Dem Nachbarn den Kühlschrank ausgeräumt und jetzt darf er nicht einmal auf (s)ein Bier kommen

Klaus Werner-Lobo hat bei der 20-Jahrfeier der Caritas Auslandshilfe mit einem starkten Beispiel zur Veranschaulichung der derzeitigen Staats- und Konzernpolitik aufgerüttelt.

Kühlschrank ausgeräumt

„Wir gehen derzeit mit den Asylwerbern aus Afrika so um, wie zwei Nachbarn. Einer hat dem anderen ohne Fragen den Kühlschrank ausgeleert und veranstaltet mit dem Bier ein rauschendes Fest in seinem Garten. Nun kommt der andere Nachbar und fragt, ob er (s)ein Bier mittrinken darf. Der andere Nachbar erlaubt ihm das nicht, sondern verjagt ihn zurück in sein Land.“ Dieses Beispiel zeigt sehr anschlaulich, wie wir die Basis unseres Wohlstandes „holen“ und die Menschen, die bei uns anklopfen schroff abweisen.

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„Armut weltweit – eine globale Herausforderung“ lautete das Thema des Abends. Wenn die Weltbevölkerung die 10 Finger sind, dann besitzt ein Finger 80 % des Geldes und aller Ressourcen. 4 Finger sind wir im „weltweiten Mittelstand“. Wir werden abhängig gehalten von dem einen Finger und dürfen uns auch nicht solidarisieren mit den restlichen 5 Fingern, die im Vergleich nichts haben. 1,4 Milliarden Menschen sind nicht verarmt, sondern verelendet und müssen auf alles verzichten, was die normalen Grundbedürfnisse sind. Das macht Prof. Andreas Obrecht in seinem Statement anschaulich. 0,05% der industriellen Wertschöpfung könnte das beheben. Es ist unglaublich, mit welcher Ignoranz hier nichts weitergeht, während über Nacht 750 Milliarden EUR aufgetrieben werden.

Information, Agitation und Solidarisierung

„Zu Fuß gegen Armut“ hat die Caritas OÖ diese Woche „am Programm“. Einen Tag bin ich mitgegangen. Bei Gegenwind und Regen sind wir donauaufwärts auf Linz zugegangen. Am Hauptplatz haben wir die „Armutsfalle“ augenommen und durch die Landstraße zum Dom getragen. Schwer war sie und nicht einfach wegzubekommen. Am Dom machten „Armutszeugnisse“ betroffen, gelesen von August Schmölzer. Eine davon kann auf Video nachgehört und nachgeschaut werden ( http://www.youtube.com/watch?v=G3_R9ShvCrY ). „Es braucht gegen diesen ungerechten Wahnsinn mehr Menschen, die aufstehen und informieren und agitieren gegen die, die derzeit alles haben, besitzen, lenken und steuern“, sagte mir Klaus Werner-Lobo am Buffet. Ich bin auch überzeugt: Freiwillig werden die Habenden auf nichts verzichten, weil sie doch selber propagieren „Geiz ist geil“. Es braucht noch mehr Nachbarn, die sich ihr Bier wieder zurückholen, ob es der laufenden Gartenparty passt oder nicht….

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