{"id":740,"date":"2010-08-02T20:02:44","date_gmt":"2010-08-02T19:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=740"},"modified":"2018-01-04T07:04:54","modified_gmt":"2018-01-04T06:04:54","slug":"der-karnische-hohenweg-vom-nassfeld-nach-silian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-karnische-hohenweg-vom-nassfeld-nach-silian\/","title":{"rendered":"Der Karnische H\u00f6henweg vom Nassfeld nach Silian. Wunderbar. Ber\u00fchrend"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Dieser H\u00f6henweg geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten, die ich gegangen bin&#8220;, erkl\u00e4rte mir schon vor drei Jahren ein Bekannter. Und er hat ganz und gar recht. In der 3. Juliwoche 2010 bin ich ihn mit 10 Frauen und M\u00e4nner von 20 bis 65 Jahren gegangen. Die Erwartungen wurden \u00fcbertroffen. Dabei bin ich selber schon mehrere H\u00f6henwege und Weitwanderwege gegangen: Venediger H\u00f6henweg und Las\u00f6rling H\u00f6henweg in Osttirol, Stubaier H\u00f6henweg in zwei Etappen, \u00d6tztaler Alpen, Lechtaler Alpen, Schladminger Alpen und schlie\u00dflich den 09-er, den 04-er und den 06-er Weitwanderweg zur G\u00e4nze.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08547.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-746\" title=\"die gruppe am nassfeld\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08547.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Verkehrte Richtung<\/strong><\/p>\n<p>Wir starten am Nassfeld nach der \u00dcbernachtung im AV-Lager im Gasthaus Plattner bei sch\u00f6nem Wetter in Richtung Westen. &#8222;Ihr seid eine kleine Minderheit, die ihn in diese Richtung geht&#8220;, meint der H\u00fcttenwirt und best\u00e4tigt: &#8222;Normalerweise starten alle in Silian.&#8220; Wir gehen nach\u00a0 Silian. Wir haben uns 6 Tagesetappen vorgenommen.\u00a0 Die Gruppe ist auf &#8222;diesen Kurs mit diesen Geh-Zeiten eingestellt&#8220;.<\/p>\n<p>Montag: Nassfeld\u00a0 \u2013 Zollnersee-H\u00fctte (ca. 8 Stunden)<br \/>\nDienstag: Zollnersee-H\u00fctte \u2013 Valentinalm ( ca. 7 Stunden)<br \/>\nMittwoch: Valentinalm \u2013 Hochwei\u00dfsteinhaus (ca. 9 Stunden)<br \/>\nDonnerstag: Hochwei\u00dfsteinhaus \u2013 Porzeh\u00fctte (ca. 9 Stunden)<br \/>\nFreitag: Porzeh\u00fctte \u2013 Obstanserseeh\u00fctte ( ca. 6 Stunden)<br \/>\nSamstag: Obstanserseeh\u00fctte \u2013 Silian\u00a0\/ Arnbach (ca. 8 Stunden)<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08587.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-747\" title=\"Kammwege\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08587.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf der H\u00fctte musste aber am Sonntag abends noch gekl\u00e4rt werden, wer Fussball-Weltmeister wird. Spanien hat sich durchgesetzt gegen Holland und vor allem die Jugend war damit nicht ganz zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Montag oder der 1. Tag<\/strong><\/p>\n<p>Der Montag war gepr\u00e4gt vom &#8222;Eingehen&#8220; und &#8222;Zusammengehen&#8220; in der Gruppe. Diese Tour f\u00fchrt \u00fcber das Nassfeld-Schigebiet hin\u00fcber auf\u00a0die Gratwanderung mit dem ersten Ziel Straninger-Alm. Erstmals konnten wir die Sch\u00fctzengr\u00e4ben aus dem 1. Weltkrieg ausmachen und diese grausame Tatsache der Jahre 1914-18 begleitete uns bis ans Ziel nach Silian. Schon am ersten Tag konnten wir erahnen, was an landschaftlicher Sch\u00f6nheit auf\u00a0uns zukommt. \u00a0Nach einer ausgiebigen Rast erreichten wir nach nicht ganz 8 Stunden die Zollnersee-H\u00fctte. Dort werkt ein leidenschaftlicher H\u00fcttenwirt mit viel Sinn f\u00fcr &#8222;das Echte&#8220;. Wir sind allerdings &#8222;totm\u00fcde&#8220; und so wird es mit einer abendlichen H\u00fcttengaudi nichts.