Der Frosch im Wasserglas

Ein Frosch sitzt im Wasserglas. Er ist frisch und munter. Das Wasser kühl  und anregend.  Stellt jemand das Wasserglas auf eine wärmenden Fläche, so wird sich das Wasser erwärmen. Der Frosch selber merkt das anfangs gar nicht. Er wird nur müde und kann sich schließlich nicht mehr aus dem heißen Wasser befreien. Er hat nicht bemerkt, dass seine Sprungkraft durch die Erwärmung geschwunden ist. Wirft man einen Frosch hingegen ins heiße Wasser hinein, so kann er sich spielend leicht mit einem kräften Sprung selber befreien. Was sagt uns das Experiment? Es gibt „schleichende Prozesse“ in unserer Lebensumgebung, die wir durch das „satte Drinnen-Stehen“ gar nicht merken., obwohl sie uns urteils- und handlungsunfähig machen. Im empfehlenswerten Film „Das radikal Böse“ zeigt Stefan Ruzowitzky das „Konformitätsexperiment“. Eine vorbereitete Gruppe zeigt ganz bewusst auf die falsche Lösung eines Vergleichsbildes. Der Probant schließt sich dieser falschen Meinung an, obwohl  sie „offensichtlich“ falsch ist. Was sagt uns dieses Experiment? Eine Lösung, Meinung oder Einschätzung muss noch lange nicht richtig sein, auch wenn alle „hinzeigen“. Eine gewisse Distanz ist hilfreich. Aussteigen, ungeschminkt anschauen, neu und anders einsteigen. Und dann und wann den Weg verlassen, um wieder neu zurückzukehren.

Dieses „wachgerüttelt“ erscheint im neuen ON Ende Feber. Auch wenn diese Erfahrung mit dem Frosch schon allgemein bekannt ist, so eignen sich die Semesterferien, aus dem angewärmten Glas herauszuhüpfen und eine einmal wohltuende Distanz zu leben.

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