{"id":9796,"date":"2021-01-30T14:02:22","date_gmt":"2021-01-30T13:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/?p=9796"},"modified":"2021-01-30T14:16:01","modified_gmt":"2021-01-30T13:16:01","slug":"resilienz-aufbruch-und-synapsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/resilienz-aufbruch-und-synapsen\/","title":{"rendered":"Resilienz, Aufbruch und Synapsen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9804\" src=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-300x203.jpg\" alt=\"Winter \" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-150x101.jpg 150w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-768x520.jpg 768w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-1536x1039.jpg 1536w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-2048x1385.jpg 2048w, https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/IMG_8940-750x507.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was der Mensch braucht? Drei &#8222;Dinge&#8220;: Anerkennung, sinnvolle T\u00e4tigkeit und Zugeh\u00f6rigkeit. In den letzten drei Online-Veranstaltungen, die ich von Ober\u00f6sterreich \u00fcber die Steiermark und Burgenland als <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/about-me\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Impulsgeber<\/a> gestalten durfte, war das die tief liegende Ankerfrage. Dabei ging es im Resilienz und Glaube, um den zweiten Aufbruch und eine neue pastorale Vernetzung. Eine fragmentarische Zusammenschau.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer die retardierende Covidzeit als Anstoss sieht, wieder etwas genauer auf ihr oder sein Leben als ganzes zu schauen, wird die Biografiephase &#8222;zweiter Aufbruch&#8220; sehen. Je nach Alter vor sich, gerade drinnen oder hinter sich. So um 55 herum schleicht oder dr\u00e4ngt sich diese Unruhe stiftende Frage in das Leben: War das alles? Man denkt an die Kinder au\u00dfer Haus, die Berufssituation mit wenig neuer Perspektive.\u00a0 Andere werden durch Krankheit gestossen, aus dem Beziehungsleben geworfen oder verlieren den &#8222;Job&#8220;, der, wie sich herausgellt, mehr ist als nur hakeln war. Gerade in solchen \u00dcbergangszeiten dr\u00e4ngt sich die Frage in den Vordergund: Was braucht der Mensch wirklich? Kurzum: siehe oben.<\/p>\n<h3>Mikro-, Meso- und Makroebene<\/h3>\n<p>Jeder und jede lebt auf drei Ebenen, ist dort mehr oder weniger eingebettet, verkn\u00fcpft, verbunden, getragen, inspiriert, &#8222;an-erkannt&#8220;, mit &#8222;sinnvoller T\u00e4tigkeiten&#8220; verwoben und imZusammenhalt und Solidarit\u00e4t &#8222;zugeh\u00f6rig&#8220;. Wir nennen diese drei Ebenen \u201eSozialpotential-Ebenen\u201c. Sie sind entweder ein tragf\u00e4higes Netz f\u00fcr anstehende Ver\u00e4nderungen, weil Loslassen k\u00f6nnen leichter ist und Freiheit, Selbstbestimmung, Souver\u00e4nit\u00e4t in Verbundenheit\u00a0 (&#8222;We are&#8220;) m\u00f6glich sind. Die Betrachtung der drei Ebenen kann allerdings auch ein &#8222;l\u00f6chriges, zittriges Gebilde&#8220; hervorbringen. Wenn das so ist, wird das Festhalten-m\u00fcssen gest\u00e4rkt, weil Absturzgefahr droht, das Sicherheitsbed\u00fcrfnis nicht gestillt ist und lieber Abh\u00e4ngigkeiten in Kauf genommen werden.<\/p>\n<p>Bei der <strong><em>Mikroebene<\/em><\/strong> sprechen wir von etwa drei bis zw\u00f6lf Personen. Solche Menschen sind &#8222;wirklich nahe Lebens-FreundInnen&#8220;, jederzeit verf\u00fcgbar, heben das Telefon jederzeit ab, diesen Personen kann ich vorbehaltlos vertrauen und bei ihnen darf ich von Herzen weinen.<\/p>\n<p>Bei der <strong><em>Mesoebene<\/em><\/strong> spreche ich vom &#8222;erweiterten Freundeskreis&#8220;. Hier geht es um die feingliedrige Verbundenheit in Vereinen, in einem Chor, beim Sport, den Hobbys, Interessensgruppen, der Pfarre, beim Gang auf den Berg, ist eine wohlwollende Nachbarschaftlichkeit. Bisher war die Begr\u00fc\u00dfung ein Handschlag. Die Bitte um einen kleinen Gefallen wird wohlwollend gleich geh\u00f6rt. Humor und Herzensw\u00e4rme pr\u00e4gen diese Beziehungen, der neoliberale &#8222;Tauschgedanke&#8220; hat sich in solche Beziehungen noch nicht eingenistet. Musik, B\u00fchne, Bewegung und Soziales lebt\u00a0 der Mensch hier in allen Facetten und mit Leidenschaft aus. Diese Mesoebene ist durch Covid derzeit &#8222;voll ausgebremst&#8220; und tr\u00fcbt daher die Seelen der Menschen schwer ein. Der Anerkennungsfluss stockt, die gemeinsamen T\u00e4tigkeiten ruhen und das damit immer aktualiserte Dazugeh\u00f6ren findet keinen Ausdruck.