{"id":6323,"date":"2015-07-31T15:52:47","date_gmt":"2015-07-31T14:52:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=6323"},"modified":"2018-01-04T06:24:32","modified_gmt":"2018-01-04T05:24:32","slug":"sperrfrist-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/sperrfrist-neu\/","title":{"rendered":"Sperrfrist neu"},"content":{"rendered":"<p>Die Regierung hat heute das <a href=\"http:\/\/orf.at\/stories\/2292072\/\" target=\"_blank\">5 Punkte Programm<\/a> zur L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingsunterbringung pr\u00e4sentiert. Im Zug hat dieser Tage ein Mitreisender gemeint: &#8222;Wir werden uns in 10 Jahren sch\u00e4men f\u00fcr diese Zeit.&#8220; Ja. Das Vorhaben ist \u00e4u\u00dferst notwendig, um endlich die Fl\u00fcchtlinge aus ihrem obdachlosen Gef\u00e4ngnis in Traiskirchen zu befreien. Es ist ein wichtiger Schritt am garstigen Graben zwischen Fremdenhass und Hilfsbereitschaft entlang. Menschenw\u00fcrdige Unterbringung wird leichter m\u00f6glich und Hilfsbereitschaft wird erleichtert, den NGO&#8217;s wieder direkt m\u00f6glich. Auf meine <a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-aufgezogene-mauer-zur-zivilgesellschaft\/\" target=\"_blank\">Mauer hin zur Zivilgesellschaft<\/a> habe ich einige positive R\u00fcckmeldungen bekommen.<\/p>\n<p><strong>Traiskirchen w\u00e4re in einem Tag halb leer<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6326\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte-150x113.jpg\" alt=\"zelte\" width=\"150\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte-900x678.jpg 900w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/zelte.jpg 931w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Pers\u00f6nlich bin ich \u00fcberzeugt, dass Traiskirchen in einem Tag halb leer w\u00e4re, wenn Einzelpersonen, Familien, &#8222;Amateure&#8220; kommen d\u00fcrften. Es gibt viele, die ein bis drei Fl\u00fcchtlinge mitnehmen m\u00f6chten und eine menschenw\u00fcrdige Unterbringung zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnten. Wer f\u00fcr die Grundversorgung zugelassen ist, kann mit jemanden mitgehen. Die Personalunterlagen bleiben im Innenministerium &#8211; soweit sie \u00fcberhaupt vorhanden sind &#8211; und der &#8222;Abholer&#8220; wird mit g\u00fcltigem \u00f6sterreichischem Reisepass identifiziert. Die Adresse wird angegeben, wo die Unterkunft liegt. Standards sind in einem Merkblatt erl\u00e4utert. Ein bis zwei Tage sp\u00e4ter kommt ein Polizist, eine Polizistin dorthin, wo die Fl\u00fcchtlingen untergebracht sind. Er oder sie fragt nach, ob alles OK ist. Ich wei\u00df schon: Amateure. Es geht mir um den Denk-Ansatz. Es gibt so viel Hilfsbereitschaft, die an der <a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-suende-der-distanz-und-bedingungslose-akzeptanz\/\" target=\"_blank\">Mauer der Distanz<\/a> abprallt, frustriert oder gel\u00f6scht wird. Ich wei\u00df, f\u00fcr manche ein &#8222;irrer&#8220; Gedanke. Bei allen aber, wo ich ihn probiert habe, hat er ein Nicken ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Wem wird das Mikro hingehalten<\/strong><\/p>\n<p>Wer im Mediengesch\u00e4ft t\u00e4tig ist, wird heute wieder Zeuge einer Medien- und PR-Meisterschaft, die da immer lautet: &#8222;Wer ist der Schnellere?&#8220; Wer hat die erste Presse- und OTS-Meldung verschickt. Wer hat gleich einmal Stellung bezogen. Nat\u00fcrlich wissen wir, dass die 5 Punkte l\u00e4ngst im Hintergrund mit den &#8222;medial schnellen NGO&#8217;s&#8220;\u00a0ausgetauscht sind. Stellungnahmen werden fast zeitgleich mit der Pr\u00e4sentation in Umlauf gebracht. &#8222;Der erste, der ausruft, bestimmt das Thema am Platz.