Was gedenkt ihr zu tun

Friedensbanner Eigentlich eine Schande, denke ich über mich selber. Noch nie war ich in der Gedenkstätte im KZ Ebensee-Roith. Mit Bischof Maximilian Aichern bin ich schon in aller Frühe unterwegs. Don Mauro war der umtriebige, begnatete Pfarrer von Santa Lucia in Prato. Er ist an Covid verstorben. Zur Stunde, wo er in Italien begraben wurde, haben die Ebenseer eine Messe für ihn gefeiert. „Gib dem Frieden dein Gesicht“ hat die „Gemellaggio“ (Vergeschwisterung) von Ebensee und Prato verbunden. Es regnet, als wir vor der Kirche stehen.

Weiterlesen

d’Sunbeng

Braunkohle TagbauWir stehen mit einem Kaffeehäferl in der Hand, die Sonne oben, ein feines warmes Lüfterl, am Fusse des „Pettenfirst“. Ungenach war unser Ausgangsdorf. Die eintägige Geh-Klausur des Pfarrgemeinderates darf ich begleiten. Der erste warme Tag, die Blüten explodieren, die Wiesen vielfältig grün und immer wieder vor uns die weißen Berge der Alpenkette. Wir machen dort Rast, wo der Kohleabbau beendet wurde, aber sehr sichtbar geblieben ist (siehe Foto). Die Kohle liegt an dieser Stelle offen am Tageslicht. Wir sind im Gespräch über die Zeit hier, damals und über die Zeit heute. „d’Sunbeng ist ganz verschwunden“, meinte Peter.

Weiterlesen

Vom Ich zum Wir bis Pfingsten

Vom Ich zum WirEgbert  Amann-Ölz treibt eine Wahrnehmung an. Als Initiator startete er den Online-Pfingstkongress 2021.  Der volle Titel lautet: „Vom ICH zum WIR – Wege aus einer gespaltenen Gesellschaft„. Wir sehen die Spaltungen, die sich durch unsere Gesellschaft ziehen. Die Spalungen verbreitern sich.  Mittlerweile ziehen immer mehr Menschen einen Ego-Nutzen aus dieser Situation. Pfingsten ist genau kontär angelegt. Zusammen mit Georg Plank darf ich  zum Thema „Mutig für eine innovative Kirche, die allen dient“ einen Impuls setzen. Anmeldung kostenlos.

Weiterlesen

Jesus hat rebelliert

Investieren und vergrößernWir sind nur Gast auf Erden. Es gibt keine dreieinhalb Planeten. Die Technisierung ist in den Herzen angekommen. Tiere sind Lebewesen und keine Produktionsmaschienen. Die glückliche Genügsamkeit neu entdecken. – Aussagen, die wir kennen. Für die IG-Milch Post habe ich einen jesuanischen Blick auf die Entwicklungen in der Landwirtschaft versucht. Hier der Text: Jesus hat rebelliert.

Weiterlesen

Geimpft und sehr dankbar

geimpftUm 10 Uhr vormittags ist mein Termin. Mit meiner bunt bemalten „Bergziege“ (so nennen die Enkelkinder mein gemeinsam bemaltes Fahrrad) reite ich hinüber in die Impf- und Teststraße. Von weitem sehe ich eine Menschenschlange. Schilder weisen uns den Weg. Testen oder Impfen scheidet die Kommenden. Heute bin ich nicht testen, sondern impfen. Ich zische vorbei an der Test-Schlange. „Kommen sie“, hören meine Ohren mit einladendem Unterton.

Weiterlesen

Das Mühlviertel hat mir sechs Tage lang erzählt

Blick in das MühlviertelOberkappel und Grein, dazwischen das Mittelland mit seinem 150er-Weg.  Etwa 140 Kilometer habe ich sechs Tage lang gehend und pilgernd, schauend, hörend und mit allen Sinnen wahrgenommen. Alleine und streckenweise mit anderen. Viele Menschen glauben, sie müssen die ganze Welt bereisen, um die Welt, das Leben zu verstehen. Dabei liegt alles in  der Nähe. In der unmittelbaren Umgebung. Ich meine, dass wir in Details, in kleinen Dingen, im „regionalen Mikrokosmos“ jedes einzelnen der ganzen Welt auf den Grund gehen können. Wahrnehmungen, die uns verstehen lassen. Ein fragmentarischer Summary-Blick auf den Mühlviertler Mittellandweg.

Weiterlesen

Der resiliente Baum

Der geknickte Baum

Mein Finale am sechsten Tag waren 25 Kilometer von Rechberg, St. Thomas am Blasenstein, Bad Kreuzen bis Grein. Der Zug bringt mich nach Linz, der Bus wieder ins Bergdorf. In den Morgenstunden nebelte es wie im Spätherbst. Dann die Sonne, die meine Gesichtshaut verdunkelte. Der Badesee von Rechberg da, aber noch nicht einladend. Alles gut „beleuchtet“, angeleuchtet. So das das eine oder andere Detail zum Innhalten, wie der geknickte Baumstamm, der trozdem den Baum trägt. Seit Jahren.

Weiterlesen

Einfach staunen

Wackelstein in RechbergIn die Balance gehen, ist mir spontan zu meinem Gehen und Pilgern im Mittelland eingefallen, als ich heute vor dem Wackelstein in Rechberg gestanden bin. Staunend stehe ich davor. Puuhh. Tag fünf. Eine Tafel zeigt, dass im Franzosenkrieg die Soldaten versucht haben, den Stein aus seinem Gleichgewicht zu bringen. Ihr Versuch ist gescheitert, hat aber dazu geführt, dass der Stein jetzt fester „sitzt“,  festere Balance gefunden hat.

Weiterlesen