{"id":8680,"date":"2019-10-31T13:03:39","date_gmt":"2019-10-31T12:03:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=8680"},"modified":"2019-11-25T19:23:20","modified_gmt":"2019-11-25T18:23:20","slug":"vom-fall-zur-quelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/vom-fall-zur-quelle\/","title":{"rendered":"Vom Fall zur Quelle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8682\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8682 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-231-e1572518386162-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ende Oktober 2019. Es braucht ein paar Tage, bis die Buchstaben in diesen Blog hineinpurzeln zu diesem Beitrag. Eine unglaublich sch\u00f6ne Erfahrung und heute n\u00e4hrende Erinnerungen begleiten mich in der Phase des Neubeginns.\u00a0 Nach sechs Tagen und 125 Kilometern zum Meditieren und Assoziieren komme ich am <span style=\"color: #ff6600;\">Lechweg<\/span> von F\u00fcssen an der deutsch-\u00f6sterreichischen Grenze kommend bei der Lech-Quelle oberhalb von Zug bei Lech an. In Vorarlberg von Deutschland kommend durch Tirol. Wieder einmal best\u00e4tigt sich: Alles f\u00e4ngt ganz klein zu flie\u00dfen an. #gehschenkteZeit ist mein Hashtag, wenn ich gehend der Natur als gr\u00f6\u00dfte Lehrmeisterin in diesem <span style=\"color: #ff6600;\"><a style=\"color: #ff6600;\" href=\"http:\/\/www.lechtal.at\">naturbelassenen Tal<\/a><\/span> begegnen darf.<\/p>\n<p><!--more-->Der Lechflu\u00df im Lechtal in Tirol ist einer der ganz wenigen frei flie\u00dfenden Wild- und Gebirgsfl\u00fcsse in Europa. Das ist ein kleines Wunder. Nat\u00fcrlich haben in den 60er, 70er bis hinein in die 80er-Jahre die Strom-Produzenten die Giga-Watt an elektrischer Energie hinunterflie\u00dfen sehen. Bis dahin haben sich die Menschen des Tals nur &#8222;gewehrt&#8220; gegen das Wasser mit D\u00e4mmen oder Querbauten. Die Strom-Freaks wollten Staumauern errichten, das Wasser einfangen und durch Turbinen ins Tal jagen. Der damalige massive Widerstand aller Umweltorganisationen und weiter Teile der Bev\u00f6lkerung war heftig und ausdauernd. &#8222;Do muas da Bluatschink her&#8220;, hat beispielsweise der Liedermacher und S\u00e4nger Toni Knittel gegen die &#8222;Strom- und Gigawatt-Technokraten&#8220; hunderte Male von der B\u00fchne gesungen. Der Bluatschink ist ein Geist, ein Ungeheuer, das im Lech lebt und sich seines nat\u00fcrlichen Lebensraumes erwehrt. Toni ist Lechtaler. Mit seiner Frau Margit habe ich ihn, der mir vor mehr als 20 Jahren vom Lechtal vorgeschw\u00e4rmt hat, in Holzgau vor ihrem Kinderkonzert getroffen. Auch er hat sich f\u00fcr den Erhalt des Lech als nat\u00fcrlich flie\u00dfenden Gebirgsfluss eingesetzt. Der Widerstand hat sich ausgezahlt. Jetzt st\u00fcrzt, flie\u00dft, sucht, m\u00e4andert, steht das Wasser, ist aber nie angestaut. Der Weg ist eine einzige wunderbare Meditation mit dem aufkeimenden und heilsamen Gedanken: Es wird im Gehen und am flie\u00dfenden Wasser geheilt.<\/p>\n<h3>Um das 450-fache anwachsen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8684\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8684 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-042-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Heute bekommt der Fluss sogar Land zur\u00fcck, damit sich das Wasser in aller Weite und Breite ins Tal fallen lassen kann. Natura 2000 steht dahinter. Immer wieder, wenn der Weg direkt am Fluss geht, ist sch\u00f6n zu beobachten, wie sich das Wasser Ufer-Land zur\u00fcckholt, vor allem in Zeiten von \u201eHoch-Wasser\u201c, das bis auf das 450-fache Quantum anwachsen kann. Unglaublich und unvorstellbar, welche Kraft und Dynamik in so einem Fall (2005) das ganze Tal erfasst. Wenn ich die