&#8220; Heute werden die Regierungsma\u00dfnahmen &#8222;begr\u00fc\u00dft&#8220;, f\u00fcr hilfreich empfunden. Es geht mir jetzt weniger um den Inhalt, sondern um die tiefe Dynamik der Medienwelt. Nat\u00fcrlich wissen wir, dass Politik und Medien \u00a0die B\u00fchne bespielen und dort ihr &#8222;Theater-St\u00fcck&#8220; inszeniert auff\u00fchren. Viel Geld wird in die Hand genommen, um die Schaupieler zu briefen, \u00fcberhaupt einen Platz auf der B\u00fchne zu ergattern. Und nat\u00fcrlich wissen wir, dass die Machtfrage das Grundthema jedes &#8222;medialen Polit-St\u00fcckes&#8220;. Genau deshalb ist ja entscheidend, wer zuerst mit wem auf die B\u00fchne tritt, wem das Mikro hingehalten wird und wer die schnellste Antwort gibt. Auf der B\u00fchne gibt es kein Nachdenken mehr. Es wird als &#8222;H\u00e4nger&#8220; interpretiert, als fad dargestellt.<\/p>\n<p><strong>Eine Sperrfrist neu<\/strong><\/p>\n<p>Aber ganz ehrlich. Ich w\u00fcrde mir eine &#8222;Sperrfrist neu&#8220; w\u00fcnschen, die besagt, dass zwischen der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation einer &#8222;Ma\u00dfnahme&#8220; und der \u00f6ffentlichen Reaktion 24 Stunden liegen m\u00fcssen. Man stelle sich vor, alle NGO&#8217;s regieren erst morgen Mittag mit einer Stellungnahme. MitarbeiterInnen, Mitglieder, B\u00fcrgerInnen &#8222;m\u00fcssen&#8220; sich auf einmal selber Gedanken machen. Die 5 Punkte wirken einmal. Leser- und Leserinnen denken nach, selber. Reden. Diskutieren. Machen sich ein Bild. Es entsteht Raum. Freiraum. Kreativraum. Es beginnt etwas zu g\u00e4ren. Das Tempo verringert sich. Ich meine die der Medien. Klar ist: Es muss heute rasch gehandelt werden, aber noch rascher werden heute ja die Meldungen gehandelt. Eine Turbo-Maschinerie inklusive Twitter und Co ist im Gange. Die Position der meisten Menschen ist ja nur mehr die des Kameramannes oder der Fotografin. Wer ber\u00fchrt denn noch einen Fl\u00fcchtling, wenn es so ber\u00fchrende Fotos gibt? Das Magazin &#8222;<a href=\"http:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2015\/faulheit\/\" target=\"_blank\">Brand eins<\/a>&#8220; hat sich die Faulheit vorgenommen. Das Thema Entschleunigung wird \u00fcberall als &#8222;Tiefen-Thema&#8220; unserer Gesellschaft gesehen. Ich frage einfach: Wie kann das auf die Medienmaschinerie angewendet werden? Wenn sich die Medien nicht entschleunigen, werden sich die Menschen abwenden. Das tun sie bereits. Offline ist Lebensqualit\u00e4t. Sozusagen pers\u00f6nlich verordnete &#8222;Sperrfrist neu&#8220;. Es bracht das entschiedene Tun. Das passiert hundertfach. Ich hoffe und z\u00e4hle auf Medien, die das Tun suchen, beschreiben, zeigen und weniger Stellungnahmen und Polit-Theater in alle Welt \u00fcbertragen. Aber ich h\u00f6re schon einige sagen: Wach auf. Das ist auch dein Gesch\u00e4ft. Aber eine Sperrfrist nachher w\u00fcrde ich gerne einmal erleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regierung hat heute das 5 Punkte Programm zur L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingsunterbringung pr\u00e4sentiert. Im Zug hat dieser Tage ein Mitreisender gemeint: &#8222;Wir werden uns in 10 Jahren sch\u00e4men f\u00fcr diese Zeit.&#8220; Ja. Das Vorhaben ist \u00e4u\u00dferst notwendig, um endlich die Fl\u00fcchtlinge aus ihrem obdachlosen Gef\u00e4ngnis in Traiskirchen zu befreien. 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