Viel zu viel Zuviel

Wenn ich gehend unterwegs bin, dann fallen mir die absurdesten und gleichzeitig die wesentlichsten Dinge ein. Die Einschätzung liegt alleine bei mir. Was ist schon absurd? Und was ist wesentlich? Gut, beim Zweiten tue ich mir leichter. Seit Tagen begleitet mich diese Headline. Immer wieder rezitiere ich sie, lasse die Tonalitäten herumwandern, betone sie anders, mal schneller mal bedächtig und spüre: Der Wandel hat genau dieses „Viel zu viel Zuviel“ neben der Gewohnheit und Bequemlichkeit als den Hauptgegner.

Das Spiel im Wesentlichen

Als ich letzten Freitag in Wien bei den #FridaysForFuture mitgegangen bin, spürte ich eine Jugend, die Verantwortung einmahnt gegenüber der von uns Erwachsenen von ihnen geborgten Zukunft. Da muss etwas neu aufbrechen. Bei uns. 2011 habe ich das Buch von David Boshart „Age of less“ gelesen. Ein Wirtschafter spricht offen über das Weniger. Seit dem begleitet mich die Grundfrage: Wie geht Reduktion? Keine einfache Frage in einem „Spiel“, dass das „Immer-Mehr“ als Spielanleitung hat. Auch bei der Podiumsdiskussion „Wir sind Greta“ im Rahmen der Langen Nacht war es mir ein Anliegen, genau diese Frage in den Mittelpunkt zu rücken. Und wir waren uns einig, dass ein Weniger von allem eine bessere Lebensqualität bedeutet. Ein Weniger ist nicht wieder mehr, sondern besser. Nicht einfach zu vermitteln, weil man mit Askese oder gar Verzicht heute „keinen Meter reißt“, wie es ein Gesprächsteilnehmer nachher ausdrückte. Und doch: Es braucht das Mantra, das uns das „Viel zu viel Zuviel“ über den Kopf wächst und der Weltkugel die gesunde Zukunftsdrehung nimmt. Der Gedanke an das Wesentliche, das tägliche Tun am Wesentlichen entlang kann unsere Befreiung sein und werden.

 

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