibt und den Sozialraum mitentwickelt und kulitivieren hilft. Wer soll den Menschen sonst helfen, &#8222;einen gelungenen Alltag zu organisieren&#8220;? Meine Gedanken gehen wieder zum Zukunftsprozess in der Di\u00f6zese, wo auch in gr\u00f6\u00dferen R\u00e4umen verwaltet werden soll. Die Gedanken gehen weiter, ob eine Kirche wie die Amtskirche \u00fcberhaupt noch eine Relevanz hat, den Menschen im Alltag zu helfen.\u00a0<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc07678.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-631\" title=\"resourcenorientiert\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc07678.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Begegnungen auf Augenh\u00f6he<\/strong><\/p>\n<p>Jesuanischer Kirche und jesuanisch gepr\u00e4gte\u00a0Pastoralgemeinschaft\u00a0 begegnet einander auf Augenh\u00f6he (nicht von oben herab), pflegt eine Sprache auf Augenh\u00f6he und entwickelt ein empathische und authetische K\u00f6rpersprache auf dieser Ebene. Ihre Symbole und Riten sind geschwisterlich gepr\u00e4gt, voller Leben. Sissi Kamptner hat in Mariazell beim Kongress die Bisch\u00f6fe aufgefordert: &#8222;Verzichten sie auf die Insignien der Macht.&#8220; Und sie sind ihr ein St\u00fcck weit gefolgt und haben Mitra und Stab in der Sakristei gelassen. Kirche kann den Sozialraum vor Ort mitentwickeln, wenn sie die Grundprinipien sozialr\u00e4umlichen Arbeitens beherzigt, zu Herzen nimmt: Verzicht auf Macht,\u00a0&#8222;Durchsichtigkeit&#8220; und Vernetzungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p><strong>Worum geht es?<\/strong><\/p>\n<p>Sozialr\u00e4umlich arbeiten hei\u00dft, ganz an der <strong>Lebenswelt<\/strong> einzelner und von Gruppen orientiert vorgehen.<br \/>\nDer <strong>Wille, das Interesse und die Ziel<\/strong>setzung der konkreten Menschen ist die Vorausetzung f\u00fcr jegliche Aktivit\u00e4t.<br \/>\n<strong>Kontakt stiften<\/strong> und <strong>handlungsf\u00e4hig machen<\/strong> ist die Grundintention.<br \/>\nDas<strong> resourcenorientierte Menschenbild<\/strong> (dh. wo liegen die F\u00e4higkeiten, das K\u00f6nnen und die Chancen der Betroffenen) ist dem defizitorientierten Menschenverst\u00e4ndnis\u00a0der absolute Vorrang einzur\u00e4umen.<br \/>\nDer klare und <strong>ungeschminkte Blick<\/strong> auf die Wirklichkeit hilft weiter.<br \/>\nProfessionelles Agieren legitimiert sich einzig in der <strong>L\u00f6sung von Alltagsproblemen<\/strong> und Alltagsherausforderungen.<br \/>\n&#8222;<strong>Buttom-up&#8220;<\/strong> hat die gr\u00f6\u00dfte Kraft zur Ver\u00e4nderung und jedem &#8222;Top-down&#8220; ist mit Skepsis zu begegnen, hat den Hang zur Entm\u00fcndigung.<br \/>\nEs entstehen dort <strong>tragf\u00e4hige Netzwerke<\/strong>, wo jeder seinen sinnstiftenden Beitrag zur Bew\u00e4ltigung einer Alltagsherausforderung leisten kann.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc00328.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-635\" title=\"von unten gesehen\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/06\/dsc00328.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abschied nehmen und endlich den &#8222;Neuanfang sozialr\u00e4umlich wagen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gehen meine Gedanken\u00a0 wieder zum Zukunftsprozess. Darf die Di\u00f6zese den eingeschlagenen Weg des &#8222;sozialr\u00e4mlichen Entwickelns&#8220; weitergehen oder wird er von oben als zu gef\u00e4hrlich eingestuft. Dieser Weg ist als &#8222;Linzer Weg&#8220; von den Betroffenen positiv und von oben herab negativ apostrophiert worden. Von Rom, vom Gehorsam hat der Bischof heute im Interview in den O\u00d6N gesprochen, also &#8222;top down&#8220; ist\u00a0angesagt. Die Pfarren und Pastoralgemeinschaften entwickeln sozialr\u00e4umlich ihre Pfarrgemeinschaften. Ehrenamtliche sind hochmotiviert, wenn sie um der Menschen willen arbeiten k\u00f6nnen. Daher ist mein Gedanke: Wagen wir den ganz konsequenten sozialr\u00e4umlichen Ansatz f\u00fcr die Weiterentwicklung der Kirche, einer Kirche unten, bei und mit den Menschen &#8211; eben: um der Menschen willen.<br \/>\nDas hei\u00dft aber auch, dass die finanziellen Ressourcen &#8222;unten bleiben m\u00fcssen&#8220;, strukturell und ganz praktisch. In Reichenau zahlen zB. etwa 100 Personen ihren Kirchenbeitrag als Zweckwidmung &#8222;Soziales&#8220; direkt in die Pfarre.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem: Wenn ich diesen heutigen Tag\u00a0 mit Jesus und seinem Leben in Verbindung bringe, dann bin ich mir ganz sicher, dass ER ein hervorragender Arbeiter im Sozialraum war, ein Sinnstifter, ein Vernetzer und &#8222;voller Akzeptanz, Empathie und Authentizit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. und 2. Juni tagt die Di\u00f6zesanleitung zum &#8222;Zukunftsprozess&#8220;. Wie geht die Di\u00f6zese Linz in ihre Zukunft? Welche Ziele und Ma\u00dfnahmen stehen an, um dem Auftrag Jesu gerecht zu werden. Ich selber durfte heute 1. Juni ein Seminar\u00a0mit dem Titel: &#8222;Vom Fall zum Feld. Soziale R\u00e4ume statt Verwaltungsbezirke&#8220; moderieren. Prof. Werner Springer von der &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/jesuanische-kirche-im-sozialraum-nahe-hat-die-groste-kraft\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,14,10],"tags":[],"class_list":["post-626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zukunfstbilder","category-gemeinschaften-konnektive","category-philosophie-theologie","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=626"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2436,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626\/revisions\/2436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}