{"id":9651,"date":"2020-11-22T12:12:44","date_gmt":"2020-11-22T11:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=9651"},"modified":"2020-11-22T12:18:57","modified_gmt":"2020-11-22T11:18:57","slug":"das-fragezeichen-ist-die-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/das-fragezeichen-ist-die-frage\/","title":{"rendered":"Das Fragezeichen ist die Frage"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9658\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-300x225.jpg\" alt=\"Katrin\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_8209-750x563.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die <a href=\"https:\/\/www.furche.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FURCHE<\/a> hat mich wieder einmal zu einem DIESSEITS eingeladen.<a href=\"https:\/\/www.furche.at\/meinung\/diesseits-von-gut-und-boese\/lebendige-kirche-4100421\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> &#8222;Lebendige Kirche?&#8220;<\/a> wurden meine \u00dcberlegungen entlang <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/das-anpacken-buch-bestellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">meines Buches<\/a> getitelt. Die Headline muss in die Seite passen, die L\u00e4nge, ein Eyecatcher soll sie sein, zum Weiterlesen animieren. Das Fragezeichen dahinter ist sich gut ausgegangen. Zurecht. Und doch wieder nicht. Fragezeichen und Rufzeichen bilden in meinem Leben eine Ellipse.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Schon wissen: &#8222;Der kleine Bruder des Glaubens ist der Zweifel.&#8220; Oder die Aufforderung an die Wand gespr\u00fcht: &#8222;Hinterfragt alles!! Warum??&#8220; Das Leben besteht aus Ausrufen, H\u00f6ren und Hinterfragen. Mit meinem Buch, das ich als Ermutigungsbuch entlang des inneren Rufzeichens &#8211; wie begeisterte, lebendige Gemeinschaft geht! &#8211; geschrieben habe, bleibt doch das Fragezeichen. Geht das in der jetzigen r\u00f6misch-katholisch verfassten Kirche \u00fcberhaupt? Jenes Bild und Erscheinen von Kirche als Herrschafts- und rituelle Volkskirche, das uns derzeit immer noch und oft sehr br\u00fcchig entgegenkommt, wird es in Zukunft nicht mehr in dieser Breite und Dynamik geben. Das Fragezeichen ist daher berechtigt und die Frage. Aber: So wie sich <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/kirche-hinein-ins-outdoor-und-in-die-bewegung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Natur, der bayrische Wald als Ganzer nach dem Sturm und dem Borkenk\u00e4fer gerade neu erfindet<\/a>, so sind wir gerade Zeugen bei der Neuerfindung der Kirche mit den Potentialen von Freir\u00e4umen, Personen und Ressourcen. Wenn diese Entwicklung in den Fokus r\u00fcckt, w\u00fcrde eher das Rufzeichen passen. Wir k\u00f6nnen mutig und ungeniert anpacken, wenn es darum geht, neuen Wein in neue Schl\u00e4uche zu f\u00fcllen und zusammen mit den Vielen dem sozial, \u00f6kologisch, spirituell ge\u00f6ffneten Menschen wieder Verbundenheit, neue Verb\u00fcndungen und Gemeinschaften zu erm\u00f6glichen. Es gibt nichts Sch\u00f6neres f\u00fcr einen Menschen als den Satz zu h\u00f6ren: &#8222;Du geh\u00f6rst dazu.&#8220; Gerade in diesen Zeiten der vielf\u00e4ltigen Einsamkeiten.