#COP21: Weniger als zwei Grad

Magura in Rumänien

Magura in Rumänien

Die Unterschriften sind gesetzt. Der Text ist da. 195 Staaten bekennen sich zum Kampf gegen die Erderwärmung und Ziel ist ein Temperaturanstieg um weniger als zwei Grad. Als wir zu unserem Klimapilgern von Wien nach Salzburg aufgebrochen sind, haben wir 1,5 Grad mitgetragen und einige haben gemeint: „Glaubst du wirklich, dass das etwas bringt?“ Die Frage wischt man nicht einfach so weg. In einer durchökonomisierten und technokratisch verstandenen Zeit steht immer eine einzige Frage ganz zentral im Raum: Was bringt es? Ist der Preis nicht viel höher als der Profit? Im Laufe der letzten Tage hat mich deshalb eine Aussage über Twitter ziemlich angerührt: Beim Weltklimagipfel #COP21 geht es gar nicht um Ökologie, sondern um den Ausgleich der ökonomischen Interessen. Viele Argumente, die wir von China bis in die USA gehört haben, gingen in diese Richtung: Es wird sich rechnen. Deshalb stimmen wir zu. Es wird ein Geschäftsmodell und damit Arbeitsplätze bringen. Die Weltkugel war der runde oder besser abgerundete Tisch der Ökonomie.

In die Tiefe hinein verstanden?

rum2Manchmal denke ich mir, dass viele der Verantwortlichen und Staatenlenker den tiefen Kern des behutsamen und achtsamen Umganges mit dieser Welt, den Menschen, mit unserer Mitwelt, wie es Papst Franziskus in #LaudatoSi bezeichnet, nicht verstanden haben. Sie bleiben an Äußerlichkeiten hängen, die sie in den Vertragsverhandlungen hin und herschieben. Das tun sie fast ausschließlich unter dem Aspekt des Eigennutzens. Ich war ja nicht dabei, aber medial wurden Sätze dieser Art nie in den Vordergrund gerückt: „Die Welt und Erde gehört sich selber. Wie sind hier Gäste und nicht Ausbeuter, Tyrannen.  Die Welt wird ihren Weg gehen. Die Frage bleibt, ob sie den Menschen behalten will. Nicht wir gestalten Welt, sondern die tiefe Weisheit der Ökologie der Erde soll unsere Weisheit werden. Es kommt auf jeden und jede an.“ Aber: Auch wenn die tiefe innere ökologische Spiritualität nicht wirklich zur Sprache gekommen ist, so haben doch alle 195 Staaten zumindest verstanden, dass Klimaerwärmung und Klimagerechtigkeit keine Fiktionen sind, sondern Realität, die uns zum Handeln führen müssen. Das technokratisch ausbeuterische Zugehen auf die Welt bringt uns um unsere Lebensgrundlagen. Beispiel China und die Luftverschmutzung. Wenn ich dann die verschiedenen Kommentare und Einschätzungen lese, denke ich manchmal: Das Klimapilgern hat „gewirkt“. Anders als vieles heute läuft: Nicht äußerlich, sondern in der tiefen spirituellen Verbindung von innen her hat Respekt und die Achtsamkeit der Welt und dem Menschen gegenüber gefördert. Ein klein wenig. Und jetzt ist es festgeschrieben. Gott sei Dank. Und wir gehen weiter. Tag für Tag in neuer Achtsamkeit, dem Menschen und der Welt gegenüber. Es ist also kein Aufatmen, sondern ein Durchatmen zum Weitergehen.

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