{"id":68,"date":"2010-01-21T19:58:36","date_gmt":"2010-01-21T18:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=68"},"modified":"2018-01-04T07:10:31","modified_gmt":"2018-01-04T06:10:31","slug":"eine-pfarre-dokumentiert-ihren-lebenswillen-durch-den-neubau-einer-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/eine-pfarre-dokumentiert-ihren-lebenswillen-durch-den-neubau-einer-kirche\/","title":{"rendered":"Eine Pfarre dokumentiert ihren Lebenswillen durch den Neubau einer Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Der Gastgeber hier im Pfarrhof Pasching geht jetzt in die Kirche, um mit anderen zusammen die Krippe abzubauen. Wir haben schon gut gegessen und das Bett ist schon gerichtet. Der Tag hat aber ganz anders begonnen.<\/p>\n\n<p>Schon am Weg nach <strong>Lichtenberg<\/strong>, meiner ersten Station auf dem Weg durch die Pfarren der Region Linz, hat mir ein guter Freund ein Schnapserl \u00fcberreicht, damit ich gut durchhalte in den n\u00e4chsten zehn Tagen. In Lichtenberg selber warten bei der Baustelle der neuen Kirche und des neuen Pfarrzentrums drei Pfarrgemeinder\u00e4te auf mich zusammen mit dem Team von LT1. Ein wenig versp\u00e4tet bin ich schon. Ich freue mich, hier mit Menschen zusammenzutreffen, die eine gro\u00dfe Zukunft f\u00fcr die Seelsorgestelle vor Augen haben, sonst w\u00fcrden sie kein Bauwerk anfangen, das\u00a0Zentrum des Ortes ist und dem schnell wachsenden Ort eine spirituelle und kommunkative Mitte gibt. Wir trinken Tee auf der Baustelle und dazu gibt es Brioche. Das Fr\u00fchst\u00fcck. Aus Kirchschlag habe ich ein Licht mitgenommen, weil ich in jeder Kirche in Licht anz\u00fcnden m\u00f6chte. Dieses Licht stellen wir in die Mitte der Baustelle. Klaus Richter, der t\u00e4glich die Baustelle \u00fcberwacht und auch die finanziellen Agenda im Blick hat, meint: &#8222;Das ist die erste Kerze, die hier angez\u00fcndet wird.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Die guten Geister im Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrt weiter auf den P\u00f6stlingberg. Eine wunderbare Winterlandschaft begleitet mich seit meinem Weggehen um 7.30 Uhr in Kirchschlag. Bei der Basilika angekommen, l\u00e4\u00dft der Winter nur eine Zugangst\u00fcr offen. Drinnen wird gerade eine Totenmesse gefeiert und bei Vater unser bleibe ich. Mein Weg f\u00fchrt dann in den Pfarrhof. Die Pfarrsekret\u00e4rin macht mir auf und l\u00e4dt mich in die K\u00fcche ein. Dort treffe ich auf die guten Geister hinter dem ganzen Pfarr- und Wallfahrtsbetrieb: die Pfarrsekret\u00e4rin, die K\u00f6chin und die Reinigungsfrau. Sie laden mich auf ein Trinken und Kekserl ein. Wir plaudern \u00fcber die Situation. Besondere Gr\u00fc\u00dfe lasse ich f\u00fcr P. Josef da, der in der Schule ist und ab Februar eine Auszeit nimmt. Beim Weggehen tausche ich mit P. Georg noch ein paar Worte, bevor er zum Friedhof muss. Ich starte \u00fcber den Puchenauer Kreuzweg hinunter nach Puchenau.<\/p>\n<p><strong>Den falschen Tag erwischt<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Es ist nicht weit&#8220;, meint Michaela Hainzl aus ihrem Auto heraus. Sie wohnt am P\u00f6stlingberg und war Kollegin bei der Caritas. In Puchenau d\u00fcrfte ich den falschen Tag erwischt haben. An der Pfarrhoft\u00fcr wird f\u00fcr mich ersichtlich, dass Donnerstag keine B\u00fcrozeiten sind. Ein freier Tag und so ist alles zugesperrt. Puchenau macht einen &#8222;durch die Stra\u00dfe zerschnittenen und von der Archtektur her abgeschotteten Eindruck&#8220;. Der Pfarrkindergarten ist offen und dort ist ein stetes Kommen und Gehen. Ich gehe der Donau entlang und sehe immer die R\u00fcckseite der riesigen Wohnanlage. Nach gut einer Stunde komme ich in Ottensheim an und genehmige mir einen Kaffee mit Mohntorte. Um 14 Uhr mein Mittagessen. Die F\u00e4hre bringt mich hin\u00fcber nach Wilhering.