<\/p>\n<h3>Hier der ganze Text, der in der<a href=\"https:\/\/www.furche.at\/meinung\/diesseits-von-gut-und-boese\/lebendige-kirche-4100421\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> FURCHE 46\/2020 nachzulesen<\/a> ist:<\/h3>\n<p><em>&#8222;F\u00fcr das Pfarrzentrum im Bergdorf Kirchschlag bei Linz haben wir 2008 nach dem gro\u00dfz\u00fcgigen Neubau 90 Schl\u00fcssel an verschiedene Verantwortliche von Gruppen, Initiativen und Diensten ausgegeben. Diese \u201everteilte und zugemutete Schl\u00fcsselgewalt\u201c f\u00fcr viele Engagierte in der Pfarrgemeinschaft wurde auf der einen Seite bewundert, andererseits wurde diese \u201eVertrauenszumutung\u201c als \u201ezu weit\u201c gesehen. \u201eDas kann nicht gut gehen\u201c, war der Verdacht. Nach mehr als zehn Jahren best\u00e4tigt sich: Es ist gut gegangen. Es hat sich bew\u00e4hrt. Die Zumutung einer Verantwortung l\u00e4sst Verantwortung wachsen. Das ist jene innere Logik, die in Folge eine vielf\u00e4ltige Lebendigkeit erm\u00f6glicht. Da g\u00e4be es jetzt viele Beispiele zu erz\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ob eine Veranstaltung, eine Organisation oder ein soziales Lebewesen Zulauf hat, entscheiden die Menschen nach einem ganz einfachen Prinzip: Geht es dort lebendig zu? Spielt sich dort das Leben ab? Sind das lebendige Menschen oder steife, gar tote, die sich aus Gewohnheit oder reiner Pflichterf\u00fcllung treffen? Der Franzose Jean Cocteau hat beobachtet: \u201eDie meisten Menschen leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten.\u201c Andere raten heute ganz ungeschminkt: \u201eWenn du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.\u201c Kirche in der N\u00e4he der Amts- und Hierarchiekirche erscheint heute vielen Menschen als totes Pferd, eine gro\u00dfe Ruinenstadt von Gewohnheiten, Machtinteressen und dazugeh\u00f6rigen Marketingma\u00dfnahmen. Menschen sehen und erleben das als institutionelles Gehabe, nicht als Lebendigkeit. <\/em><\/p>\n<p><em>Meine vielf\u00e4ltigen Beobachtungen, Begegnungen und Erfahrungen zeigen mir lebendig machende Dynamiken von Organisationen, Vereinen, Bewegungen, Initiativen und spirituell gepr\u00e4gten Gemeinschaften. Diese Dynamiken k\u00f6nnen wir uns wie Resonanz- und Klangr\u00e4ume vorstellen. Ist dort ein froher und tiefer Klang sp\u00fcrbar, h\u00f6rbar, f\u00fchlbar, dann folgt daraus der freie Atem des gemeinschaftlichen und leidenschaftlichen Engagements. Durch \u201eMitmachen\u201c, \u201eVernetzen\u201c und \u201eVerstehen\u201c w\u00e4chst jene Lebendigkeit, die auf Menschen wir ein Magnet, anziehend wirkt. <\/em><\/p>\n<p><em>Bei Musik, auf der B\u00fchne, in Bewegung und im sozialen Tun entfaltet der Mensch beim \u201eMitmachen\u201c seine leidenschaftlichsten Kr\u00e4fte. Entlang von (vor)gelebten Werten, tiefen und frohen Ritualen sp\u00fcrt der Mensch seine Zugeh\u00f6rigkeit und Solidarit\u00e4t im vielf\u00e4ltigen \u201eVernetzen\u201c. Das \u201eVerstehen\u201c beantwortet in heutiger und leicht verst\u00e4ndlicher Sprache und Bildern das Was, das Wie und das Wof\u00fcr, Warum, Wozu eine Gemeinschaft da ist. Und genau hier gilt es genau hinzuschauen, die jeweilige \u201eK\u00f6rpersprache\u201c anzuschauen. Der hl. Franz von Assisi sagt schon: \u201eWenn du predigen gehst, dann ist das Gehen die Predigt.\u201c Gerade f\u00fcr den Raum des Verstehens m\u00fcssen Sprache, Symbole, Rituale und R\u00e4ume, Geb\u00e4ude eine unbeschwerte K\u00f6rpersprache sprechen. Subtile Signale von \u201egeschlossen und schwer\u201c sind da h\u00e4ufiger als \u201ege\u00f6ffnet und zug\u00e4nglich\u201c. Siehe 90 Schl\u00fcssel.