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08618.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-748\" title=\"alte sch\u00fctzegr\u00e4ben aus 1914-1918\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08618.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Dienstag oder der 2. Tag<\/strong><\/p>\n<p>Ein perfektes regionales Fr\u00fchst\u00fcck bringt uns sehr fr\u00fch wieder auf die Beine. Zuerst ein Abstieg von etwa 200 H\u00f6henmeter und dann geht es im weiten Bogen hinein ins Tal und schlie\u00dflich hinauf aufs K\u00f6derk\u00f6pfl (2176m). &#8222;Des woar jetzt zach, do aufa&#8220;, meinte einer aus der Gruppe. Stimmt. Die Sonne hat sich voll angelehnt und &#8222;es ist so sch\u00f6n warm herausgegangen&#8220;.\u00a0 Dann geht es lange dahin, bis wir erstmals hinunter sehen in Richtung Pl\u00f6ckenhaus. Dort genehmigen wir uns eine Rast. Der \u00dcbergang zur Unteren Valentinalm dauert noch etwa 1 Stunde und ca. 100 H\u00f6henmeter. Wir sp\u00fcren, dass die Etappen weit sind und einiges von uns abverlangen. Das Gehen selber, die Landschaft und der Weg sind wunderbar. Einige schlafen im AV-Lager und ein paar im Doppelzimmer.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08882.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-749\" title=\"am valentint\u00f6rl\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc08882.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Mittwoch oder der 3. Tag<\/strong><\/p>\n<p>Wieder fr\u00fch am Morgen nehmen wir das Fr\u00fchst\u00fcck ein und sitzen dabei in der Sonne im Freien vor der Alm. Zwei Geherinnen haben sich entschieden, dass sie im Tal die n\u00e4chste Strecke zur\u00fccklegen. Zu diesem Zweck sind sie mit dem Bus bis Tr\u00f6polach, wo unser Autos standen, gefahren und sind damit in jenes Tal eingebogen, von wo es eine Stunde auf das Hochweissteinhaus ist. Die anderen 9 haben daf\u00fcr den l\u00e4ngsten Tag im Gehen verbracht. Einige sind wir ohne jegliche Reserven auf dem Hochweisssteinhaus angekommen. Wie ist es dazu gekommen? Von der Valentinalm waren 900 H\u00f6henmeter hinauf zu gehen. Auf der Wolayersee-H\u00fctte angekommen (eine wunderbare Lage inmitten der Berge und an der \u00f6st.-italienischen Grenze) st\u00e4rken wir uns f\u00fcr den weiteren weiten Weg. Der Weg ist wunderbar, aber eben weit. Zwei &#8222;Scharten&#8220; mit etwa 400 H\u00f6henmeter sind zu bew\u00e4ltigen. Nach mehr als 9 Stunden ist die H\u00fctte erreicht. Das Abendessen schmekckt wunderbar und die Kr\u00e4fte kommen wieder. Das &#8222;Poschen&#8220; geht schon wieder.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09015.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-750\" title=\"h\u00fcttenspiele\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09015.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Donnerstag oder der 4. Tag<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg hin\u00fcber zur Porze-H\u00fctte beinhaltet einen Aufstieg auf den Grat, ein immer wieder Auf und Ab am Kamm. Einige haben den Hochspitz (2.581m) mitgenommen. Einige kleinere aber ungef\u00e4hrliche Glettereien erwarten uns. Der Weg ist wieder weit und es gibt kein Wasser die ganz Strecke bis hin\u00fcber zum Tilliacher-Joch. Dort liegt etwa 100 H\u00f6henmeter tiefer die Porze-H\u00fctte auf 1.942 m. Wunderbare Aussichten und Eindr\u00fccke packen wir von diesem Tag ein. Es ist warm und selbst in 2.400 m ist kein Pullover notwendig. Gewitter waren einmal vor uns und einmal hinter uns. Die Regenjacke ist tief drinnen im Rucksack und wird die ganze Woche dort bleiben.<\/p>\n<p><strong>Freitag oder der 5. Tag<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09076.