Gute Beziehungen zur Universität Innsbruck und eine wichtige Ergänzung inpuncto Kirche

Die UNO (öffentliche Universität New Orleans) hatte vor Katrina etwa 18.000 Studierende, jetzt 12.000“, meint der Direktor des Center Austria hier am Uni-Campus. Dr. Günter Bischof ist ein gebürtiger Vorarlberger, hat zeitgleich mit mir in Innsbruck zu studieren begonnen und ist Historiker mit Abschluss in Innsbruck und New Orleans. Er ist Absolvent der Haward-University. Er ist mit einer „Cajun“ (französisch-sprechende Auswanderer von Canada, weil sie dort nicht „protestantisiert“ werden wollten). Wir gehen in die Uni Mensa und ich danke für das gemeinsame Essen, mehr noch für den zweistündigen angeregten Meinungsaustausch. Das Center Austria bietet österreichischen Studierenden Unterstützung, hier im Süden der USA eine Studienaufenthalt zu riskieren. Es stehen auch drei spezielle Stipendien zu Verfügung. Aus der Broschüre lese ich, dass diese Partnerschaft sehr erfolgreich gestaltet wird. Die in Salzburg gebürtige Gertraud Griessner  wird darin auch als „office manager and the heart and soul from the beginning 1997“ bezeichnet. Das habe ich auch jedes Mal gespürt, als ich dort war. Danke.

Die Katholische Kirche spielt eine wichtige Rolle

Nicht nur aus dem obigen Gespräch, sondern aus zwei weiteren ausführlichen Erzählungen und einem Buch über Katrina möchte ich mein bisheriges Bild von der Erzdiözese NOLA ergänzen. Gerade bei und nach Katrina waren die Pfarren und Einrichtungen der Diözese federführend im Wiederaufbau. Es wurde die Katastrophe zwar dazu benutzt (wie übrigens auch im Schulwesen), etwa 20 Pfarren zu schließen (bei zwei mit öffentlichen Protesten), aber die Freiwilligenarbeit und die Nachbarschaftshilfe wurde bestens organisiert. „There was so much crime“, erzählte mir eine Frau im Cafe. Gauner nutzen wie fast überall (siehe derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise) solche „Desaster-Situationen“, um sich daran zu bereichern, im Großen wie im Kleinen. Es ist schwer, bei Katastropen, die Hilfe wirklich zu den Menschen zu bringen. Die Katholische Kirche war da ein Garant dafür. Sie war aber mit den vielen Kirchen und Schulen selbst auch eine Hauptbetroffene. Ich sehe in dem Buch, das im Dom aufliegt, wie eine Feldmesse dort gelesen wird, wo einst das Pfarrzentrum stand. Der Pfarrer ist ebenfalls umgekommen und seinen Leichnam hat man wie andere auch nicht gefunden. Manche Entscheidungen der Diözese kamen „von oben“ und fanden keine Zustimmung. Fakt ist aber auch, dass manche Pfarren keine Mitglieder mehr hatten, weil dort wenige Leute geblieben sind. Auf unserer Straße gegenüber steht auch so eine große imposante Kirche, die zwar von den Mitgliedern noch gerichtet wurde, dann aber geschlossen wurde. Die Kirche verliert zwar an Bedeutung, ist aber nach wie vor eine gestaltende Kraft.  Die Probleme zwischen „Oben“ und „Unten“ an der Basis sind allerdings auch hier „Tagesgeschäft“.

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