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Kirche ist nach neuesten Untersuchungen die einzige Institution, die in der Covid-Krise nicht an Vertrauen zugelegt hat. Das hat aus meiner Wahrnehmung mit ihrer mangelnden Lebendigkeit und Probleml\u00f6sungsorientierung zu tun. Der Kirchenleitung geht es mehr um Pr\u00e4zisierung der Vorschriften und weniger um kreative neue pastorale Wege angesichts der Covid-Einschr\u00e4nkungen. Wenn der liebe Gott mir nur zwei Worte zugestehen w\u00fcrde, um die Herausforderungen der heutigen Zeit im kirchlichen und gesellschaftlichen Kontext zu beschreiben, dann w\u00e4ren das: Mut und Synapsen. Mut verbinde ich mit der Kraft, pers\u00f6nlich Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr meine und gemeinsame Schritte in die Zukunft. Synapse sagt uns, dass Wirklichkeit und Identit\u00e4t in der Verbindung, in der Anschlussf\u00e4higkeit liegen. Die Identit\u00e4t des Baumes liegt nicht nur in der Wurzel, sondern genauso in der osmotischen Anschlussf\u00e4higkeit zur Umgebung, zu Licht und Luft hin. Gerade in kirchlichen Milieus ist der \u201eWurzelfokus\u201c weit verbreitet, wird geradezu exzessiv zelebriert und es herrscht Angst vor neuen Synapsen. Das Andere, das Fremde, das Ungew\u00f6hnliche, das uns schwer Herausfordernde macht uns lebendig, vertreibt Bequemlichkeit und tr\u00e4ge Gewohnheit. Es braucht weniger Wurzel-, sondern mehr Synapsen-Spiritualit\u00e4t. <\/em><br \/>\n<em>Deshalb rufe ich der Kirche zu: Gebt Raum, Freiraum f\u00fcr neue Begegnungen, ungew\u00f6hnliche Verbindungen, Verb\u00fcndungen. Lasst begnadete und brennende, begeisterte Menschen in euch wirken, auch wenn sie im ersten Hinsehen \u00fcberhaupt nicht zu euch passen. Nehmt Widerstand als besondere Lebensdynamik in euch auf. Staunen und Dankbarkeit werden Platz nehmen und Lebendigkeit. Gerade die pfingstliche Geschwisterlichkeit auf Augenh\u00f6he hebt dem Menschen die Fl\u00fcgel und beschwert sie nicht l\u00e4nger mit Nabelschau, Selbstmitleid (Die Welt ist schuld) und moralinsaurem Geschw\u00e4tz. <\/em><\/p>\n<p><em>Was ist zu tun? Die Menschen wollen an den Lebenswenden mit den Sakramenten und Sakramentalien gest\u00e4rkt und getr\u00f6stet werden. In Notsituationen suchen sie konkrete Hilfe, N\u00e4chstenhilfe. Das wird erwartet, professionell, pers\u00f6nlich, beziehungsorientiert und gottgetr\u00e4nkt. Wenn der m\u00e4nnliche Klerus das zum Teil nicht tut, nicht mehr tun kann, dann sind alle Getauften \u2013 Frauen und M\u00e4nner &#8211; gefragt, ihre F\u00e4higkeiten und Charismen gemeinschaftlich \u201eeinzuleben\u201c. Jetzt. Nicht lang nachfragen und warten. Das Leben wird am Boden gelebt, nicht in den kirchenrechtlichen und liturgischen Verengungen und Spitzfindigkeiten. Verantwortliche und GestalterInnen in sozialen Lebewesen wie der Kirche und in den Pfarrgemeinschaften sollten mit mehr Mut, den Blick auf das Gemeinsame gerichtet die Gesetze und Vorschriften lesen. Was ist m\u00f6glich, ist die leitende Frage und nicht: Was ist erlaubt? Mit diesem freien und verb\u00fcndenden Mut zum Dienst an den Menschen lassen sich unendlich viele Wege und M\u00f6glichkeiten ausfindig machen. Das ist dann lebendiges Leben, das anzieht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Link zum <a href=\"https:\/\/www.furche.at\/meinung\/diesseits-von-gut-und-boese\/lebendige-kirche-4100421\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel in der FURCHE<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FURCHE hat mich wieder einmal zu einem DIESSEITS eingeladen. &#8222;Lebendige Kirche?&#8220; wurden meine \u00dcberlegungen entlang meines Buches getitelt. Die Headline muss in die Seite passen, die L\u00e4nge, ein Eyecatcher soll sie sein, zum Weiterlesen animieren. Das Fragezeichen dahinter ist sich gut ausgegangen. Zurecht. Und doch wieder nicht. 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