Nach sieben Jahren Wien Aufbruch nach Oberösterreich

Ganz bewusst war hier Pause auf meinem Blog. Wenn man innen drinnen spürt, dass Dinge und Aufgaben zu Ende gehen, dann werde ich immer ruhiger. Das war in den letzten Monaten der Fall. Nun die Neuigkeit. Mit 31. Aug 2019 werde ich meine Dienste in Wien im Bereich Kommunikation und Medien für die Vereinigung der Frauenorden und die Superiorenkonferenz der Männerorden beenden. Die Ordensgemeinschaften Österreich werden kommunikativ und medial  neu belebt.

Sieben Jahre

Um ersten Vermutungen den Boden zu entziehen:  Ich gehe nicht in Pension, sondern öffne mich neu für ein Projekt, eine Aufgabe für die nächsten sieben Jahre – so Gott will. Reduzierter und vor allem wieder kontinuierlich näher bei meiner Frau Gerlinde und der ganzen Familie. Fragt mich heute  nicht gleich, was das genau sein wird. Ich werde mich wieder ganz öffnen und mich erinnern, was mir das heilsame Gehen und Pilgern immer wieder gelehrt hat: Das Leben kommt dir entgegen. Irgendwie spüre ich, dass da draußen noch eine Aufgabe auf mich wartet. Ich durfte so viel lernen und so viele Erfahrungen machen, dass ich fast überfließe. Das möchte in zur Verfügung stellen. Und: Mit 70 möchte ich auf den Großvenediger gehen. Das wäre dann in etwa sieben Jahren. Der Sieben-Jahres-Rhythmus hat mich ohnehin in meinem Leben begleitet. Immer begann das Neue irgendwie nach sieben Jahren.

Schlusspunkt setzen

Die Arbeit an der Ausgabe der ON Ordensnachrichten zum Thema „Schlusspunkt setzen“ im Oktober vorigen Jahres hat mich persönlich erfasst. Das #wach-Jahr bei den Orden hat mich selbst wacher, hellhöriger gemacht. Das Video vom Feierabend mit den LALÀ’s im ORF habe ich mehrmals angeschaut und dort ist von der „inneren Stimme“ die Rede. Das Gespräch mit Matthias Strolz einen Abend lang hat auch diese „innere Stimme“ thematisiert. Und so habe ich hineingehört und gespürt: Beziehung und Familie sind unersetzbar. Auch Freunde habe ich durch das siebenjährige „Vagabundieren an der Westbahnstrecke“ – wie ich meine Identität immer beschreibe  –  aus den Augen verloren. Unglaublich schön finde ich, dass mir und uns die Familie mit den drei Enkerln ein tragendes Netz geworden ist. Ein echtes Geschenk. Und das möchte ich nicht liegen lassen, weil ich dauernd unterwegs bin. Und ich bin gerne unterwegs. Keine Frage.

Loslassen

Als besonderes Geschenk sehe ich heute, dass mich damals 2012 nach all den Wirren rund um 2009 die Ordensgemeinschaften „gefunden“ haben. Dass ich nach Wien gehe, hätte ich mir nie gedacht. Dass ich dort so viel Gestaltungsraum für meine Ideen und mein Können bekomme, kommt mir heute noch wie ein Wunder vor. Wir haben das, was ich bei den Orden von Beginn an gespürt habe, über längere Zeit „Freiraum für Gott und die Welt“ genannt. In diesen Freiraum durfte ich „hineinwerken, säen und ermutigen“. Mein ganzes Herzblut, meine Energie und „Zukunfts-und Quer-Denkerei“ habe ich dort zur Verfügung gestellt. Es ist uns gemeinsam in diesen sieben Jahren viel gelungen, es hat sich viel entwickelt und Neues hat Gestalt angenommen. Jetzt ist es Zeit, den Ideen weiten Raum zu geben, mit dem Loslassen ernst zu machen, damit ich diesem Weiter-Wachsen nicht im Wege stehe. Weiter begleiten werden mich thematische Ansätze wie „viel mehr wesentlich weniger“, „gottverbunden freigespielt“, das Klimapilgern oder die Themenflächen auf 5vor12.at wie #BeziehungHeilt über #GerechtigkeitGeht bis hin zu #LoslassenBefreit und #GemenschaftHält. Gerade das inhaltliche Konzept der Ordensgemeinschaften für diese nächsten drei Jahre nehme ich in meinen neuen Lebensabschnitt mit. #EinfachGemeinsamWach ist genau das, was mein persönliches Leben und die Gesellschaft auf der Erdkugel heute braucht.

„Hold me“ singen die LALA’s und sind dabei in Taiwan unterwegs. Hier das wunderbare Video zum Song. Jeder Mensch ist getragen vom Wunsch nach Anerkennung, Sinn und Dazugehören.  Immer wieder darf ich mich getragen fühlen in dieser tiefen „Gewissheit“: Gott geht unsere Wege mit. #Danke.

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