{"id":764,"date":"2010-08-03T19:10:09","date_gmt":"2010-08-03T18:10:09","guid":{"rendered":"http:\/\/kaineder.wordpress.com\/?p=764"},"modified":"2018-01-04T07:04:50","modified_gmt":"2018-01-04T06:04:50","slug":"der-wiener-hohenweg-schartig-und-vielfaltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/der-wiener-hohenweg-schartig-und-vielfaltig\/","title":{"rendered":"Der Wiener H\u00f6henweg. &#8222;Schartig&#8220;, sch\u00f6n und vielf\u00e4ltig."},"content":{"rendered":"<p>Ein H\u00f6henweg hat heuer nicht gereicht. Noch dazu kam immer wieder die Erinnerung auf, dass ich durch mein Assisi-Gehen im Vorjahr das bergGEHEN der Kirchschlager vers\u00e4umt habe. W\u00e4hrend ich im Kanaltal Richtung S\u00fcden unterwegs war, war die Gruppe am Wiener H\u00f6henweg von Iselsberg hinauf Richtung Gro\u00dfglockner unterwegs. Und alle wargen begeistert &#8211; nicht nur vom Wetter im Vorjahr, sondern auch von der Gegend. Und heuer sehe ich die Chance: Diesen Wiener H\u00f6henweg in der Schober- und Glocknergruppe musst du dir g\u00f6nnen.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09713.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-769\" title=\"gro\u00dfglockner\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09713.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Aufbruch in Glanz<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich meine Frau mit dem Auto von Matrei aus \u00fcber den Felber Tauern Richtung Kirchschlag auf den Weg machte, startete ich meine Tour in Glanz (Matrei) zu Fuss und alleine in Richtung\u00a0 Steiner Alm (1914m) hinauf zur Sudentendeutschen H\u00fctte (2.656m). Die ganze Strecke ein wunderbarer Panoramablick hinunter nach Matrei und hin\u00fcber Richtung Virgental und die Venediger-Gruppe. Die Mittagssuppe hat mich gest\u00e4rkt und so geht es nachmittags weiter zur Kals-Matreier H\u00fctte (2.207m) auf dem Th\u00f6rl. Der Weg dahin ist ausgesetzt aber wunderbar zu gehen. Immer wieder der Gro\u00dfglockner in voller Pracht vor Augen. Ein holl\u00e4ndisches Ehepaar macht auf dem Weg einen desperaten Eindruck und sie haben sich vergangen. Ich nehme sie mit bis zur H\u00fctte und sie steigen gleich weiter ab nach Kals. Ich wollte auf der H\u00fctte \u00fcbernachten. Dann wurde mir klar, dass der Abstieg nach Kals morgen fr\u00fch (etwa 800 H\u00f6henmeter) nicht besonders vorteilhaft sein wird. So starte ich selber ebenfalls hinunter. Nach\u00a09 Stunden Tagesgehzeit l\u00e4ute ich bei Frau Schnell an und bekomme eine Unterkunft. &#8222;Es geht sich leicht aus, weil heuer nicht viele G\u00e4ste da sind&#8220;, meint sie etwas traurig und erw\u00e4hnt in dem langen Gespr\u00e4ch auch, &#8222;dass die Jungen alle fortgehen&#8220;. Sie macht mir auch ein wunderbares Fr\u00fchst\u00fcck.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09686.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-770\" title=\"sudentendeutsche h\u00fctte\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09686.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09695.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-772\" title=\"steile scharten\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09695.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Den Glockner links liegen gelassen<\/strong><\/p>\n<p>Das Tagesziel heute ist die Elberfelder-H\u00fctte. Doch zuerst kommt der Aufstieg zum Lucknerhaus (1.948m). Das Ende der Kalser Glocknerstra\u00dfe ist Ausgangspunkt f\u00fcr den Gro\u00dfglockner und bietet f\u00fcr Autofahrer wirklich einen wunderbaren Blick auf den Glockner. Mein Weg f\u00fchrt allerdings auf die Glorer-H\u00fctte (2.651m). Dort bin ich wieder um die Mittagszeit und jetzt am eigentlichen Wiener H\u00f6henweg angekommen. Und wieder einmal stimmt die Richtung nicht: Die meisten gehen den Weg von S\u00fcden nach Norden zum Gro\u00dfglockner. Ich bin aus rein praktisch-logistischen Gr\u00fcnden umgekehrt unterwegs. In Matrei war ich und in Lienz ist der Zug f\u00fcr die Heimfahrt. Die Mittagssuppe macht mich \u00fcberm\u00fctig und ich gehe \u00fcber das Kasteneck (2.821m)\u00a0hinunter auf das Peischachth\u00f6rl (2.484m) wieder hinauf \u00fcber den Kesselkeessattel (2.926m) dann steil hinunter auf die Elberfelder-H\u00fctte (2.348m).