{"id":6902,"date":"2016-02-26T18:47:21","date_gmt":"2016-02-26T17:47:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=6902"},"modified":"2018-01-03T19:05:38","modified_gmt":"2018-01-03T18:05:38","slug":"die-bauernpost-vom-februar-2020-gelesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/die-bauernpost-vom-februar-2020-gelesen\/","title":{"rendered":"Die BauernPost vom Februar 2020 gelesen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6905\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6905\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6905\" class=\"size-thumbnail wp-image-6905\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497-150x113.jpg\" alt=\"Ausgabe Feber 2020\" width=\"150\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7497.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6905\" class=\"wp-caption-text\">Ausgabe Feber 2020<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Agrarwende 2016 &#8211; ein voller Erfolg&#8220; ist die Headline \u00fcber der <a href=\"http:\/\/www.ig-milch.at\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/BauernPost.pdf\" target=\"_blank\">Ausgabe der &#8222;BauernPost&#8220; vom <strong>Februar 2020<\/strong><\/a>. Ausgedruckt liegt sie vor mir, &#8222;die unabh\u00e4ngige Zeitung f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum&#8220;. Pers\u00f6nlich habe ich sie \u00fcberreicht bekommen von vier Bauern im Cafe Griensteidl in Wien. Meine eigene Biografie beginnt auf einem Bauernhof, den derzeit mein Bruder und in allern\u00e4chster Zukunft mein Neffe und meine Nichte bewirtschaften werden. Milch spielt ein gro\u00dfe Rolle und die Selbstvermarktung aller Produkte, die auf diesem naturnahen Bauernhof entstehen. Der Speck ist so begehrt, dass er fast auf dem lebenden Schwein reserviert werden muss. Zur\u00fcck aber in das Cafe Griensteidl.<\/p>\n<p><strong>Die Kleinen werden\u00a0\u00fcberfahren<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6907\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6907\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402-150x125.jpg\" alt=\"9IMG_7402\" width=\"150\" height=\"125\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402-150x125.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402-768x642.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7402.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Ein Milchbauer aus dem Mostviertel, aus dem oberen M\u00fchlviertel, aus Neumarkt am Wallersee und aus Bad Leonfelden sitzen mit mir am Tisch. Wir haben uns hierher vereinbart, nachdem ich den <a href=\"http:\/\/www.ig-milch.at\/\" target=\"_blank\">Obmann der IG-Milch Ewald Gr\u00fcnzweil aus Bad Leonfelden<\/a> im Zuge meiner Aktivit\u00e4ten als <a href=\"http:\/\/www.klimapilgern.at\" target=\"_blank\">Klimapilger<\/a> bei einer <a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/es-draengt-und-alle-gehen-einkaufen\/\" target=\"_blank\">Demonstration im Vorfeld des Weltklimagipfel #COP21<\/a> kennengelernt habe. Gar nicht einfach, auf welchen Wegen ich immer wieder zu interessanten Menschen gef\u00fchrt werde. <a href=\"http:\/\/www.ig-milch.at\/der-verein\" target=\"_blank\">Ich bin beeindruckt von diesen Bauern<\/a>, die gerade in diesen f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.nachrichten.at\/nachrichten\/wirtschaft\/wirtschaftsraumooe\/Gmundner-Milch-bestraft-und-belohnt;art467,2160986\" target=\"_blank\">Milchbauern miserablen &#8222;Milch-Zeiten&#8220; <\/a>so eine kraftvolle und positive Alternative verk\u00f6rpern. Ihre Kraft kommt nicht vom Reden, sondern aus ihrer Erzeuger-Situation. Auf den vier biologisch gef\u00fchrten Bauernh\u00f6fen gehen etwa 150 Milchk\u00fche mit den Bauern mit. Sie erzeugen diese wertvolle Grundlage f\u00fcr so viele schmackhafte Nahrungsmittel wie K\u00e4se oder Joghurt usw. Aber: Die Bauernvertreter in Kammern und Genossenschaften haben sich vor einem Jahr t\u00e4uschen lassen\u00a0und der\u00a0Abschaffung der Milch-Kontingente zugestimmt. Heute sehen alle: Die gro\u00dfen Industrie-Bauernh\u00f6fe produzieren so viel Milch, das die &#8222;Kleinen&#8220; \u00fcberhaupt nicht mit k\u00f6nnen und im Milch-Tsunami der gro\u00dfen weggesp\u00fclt werden. Die Bauernvertreter wollen aber den Fehler nicht eingestehen.<\/p>\n<p><strong>Nimm mit alles, nur die Ausrede nicht<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6906\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-6906\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499-150x113.jpg\" alt=\"9IMG_7499\" width=\"150\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/9IMG_7499.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Russland-Embargo, fehlende Marktentwicklung oder mangelnde Exporte werden als &#8222;Ausreden&#8220; angef\u00fchrt. Da kommt mir mein Lateinprofessor in den Sinn, der vor jeder Erkl\u00e4rung eines Sch\u00fclers gleich einmal ausgerufen hat: &#8222;Herrgott, nimm mir alles, nur die Ausrede nicht.