<\/p>\n<p><strong>Blumen und Bildung in Wilhering<\/strong><\/p>\n<p>Beim Zugehen auf das Stift Wilhering und die Pfarre stechen vor dem Kirchturm zwei markante Geb\u00e4ude hervor: die G\u00e4rtnerei und das Gymnasium. Ich denke mir: Es ist sch\u00f6n, dass Kirche Blumen \u00fcberreicht und Bildung vermittelt. Im neu errichteten Turnsaal spielen sie Badminton und das erinnert mich an zehn Jahre Sektionsleiter und eigenh\u00e4ndiges Meisterschaft spielen. Ein Behinderter geht mit mir in die Kirche und im Hof kommen junge Leute an zum Orientierungstag, wie ich sp\u00e4ter erfrage. Das wird auch der Grund sein, warum ich den Pfarrer und Abt nicht erreiche.<\/p>\n<p><strong>Die T\u00fcr war offen und ich schaute mich um<\/strong><\/p>\n<p>Mein Weg f\u00fchrt mich weiter nach D\u00f6rnbach. Eine gro\u00dfe Siedlung liegt im Becken nach M\u00fchlbach. In der Wallfahrtskirche schreibe ich mein Anliegen in das aufgelegte Anliegenbuch. Ein Mieter im Pfarrhof nimmt f\u00fcr den Pfarrer und Diakon mein Visitenkarte entgegen. Im neu errichteten Pfarrhof ist die T\u00fcr offen und ich schaue mich etwas um.\u00a0 Eine gro\u00dfe Fotogalerie zeigt den Neubau. Durch die Saalt\u00fcre sehe ich, dass der Judoverein Kindertraining hat. &#8222;Nachher kommen die Pfadfinder und abends dann der Chor&#8220;, meint die Kellnerin im gegen\u00fcberliegenden Cafe: &#8222;Es ist immer was los und sehr gut genutzt.&#8220; Es ist finster geworden und es hat kr\u00e4ftig zu schneien begonnen. Ein wunderbares WinterGEHEN denke ich bei mir und gehe noch die 4 Kilometer hin\u00fcber nach Pasching.<\/p>\n<p>5\u00a0km\/h zeigt das Ger\u00e4t am Rande der Stra\u00dfe, als ich vorbeiging. So schnell bin ich unterwegs. F\u00fcr ein Foto bem\u00fche ich mich noch schneller und es zeigt 7 km\/h. Dann kommt das n\u00e4chste Auto mit 35 km\/h. Es ist extrem\u00a0rutschig auf der Fahrbahn. Viel Verkehr. Es ist Zeit, nach Hause zu fahren. Ich genie\u00dfe den Weg bei dichtem Schneetreiben.<\/p>\n<p><strong>Pastoral mit innerer Logik<\/strong><\/p>\n<p>Die Kirche von Pasching ist toll beleuchtet und so eine klare Orientierung. Dort angekommen schaue ich mich um. Die alte Kirche ist f\u00fcr die Aufbahrung gerichtet und 1979 wurde die neue Kirche in\u00a0Betrieb genommen. Aber wo ist der Pfarrhof? Wie ich mich so umschaue, hupt ein Auto und bleibt stehen. Es ist Franz\u00a0Harrant, der vom B\u00fcro im Pastoralamt heimf\u00e4hrt und hier\u00a0neben seiner Familienseelsorgerarbeit &#8222;Dorfpfarrer&#8220; ist. Er\u00a0w\u00fcrde mich mitnehmen, aber die letzten 300 Meter gehe ich zu Fuss. Ich bin voller Schnee und das Auto soll verschont bleiben. Au\u00dferdem bin ich ein STADT_pilger &#8211; zu Fuss unterwegs.<\/p>\n<p>Schon im Laufe des Abendessens haben wir verschiedene pastorale Felder der Pfarre angesprochen. &#8222;Glaube braucht Training&#8220;, meint der Pfarrer und zeigt mir seine Unterlagen f\u00fcr die Erstkommunion und Firmung: &#8222;Das Trainingspaket, das sie von der Pfarre bekommen, soll sie hin- und einf\u00fchren\u00a0in wichtige christliche Anliegen&#8220;.\u00a0 Dazu geh\u00f6rt eine Schatzkiste, ein Comic-Heft \u00fcber das Leben Jesu, DVDs usw. Mit besonderer Sensibilit\u00e4t werden die Kinder und Jugendliche in verschiedene Dienste eingef\u00fchrt, so in das Anz\u00fcnden der Altarkerzen vor allen am Sonntag. Aus diesem Gespr\u00e4ch werde ich einige Anregungen mitnehmen, auch f\u00fcr meine Pfarre.<\/p>\n<p><strong>Was ich zum Weiterdenken mitnehme?<\/strong><\/p>\n<p>So viele Einfamilienh\u00e4user, die in sich abgeschlossen sind. Wie kommen wir zu Menschen, um sie mit der christlichen Botschaft zu infizieren und in das pfarrliche Geschehen zu involvieren?<\/p>\n<p>^^^^^^^<\/p>\n<p>Der Beitrag auf LT1: <a href=\"http:\/\/xlurl.de\/6y4q56\">http:\/\/xlurl.de\/6y4q56<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gastgeber hier im Pfarrhof Pasching geht jetzt in die Kirche, um mit anderen zusammen die Krippe abzubauen. Wir haben schon gut gegessen und das Bett ist schon gerichtet. Der Tag hat aber ganz anders begonnen. 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