{"id":7749,"date":"2017-12-13T20:27:46","date_gmt":"2017-12-13T19:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=7749"},"modified":"2018-01-22T21:30:40","modified_gmt":"2018-01-22T20:30:40","slug":"entweder-funktionieren-oder-kaputt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/entweder-funktionieren-oder-kaputt\/","title":{"rendered":"Entweder funktionieren oder kaputt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir leben heute im neoliberalen System, das zeitstabile Strukturen abbaut, die Lebenszeit fragmentarisiert und das Bindende, das Verbindliche zerfallen l\u00e4sst, um die Produktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Das erzeugt Angst und Unsicherheit. Die Vereinzelung, die mit Entsolidarisierung und totaler Konkurrenz einhergeht, bringt diese Angst hervor. Die perfide Logik des Neoliberalismus lautet: Angst erh\u00f6ht Produktivit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<h4>Verbindend und vertiefend<\/h4>\n<p>Am Rande der Tagung \u201eReThinking Europe\u201c im Herbst 2017 in Rom\u00a0 habe ich das wertvolle Buch \u201eDie Austreibung des Anderen\u201c von Byung-Chul Han gelesen. Es ging bei der Tagung mit Delegationen aus allen 28 EU-Staaten darum, die Zukunft Europas auszuloten und ganz besonders den \u201everbindenden und vertiefenden Beitrag der ChristInnen\u201c in den Fokus zu nehmen. Papst Franziskus hielt dabei seine f\u00fcnfte \u201eEuroparede\u201c. Und diese<span style=\"color: #ff6600;\"> <a style=\"color: #ff6600;\" href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2017\/october\/documents\/papa-francesco_20171028_conferenza-comece.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rede finde ich nachlesenswert<\/a><\/span>.<\/p>\n<h4>Ansammlung von Egoisten<\/h4>\n<p>Zur\u00fcck zum Buch. Han vermittelt darin auf 100 Seiten einen ungeschminkten Blick darauf, was hinter der B\u00fchne heute europaweit und weltweit \u201eabgeht\u201c. Auf Seite 35 recht treffend: \u201eDas heutige Leistungssubjekt &#8211; gemeint ist der Mensch &#8211; kennt nur zwei Zust\u00e4nde: Funktionieren oder Versagen. Darin \u00e4hnelt der Mensch der Maschine. Auch Maschinen kennen keinen Konflikt. Entweder funktionieren sie einwandfrei oder sie sind kaputt.\u201c Da schl\u00e4gt Papst Franziskus in #LaudatoSi einen ganz anderen Ton an. Nicht entweder-oder sondern und-und.<\/p>\n<h4>Zeit f\u00fcr Utopien<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/entweder-funktionieren-oder-kaputt\/img_2290\/\" rel=\"attachment wp-att-7750\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-7750\" src=\"http:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_2290-150x113.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_2290-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_2290-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_2290-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_2290-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Am 12. Dezember 2017 durfte ich bei einer Vorf\u00fchrung der Rohfassung des <span style=\"color: #ff6600;\"><a style=\"color: #ff6600;\" href=\"http:\/\/www.zeit-fuer-utopien.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Filmes &#8222;Zeit f\u00fcr Utopien&#8220; von Kurt Langbein<\/a> <\/span>dabei sein. 94 Minuten die Suche nach Alternativen zum Turbo-Kapitalismus. Und Langbein ist mit seinem Team in Europa, Afrika und Asien f\u00fcndig geworden. Der Mensch ist von Natur aus auf &#8222;Kooperation&#8220; aus. Erst die Angst macht ihn zum Egoisten wie oben beschrieben. Gier und Ausbeutung ohne R\u00fccksicht auf \u00f6kologische Verluste l\u00e4sst ihn handeln. Langbein&#8217;s Film wird ab April 2018 in den Kinos sein. Er sp\u00fcrt Beispiele auf, wo Kooperation, genossenschaftliches Handeln praktiziert wird. \u00dcberzeugend das Beispiel der 1,5 Millionen Konsumenten in Korea, die \u00fcber die gemeinsame Genossenschaft mit ihren Bauern direkt verbunden sind und so eine \u00f6kologisch-partnerschaftliche Produktion ihrer hochwertigen Lebensmittel erm\u00f6glichen.<br \/>\nBeim Hinausgehen steigt immer wieder der Gedanke in mir auf: Warum haben sich die Bauern, die Konsumenten bei uns in den letzten Jahrzehnten ihre Genossenschaften &#8222;wegnehmen&#8220; lassen und an kapitalistische, auf Profit ausgerichtete und \u00fcber Gier und &#8222;Noch-Mehr&#8220; gesteuerte Konzerne &#8222;\u00fcbergeben&#8220;. &#8222;ReThinking&#8220; f\u00e4llt mir da wieder ein. Eine Besinnung auf das Gemeinsame, das uns verbindet und tr\u00e4gt. Es gibt unglaublich viel zwischen &#8222;Funktionieren und Kaputt&#8220;. Es wird Zeit, dass diese Utopien Platz nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir leben heute im neoliberalen System, das zeitstabile Strukturen abbaut, die Lebenszeit fragmentarisiert und das Bindende, das Verbindliche zerfallen l\u00e4sst, um die Produktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Das erzeugt Angst und Unsicherheit. Die Vereinzelung, die mit Entsolidarisierung und totaler Konkurrenz einhergeht, bringt diese Angst hervor. 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