Lech-S\u00fcmpfe bei Pflach von einem fast 20 Meter hohen frei stehenden Aussichtsturm sehe oder zwischen Wei\u00dfenbach und Stanzach die Weite der Schotterb\u00e4nke betrachte, dann ist viel Platz f\u00fcr Wasser und f\u00fcr Tiere der unterschiedlichsten Art. Schautafeln am Weg zeigen gut anschaulich, wie vielf\u00e4ltig die Flora und Fauna sich hier gestaltet und entfalten darf. &#8222;Flussheiligtum Tiroler Lech&#8220; steht richtigerweise auf der Tafel. #LaudatoSi ist ganz da, wo Papst Franziskus uns die Mitwelt als heiliges Gesch\u00f6pf n\u00e4her bringt. Die Amazonien-Synode macht wieder deutlich aufmerksam, dass die &#8222;Profit-, Gier- und Wachstums-Manufaktur&#8220; dort die Lebensgrundlage nicht nur der Indigenen, sondern der ganzen Weltkugel zerst\u00f6rt.<\/p>\n<h3>Wo die einen starten, kommen die anderen an<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8687\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8687 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-073-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zur\u00fcck zum Fall. Beim st\u00fcrzenden Wasser in F\u00fcssen ist das gro\u00dfe geschwungene wei\u00dfe L als Markierung gleich gut zu erkennen. Normalerweise sind die Lechweg-GeherInnen nach 6, 7 oder 8 Tagen hier am Ziel. Ich fange an. Der Weg f\u00fchrt die n\u00e4chsten sechs Tage nicht immer direkt am Lech entlang, sondern m\u00e4andert im Tal hinein, hinauf und hinunter, um immer wieder neue Perspektiven auf das flie\u00dfende Wasser frei zu geben. Einen ersten besonderen Ausblick erm\u00f6glicht der Kalvarienberg mit Blick auf F\u00fcssen hinaus in den Allg\u00e4u. Die Kreuzgruppe ist neu. Beim Hinaufschauen auf den gekreuzigten Jesus, der mir als &#8222;Helfender&#8220; begegnet, fliegt ein Flieger am Himmel seinen Weg. Was hei\u00dft das gerade jetzt, hier, am Start? Mein Weg f\u00fchrt hin\u00fcber zum Alpsee. Die Frage geht weiter mit. Dort habe ich Blickkontakt mit dem Schloss Neuschwanstein. 2004 bin ich bei meinem ersten &#8222;Weitgehen&#8220; durch \u00d6sterreich von Bregenz nach Rust 28 Tage lang genau hier vorbeigekommen.\u00a0 Wieder die Erinnerungen, die seit 15 Jahren fest mitgehen. Der Seeuferweg im Oktober zeigt die sch\u00f6nsten Herbstfarben, die man sich nur ausmalen und vorstellen kann. Der Oktober ist der Farbenmischer. Ihm gehend zu begegnen ist wirklich heilsam. Deshalb dieses tiefe Gef\u00fchl der \u201egehschenkten Zeit\u201c. #gehschenkteZeit<\/p>\n<h3>Hin\u00fcbergehen ist nicht immer leicht<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-186-e1572518574490.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8686\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8686 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-186-e1572518574490-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-186-e1572518574490-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-186-e1572518574490-113x150.jpg 113w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-186-e1572518574490-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Pflach, W\u00e4ngle, H\u00f6fen, Wei\u00dfenbach, Forchach, Stanzach, Elmen, H\u00e4selgehr, Elbigenalp und Bach sind die Ortsnamen bis Holzgau. Dort erwartet mich ein besonderer \u00dcbergang, die 200 Meter lange Seilh\u00e4ngebr\u00fccke Holzgau \u00fcber das mehr als 100 Meter darunter liegende H\u00f6henbachtal. Ich kenne die Br\u00fccke von den Dreharbeiten zu &#8222;<span style=\"color: #ff6600;\"><a style=\"color: #ff6600;\" href=\"https:\/\/youtu.be\/GhXRQ7QExU8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">viel mehr wesentlich weniger<\/a><\/span>&#8220; mit Toni Knittel. Damals war keine Zeit zum Dr\u00fcbergehen. Ein Schweizer Ehepaar geht mit mir auf die Br\u00fccke zu. Vor einer Holzh\u00fctte haben wir gemeinsam in der Mittagssonne Halt gemacht und sind ins Plaudern gekommen. Vor der Br\u00fccke stehend meint die Frau: Da gehe ich nie und nimmer dr\u00fcber. Der Mann geht mutig los. Er ist schon in Tibet \u00fcber solche H\u00e4ngebr\u00fccken gegangen. Diese Br\u00fccke mit ihren Tragseilen und Gittern zum Gehen hat selbst 23 Tonnen. \u201eSchaukeln, spielen, fahren und rennen \u00fcber die Br\u00fccke ist strengstens verboten.