\u00a0 Dieser Tag war wieder lang und ich rechne mir aus, dass ich wieder einmal 8,5 Stunden Gehzeit in den Schuhen habe. Es schmerzt nichts. Das Wetter ist warm und ich gehe immer in kurzer Hose und im Leiberl. Mehr ist auf dieser H\u00f6he in diesen Tagen, wo anderen in B\u00fcros und in der Stadt vor sicht hinschwitzen, nicht notwendig. Abends beginnt es allerdings leicht zu regnen. In jedem Fall schlafe ich nach einem Bergsgteigeressen gut und fest bis 6.15 Uhr.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09781.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-773\" title=\"glorer h\u00fctte\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09781.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09795.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-774\" title=\"scharte\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09795.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Zwei Schutzengel haben heute zu tun<\/strong><\/p>\n<p>Es ist wieder gutes Wetter. Mein Ziel ist die Wangenitzsee-H\u00fctte. Wenn ich dort angekommen bin, dann habe ich wieder einmal zwei Tagesetappen an einem gemacht. Wir werden sehen. &#8222;Na, alles gute auf der Hornscharte&#8220;, w\u00fcnscht mir noch eine Frau, die gestern abends die H\u00fctte fast verr\u00fcckt gemacht hat, weil sie nicht gewu\u00dft hat, wie sie auf die Nossberger-H\u00fctte kommt. Ich gehe \u00fcber die Hornscharte (2.958m) und sehe fast ganz oben, warum sie so skeptisch war. Das Seil hin in der Felswand und war nicht zu gebrauchen. Wie dr\u00fcberkommen. Es geht steil hinunter. Ich suche mindestens eine Viertelstunde einen Weg. Schon wollte ich umkehren. Da nehme ich mir den Mut und ich wei\u00df nicht, auf einmal war es so, als ob jemand angeschoben und Halt am Felsen gegeben hat. Auf der Scharte frage ich mich, wer da angeschoben hat. Wir wissen, dass wir einen Schutzengel haben. Dem danke ich. Der Abstieg ist wieder sehr steil, aber gut gesichert. Ein gro\u00dfes Schneefeld hat der H\u00fcttenwirt von der Nossberger mit einem Bergsteigerseil begehbar gemacht. Ich bin froh, dass ich dr\u00fcber bin und folge dem Weg auf die Nossberger-H\u00fctte (2.488m). Auf der H\u00fctte erfahre ich, dass an der Sicherung der Hornscharte schon eifrig gearbeitet wird. &#8222;In einer Woche soll sie wieder gut begehbar sein&#8220;, wird mir versichert. Wo ich das schreibe (2.8.2010) m\u00fc\u00dfte die Arbeit getan sein. Die Nossberger-H\u00fctte liegt wirklich wie eine Perle neben den Seen in diesem Talschlu\u00df. Ich bedauere ein wenig, dass ich nicht bleibe. Die K\u00fcrbiscremesuppe schmeckt ausgezeichnet. Dann breche ich wieder auf, \u00fcber die Niedere Gradenscharte (2.740m) hin\u00fcber auf die Wangennitzsee-H\u00fctte. Die Wolken werden dichter. Auf der Scharte oben sp\u00fcre ich einige Regentropfen. Der Weg f\u00fchrt wieder steil hinunter, am felsigen Hang dann hin\u00fcber zur Kreuzseescharte (2.810m). Dort sehe ich, dass ich einen gro\u00dfen &#8222;Umweg&#8220; gegangen bin. Ich empfehle hier wirklich, \u00fcber die Hohe Gradenscharte (ca. 2.803m) zu gehen. Es ist k\u00fcrzer und auch nicht schwerer. Kurz vor der Kreuzseescharte geht ein Hagelschauer \u00fcber mich hinweg, dass ich mit den &#8222;Dichtmachen&#8220; gar nicht so schnell war. Nach ein paar Minuten war wieder Ruhe. Ich sehe von der Scharte aus die H\u00fctte, den Kreuzsee und den Wagenitzsee. Ein wunderbares Bild. Vorbei an unz\u00e4hligen Steinmandln komme ich zur Wagenitzsee-H\u00fctte (2.508m). &#8222;Gut, dass du da bist&#8220;, sagt die H\u00fcttenwirten, denn in diesem Augenblick beginnt es ordentlich zu regnen. Danke dem zweiten Schutzengel, der das Wetter so eingerichtet hat. Es regnet in Str\u00f6men, auch in der Nacht immer wieder. Wir sind 8 G\u00e4ste auf der H\u00fctte. &#8222;Wer kommt da schon herauf bei dem Sauwetter?