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-751\" title=\"2.581m\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09076.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fches Fr\u00fchst\u00fcck und dichter Nebel vor der H\u00fctte. Wir gehen auf die Scharte in der Hoffnung, &#8222;dass es aufrei\u00dfen wird&#8220;. Und nach 1 1\/2 Stunden ist die Sonne da. Nach dem Aufstieg zur Filmoor-Standsch\u00fctzenh\u00fctte genehmigen wir uns etwas f\u00fcr das Baucherl. Die Speisekarte umfasst 12 Seiten !!. Unglaublich auf dieser H\u00f6he. Ohne Lift. Wir gehen weiter hin\u00fcber zur Obstansersee-H\u00fctte. Immer am Hauptkamm und das ist zwar alpin, aber in keinem Moment gef\u00e4hrlich. Wer schwindelfrei ist und etwas ge\u00fcbt, sollte in jedem Fall den Kamm-Weg gehen. Die Pfannspitze ist an diesem Tag der H\u00f6hepunkt: Aussicht zur\u00fcck auf den Weg und hinunter zur Ziel, die Obstansersee-H\u00fctte. Nach dem Abstieg geht es sofort in den See. Erfrischend auf mehr als 2.304m. Zwei K\u00fche sind mit auf der H\u00fctte und so sind alle Milchprodukte frisch. Die beiden Ernst besuchen die Eish\u00f6hle in der N\u00e4he der H\u00fctte.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09098.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-752\" title=\"wege\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09098.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Samstag oder der 6. Tag<\/strong><\/p>\n<p>Fast ein wenig wehm\u00fctig gehen wir nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck den ersten Anstieg hinauf auf den Eisenreich. Der Kamm ist an diesem Tag am ausgepr\u00e4gtesten und die Sicht ist ph\u00e4nomenal. Das einfache Gipfelkreuz auf dem Demut (2.592m) ber\u00fchrt mich und ist seither am Display meines iPhone. Einige aus der Gruppe machen die Hollbrucker-Spitze (2.580m) mit. In jedem Fall sp\u00fcren wir, dass wir nachmittags einen der sch\u00f6nsten H\u00f6henwege nach der Silianer-H\u00fctte (2.447m) verlassen und wieder ins Tal hinunter nach Silian eintauchen. Der Abstieg braucht seine Zeit und wird leichter, wenn die Fahrzeuge auf der Leckfeldalm stationiert sind.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09425.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-753\" title=\"einfach ber\u00fchrend\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09425.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Tipp<\/strong><\/p>\n<p>Wer diesen Weg vom Nassfeld nach Silian geht, sollte vielleicht einen Tag mehr nehmen und nach dem Aufstieg von der Valentinalm zur Wolayersee-H\u00fctte dort \u00fcbernachten. So wird der 3. Tag ein k\u00fcrzerer und der 4. Tag nicht gar so weit.<\/p>\n<p>In jedem Fall rate ich in diese Richtung zu gehen, weil man so auf das gro\u00dfe Finale zugeht. Der Weg wird immer h\u00f6her, ebenso die Berge und die umliegenden Gebirge (Sextener oder Lienzer Dolomiten).<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09361.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-754\" title=\"bergjuwel\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09361.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein wunderbarer Weg in einer ber\u00fchrenden Gegend mit einer ph\u00e4nomenalen Aussicht und guten H\u00fctten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Dieser H\u00f6henweg geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten, die ich gegangen bin&#8220;, erkl\u00e4rte mir schon vor drei Jahren ein Bekannter. Und er hat ganz und gar recht. In der 3. Juliwoche 2010 bin ich ihn mit 10 Frauen und M\u00e4nner von 20 bis 65 Jahren gegangen. Die Erwartungen wurden \u00fcbertroffen. 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