&#8220; \u00a0Kammern, Standesvertretungen und Genossenschaften erkennen &#8222;den inneren Fehler der technokratischen industriellen Landwirtschaft&#8220; nicht, der sich \u00fcber hybrides Saatgut, in Spritzmittel oder D\u00fcngemittel \u00fcber Weltkonzerne die Bauern abh\u00e4ngig macht. &#8222;Sie sind blind f\u00fcr den Systemfehler und stecken in Abh\u00e4ngigkeit.&#8220; Das klingt d\u00fcster, l\u00e4ge da nicht die <a href=\"http:\/\/www.ig-milch.at\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/BauernPost.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;BauernPost&#8220;<\/a> aus dem Jahre 2020 auf meinem Tisch. Die Initiative &#8222;Wir haben es satt!&#8220; hat im Jahre 2016 diese Wende angesto\u00dfen, die der Agrar\u00f6kologie zum Durchbruch verholfen hat. 2020 werden Nutztiere stressfrei und mit W\u00fcrde vor Ort geschlachtet. Es stellte sich schon Ende 2015 heraus, dass es gar kein EU-Gesetz gab, das Schlachtungen nur in Schlachth\u00f6fen erlaubt. \u00a0Zuchtziele wurden Tier gerecht geschrieben, Saatgenossenschaften &#8222;SamenFeste&#8220; machen hybrides Saatgut \u00fcberfl\u00fcssig, das maschinelle Wettr\u00fcsten des &#8222;immer gr\u00f6\u00dfer&#8220; ist beendet und die Landwirtschaft verzichtet komplett auf fossile Energietr\u00e4ger. Der Richtungswechsel ist 2016 gelungen und tr\u00e4gt 2020 &#8222;faire Fr\u00fcchte&#8220;. Die Milchkrise 2015 wurde \u00e4hnlich dem Weinskandal als Chance gen\u00fctzt. Der Konsument kann aufatmen, weil er biologisch-naturnahe Produkte genie\u00dfen kann und nicht auf &#8222;industrielle wertlose Kaumasse&#8220; zur\u00fcckgreifen muss. Gef\u00f6rdert wird jetzt nur mehr kleinstrukturierte Landwirtschaft und die gro\u00dfen Handelsketten sind genossenschaftlich regionalisiert. Auf der letzten Seite lese ich: &#8222;Eine Viertelmillion! Zahl der H\u00f6fe w\u00e4chst weiter&#8220;. Als: Die Agrarwende wurde geschafft.<\/p>\n<p><strong>Menschen mit vision\u00e4rer Tatkraft<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Herrengasse vorbei am Innenministerium gehe ich zur\u00fcck in das <a href=\"http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/\" target=\"_blank\">B\u00fcro der Ordensgemeinschaften<\/a>. Ein gro\u00dfes schwarzes Auto bleibt mitten auf der Strasse stehen. Heraus springt der Au\u00dfenminister und hinein in das n\u00e4chste Palais. Mein Gedanke geht sofort z\u00fcr\u00fcck zu den vier Bauern. Ich sp\u00fcre: Dort liegt die Gestaltungskraft f\u00fcr die Zukunft. Die politischen Eliten sind nicht mehr imstande, &#8222;das System zu drehen auf menschenfreundliche, naturnahe und eine sozial ausgewogene gerechte Zukunft&#8220;. Diese IG-Milch-Bauern sind Teil der Wende. Ganz konkret und ganz praktisch. Meine Schritte werden langsamer. Ich werde nachdenklicher. Meine Aufgabe und meine Kontakte im Netz der Ordensgemeinschaften kommt mir irgendwie entgegen. In Gedanken. Dann bleibe ich stehen und schaue vor der Schottenkirche auf zum Himmel und denke: Wo sind in unserem Bereich diese mutigen, kraftvollen Vision\u00e4re und Vision\u00e4rinnen der notwendigen gesellschaftlichen Wende? Bei der <a href=\"http:\/\/www.ordensgemeinschaften.at\/2470-statistik-und-zahlen-der-orden-2016\" target=\"_blank\">Pressekonferenz<\/a> hat Christian Haidinger von den &#8222;stillgelegten Propheten&#8220; gesprochen. Diesen vier Bauern verdanke ich sehr viel: Meine Aufmerksamkeit geht in n\u00e4chster Zeit darauf, unter den 5.300 Ordensfrauen und Ordensm\u00e4nnern und den tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die ausfindig zu machen, die heute schon ihren Teil an der gesellschaftlichen Systemwende ganz praktisch leben. Immer \u00f6fter h\u00f6re ich n\u00e4mlich: &#8222;Wir schaffen die Wende nicht. Wir fahren an die Wand. Wir sind schon im Krieg.&#8220; Es ist die Leidenschaft zu ihrer Landwirtschaft, zum Hof, zu ihren Tieren, zu ihren Produkten, zur Natur, zur Gerechtigkeit, zur Fairness, die diese Bauern antreibt. Aber sie sagen es frei heraus: &#8222;Wir haben es unter unseres Gleichen nicht leicht.&#8220; Heute wei\u00df ich schon: Am 1. April gehe ich mit, wenn sie mit Traktoren nach Wien kommen, um die Wende einzufahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Agrarwende 2016 &#8211; ein voller Erfolg&#8220; ist die Headline \u00fcber der Ausgabe der &#8222;BauernPost&#8220; vom Februar 2020. Ausgedruckt liegt sie vor mir, &#8222;die unabh\u00e4ngige Zeitung f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum&#8220;. Pers\u00f6nlich habe ich sie \u00fcberreicht bekommen von vier Bauern im Cafe Griensteidl in Wien. 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