\u201c Diese Ansage fl\u00f6\u00dft Respekt ein, mit dem ich die Br\u00fccke begehe. Sie schwingt etwas unter meinen Schritten. Der Blick geht vorsichtig hinunter ins Tal. 105 m \u00fcber dem Wasser, den Fahrweg, die H\u00e4user. Schon ein mulmiges Gef\u00fchl. Beim Ankommen dr\u00fcben Erleichterung und der Gedanke: \u00dcberg\u00e4nge sind immer irgendwie mit Mut und Vertrauen verbunden. Mehr oder weniger. Und mit dem ersten Schritt ins irgendwie &#8222;Wackelige&#8220;. Aber in diesem Fall ganz &#8222;Sichere&#8220;. Sage ich mir vor.<\/p>\n<h3>L wie&#8230;<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8685\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8685 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg_2019-082-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eLeben, lachen, lieben, leuchten, leiden, leidenschaftlich, leise, lernen, lehren, lesen, leicht.\u201c Diese Assoziationsworte habe ich mir in mein Tagebuch notiert angesichts der immer wiederkehrenden Anschauung des gro\u00dfen geschwungenen<em><strong> L<\/strong><\/em> als Wegmarkierung. Der Weg ist in beide Richtungen gut markiert. Anders als am <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/contrario-ist-nicht-verkehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Benediktweg<\/a> in den drei Wochen davor zusammen mit meiner Frau. Das<em><strong> L<\/strong><\/em> an B\u00e4umen, auf Tafeln, Verkehrszeichen, Felsen oder direkt am Boden l\u00e4sst immer wieder diese sch\u00f6nen Assoziationen aufkommen. Alleine gehen bringt mit sich, dass Gedanken und Wahrnehmung in einem dauernden Wechselspiel sind. Die Seele ist daf\u00fcr der Resonanzraum. Das<em><strong> L<\/strong><\/em> gibt Sicherheit und Orientierung. Das Wasser l\u00e4sst alle Kr\u00e4fte flie\u00dfen, die H\u00e4user und Ortschaften atmen die Geschichte der Menschen und ihre Lebensart heute. Berge, Wiesen und W\u00e4lder lassen erahnen, in welchen Wechselspielen die Natur in den vier Jahreszeiten hier aktiv ist. Und immer wieder die vom Menschen angebrachten Sicherheiten wie Lawinenverbauungen, D\u00e4mme hin zum Wasser oder Stra\u00dfenverbauten. Der Geh-Weg macht viele Sichten frei, die ein Autofahrer nie und nimmer zu Gesicht bekommen kann. Zu schnell und zu oft in Tunnels. Alleine die Sicht auf Lechleiten, Warth und schon ein wenig hin\u00fcber nach Lech im oberen Teil des Weges am vorletzten Tag zeigt von der Herausforderung des Menschen, die Kraft der Natur mit seinem eigenen Gestaltungswillen irgendwie zu synchronisieren. Manches ist dem Menschen in letzter Zeit zu gigantisch passiert. Ich frage mich auch, ob der Ressourcenaufwand dem Genutzt-Werden entspricht. H\u00e4user f\u00fcr vier Monate im Jahre. &#8222;Aber das zieht sich durch den Alpenhauptkamm&#8220;, rechtfertigt ein Einheimischer, mit dem ich ins Gespr\u00e4ch komme. Wenn die n\u00f6tigen Habseligkeiten f\u00fcr diese sechs Tage im Rucksack Platz haben, dann kommen einem manche Nobel-Hotels deplatziert vor. &#8222;Die Reichen werden mehr und davon profitieren wir hier&#8220;, meint recht kurzsichtig eine Frau am Friedhof. Dabei verst\u00e4rkt sich der Gedanke Schritt f\u00fcr Schritt: Sich fallen lassen und loslassen geh\u00f6rt als wesentlicher Impuls der Natur ins heutige Leben.