\u00a0 Das jetzt m\u00f6gliche &#8222;Digitale&#8220; f\u00fchlt sich in diesen Tagen mittlerweile ziemlich &#8222;kalt&#8220; an. Heute sprechen wir von der &#8222;Corona-Ersch\u00f6pfung&#8220;. Sie kommt auch daher, dass gerade von dieser stillgelegten Mesoebene keine n\u00e4hrenden Energien zufliessen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei der <em><strong>Makroebene <\/strong><\/em>kommt das gro\u00dfe Ganze in den Blick. Das geht vom Bergdorf, dem Stadtteil, der Kirche, der Religionsgemeinschaft, der Politik, dem Staat in seiner Grundausrichtung, der Firma als ganze bis hin zu den sozialen Netzwerken, die uns zwar ganz nahe kommen, aber doch fern bleiben in ihrem Makrogehabe. Das Netz der Arbeitslosen- oder Krankenversicherung\u00a0 tr\u00e4gt. Konkrete Personen sind &#8222;Bekannte&#8220;, die einem in der Un\u00fcbersichtlichkeit helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung des eigenen Lebens in oder auf diesen Ebenen stellt sich heraus, dass das Entweder-Oder hier keinen Platz hat. Es ist das UND, das zwischen den Ebenen dahinbalanciert, R\u00e4nder erf\u00fchlt und Zwischenr\u00e4ume zum Klingen bringt. Ist als Kleinkind oder alter Alter die Mikroebene wichtig, so sind in j\u00fcngeren und mittleren Jahren (&#8222;rush hour&#8220;) eher die Mesoebene wichtig. Altern hat f\u00fcr eine Teilnehmerin am Seminar gehei\u00dfen, &#8222;einem zunehmenden R\u00fcckzug aus der Mesoebene positiv zuzustimmen&#8220;.<\/p>\n<h3>Woher n\u00e4hrt sich das Leben?<\/h3>\n<p>Resilienz ist in den letzten Jahren ein &#8222;Modewort&#8220; geworden. Widerstandsf\u00e4higkeit in &#8222;niederschlagenden Lebenssituationen&#8220; wird heute erwartet. Wenn f\u00fcnf Menschen umfallen, stehen nicht f\u00fcnf auf. Heute wird das Aufstehen aus eigenen Kr\u00e4ften verherrlicht. Individuelle Resilienzkraft kann das, Erfolgreiche werden uns &#8222;vorgestellt&#8220;. Es gibt aus meiner Sicht auch ein Aufstehen, ein Aufrichten in den &#8222;aufrichtenden Verb\u00fcndungen&#8220; auf diesen drei Ebenen. Es ist kein Aufstehen der wenigen Schnellen, Starken, Gewiften oder gar Frechen, sondern ein Erheben zusammen mit allen, gerade auch mit denen, die viel weiter unten anfangen m\u00fcssen. Es ist ein Aufstehen, Aufrichten entlang der Grundannahme, dass es ein gutes Leben f\u00fcr und mit allen gibt. Das braucht andere Vernetzungen, Verb\u00fcndungen als die Netzwerke der Reichen, T\u00fcchtigen und Leistungstr\u00e4ger.\u00a0 Wir d\u00fcrfen und m\u00fcssen uns eingestehen: Nicht jede Krise ist eine Chance und Gl\u00fcck ist keine Leistung.<\/p>\n<p>Das anerkennt ein <a href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/dem-convivialen-leben-mehr-raum-geben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">conviviales Leben<\/a>, das durch Gastfreundschaft erbl\u00fcht, die gl\u00fcckliche Gen\u00fcgsamkeit kennt, das Anerkennen von Grenzen kann, sich pers\u00f6nlich ber\u00fchren l\u00e4sst, den Hilferuf der Notleidenden und Schwachen h\u00f6rt und den \u201eTod zum Bruder\u201c (Franz von Assisi) hat. Das &#8222;We are&#8220; erleben sie als Nahrung, N\u00e4hrung auf diesen drei Ebenen. Ein technogen gepr\u00e4gtes Leben hingegen baut auf Maschienendenken wie in der \u201eMegamaschine\u201c von Fabian Scheidler ausgef\u00fchrt, der Algorithmus steuert das Leben in Kombinationen von 0 und 1, der Blechporno (Auto, Technik) ist allgegenw\u00e4rtig, Wachstum die einzige Zukunftschance in der Krisenbew\u00e4ltigung, alle Lebensbereiche werden auf das &#8222;I am&#8220; ausgerichtet und optimiert. Der Wandel und die Transformation hin zum sozial-\u00f6kologisch-spirituellen Welt- und Menschenbild werden ver\u00e4chtlich gemacht. Umwelt wird nicht als Mitwelt gesehen und Auseinanderdividieren als Herrschaftsinstrument wieder mit Erfolg eingesetzt.<\/p>\n<p>Resilienz wird entlang von Synapsen gest\u00e4rkt, die im Aufbruch immer hin zum Du, zum Anderen, zum Fremden reichen. Die Lebensquellen liegen in den Begegnungen und Beziehungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was der Mensch braucht? Drei &#8222;Dinge&#8220;: Anerkennung, sinnvolle T\u00e4tigkeit und Zugeh\u00f6rigkeit. In den letzten drei Online-Veranstaltungen, die ich von Ober\u00f6sterreich \u00fcber die Steiermark und Burgenland als Impulsgeber gestalten durfte, war das die tief liegende Ankerfrage. Dabei ging es im Resilienz und Glaube, um den zweiten Aufbruch und eine neue pastorale Vernetzung. Eine fragmentarische Zusammenschau.<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/resilienz-aufbruch-und-synapsen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,4,15,36,14,10,1],"tags":[211,201,258,259,229,260],"class_list":["post-9796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gehen-pilgern","category-team-coaching","category-zukunfstbilder","category-orden-kirchen","category-gemeinschaften-konnektive","category-philosophie-theologie","category-allgemein","tag-anpacken","tag-gemeinschaft","tag-resilienz","tag-seminar","tag-vortrag","tag-workshop","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9796"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9810,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9796\/revisions\/9810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaineder.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}