&#8220;, meint die junge Kellnerin. Ich bin froh \u00fcber das trockene Lager nach\u00a08 Stunden Gehzeit und doch einigen H\u00f6henmetern. Ich richte mir alles f\u00fcr morgen. Ich nehme fix an, es wird ein langer Abstieg im Regen.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09857.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-775\" title=\"mittags immer suppe\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09857.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09864.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-776\" title=\"nossberger h\u00fctte\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09864.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>&#8222;andererseits&#8220; und das Wollen, das K\u00f6nnen und das D\u00fcrfen<\/strong><\/p>\n<p>Um 7 Uhr blicken wir gemeinsam aus dem Lagerfenster. Die Sonne. Unglaublich. Die Berge sind aber alle wei\u00df geworden in der Nacht. Und es ist kalt geworden. Vier Grad. Fr\u00fchst\u00fcck und dann geht es los. Ziel ist Iselsberg bzw. Lienz. Zuerst geht es noch \u00fcber eine Wangenitzsee-Scharte (2.610m) mit einem wunderbaren R\u00fcckblick auf H\u00fctte, Seen und die verschneiten Berge. Dann geht es hinunter, Meter um Meter zur Roan-Alm. Dort erkl\u00e4rt mir ein alter Bauer bei seinem Kaffee und seiner Zigarette, &#8222;dass in den letzten Jahren hier alles anders wurde&#8220;. Gemeint hat er die &#8222;Verwaldung&#8220; des ganzen Tales bis hoch hinauf. Schlie\u00dflich komme ich nach etwa 6 Stunden Gehzeit in Iselsberg an. Ich warte auf den Bus &#8211; und der kommt nicht. So halte ich meinen Daumen hinaus und schon bald nimmt mich ein Lienzer mit bis hinunter in die Stadt. Abends am\u00a0Bahnhof angekommen, organisere ich noch die Karte f\u00fcr die Heimfahrt morgen und beziehe Quartier im Sporthotel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09902.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-778\" title=\"wagenitzsee und kreuzsee\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09902.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09952.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-779\" title=\"auf die lienzer dolomiten zu\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09952.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><br \/>\nDie Gedanken beim Abstieg waren schon wieder bei der Arbeit. &#8222;andererseits&#8220; k\u00f6nnte der Ansatz werden, neu mit den Menschen \u00fcber jesuanische Kirche und Themen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Damit k\u00f6nnten wir die vorhandene Einsch\u00e4tzung &#8222;erg\u00e4nzen&#8220;. Auch die Situation der Di\u00f6zese kommt mir immer wieder unter.\u00a0Warum ist so viel Demotivation und Stillstand da? Aus der Motivationsforschung kennen wir die drei Komponenten einer lebendigen Motivation: Wollen &#8211; K\u00f6nnen &#8211; D\u00fcrfen! Das K\u00f6nnen ist da. Das Wollen ist schon nicht mehr so sichtbar. Das Nicht-D\u00fcrfen (Einschr\u00e4nkungen Predigt, Taufe, &#8230;) ist allgegenw\u00e4rtig. &#8222;andererseits&#8220; sp\u00fcre ich: Das Evanglium lebt an der Basis und in Selbstverantwortung!\u00a0In der Unterf\u00fchrung nach Urfahr habe ich an die Wand gespr\u00fcht gelesen: &#8222;Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen\u00a0\u00a0&#8211; Hannah Ahrendt&#8220;.<a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09929.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-780\" title=\"\u00fcberblick\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09929.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09887.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-781\" title=\"steile scharten\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09887.jpg?w=150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09852.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-782\" title=\"nossberger h\u00fcttentafel\" src=\"http:\/\/kaineder.files.wordpress.com\/2010\/08\/dsc09852.jpg?w=112\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein H\u00f6henweg hat heuer nicht gereicht. 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