<\/p>\n<h3>Ganz klein begint der Lech zu flie\u00dfen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8688\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8688 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg2_2019-332-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ende Oktober ist es nicht mehr so leicht, ein Quartier zu bekommen. Mit dem Schild \u201eBetriebsruhe\u201c weisen die Gastronomen auf ihre Erholungszeit in Hinsicht auf den kommenden Winterbetrieb hin. Auch in Lech. Die Schneekanonen sind auf der gr\u00fcnen Wiese bereits in Stellung gebracht. Also: Es kann nicht mehr lange dauern.\u00a0 Im <a href=\"https:\/\/www.hasenfluh.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">B&amp;B Hasenfluh<\/a> macht mir der Bergf\u00fchrer und Wirt beim Eintreffen gleich einen Kaffee, weil ich einen &#8222;l\u00e4dierten Eindruck&#8220; mache. Am Weg von Steeg achthundert H\u00f6henmeter hinauf nach Lechleiten hin\u00fcber nach Warth bin ich \u201eumgeb\u00f6ckelt\u201c und gest\u00fcrzt. Mein linker Kn\u00f6chel ist heilfroh, in Lech zu sein. Der Schmerz ging mit. 15 Kilometer morgen zur Quelle. Manche sagen: Die sch\u00f6nste Strecke. Und das stimmt. Deshalb will ich es bis zur Quelle schaffen. Und es ist gegangen. Die Ortschaft Zug, das \u00c4lpele, der Zusammenflu\u00df von Formarinbach und Spullerbach sind die markanten &#8222;Punkte&#8220;. Wundersch\u00f6n, der Weg. Unter dem Formarinsee beginnt ganz klein im Bachbett das Wasser zwischen den Steinen zu flie\u00dfen. Hier bin ich, etwas geschafft von den Schmerzen im <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8691\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-8691 size-medium\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Lechweg3_2019-001-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Kn\u00f6chel, aber zutiefst and\u00e4chtig. Lange sitze ich da. Die Gedanken wandern in Blitzgeschwindigkeit vom Fall in F\u00fcssen und der Menge Wasser dort hierher zur Quelle, den Beginn eines wunderbaren Wild-Flusses. Irgendwie f\u00fchle ich mich neu geboren. Mit einem Ritual verabschiede ich mich. Zur\u00fcck in Lech besteige ich den Postbus nach St. Anton und weiter den Zug. Nach f\u00fcnf Stunden bin ich in Linz. Auch die Anreise klappte wunderbar mit Zug und Bus nach F\u00fcssen. Gerade das \u00d6ffi-Fahren ist ein besonderes Dahinflie\u00dfen und der erste Schritt zur Entschleunigung. Ich fahre mit Chauffeur. Wann werden die Leute draufkommen, dass das wirkliche,\u00a0 nachhaltige und \u00f6kologische Lebensqualit\u00e4t ist. Die Zeit wird flie\u00dfend und nimmt sich heraus aus dem &#8222;Produktionsmodus&#8220;. Das alleine ist heilsam f\u00fcr die heutige Seele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Oktober 2019. Es braucht ein paar Tage, bis die Buchstaben in diesen Blog hineinpurzeln zu diesem Beitrag. Eine unglaublich sch\u00f6ne Erfahrung und heute n\u00e4hrende Erinnerungen begleiten mich in der Phase des Neubeginns.\u00a0 Nach sechs Tagen und 125 Kilometern zum Meditieren und Assoziieren komme ich am Lechweg von F\u00fcssen an der deutsch-\u00f6sterreichischen Grenze kommend bei &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/vom-fall-zur-quelle\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,16,15,1,9],"tags":[],"class_list":["post-8680","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gehen-pilgern","category-lokal-detektive","category-zukunfstbilder","category-allgemein","category-uncategorized","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8680"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8680\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8824,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8680\/revisions\/8824"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}