{"id":9195,"date":"2020-04-03T10:16:19","date_gmt":"2020-04-03T09:16:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=9195"},"modified":"2020-04-03T19:58:46","modified_gmt":"2020-04-03T18:58:46","slug":"sich-dem-nahen-neu-annaehern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/sich-dem-nahen-neu-annaehern\/","title":{"rendered":"Sich dem Nahen neu ann\u00e4hern"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9207\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-300x159.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-300x159.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-1024x543.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-150x80.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-768x407.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-1536x814.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7-750x400.jpg 750w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Zoom_v7.jpg 1907w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Habt ihr Lust auf ein Zoomerl? Das ist sehr \u00e4hnlich dem: Gehen wir auf einen Kaffee oder ein Seiterl? Leute vernetzen sich gerade auf den verschiedenen Video-Telefonie-Plattformen. Homeoffice braucht das fast zwingend. Ich mache das mit Signal und Zoom, weil es wirklich unspektakul\u00e4r einfach ist, sich n\u00e4her zu kommen. Zuerst ungewohnt. Dann wie gestern abends eineinhalb Stunden wunderbarer Austausch aus den verschiedensten Erfahrungen und Perspektiven. Die Ideen sprudeln. Was nehmen wir f\u00fcr die gesellschaftliche Neu-Konstruktion in die Zukunft hinein mit?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Jetzt wird viel sichtbar<\/h3>\n<p>Es wird noch etwas dauern, bis die Medien\u00a0 auf die Zukunftsseite der Covid19-Krise schwenken. Jetzt stehen Fakten, Rollenspiele und Emotionen dieser f\u00fcr alle neuen &#8222;Distanz-Zeit&#8220; im Vordergrund mit der Vereinbarung, dass Gesundheit der einzige und h\u00f6chste Ankerpunkt ist. &#8222;Leben retten&#8220; \u00fcberschallt alles, was sonst noch w\u00e4re, was sonst noch ist. Ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr lese ich heute in der Zeitung. &#8222;Die Abfertigung der Schiffe mit Soja-Schrott in Argentinien und Brasilien verz\u00f6gert sich wegen der Corona-ma\u00dfnahmen. Die EU ist aber in hohem Ma\u00dfe von diesem Tierfutter abh\u00e4ngig. Jetzt wird hochwertiges europ\u00e4isches Soja verf\u00fcttert. &#8220; Ich denke an einen TAZ-Journalisten in Irland, der uns 2014 erz\u00e4hlt hat, dass die gr\u00fcne Insel plant, 21 Millionen K\u00fche &#8222;einzustellen&#8220;. Woher das Futter? &#8222;90 % importiert&#8220;, meinte er. Wohin die Milch? &#8222;Nach China.&#8220; Was mit der gr\u00fcnen Insel passiert w\u00e4re, ist kaum vorstellbar. Technisierte, industrielle und chemische Landwirtschaftsfabriken mit Monokulturen und hohem Kapitaleinsatz h\u00e4tten die Insel aufgebraucht. Jetzt sehen wir, wenn wir sehen wollen, wohin Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten gef\u00fchrt wurden: In die allgegenw\u00e4rtigen Abh\u00e4ngigkeiten auf einer schiefen Ebene, wo Technik und Kapitaleinsatz ganz oben stehen. Die Reichen werden damit reicher, die Mitwelt (Umwelt) wird ausgequetscht, maltr\u00e4tiert und das Nahe, das uns &#8222;Umgebende&#8220; entwertet. Alles ausgelagert. Jetzt sehen wir das in den medizinischen Produkten. Oder in den Tiroler T\u00e4lern, wo SaisonarbeiterInnen die aufgebl\u00e4hte, hoch verschuldete Tourismusmaschinerie in den systemerhaltenden Diensten aufrecht erhalten. Jetzt haben wir die Gelegenheit, die Systeme genau anzuschauen, weil sie zum Stillstand kommen und die Folgen zu Tage treten.<a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9209\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-1024x739.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-768x554.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-1536x1108.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Soja_07-2048x1478.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Ist jetzt Zeit f\u00fcr den Wandel?<\/h3>\n<p>Beim gestrigen &#8222;Abend-Zoomerl&#8220; waren wir zur\u00fcckhaltend. Der Mensch ist immer in Gefahr, dort weiterzumachen, wo er vor der Krise, vor der Krankheit, vor dem Desaster augeh\u00f6rt hat. &#8222;Wieder hochfahren&#8220; ist so ein Schlagwort. Die Ma\u00dfnahmen sind &#8222;\u00dcberbr\u00fcckungsma\u00dfnahmen&#8220;. Gibt es ein Umdenken, das auch ein &#8222;Um-Handeln&#8220; zur Folge hat? Gestern wurde etwas Hoffnungsvolles erz\u00e4hlt: Regionalit\u00e4t, N\u00e4he und Produktion im n\u00e4heren Umfeld wird verst\u00e4rkt angefragt. Und die Produkte werden hochprofessionell gemacht und in den regionalen Kreislauf gebracht. Wir reden beispielsweise \u00fcber &#8222;<a href=\"https:\/\/www.regio.fund\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">regio-fund<\/a>&#8220; oder &#8222;<a href=\"https:\/\/markta.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">markta\u00a0 &#8211; Der digitale Bauernmarkt<\/a>&#8222;. Meine <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/kauf-das-gute-und-wertvolle-in-deiner-naehe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eigenen Erfahrungen<\/a> gehen auch in diese Richtung. Aber: Immer noch bestellen 70% der KonsumentInnen bei Amazon und Co &#8222;in der Ferne&#8220;. Das l\u00e4sst unser Gespr\u00e4ch auf eine andere Ebene gehen. Jetzt, und zwar mitten in der Krise, ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass nicht das Alte aufsteht und &#8222;neu&#8220; weitermacht. Jetzt braucht es von der Regierung eindeutige gesetzliche Regelungen, die die Produktionen und Absatzm\u00e4rkte zusammenr\u00fcckt, die Globalisierung neu strukturiert und die unfaire und ungerechte globale Arbeitsteilung auf Kosten der Weltkugel, unserer Lebensbasis beendet. Wenn jetzt die 38 Milliarden richtiger Weise eingesetzt werden, dann darf das nicht der Griff der &#8222;Starken und Frechen&#8220; in die solidarische Gemeinschaftskasse werden. CO\u00b2-Steuer, Transaktionssteuer und Verm\u00f6genssteuern werden ihren Tabustatus verlieren m\u00fcssen. F\u00fcr die Politik werden sie die Werkzeuge zum Gegensteuern, damit der Graben zwischen Verm\u00f6genden und Prek\u00e4ren, zwischen dem Menschen und seiner Mit- und Umwelt kleiner wird. Alle m\u00fcssen wir die PolitikerInnen dahingehend &#8222;dr\u00e4ngen&#8220;, gerade auch die Kirchen mit den Bisch\u00f6fen. Genau jetzt muss \u00d6kologie und \u00d6konomie auf Basis der 38 Milliarden neu und nachhaltig verkn\u00fcpft werden. Die Welt schreit nach genau diesem Wandel. PolitikerInnen, KonsumentInnen und \u00f6kologisch-sozial-kooperative Produktion stellen sich in den Dienst eines &#8222;guten Lebens aller&#8220;. Und lassen wir uns nicht l\u00e4nger einreden, dass die Soja-Produktion in Brasilien den BrasilianerInnen zugute kommt. Ja, einigen wenigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Habt ihr Lust auf ein Zoomerl? 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